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Stefan Schomberg, Tobias Czullay | (21)

Teardown: Das Moto G und die Speicher-Frage [Update]

Der interne Speicher des Motorola Moto G lässt sich nicht erweitern und ist auf 8 oder 16 Gigabyte beschränkt – je nach Modell. Gerüchteweise hat der Hersteller aber aus Kostengründen statt teurerem Flash-Speicher eine normale wechselbare Speicherkarte fest eingebaut. Wir haben das Moto G im Teardown auseinandergenommen und dies überprüft.

Motorola Moto G im Teardown

Original Bild: © Areamobile

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Benchmarks sind immer so eine Sache: Häufig lassen sich besonders hohe oder niedrige Werte im Alltag nicht nachvollziehen, so auch bei der Geschwindigkeit des Speichers im Motorola Moto G. In Antutu erreicht das Gerät im I/O-Test (Input/Output) gerade einmal knapp 1.500 Punkte. Die schnellsten Geräte wie das Samsung Galaxy Note 3 kommen hier auf knapp die doppelten Punkte. Da das im Gebrauch des Modells nicht nachvollziehbar ist, sind wir im Test nicht näher darauf eingegangen. Ganz losgelassen hat uns dieses beinahe erschreckende Ergebnis aber nicht. Als dann noch Gerüchte aufkamen, dass im Moto G statt eines hochwertigen Flash-Speichers eine fest eingebaute wechselbare Speicherkarte verwendet wird, war unser Ehrgeiz geweckt und der Entschluss gefasst: Wir rüsten unser Moto G auf!

Nichts einfacher als das, schließlich gibt es unter dem Akkudeckel auf der Rückseite so schön viele Torx-Schrauben, die sich mit einem T4-Bit problemlos öffnen lassen. Wenn man keine übersieht, kann man anschließend mit etwas Kraftaufwand den Kunststoffdeckel unter dem eigentlichen Akkudeckel entfernen, der nicht geklebt, sondern nur stramm gesteckt ist. Dabei wird auch offensichtlich, dass die von außen sichtbare Akkuabdeckung nur reine Zierde ist. Sie sieht zwar aus, als ob sie direkt zum Akku gehört, tatsächlich ist das aber nur Show, und was man sieht hat mit dem eigentlichen Akku nichts zu tun. Darunter kommt das Mainboard samt aufgeklebtem Akku zum Vorschein, und die seitlichen Tasten für Lautstärke und Power lassen sich abnehmen.

Das Board lässt sich ebenfalls entfernen, es ist nur auf einer Seite angeklebt. Darunter kann man einen Blick auf die Display-Komponenten erhaschen. Da das für unsere Zwecke aber unerheblich ist, haben wir uns weiter auf die Suche nach der ominösen Speicherkarte gemacht. Dazu haben wir den Stromleiter vom Board und anschließend den leicht angeklebten Akku gelöst. Leider sind alle Chips von kleinen Blechkästchen geschützt, auf die der Akku aufgeklebt ist und die auf das Mainboard gelötet sind. Wer hier nicht gleich zum Lötkolben greifen will, was wegen der filigranen Bauteile zumindest sehr schwierig sein dürfte, kommt hier definitiv nicht mehr weiter. Auch wenn wir glauben, den Sitz der vermeintlichen Speicherkarte ausgemacht zu haben: unter dem Kasten mit blauem Punkt, der passenderweise auch noch die grobe Form einer micro-SD-Karte hat.

Fazit

Welche Erkenntnisse lassen sich aus diesem Versuch ziehen? Den Akku können Nutzer sehr wohl ohne großen Aufwand austauschen, sofern sie vorsichtig beim Lösen der Verklebung vorgehen und das nötige Werkzeug (vorrangig Feinwerkzeug mit einem T4-Schraubendreher) zur Verfügung haben. Weiter kommt man aber ohne fundierte Kenntnisse nicht, denn dann ist es mit einfachem Schrauben nicht mehr getan. Den Speicher kann man ohne hochwertiges Lötwerkzeug nicht mehr entfernen, geschweige denn erweitern. Daher konnten wir auch nicht überprüfen, ob einfaches Kopieren des vermeintlichen Karteninhalts auf eine größere Speicherkarte den gewünschten Erfolg gebracht hätte – schließlich befindet sich auf dem eingebauten Speicher auch das Betriebssystem des Moto G. Unser Gerät funktioniert nach der Prozedur übrigens problemlos, nur die schon vorher nicht ganz fest sitzenden seitlichen Tasten sind vielleicht noch einen Tick lockerer.

Generell raten wir nicht zur Nachahmung unseres Teardowns. Zwar mussten wir keine Siegel verletzen oder anderweitige Sicherheitsmechanismen außer Kraft setzen, aber im Garantiefall könnte Motorola sicherlich Werkzeugspuren an Schrauben und anderen Komponenten sehen und eine Übernahme der Reparaturkosten verweigern.

Auflösung

[UPDATE] Auf Anfrage hat Motorola die Verwendung einer eMMC-Speicherkarte im Moto G bestätigt. Ein Wechsel der Speicherkarte würde nichts bringen, da das Betriebssystem nicht einfach von der originalen Speicherkarte auf eine größere, neue Karte überspielt werden kann. Dafür benötige man spezielle Hardware, mit der die Hersteller ihre Systeme auf den benötigten Speicher flashen, erklärte uns Techniker Hr. Schnieth vom Reparaturdienstleister Smartphone Klinik aus Berlin.

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Kommentare
  1. 22.11.13 13:52 muzel0815

    jetzt seid mal nicht so ängstlich und legt die speicherkarte halt mal frei.

  2. 22.11.13 14:03 REhuus (Advanced Member)

    Immerhin weiß man jetzt wo Gewicht und Dicke herkommen.

  3. 22.11.13 14:12 muzel0815

    irgendwie ist mein kommentar gerade kürzer geworden. herrscht hier etwa zensur???

  4. 22.11.13 14:17 muzel0815

    ich wollte hier nur mal anbringen dass ihr auch al wo die ersten sein könnt und nicht immer warten sollt bis eine andere community solche dinge erledigt.
    dürfte doch für euch kein problem sein mal so ne abdeckung zu entfernen.

  5. 22.11.13 14:22 Björn Brodersen (areamobile.de)

    Hallo muzel0815 -

    wir haben Teile deines Beitrags gelöscht. Pauschale, unbelegte Vorwürfe gegen andere oder falsche Behauptungen gehören hier nicht her. Bitte halte dich künftig wie andere hier im Forum auch daran und diskutiere sachlich bzw. in der Sache.

    Danke und Gruß,

    Björn

  6. 22.11.13 14:27 M.a.K (Expert Handy Profi)

    Ran mit der Flex und weg mit den "Blechkästchen", wir wollen die nackte SD sehen!!!

    :)

    Auch wenn das Gerät danach nicht mehr läuft, es sind ja keine 600€ für die Tonne und AM wäre dann dann für einen Tag der Held im Mobilfunksektor!

    Lasst euch das für die paar €'s nicht nehmen, zeigt was ihr könnt!

  7. 22.11.13 14:30 muzel0815

    @ M.a.K.
    genau das wollte ich damit auch sagen. nicht immer berichten, dass ein anderer was zerlegt hat sondern mal sellbst der erste seinund die anderen "abschreiben" lassen.

  8. 22.11.13 14:35 REhuus (Advanced Member)

    "Ran mit der Flex und weg mit den "Blechkästchen", wir wollen die nackte SD sehen!!!"

    Mutters Hausrezept: Das Mainboard mit den Kontakten nach oben einfach bei 200° C in den Backofen, nach 10 Minuten vorsichtig mit einer handelsüblichen Pinzette versuchen, die Metallabdeckungen lösen. Im Zweifel die Backzeit verkürzen oder verlängern. Vorsicht, Metallteile werden sehr heiß. Den Backofen vor der nächsten Pizza gut auslüften lassen.

  9. 22.11.13 14:43 Stefan Schomberg (Testleiter areamobile.de)

    Wir sind kein Reparatur-Dienstleister und auch keine Elektronik-Werkstatt - uns fehlt es schlicht am passenden Werkzeug, um das jetzt auf die Schnelle auflöten zu können. Spätestens, wenn wir zwischen zwei solcher Kästen löten müssten, kämen wir da einfach nicht ran oder würden das Board beschädigen - und dann könnten wir das, was wir eigentlich am liebsten gezeigt hätten, auch nicht mehr zeigen: Den Austausch der Speicherkarte und das Funktionieren des Moto G mit mehr Speicher.

    Im Übrigen gehen wir nach der Bestätigung von motorola, dass eine eMMC-Karte eingebaut ist, nicht mehr davon aus, dass die Karte unter der Abdeckung mit dem blauen Punkt sitzt, sondern am oberen Ende (Form einer SD-Karte).
    Mich ärgert das auch, denn es hätte mich wirklich interessiert, ob ein Wechsel einfach so funktioniert. In diesem Fall ist es einfach vernünftiger, seine eigenen Grenzen zu kennen ;)

    mfg

  10. 22.11.13 14:47 Stefan Schomberg (Testleiter areamobile.de)

    @REhuus
    Das klingt nach einer interessanten Idee, schön, dass hier konstruktive Kritik kommt. Vielleicht schaffen wir das doch noch...! Wobei etwa 100 Grad reichen sollten...und dann natürlich auch ALLE Lötstellen weich werden...;)

    mfg

  11. 22.11.13 15:19 REhuus (Advanced Member)

    @Stefan Schomberg

    Der Idee mit dem Backofen basiert tatsächlich auf wahren Begebenheiten: Als Mitte der 2000er Nvidia-Grafikkarten ein Problem mit kalten Lötstellen (am VRam) hatten, war ein Rezept, die Grafikkarte in einen Lötofen -oder alternativ in einen Backofen zu stecken. Damit konnte die Karten damals zumindest für eine gewisse Zeit wieder funktionstüchtig machen.
    Nun, Versuch macht kluch, aber im Zweifel ist das Moto natürlich hin. Ob ein Backofen-Versuch daher empfehlenswert ist, ich weiß es nicht... Andererseits heißt es ja auch: no risk no fun :D

  12. 22.11.13 15:33 Hatshipuh (Gast)

    Die Backofen Methode kommt immer noch bei älteren Notebook Mainboards zum Einsatz, die vermeintlich den Geist aufgegeben haben (aber überwiegend wegen den betroffenen Nvidia Onboard Krafikkarten), von dem her wirklich konstruktiv.

    Auch wenn jetzt die eMMC woanders vermutet wird, frage ich mich was unter der Abdeckung mit dem blauen Punkt ist, gerade weil die Form so verdächtig ist.

  13. 22.11.13 16:11 smartus

    @areamobile

    Danke fürs Schrauben, aber ich bitte mal um Klärung dieser zwei Punkte:

    eMMC-Speicher ist bei Smartphones absolut üblich. Oder liege ich hier falsch?

    Stimmen die Antutu I/O-Werte für das Galaxy Note 3? Auf http://www.androidnext.de/news/moto-g-benchmarks-fotos-videos/ sind die Verhältnisse anders.

    Danke.

  14. 22.11.13 16:12 Edebeton
    Freilegen der Speicherkarte

    Es dürfte dem Hersteller auch nicht daran gelegen sein, hier den Teardown eines zu Testzwecken überlassenen Handys wieder zu finden.

    Auch wenn der Bericht völlig unpolitisch und überparteilich daher kommt. Wenn es einer macht, machen es alle anderen nach. Daran kann Motorola mit dem Moto G nicht gelegen sein.

    Wer beißt schon die Hand die einen füttert?

    Regards Ede

  15. 22.11.13 16:35 Stefan Schomberg (Testleiter areamobile.de)

    @Edebeton
    Wir haben uns ein eigenes Gerät gekauft, um es aufzuschrauben - genaugenommen haben wir das schon vorher gehabt, das Testgerät von Motorola kam (absehbar) erst später. Mit einem normalen Testgerät würden wir das natürlich nicht machen, dazu gibt es normalerweise auch keinen Grund. Was der Hersteller davon hält ist uns generell ohnehin ziemlich egal, in diesem Fall daher höchstens noch mehr...;) Ich kann es aber auch gerne noch ein 183.978.873stes mal schreiben: Areamobile ist NICHT käuflich.

    @all
    Wir haben Rat bei Reparaturprofis eingeholt, das Ergebnis seht ihr in unserem Update.

    mfg

  16. 22.11.13 16:47 Edebeton
    Areamobile ist NICHT käuflich

    Nichts anderes steht in meinem Kommentar...!

    Dies aber ständig zu beteuern, führt den Konsenz ad absurdum...!

    Ich lese aber trotzdem gerne weiter mit.

    Regards

  17. 22.11.13 16:54 Stefan Schomberg (Testleiter areamobile.de)

    @ede
    Sätze wie "Wer beißt schon die Hand die einen füttert?" (bezogen auf Testgeräte) hatte ich anders interpretiert...;)

    mfg

  18. 22.11.13 16:55 chief (Handy Master)

    "Auf Anfrage hat Motorola die Verwendung einer eMMC-Speicherkarte im Moto G bestätigt"

    Ist eMMC Speicher nicht fest verlötet?

  19. 22.11.13 17:39 pixelflicker (GURU)

    Find ich gut, dass ihr das gemacht habt. Das geht über das Zitieren von meldungen aus dem Internet hinaus und sollte viel öfter passieren. Sowas bringt deutlich mehr Mehrwert als nur Meldungen die man eh schon von anderen Portalen kennt zu Zitieren.

    Weiter so.

  20. 23.11.13 19:13 lkjljkh7878 (Newcomer)
    PF har recht

    Immer nur das nachplappern, was andere erzählen. Mal ein bisschen Eigeninitiative wäre nicht schlecht.

  21. 21.12.13 00:37 bluekingmuch
    Austauschbarkeit eMMc Speicher

    Das Moto X (sehr ähnlich gegenüber dem Moto G) müsste einen ähnlichen Aufbau haben, hierzu gibt es ein Bild von der Platine ohne "Metallkäfige":

    http://gpad-img.com/201308/motox_tear_2.jpg

    hierbei kann man sehen, dass der Speicher nicht über das microSD Standardgehäuse im Gerät verbaut ist, sondern der Speicher selbst direkt aufgelötet ist, somit nur mit erheblicher Erfahrung und Aufwand austauschen lässt.

    LG Michael

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