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Tobias Czullay, Andreas Woitaschek | 14

Nokia 6: Das Comeback-Smartphone enttäuscht im Unboxing

Nokia mischt wieder mit im Smartphone-Geschäft, wenn auch nur mit dem Firmennamen. Das erste Smartphone unter neuer Ägide, das Nokia 6, lässt in unserem Unboxing allerdings den Charme der alten Tage vermissen.

Wie groß war doch die Vorfreude auf das Ende der Lizenzvereinbarung mit Microsoft, die Nokia in den vergangenen Jahren an der Herstellung eigener Smartphones hinderte. Nun liegt mit dem schlicht 6 genannten Telefon das erste "neue Nokia" aus der Post-Microsoft-Ära vor, das die Finnen allerdings auch wieder nicht selbst hergestellt, sondern per License-Branding von einem anderen Unternehmen – HMD Global – entwerfen, produzieren und vertreiben lassen.

Es ist also doch nichts so, wie es einmal war, und das macht auch der Blick auf das Nokia 6 deutlich. Vorbei sind die Zeiten der knallbunten Lumias, der experimentierfreudigen und auffälligen Formfaktoren oder dem kühlen Luxus, den die hochwertigen Business-Handys noch versprühten. Das Nokia 6 ist das: ein Smartphone wie jedes andere.

Das Gehäuse des neuen Nokia-Smartphones besteht fast vollständig aus Metall. Ähnlich wie die Vertreter aus Samsungs erster Galaxy-A-Reihe sind die Rückseite des Unibody und der Rahmen von einem matten Lack überzogen, der Glanz der diamantgeschliffenen Kanten blitzt angenehm subtil hervor. Das Nokia-Logo ist mittig in die Rückseite gefräst, darüber prangt ein längliches Kamera-Element mit einer Linse und einem zweifarbigem LED-Blitz, das gut einen Millimeter absteht und dafür sorgt, dass das Gerät auf dem Tisch leicht kippelt. Die Antennenstreifen ranken sich ähnlich wie beim aktuellen iPhone 7 oder dem Huawei P10 zu den kurzen Enden hin.

Das Design kann nicht begeistern

Rechts im Rahmen befinden sich die Power-Taste und die Lautstärkewippe, die zwar jeweils mit guten Druckpunkten, aber sehr wenig Hub auskommen. Gegenüber ist das SIM-Schubfach, das wahlweise zwei SIM-Karten oder eine SIM- und eine microSD-Karte aufnimmt, am Kopfende finden sich die Kopfhörerbuchse, am Fußende Micro-USB-Anschluss und Lautsprecher. Das leicht gewölbte Glas über dem 5,5 Zoll großen Display geht in einen eher unschönen Plastikrahmen über, der vor allem die Ränder an den langen Seiten sehr breit erscheinen lässt. Auch ober- und unterhalb des Bildschirms ist vergleichsweise viel Platz, unten finden sich eine Home-Taste mit Fingerabdruckleser sowie zwei kapazitive Sensortasten.

Die Verarbeitung des Nokia 6 ist durchaus gelungen, Makel finden wir bei unserem Testgerät keine. Allerdings erscheint uns das Design des Smartphones sehr beliebig, fast langweilig. Von anderen, vor allem Geräten von kleineren chinesischen Herstellern unterscheidet sich das Nokia 6 eigentlich nicht – hier hätten wir uns vom Comeback-Smartphone einfach mehr versprochen. Das Gehäuse erscheint insgesamt etwas klobig, die Abmessungen entsprechen etwa denen des Google Pixel XL mit gleich großem Bildschirm. Allerdings liegt das Nokia 6 durch seine scharfen Kanten nicht so angenehm in der Hand und erscheint breiter als das Google-Smartphone.

Android ist auf dem aktuellsten Stand

Als Betriebssystem kommt auf dem neuen Nokia-Smartphone Android zum Einsatz und das sogar nach ersten bereitstehenden Updates in der Version 7.1.1 Nougat mit Googles Mai-Sicherheitspatch. Das Interface unseres chinesischen Testgeräts ist mit einem eigenen Launcher versehen, der nur in einigen asiatischen Sprachen und Englisch synchronisiert ist - der Play Store ist darauf auch nicht vorinstalliert. Bei den später hierzulande verkauften Modellen kommt ein nahezu unangetastetes Android mit den Google-Diensten zum Einsatz. Die Display-Anzeige des Nokia 6 ist zwar hell und blickwinkelstabil, allerdings erscheint sie uns trotz Full-HD-Auflösung recht verwaschen und ein wenig unscharf. Die Performance des Snapdragon 430 mit 4 GB RAM geht in Ordnung, einige wenige Ruckler machen sich schon bemerkbar.

Kommentare
  1. 11.05.17 17:19 handyhacho (Expert Handy Profi)

    Überrascht nicht wirklich. Die Innovationskraft ist bei Nokia wohl dahin. Schade.
    Hätte mir ein Pureview mit SailfishOS gewünscht SCNR.

  2. 11.05.17 17:24 theflo (Advanced Member)

    Damit sie nach der Marke Lumia den nächsten Ladenhüter platzieren?

  3. 11.05.17 19:29 M.a.K (Handy Master)

    Das Teil hat nur einen S430. Was wurde denn groß erwartet? Verstehe ich nicht.

  4. 11.05.17 23:30 Gandalf (Expert Handy Profi)

    Top Gerät für den Preis.

  5. 12.05.17 05:11 bocadillo (GURU)

    Könnte ja jetzt sagen " hab ich gleich gesagt "

    Ich finde es auch nicht enttäuschend , es ist genau das was man anhand seiner Vorgeschichte erwarten durfte!

  6. 12.05.17 09:33 tia (Member)

    Sehr schade das so ein preiswertes Mittelklassegerät wiedermal schlecht geschrieben wird.

    Stimm ich vergass, was soll man auch von einer Samsungseite anderes erwarten.

  7. 12.05.17 09:55 Tobias Czullay (areamobile.de)

    Nimm es doch erst einmal selbst in die Hand, bevor du hier mit blöden Vorwürfen kommst. Ja, es ist Mittelklasse und dafür ist es auch gut verarbeitet. Von einem "Nokia" erwartet man aber eigentlich schon mehr als ein 08/15-Design.

  8. 12.05.17 10:29 handyhacho (Expert Handy Profi)
    Das N900 hat heute noch treue Anhänger

    Ebenso das N9.Und mit meinem Jolla C erfahre ich auch immer interessierte Blicke, obwohl die Hardware und vor allem die Kamera echt murks ist (leider). Bin auf Sony gespannt, noch habe ich ein Fünkchen Hoffnung dass es Geräte geben wird, aber so sicher wie beim MWC vermittelt scheint das bisher noch nicht wirklich zu sein :-(

  9. 12.05.17 11:12 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)
    @ bocadillo:

    > Könnte ja jetzt sagen " hab ich gleich gesagt "<

    Genau daran - und an das, was sich daran anschloss - habe ich sofort gedacht als ich im Artikel die Worte
    "Von anderen, vor allem Geräten von kleineren chinesischen Herstellern unterscheidet sich das Nokia 6 eigentlich nicht […]"

    las. ;-)

  10. 12.05.17 12:28 Blaubaersmart
    Ein wunderbares Smartphone

    Also, warum diese Kritik? Ich sehe hier ein hochwertig verarbeitetes Smartphone in edlem, robusten Design mit Metallbody, Full-HD Display, großem Arbeits- sowie internem Speicher für nur 230 EUR und das ist weniger als Ihr erwartet habt? Wie kann da der nur "durchschnittliche" Prozessor stören?? Und die Form ist nicht innovativ? Sollte das Smartphone rund oder quadratisch sein? Die Dinger sehen doch inzwischen alle gleich aus, wo ist das Problem? Für mich gibt es in der Preisklasse nichts besseres, oder für Euch?

  11. 12.05.17 12:44 bocadillo (GURU)
    Blaubärsmart

    Das gleiche bekommst du aber auch von Huawei, zte und co.

    Ein metoo von Nokia braucht so wirklich keiner..

    Wie gesagt ... es ist keine Enttäuschung an sich

  12. 12.05.17 13:09 Blaubaersmart

    Aha, und wo ist z.B. Android 7.1 drauf? Ohne Bloatware? Und wo gibt es so ein Update-Versprechen?? Das einzig vergleichbare bei Huawei Honor ist m.E. das Honor 6x was Größe und Preis angeht und das ist im technischen Vergleich unterlegen m.E.- und bei ZTE fällt mir gar kein Vergleich ein.

  13. 12.05.17 14:23 Karl Echle

    Optisch finde ich das Nokia 6 zumindest auf den Bildern sehr ansprechend. Ich weiß nicht was ich erwarten sollte, Nokia von damals lässt sich so oder so nicht wieder finden, selbst wenn Nokia als Unternehmen wieder alles in Eigenregie machen würde, käme nicht das alte Nokia-Feeling auf. Technisch gibt es in der Tat nichts auszusetzen, Innovativ sit aber halt auch nichts daran, muss aber auch nicht bei dem Preis und dem was geboten wird Obwohl das ja schon wieder fast innovativ is, tolle Hardware und Stock-Android mit einer Aktualitätsgarantie ist schon nicht so übel. Wir sollten HMD die Chance geben, sich am Markt zu beweisen und dann können wir immer noch sagen: "Ich habs euch doch gleich gesagt" Ich mach es jedenfalls so.

  14. 13.05.17 05:48 bocadillo (GURU)

    Blaubärsmart

    Wo android 7.1 drauf ist ? Who cares? Selbst auf einem s8 ist nur 7.0.

    Updateversprechen ? Worte an denen schon viele scheiterten !

    Es ist ein beliebiger chinese mit bekanntem Aufdruck .

    Ein übrigens sehr beliebtes stilmittel chinesische nonameartikel zu adeln

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