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Stefan Schomberg, Andreas Woitaschek | 1

Design-Vergleich: Wie viel Nokia steckt im Nokia 6?

Nokia ist zurück! Aber nur als Smartphone-Marke, denn hergestellt werden die Geräte vom Lizenznehmer HMD-Global. Bei dem arbeiten allerdings auch ehemalige Nokia-Mitarbeiter. Machen die einfach so weiter wie zuvor oder plötzlich alles anders? Wir legen für den Vergleich das erste HMD-Smartphone Nokia 6 neben frühere Nokia- bzw. Lumia-Modelle.

Ist das "neue" Nokia wie das "alte" Nokia? Das "alte" Nokia ist der finnische Konzern, der mit Papierfabrik sowie Gummi- und Kabelwerken anfind und sich im Laufe der Jahre zum führenden Handyhersteller entwickelte. 1998 verkaufte das Unternehmen weltweit 41 Millionen Geräte – für den damaligen Markt war das eine enorme Menge.

Nokia N95 - Meilenstein und Symbian-Relikt

2007 brachte Nokia das N95 auf den Markt, das von Vielen als eines der ersten echten Smartphones angesehen wird. Es beherbergte erstmals einen eingebauten GPS-Chip und war als Doppel-Slider ausgelegt, der auf der einen Seite Telefontasten und auf der anderen Seite Bedienelemente zur Musiksteuerung verbarg. Wie bei heutigen Smartphones wurde bei der Multimediasteuerung der Bildschirminhalt in den Landscape-Modus gedreht. Ebenfalls wie bei heutigen Smartphones war die Akkuleistung im Vergleich zu früheren Featurephones mit im Schnitt nur einem Tag Laufzeit ziemlich schwach.

Mit dem heutigen Nokia 6 hat das damalige Spitzenmodell fast nichts mehr gemein. Das N95 ist ein reiner Plastikbomber, hat ein mit 2,6 Zoll geradezu winziges Display, ist über 2 Zentimeter dick und ein Slider. Das neue Nokia 6 punktet mit schickem Metallbody, übertrumpft das alte Modell mit 5,5-Zoll-Touchscreen und um ein Vielfaches höherer Auflösung, ist nicht einmal einen Zentimeter dick und außerdem ein Barren – andere Formen gibt es ja auch kaum noch.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine andere Kleinigkeit, über die heute niemand mehr spricht: Das N95 hatte eine mechanisch vom Nutzer zu bedienende Schutzklappe, die schützend vor der Kameralinse geschoben werden konnte, wenn die Knipse nicht gebraucht wurde. Das "Facelift" N95 8GB hatte diesen Schutzmechanismus nicht mehr und wurde dafür hart kritisiert. Heute verlangt niemand mehr einen gesonderten Linsenschutz für die Smartphone-Kamera.

Die Ära Windows Phones

Viel Übereinstimmung mit dem N95 ist zu den heutigen Nokia-Modellen also nicht zu finden, wie steht es dann aber mit dem nächsten Schritt der Finnen? Zwar gab es zwischendurch noch ein paar Highlights wie das Nokia 808 Pureview mit Symbian und 42-Megapixel-Kamera, ab 2011 wurde Nokia aber als Weltmarktführer von Samsung abgelöst. Nokia hatte den Wandel hin zu modernen Smartphones mit Touchscreen einfach verschlafen. Um weiter im Geschäft bleiben zu können, schloss Nokia im gleichen Jahr eine strategische Allianz mit Microsoft und baute fortan ausschließlich Windows Phones – die Lumia-Serie war geboren. Und genau bei diesen Lumias gibt es schon mehr Übereinstimmungen mit dem neuen Nokia 6, schließlich präsentierten sich diese Modelle schon als moderne Smartphones im Barrenformat mit mehr oder weniger großem Touchscreen.

Das Nokia 6 als optische Fortführung der Lumia-Serie?

Ziel der Lumia-Serie war es wohl, Windows Phones hip und trendy zu machen. Dafür wandte man sich mit bunten Farben vor allem an eine jüngere Zielgruppe – das funktionierte kaum.

Aber während man bei der Farbgebung Parallelen zum neuen Nokia 6 vergeblich sucht, findet man sie beim Design. Denn zwar setzte Nokia gerade zu Beginn mit Geräten wie dem Lumia 800 auf Kunststoff, doch vor allem auch auf klare Formen mit wenig Schnickschnack. Entsprechend herrschte eine Mischung aus harten Kanten (etwa an Stirn- und Fußseite) und weichen Rundungen (an den seitlichen Kanten) vor, die Rückseiten bestanden meist aus glatten Flächen, die nahtlos in die Seiten übergingen. Das ist beim Nokia 6 gewissermaßen ähnlich, nur das man hier auf ein generell etwas kantigeres Design, dafür aber schicke Schliffkanten als zusätzliches Element setzt. Einen solchen Wandel gab es aber auch schon bei den späteren Lumia-Modellen, etwa dem Lumia 925 zu beobachten. Hier setzte Nokia ebenfalls auf Metall und zunehmend kantigere Formensprache.

Technisch lassen sich kaum Ähnlichkeiten finden. Waren ein N95 oder ein Pureview 808 (zumindest bei der Kamera) technisch ihrer Zeit voraus, so versucht Nokia das bei seinem schlicht "6" genannten Modell erst gar nicht. Damit gibt es eine weitere Parallele zu den Windows-Phones mit Lumia-Label, die gerade am Anfang mit - zumindest im Vergleich zu Android-Smartphones - recht einfacher Technik daher kamen. Das neue Nokia-Modell richtet sich an eine Zielgruppe, die eher im mittleren bis unteren Preissegment angesiedelt ist und keine Superlativen bietet. Dafür steht das Design im Vordergrund – eine weitere Parallele zu den Lumia-Modellen. Ob das wirklich ein Zeichen dafür ist, dass tatsächlich noch viel Nokia im neuen Nokia 6 steckt, erfahrt ihr im Test des Nokia 6, der in den nächsten Tagen online geht.

Kommentare
  1. 31.05.17 12:33 chief (Gesperrt)

    Schade das ihr kein Lumia 830 und/oder 930 mit in den Vergleich gepackt habt.

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