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Matthias Zellmer, Andreas Woitaschek| 15.02.2018 - 15:30 | 17

HomePod Preview: Apples Klangzwerg liefert satten Sound

War bis dato der Sonos One der Platzhirsch unter den smarten Lautsprechern, so hat sich die Situation spätestens seit dem 9. Februar mit dem Apple HomePod geändert. Wir haben den Klangzwerg nicht nur ausgepackt, sondern auch gleich einmal einer kleinen Hörprobe unterzogen.

Seit dem iPhone 4S gibt es bei Apple eine Sprachassistentin mit dem Namen Siri. Entsprechend viel Zeit hat sich das Unternehmen aus Cupertino mit einem sprachgesteuerten Lautsprecher gelassen. Insgesamt sechs Entwicklungsjahre stecken in dem Apple HomePod. Seit dem 9. Februar ist der smarte Lautsprecher zumindest in Australien, Großbritannien und den USA erhältlich. Hierzulande soll er dann im Frühjahr 2018 zu einem Preis von 350 Euro in den Farben Grau und Weiß in den Handel kommen. Unser Testgerät ist aus Großbritannien und versteht demzufolge auch nur die englische Sprache.

Verarbeitung

Der Apple HomePod ist knapp 170 Millimeter hoch und mit circa 140 Millimetern fast genauso breit. Was der smarte Lautsprecher an Platz spart, macht er an Gewicht wieder wett. Satte 2,5 Kilogramm, also genauso schwer wie ein Sack Kartoffeln, bringt der HomePod auf die Waage. Oben befindet sich ein kreisrundes Touchpad und der Rest besteht aus einem mit Stoff überzogenen Metallgitter.

Auf der Unterseite gibt es einen Silikon-Standfuss inklusive Apple-Logo. Das Stromkabel - in unserem Fall mit einem 3-poligen Netzstecker (GB) - wird seitlich aus dem Gehäuse geführt und lässt sich weder trennen noch selbst auswechseln. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Nichts bewegt sich, knarzt oder erweckt den Eindruck, dass es in der Handhabung besondere Vorsicht benötigt.

Erstkontakt

Ist der Apple HomePod mithilfe des entsprechenden Adapters mit dem heimischen Stromnetz verbunden, benötigt er für die Ersteinrichtung ein weiteres Apple-Device, wie ein iPhone oder iPad mit iOS 11.2.5 oder einer neueren iOS-Version. Eine Android-Alternative gibt es nicht. Dennoch ist die Installation intuitiv und schnell erledigt. Die Touchpad-Bedienung ist auf das Abspielen, Pausieren, Überspringen von Titeln und Anpassen der Lautstärke begrenzt. Zeit, um mit Siri ins Gespräch zu kommen und sie um eine Musikprobe zu bitten.

Spätestens jetzt dürften zumindest Zweiflern an der Audio-Qualität des HomePod die Ohren schlackern. Bislang haben wir noch keinen so kleinen Lautsprecher vor uns gehabt, der so einen präzisen und tiefen Bass und dabei gleichzeitig so klare Höhen liefert. In dem Bereich können Google Home und Amazon Echo nicht annähernd mithalten.

Satter Bass und klare Höhen

Möglich macht den satten Bass ein nach oben ausgerichteter High-Excursion Tieftöner mit speziellem Verstärker und einem Hub von 20 Millimetern. Darunter befindet sich ein Ring aus sechs Mikrofonen, die wie auch schon von dem Google Home oder Amazon Echo bekannt, bei lauten Umgebungsgeräuschen sehr gut reagieren und funktionieren. Als untersten Ring verbaut Apple sieben aktive Hochtöner. Mitteltöner hat der Apple HomePod nicht an Bord und das wird auch tatsächlich im Gesamtklangbild deutlich.

Im Mittenbereich fehlt es dem HomePod dann nämlich ein wenig an Volumen, was er in den Höhen wieder wettmacht. Mir persönlich könnten diese noch ein wenig definierter klingen, dennoch lässt der Speaker nach allgemeinem Hörempfinden die Konkurrenz weit hinter sich. Gerade hier sind wir auf einen Vergleich zum Google Home Max gespannt, der vom Prinzip aufgrund seiner physischen Größe mit deutlich mehr Gehäusevolumen aufwarten kann.

Der HomePod justiert seinen Klang selbst

Apple bewirbt den HomePod mit direktem und Umgebungs-Audio-Beamforming. Gemeint ist ein automatisches und permanentes Analysieren der Raumumgebung und einer Echtzeitanpassung. Ob das tatsächlich so passiert, kann man nur schwer kontrollieren. Es gibt kein "mit und ohne Hören". Ebenfalls lässt sich auch am iPhone der Klang nicht manuell justieren. Dennoch klingt der HomePod überall im Raum gleich gut - egal ob direkt an eine Wand gestellt oder ohne angrenzende Wände auf dem Tisch. Zumindest in meinem Fall.

Der Apple HomePod ist allerdings "noch" nicht Stereo-fähig. Ebenfalls ist bei Besitz mehrerer HomePods kein Multi-Room-Betrieb möglich, bei dem die selbe Musik in allen Zimmern abgespielt wird. Das Feature wurde aber bereits als Software-Update für dieses Jahr angekündigt. Weiterhin soll sich der HomePod in das Apple HomeKit einbinden lassen, um beispielsweise Philips Hue Lampen per Sprache zu steuern. Andere Musikdienste wie Spotify, Tune-in oder Deezer lassen sich zwar nutzen, aber nicht über Sprache steuern. Siri führt nur Musikwünsche des hauseigenen Streamingdienstes Apple Musik aus.

Fazit

Der Apple HomePod lässt klanglich die smarte Konkurrenz deutlich hinter sich. Auch bei der Verarbeitung gibt es keinen Grund zur Kritik. Die Ersteinrichtung ist schnell erledigt und die Bedienung bewusst simpel über das Touchpad gehalten. Siri kann als Sprachassistent jedoch der Konkurrenz, wie Google Assistent oder Amazon Alexa, nicht annährend das Wasser reichen. Hier muss Apple langsam aufholen und auch den fehlenden Multi-Room-Support sowie die Stereo-Funktionalität per Update nachreichen.

Wie bei Apple üblich, muss der Kunde sich für den vollen Funktionsumfang zum einen dem Apple-Ökosystem hingeben und mit 350 Euro auch etwas tiefer als beim Wettbewerb in die Tasche greifen. Wer sich darauf einlässt, wird seinen Nachbarn in Zukunft häufiger mit zu lauter Musik auf den Geist gehen.

Kommentare
  1. 15.02.18 17:29 foetor (Gast)

    Hier auch interessant

    http://www.maclife.de/news/deshalb-homepod-vergleichsweise-teuer-experten-schaetzen-produktionskosten-100100457.html

  2. 15.02.18 18:11 jokerr (Member)

    Käufer sollten beachten, dass der Silikonfuß unschöne Abdrücke auf Holz hinterlässt. Ein Untersetzer (oder statt einer schnöden Holzkommode eine aus purem Gold) schaffen Abhilfe. ;)

  3. 16.02.18 06:21 Premiumbernd (Newcomer)
    Fällt bei mir schon mal raus

    Da ich nicht in dieses unflexible Appleversum will. dann doch lieber Sonos

  4. 16.02.18 09:28 nohtz (Professional Handy Master)

    https://www.mobilegeeks.de/artikel/apple-das-homepod-debakel-spuren-auf-den-moebeln-und-dumme-siri/

    Alles offizielle Stellungnahme: "Wenn Sie darüber besorgt sind, empfehlen wir Ihnen, Ihren HomePod auf einer anderen Oberfläche zu platzieren."
    --> frei übersetzt: „Dir gefallen die Ringe auf den teuren Möbeln nicht? Dann stell das Teil halt woanders hin, Schwachkopf!“
    ==>You're Holding it wrong

  5. 16.02.18 10:36 Oannes (Advanced Member)

    Alles nicht so tragisch, wenn auch ein bißchen peinlch für einen Hersteller mit diesem selbstformulierten Anspruch. Sicher wird dieser vermeintliche "White-ring-on-wood-gate" bald gelöst sein - wie auch immer die Lösung aussehen wird.

    Ich freue mich auf einen meiner Meinung nach optisch wirklich gelungenen Lautsprecher, der hoffentlich auch adäquate akustische Eigenschaften haben wird. Guter Klang ist ja schließlich das A-und-O für einen Lautsprecher. Sollte das gegeben sein, werde ich mir zwei davon zulegen für mein Arbeitszimmer.

    Und wenn, wie bei allen "smarties" zu befürchten ist, das ein solches Gerät always-on mitlauscht, werde ich bei Nichtnutzung oder sensiblen Situationen einfach den Stecker ziehen.

  6. 16.02.18 11:47 DerZander (Handy Profi)

    @Jokerr
    >> Käufer sollten beachten, dass der
    >> Silikonfuß unschöne Abdrücke auf Holz
    >> hinterlässt.

    am geilesten finde ich dabei, dass Apple in der Stellungnahme dazu ganz im Sinne von "You are holding it wrong!" schreibt "Dann stellt es doch woanders hin."

    https://support.apple.com/en-us/HT208435

    "If you’re concerned about this, we recommend placing your HomePod on a different surface." :D

    Das ist echt gute alte Appletradition.

    Wenn Silikon "ausgeschwitzt" wird, dann ist normalerweise herstellungsbedingt und Apples Verantwortung. Wenn man das ordentlich ausbackt, passiert sowas nicht. #premium

    Ich vermute mal, dass ist ähnlich diesem Problem:
    http://www.michaelshell.org/gadgetsandfixes/keypadsiliconeoil.html

    Wenn man

  7. 16.02.18 12:40 nohtz (Professional Handy Master)

    Oannes
    "Sollte das gegeben sein, werde ich mir zwei davon zulegen für mein Arbeitszimmer."
    -->warum? 2 zusammenschalten funktioniert nicht

  8. 16.02.18 12:44 Antiappler (Advanced Handy Profi)

    Das Problem mit den Abdrücken wird sich doch bestimmt mit einer schönen Gratishülle beheben lassen. ;-)

  9. 16.02.18 12:48 nohtz (Professional Handy Master)

    Antiappler
    Oder eine Hülle für nur $99 ;-)
    (Siehe mein Link)

  10. 16.02.18 13:30 Oannes (Advanced Member)

    @nohtz

    Vielen Dank für den Hinweis! Das war mir so nicht bekannt und das werde ich gerne vor Kauf beachten.

    Wollte eigentlich zwei wegen gewünschter "klassischer" Stereowiedergabe. Vielleicht gibt es da ja irgendeine gefällige Lösung.

  11. 16.02.18 13:41 nohtz (Professional Handy Master)

    Oannes
    Steht im mobilegeeks-link weiter oben

  12. 16.02.18 14:26 Christopher Gabbert (areamobile.de)
    @nohtz

    Und es steht auch bei uns. ;)

    "Der Apple HomePod ist allerdings "noch" nicht Stereo-fähig. Ebenfalls ist bei Besitz mehrerer HomePods kein Multi-Room-Betrieb möglich, bei dem die selbe Musik in allen Zimmern abgespielt wird."

  13. 16.02.18 15:27 Mickey12 (Newcomer)

    Ach bitte ich bin wirklich kein Apple Fan, aber die Basherei von einigen hier, ist echt kindisch. Das Problem mit den Abdrücken haben einige Hersteller der einzige Unterschied es wird vorab kommuniziert.

  14. 16.02.18 15:44 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)
    @ Mickey:

    Danke! Du sagst es!

    Im übrigen scheint der "Ring" in erster Linie bei Kontakt mir **geölten** Holzoberflächen aufzutauchen, nicht jedoch bei lackiertem Holz.
    "In other testing, we have seen no visible damage when using it on glass, granite countertop, nice MDF, polyurethane-sealed wood, and cheap IKEA bookcases."
    (https://thewirecutter.com/reviews/apple-homepod/)

  15. 16.02.18 21:41 Antiappler (Advanced Handy Profi)

    "Das Problem mit den Abdrücken haben einige Hersteller der einzige Unterschied es wird vorab kommuniziert."

    Eben genau das ist der entscheidende Unterschied. Andere kommunizieren es, aber Apple hält es mal wieder für besser auf schweigsam zu machen.

    Und genau deswegen bekommt Apple den Spott ab und deshalb gibt es die teils bissigen, teils ironischen oder lustigen Kommentare.

    Ich finde, jeder so wie er es verdient. Und so toll wie Apple von den Firmenbossen oder den ganz speziellen Fans oft dargestellt wird, hat es sich Apple ganz besonders verdient.;-)

    Und der Ratschlag, dass Gerät deshalb woanders hinzustellen ist doch schon sehr seltsam und mal wieder typisch für Apple.

    Es gibt nämlich überhaupt keine Empfehlung, wenn das nicht möglich, was dann zu tun ist.

  16. 18.02.18 10:24 Mickey12 (Newcomer)

    @Antiappler

    Ist das wirklich so das andere das besser kommunizieren? Oder kam das erst im Laufe der Zeit nachdem die Lautsprecher auf dem Markt erschienen sind. Sonos soll sich da ja auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Da hört man aber von niemandem irgendetwas.

    Aber sobald das Wort Apple fällt haben hier so einige sofort Schaum vor dem Mund.

  17. 18.02.18 12:07 Antiappler (Advanced Handy Profi)

    @Mickey12

    "Das Problem mit den Abdrücken haben einige Hersteller der einzige Unterschied es wird vorab kommuniziert."


    Den Satz mit dem vorab kommunizieren hast Du geschrieben, und er bedeutet, dass andere Hersteller es besser machen.

    "Sonos soll sich da ja auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben."

    Gab es hier einen Bericht darüber? Und wenn Sonos sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, macht es das Verhalten von Apple nicht besser. Zumal sich so ein Verhalten wie ein roter Faden durch die Geschichte von Apple zieht. Mal sind die Kunden schuld oder Beschädigungen am Gerät normal.


    "Aber sobald das Wort Apple fällt haben hier so einige sofort Schaum vor dem Mund."

    Ich wandel den Satz mal etwas ab. Aber sobald das Wort Apple im Zusammenhang mit einem Fehlverhalten fällt, und dieses kommentiert wird (wie auch immer), haben hier einige sofort Schaum vor dem Mund, oder holen den "Persilschein" raus.

    Mal ist Apple nur eine Firma mit geringem Marktanteil, oder ein Hersteller von Gewicht. Wie es halt gerade so passt, Hauptsache Apple wird gut dargestellt.

    Und dass sowas Angriffsfläche bietet, ist doch wohl logisch.

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