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Stefan Schomberg, Tobias Czullay| 28.02.2018 - 18:09 | 6

ZTE Axon M Hands-on: Idee für morgen mit Technik von gestern

Ganz neu ist die Idee, ein Smartphone mit zwei Displays und dazwischen liegendem Scharnier zu bauen, sodass bei Bedarf ein großes Display daraus wird, nicht. Dennoch ist zumindest in Europa noch nichts derartiges zu haben. Das will ZTE mit dem Axon M ändern – wir haben das Klapphandy der besonderen Art für euch ausprobiert.

Ein großes Display ist toll, sorgt aber dafür, dass das Smartphone zwangsläufig auch groß wird – das können auch mehr oder weniger randlose Displays nicht verhindern. Eine Lösung wären Geräte mit faltbaren Displays, doch die lassen auch im Jahr 2018 weiter auf sich warten. Der chinesische Hersteller ZTE greift daher auf die nächstbeste Lösung zurück: Auf ein Scharnier. Das nimmt beim ZTE Axon M die komplette rechte Seite des Smartphones ein und verdrängt daher Lautstärke- und Powertaste samt Fingerabdrucksensor auf die linke Gehäuseseite.

Das Scharnier verbindet zwei 5,2 Zoll große Full-HD-Displays miteinander, die für den Transport Vorder- und Rückseite des Smartphones bedecken, bei Bedarf aber auch aufgeklappt und nebeneinander gelegt werden können. Dann bilden sie im Normalmodus ein 6,25 Zoll großes Display mit einer Gesamtauflösung von 2.160 x 1.920 Pixel. Das hört sich nach gar nicht so viel Unterschied an, sorgt aber tatsächlich für doppelte Darstellungsfläche und bietet so einige Vorteile.

Vorteil Doppel-Display

So wird etwa ein Youtube-Video im Hochformat im Vollbild angezeigt, im Querformat hingegen nur auf dem einen Bildschirm, während man auf dem zweiten Screen die Kommentare durchblättern kann. Oder das Smartphone bietet auf dem unteren Screen im Querformat eine große Volltastatur, während im oberen Display das komplette Eingabefenster zu sehen ist. Natürlich wird der große Doppelscreen dabei immer von einer feinen Linie unterbrochen, an der die schmalen Rahmen der beiden Einzelscreens zusammenstoßen, aber daran dürfte man sich gewöhnen. Außerdem lässt sich dieser Nachteil auch minimieren, indem man im Browser oder bei E-Books etwa ins Querformat wechselt, sodass Worte nicht mehr von dem Display-Übergang geteilt werden, sondern die Trennung zwischen den Zeilen stattfindet.

Großes Display oder doch anderere Modi?

Außerdem gibt es auch noch andere Modi. Sie lassen sich über ein kleines M-Icon auswählen, das sich als zusätzliches Symbol zu den typischen Android-Buttons für Homescreen, Zurück-Navigation und Taskmanager gesellt. Hier kann der zweite Screen etwa deaktiviert werden (was er im zusammengeklappten Zustand automatisch ist), außerdem lässt er sich so einstellen, dass er Inhalte spiegelt. Dann kann man das im Klappwinkel frei einstellbare Smartphone so auf den Tisch stellen, dass zwei gegenüber sitzende Personen das gleiche Video schauen können. Auch eine Teilung des großen Screens für die gleichzeitige Verwendung zweier Apps ist machbar, dann ist es etwa möglich, gleichzeitig der Kalender zu betrachtet und auf dem anderen Screen eine Mail zu schreiben.

Hardware von gestern zum Preis eines Premium-Modells

Im Datenblatt zeigt sich dann aber der Widerspruch: Ein hoher Preis und Hardware von gestern, genau genommen sogar von Vorgestern. Ein genauer Preis steht zwar noch nicht fest, allerdings will ZTE in Europa vermutlich um 850 Euro als UVP aufrufen – mit einem Snapdragon 821 als Prozessor wohlgemerkt. Der stammt aus dem vorletzten Jahr und ist entsprechend weder so leistungsstark wie der aktuelle Snapdragon 845, noch so stromsparend. Der Rest geht in Ordnung, ohne aber das Topniveau des Preises zu erreichen: 4 GB RAM, 64 GB interner Speicher plus Erweiterbarkeit und eine Kamera mit 20 Megapixel.

Das Fehlen einer speziellen Frontkamera ist bei der Doppel-Display-Auslegung des Axon M nicht mal ein Nachteil, im Gegenteil. Denn wer Selfies knipsen will, nimmt dafür einfach die Hauptkamera samt einem der beiden Screens und hat dann sogar noch einen Blitz dabei.  Die Qualität war – soweit man das auf dem Display auf die Schnelle sehen konnte – auch in Ordnung. Nicht in Ordnung ist hingegen die Betriebssystem-Version, mit der das ZTE Axon M auf dem Mobile World Congress in Barcelona ausgestellt war und mit dem es wohl auch zum Kunden kommen soll. Denn statt Android 8 gibt es hier noch Android 7.1 und auf Nachfrage konnte man uns auch kein Update versprechen – auch wenn man es nicht ausschließen wollte.

Einschätzung

Hoher Preis, alter Prozessor und ein ebenfalls veraltetes Betriebssystem - das dürfte dem tollen Konzept ZTE Axon M wohl das Genick brechen, bevor es überhaupt erhältlich ist. Ich würde es dennoch gern im Alltag ausprobieren, denn die immer weiter wachsende Rechenpower moderner Geräte nutze ich ohnehin meist nur im Ansatz aus. Im Gegensatz zu einigen anderen Kollegen konnte ich auch beim Axon M kein störendes Ruckeln feststellen. Da ist mir das geniale Doppel-Display schon wichtiger.

Kommentare
  1. 28.02.18 22:31 popinator (Member)
    Das soll die Zukunft sein?

    Als Konzept recht beeindruckend, nur sowas hat man sich schon vor einem Jahr gut vorstellen können. Vom Sinn und von praktischen Möglichkeiten wird es wohl noch eine Weile dauern bis sich so etwas Durchsetzt. Als Nischenprodukt ganz on, und der Preis wird sich auch schnell Nachuntersuchung korrigieren. Aufregender für mich wäre der Nachvolger des Axon 7! Der schon längst überfällig ist, aber von den nur vage Informationen durch Netzt schwirren.

  2. 01.03.18 06:34 Premiumbernd (Newcomer)
    Das Konzept hat was

    Und der Prozessor isst mir egal. In meinem vorherigen Handy habe ich den SD 821 nie auch nur in die Nähe seiner Grenze gebracht. Ich denke mal, das dies bei über 90% der User so ist. Die neuen Prozessoren sind also eher was für Quartettspieler.
    Wichtiger ist mir Akku, Maße, Gewicht und die Qualität der Kamera.
    Ein Problem habe ich mit den zwei Displays: Eine Schutzhülle kann es ja dafür nicht geben, da müssen die Displays schon sehr robust sein.

  3. 01.03.18 09:11 dragon-tmd (Advanced Member)

    Das Teil ist schon einige Monate alt, eine Veröffentlichung für Europa nicht vorgesehen. Der Import sinnlos, wegen den Frequenzbändern. Habt ihr ein "Sommerloch"?

  4. 01.03.18 11:42 AlfredENeumann (Advanced Handy Profi)

    Das Konzept ist schon alt. so etwas gab es schon vor einigen Jahren von Kyocera.
    http://www.areamobile.de/news/17968-kyocera-echo-android-smartphone-mit-doppel-display-vorgestellt

    Technisch ist es nicht ausreichend. Dort wo beide Screens sich treffen ist zu viel Rand.

    PS:
    Jerry hat es schon in den Fingern gehabt.
    https://www.youtube.com/watch?v=Ro6hUG7LsBs

  5. 01.03.18 12:15 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    Das Teil kommt lt. Angaben von ZTE in einer angepassten Version sehr wohl nach Europa und kann angeblich in Italien schon vorbestellt werden. So viel zum Sommerloch.

  6. 05.03.18 12:17 dragon-tmd (Advanced Member)

    Danke, hatte eine andere Info: Gibt es in Italien dann bald für 899,99 €, allerdings NUR bei TIM:
    https://www.tim.it/prodotti/smartphone-e-telefoni/zte-axon-m

    ZTE scheint echt einen an der Waffel zu haben ...

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