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Stefan Schomberg, Andreas Woitaschek| 02.03.2018 - 12:05 | 0

Das Ding des Jahres: Der Dr!ft-Racer ausprobiert

Ein Spielzeugauto, das mit einem Smartphone gesteuert wird? Auf den ersten Blick ja, aber eigentlich ist DR!FT viel mehr. Der Hersteller bewirbt es als "Real Racing-Simulation right on your Desk" und tatsächlich hat unser kleines rotes Testauto wenig mit einem normalen ferngesteuerten Auto gemein. Das fängt beim Fahrverhalten an und endet beim happigen Preis. Wir haben DR!FT für euch ausprobiert.

Die Fernsehsendung "Das Ding des Jahres" auf Pro7 machte DR!FT einem breiteren Publikum bekannt, eine Kickstarter-Kampagne brachte weit mehr als die geforderten 80.000 Euro ein. Über 1.200 Unterstützer zahlten Geld, damit die Vision von Erfinder Martin Müller Wirklichkeit werden konnte. Der wollte nämlich ein ferngesteuertes Auto konstruieren, das wie sein reales Vorbild fährt – und zwar entgegen anderer Lösungen unabhängig von vorgefertigten Bahnen. Entsprechend beschleunigt ein DR!FT-Car viel langsamer als ein Carrera-Auto, bremst langsamer und erreicht auch eine wesentlich niedrigere Höchstgeschwindigkeit. Aber man kann damit etwas tun, was sonst nur mit wesentlich teureren Modellen möglich ist: driften!

1-Achsen-Steuerung

Und zwar auf jedem möglichst glatten Untergrund. Nicht, dass es dabei wirklich auf den Reibwert des Bodens ankäme – driften kann man sowohl auf dem Schreibtisch, als auch auf niedrigflorigen Teppichfliesen. Nur sollte dort nichts herumliegen, selbst Krümmel können den Fahrspaß mindern. Dabei verspricht Sturmkind, die Firma hinter DR!FT, möglichst realistisches Fahrverhalten. Möglich macht das die besondere Konstruktion der kleinen, ferngesteuerten Wagen. Denn sie sehen zwar wie herkömmliche Autos (ähnlich Mitsubishi Evo X) mit vier Rädern aus, von denen die beiden vorderen auch tatsächlich einlenken, in Wahrheit wird das Auto aber mittels einer dritten Achse samt zwei zusätzlichen Rädern gesteuert. Die ist mittig unter dem Fahrzeug platziert und kann sich komplett um 180 Grad drehen. Sie treibt das Fahrzeug zudem an. So ist es dann eben auch möglich, dass das Fahrzeug scheinbar seitlich driftet.

Smartphone als Fernbedienung

Gesteuert wird dabei über ein Apple- oder Android-Smartphone und die DR!FT-App, mittels derer eine Verbindung zum Fahrzeug aufgebaut wird. Hier lassen sich außerdem diverse Einstellungen tätigen und die Steuerung anpassen. So darf etwa der Untergrund von normaler zu nasser Fahrbahn verändert, der Lenkwinkel angepasst oder Hilfe beim Driften aktiviert oder deaktiviert werden. Beim Fahren sieht der Nutzer dann eine hübsche Miniaturansicht eines Armaturenbretts mit mittig platziertem Tacho sowie links daneben einem Drehzahlmesser und rechts Tankuhr sowie Boostmeter des simulierten Turbo-Motors – nette Gimmicks. Los geht’s nach einem Klick auf den Start/Stopp-Knopf, den die App mit einem kernigen Startgeräusch quittiert. Licht lässt sich ebenfalls noch aktivieren, ansonsten gibt’s nur noch einen Button für den Rückwärtsgang. Gas, Fuß- und Handbremse? Die sieht man zwar nicht, sie nehmen aber das rechte, linke und mittlere Drittel des Touchscreens ein und lassen sich dort auch noch dosieren – je nach dem, wie weit zum oberen Display-Rand man den Touchscreen berührt. Gelenkt wird ansonsten durch Handy-Drehung unter Zuhilfenahme der Sensorik des Smartphones.

Übung macht den Meister

Für erste Versuche mit dem DR!FT-Car sollte man sich möglichst freie Flächen ohne Hindernisse aussuchen, denn die Schwierigkeit ist anfangs überraschend hoch. Schon beim ersten Lenkversuch bricht der Wagen aus und rutscht scheinbar unkontrolliert zur Seite. Mit zunehmender Übung lässt sich der Wagen aber immer besser abfangen und dann gezielt im Drift halten, um präzise Bahnen zu ziehen. Dabei untermalt der Lautsprecher des Smartphones, das als Steuervorrichtung dient, jede Bewegung des Fahrzeugs passend mit dem Sound quietschender Reifen, aufheulendem Motor und sogar typischem Turbopfeifen samt öffnendem Blow-Off-Ventil – ein Muss für alle Autonarren! Zumindest, wenn man nicht zu genau hinsieht. Die vier echten Räder erfüllen nur optische Zwecke, das sieht man. Betrachtet man den Wagen also bei Lenkbewegungen direkt von oben, so erkennt man, dass die Lenkbewegung aus dem Zentrum des Fahrzeugs kommt und nicht von der vorderen Achse. Das ist auch schon mal ein Problem, wenn man sich an einer Wand festfährt. Zudem sieht es auch nicht gerade realistisch aus, wenn beim Rückwärtsfahren die Räder voll eingeschlagen sind, obwohl der Wagen geradeaus zurücksetzt.

Erster Eindruck

Interessierte Autonarren sollten aber tiefen Taschen haben, denn jedes der Autos kostet mal eben 199 Euro, die längst nicht mehr vorrätige Founders Edition sogar 249 Euro. Der Hersteller gibt zu bedenken, dass man dafür ja auch eine komplette Rennsimulation bekommt – eine Spielekonsole samt entsprechenden Eingabemedien wie einem Lenkrad und einem einzelnen Spiel kostet da schon deutlich mehr. Ob diese Rechnung aufgeht? Das muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Spaß machen die schlingernden Flitzer auf jeden Fall, allerdings fehlt es derzeit noch an Langzeitmotivation in Form von Multiplayer-Spielen - das soll aber noch kommen.

Sollte sich in den nächsten Tagen an unserem Ersteindruck noch etwas ändern, werden wir das hier ergänzen.

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