Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 

Wiko View 2

Mittelklasse
 
Tobias Czullay, Andreas Woitaschek| 15.05.2018 - 08:00 | 4

Wiko View 2 Unboxing: Notch mit Folgen

Wiko gibt sich mit dem neuen View 2 voll und ganz dem Notch-Trend hin, wie Essential Phone oder Huawei P20 hat das Smartphone einen Einschnitt im Display. Der ist nicht zu übersehen und wirkt sich auch auf die Darstellung des Android-Betriebssystems und die Bedienung aus.

Es führt kein Weg vorbei an der Notch. Neben Smartphone-Schwergewichten wie Apple und Huawei setzen neuerdings auch kleinere Hersteller auf den Einschnitt oben im Display. So auch Wiko mit dem View 2. Das Smartphone, das weniger als ein halbes Jahr nach dem ersten View auf dem Mobile World Congress im Februar vorgestellt wurde, hat eine Aussparung, in der lediglich die Frontkamera eingelassen ist. Die Sensoren und die Hörmuschel sitzen darüber. Die Notch ist recht schmal, ragt dafür aber umso weiter in die Anzeigefläche hinein – und das hat Folgen.

Denn damit sie nicht auch Fensterinhalte und womöglich sogar Texte beschneidet, hat Wiko die Benachrichtigungsleiste dicker werden lassen. Sie ist beim View 2 etwa doppelt so dick wie gewöhnlich. Dadurch rutschen die relevanten Bildschirminhalte wieder so weit nach unten, als würde das Display gar nicht fast bis ans Kopfende des Smartphones reichen. Die Notch verliert dadurch Sinn und Zweck, aus dem Kompromiss wird reine Effekthascherei.

Anders als bei der Konkurrenz mit Notch fällt der Rahmen um den Bildschirm nicht einmal besonders schmal aus. Am Fußende bleibt noch immer eine ungenutzte Fläche mit einer Breite von mehr als einem Zentimeter stehen und nach oben hin wird die an den Längsseiten durchaus filigrane Einfassung wieder breiter. Durch den ungleichmäßigen Abstand nach oben und zur Seite hin wirkt es so, als hätte Wiko für die Rundungen von Gehäuse und Bildschirmecken verschiedene Radien angesetzt – dabei ist dem gar nicht so.

Mitläufer mit Macken

Auf die Benutzung wirkt sich Wikos Notch deshalb aus, weil der mit 6 Zoll schon nicht gerade klein geratene Bildschirm recht weit oben angesetzt ist und der Rand wegen des breiten Balkens unten kaum mit dem Daumen zu erreichen ist. Zwar bietet der Hersteller dafür eine Lösung an, die ist aber doch reichlich seltsam: In bestimmten – nicht allen – Apps wird in der Navigationsleiste eine Schaltfläche eingeblendet, mit dem sich die Anzeige von 18:9 auf 16:9 verkleinern lässt. Sie rutscht dann aber wirklich nur minimal nach unten.

Nützlich ist der Knopf eher bei der Querformat-Anzeige, denn das Wiko-Smartphone lässt im Normalfall alle Inhalte direkt durch die Notch laufen. Dumm nur, dass die Schaltfläche häufig einfach so verschwindet. Nein, Wiko zeigt mit dem View 2 recht deutlich, dass es auch schief gehen kann, wenn man einfach nur mit dem Trend geht.

Alter USB-Anschluss, niedrige Auflösung

Bei einem anderen Detail hat sich der Hersteller dazu entschieden, nicht mit der Zeit zu gehen: Statt eines USB-C-Anschlusses, wie er mittlerweile auch in der Mittelklasse zum Standard gehört, hat das View 2 nur einen alten Micro-USB-Anschluss. Eine Kopfhörerbuchse gibt es immerhin noch, sie befindet sich im Plastikrahmen oben links. Die Kunststoffrückseite des Smartphones erinnert etwas an einen Zerrspiegel, vor allem um den Fingerabdrucksensor herum sind die Reflexionen nicht gleichmäßig. Die Kamera ist ähnlich gestaltet wie bei Apples iPhone X und ragt auf ihrem Steg gut einen Millimeter aus dem Gehäuse heraus – allerdings verbaut Wiko nur eine einfache Kamera.

Das Betriebssystem ist mit Android 8.0 Oreo auf einem halbwegs aktuellen Stand, der Sicherheitspatch stammt vom März 2018. Die Benutzeroberfläche hat Wiko gegenüber dem rohen Google-Android kaum abgewandelt – mit Ausnahme der genannten Notch-Anpassungen. Die Performance des View 2 geht in Ordnung, bei mehreren parallel laufenden Apps geht dem Snapdragon 435 mit 3 GB RAM aber die Puste aus. Das Display des Wiko-Smartphones ist angenehm hell, die Auflösung ist mit 1.528 x 720 Pixel auf der 6-Zoll-Diagonale aber arg niedrig geraten.

Kommentare
  1. 15.05.18 08:11 Marcitos (Handy Profi)

    Es ist nicht ohne Grund, dass bisher Apple der einzige Hersteller ist, der unten keinen breiten Rahmen mehr hat. Das Display muss ja mit den "Innereien" verbunden werden, das braucht Platz. Apple hat es gelöst, indem das Display einmal "gefaltet" wird. Aufwendig und teuer.

  2. 15.05.18 09:18 Antiappler (Advanced Handy Profi)

    Also ich bleib dabei, die "schönste" Notch hat Apple. Das "Loch" von Wiko sieht einfach nur unglaublich grausam aus und was man so auf den Fotos erkennen kann, ist das Gerät designtechnisch misslungen.

  3. 15.05.18 13:02 Oannes (Advanced Member)

    Das war doch absehbar, das der Notch-Trend zu solchen seltsamen Design-Entwicklungen führen wird. Hoffentlich bleiben die Hersteller auf ihren Notches sitzen!

  4. 15.05.18 13:22 dragon-tmd (Advanced Member)

    Wiko liefert halt billigsten "China-Schrott". Ein paar Modelle waren (früher) mal gut, seit dem View gibt es aber eigentlich nur noch Mist und Effekthascherei.

    200 Euro? Dann lieber ein Honor/Huawei/Xiaomi

Kommentar schreiben

Die Komentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
Mehr Informationen