Autor:
Christopher Gabbert
| | 0

Das Android-Smartphone vor Ransomware schützen

Ransomware ist Schadsoftware, die Dateien auf dem Android-Smartphone verschlüsselt oder das Gerät komplett sperrt und die Daten nur gegen eine Lösegeldzahlung wieder frei gibt. Wir erklären, wie ihr euch davor schützt und wie ihr im Schadensfall am besten reagiert, um wieder auf eure Daten zugreifen zu können.

Das Android-Smartphone vor Ransomware schützen

Ransomware auf dem Android-Smartphone | (c) Areamobile

Der Begriff "Ransomware" bezeichnet eine Art der Erpressungs-Software: Diese Schadprogramme treten in unterschiedlichen Varianten auf und verschlüsseln beispielsweise Dateien auf dem Smartphone oder Tablet und entschlüsseln die Daten nur gegen eine Lösegeldzahlung. Manche der Erpresser-Programme sperren das Smartphone oder Tablet und geben ebenfalls nur gegen eine Lösegeldzahlung den Code zum Entsperren heraus. Die Schadprogramme tarnen sich unter anderem als Sicherheits-Apps, Spiele oder Codecs, um auf Android-Smartphones und -Tablets zu gelangen und geben sich auf infizierten Geräten gerne als Warnmeldung der Polizei oder von anderen Strafverfolgungsbehörden aus und fordern beispielsweise Strafgelder für das Herunterladen illegaler Software. Andere Ransomware-Varianten setzen die Nutzer von infizierten Geräten durch die Anzeige von pornografischen Inhalten unter Druck.

Android-Smartphone vor Ransomware schützen | (c) ESET

Ransomware zeigt angebliche Warnung der NSA | (c) ESET

Ransomware ist kein Randphänomen mehr, sondern findet immer weitere Verbreitung. Daher sollten sich Besitzer eines Android-Smartphones oder -Tablets durch vorbeugende Maßnahmen vor der Gefahr schützen. App-Downloads aus nicht-offiziellen App-Stores sind tabu. Bei Nutzung des Google Play Store geben Downloadzahlen und Bewertungen Aufschluss darüber, wie vertrauenswürdig eine App ist. Anwendungen, die tausendfach heruntergeladen wurden, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schädlich.

Android-Smartphone vor Ransomware schützen | (c) ESET

Steigendes Auftreten von Ransomware seit April 2014 | (c) ESET

Sicherheits-Apps auf dem Android-Smartphone nutzen

Sicherheits-Apps auf dem Android-Smartphone helfen dabei, Ransomware zu identifizieren und zu entfernen, bevor diese Schaden anrichtet. So haben Sicherheits-Apps wie die Mobile-Security-Anwendungen von Avast oder Bitdefender eine große Datenbank mit Informationen zu schädlichen Apps, die täglich oder teilweise mehrmals am Tag aktualisiert werden. Damit können die Apps im Idealfall rechtzeitig erkannt werden. Wichtig ist es, die Sicherheits-Apps aus dem offiziellen Google Play Store zu beziehen, um sich nicht bei diesem Schritt schon Ransomware auf das Smartphone zu holen.

Android-Smartphone vor Ransomware schützen | (c) ESET

Ransomware getarnt als Sicherheits-App | (c) ESET

Daten vom Smartphone sichern

Nicht nur im Bezug auf Ransomware ist es wichtig, immer eine funktionierende Sicherung der Daten vom Smartphone zu haben. So sollten mindestens einmal im Monat alle Fotos, Videos, Dokumente und andere wichtige Daten auf dem heimischen PC, Laptop oder einer externen Festplatte gesichert werden. Sollte es dann doch einmal Ransomware auf das Android-Smartphone schaffen und sich nicht entfernen lassen, bleibt das Neuaufsetzen des Android-Smartphones oder -Tablets zwar ein Ärgernis, wird aber mit den gesicherten Daten deutlich weniger problematisch und nervenaufreibend.

Wenn das Android-Smartphone bereits befallen ist

Ist das Smartphone bereits von einer Ransomware befallen, raten die Sicherheitsforscher von ESET und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) davon ab, Lösegeld an die Erpresser zu zahlen. Schließlich kann man sich nicht sicher sein, dass die Daten danach wirklich entschlüsselt oder das Gerät nach der Zahlung entsperrt wird - im schlimmsten Fall sind Daten und Geld weg. Teilweise springen immer mehr Verbrecher auf den "Ransomware-Zug" auf und haben gar nicht das technische Know-how, um die Daten selber wieder zu entschlüsseln, oder haben die Verschlüsselung so schlecht programmiert, dass sich die Daten leicht wieder selbst entschlüsseln lassen. So berichtet das ESET in seinem diesjährigen Sicherheitsbericht zu Ransomware, dass viele Varianten der Software gefunden wurde, bei der das Entschlüsseln der Daten oder Aufheben der PIN-Sperre nicht einmal in den Code integriert, also gar nicht vorgesehen war.

Ransomware vom Android-Smartphone entfernen

Bei vielen der unterschiedlichen Ransomware-Arten, die das Android-Smartphone oder -Tablet mit einer Sperre belegen oder die Daten verschlüsseln, hilft es das Gerät in den Safe-Mode zu booten. In dem Modus werden keine Drittanbieter-Apps - also auch nicht die Malware - geladen, die sich dann problemlos entfernen lässt. Der Zugang zum Safe-Mode ist je nach Smartphone-Hersteller unterschiedlich und ist entweder in der dazugehörigen Anleitung oder im Internet zu finden. Die meisten Samsung-Galaxy-Smartphones lassen sich beispielsweise bei ausgeschaltetem Smartphone durch das gleichzeitige Drücken von Leiser-Taste und Power-Button (bis der Lockscreen erscheint) in den Modus versetzen. Im Sicherheits-Modus angekommen, muss die App üder die Einstellungen ausfindig gemacht und deinstalliert werden.

Android-Smartphone vor Ransomware schützen | (c) ESET

Von einer Ransomware eingerichtete Bildschirmsperre auf dem Android-Smartphone | (c) ESET

Nutzt die Ransomware nicht eine selbst kreierte, sondern die integrierte Bildschirmsperre von Android, wird das allerdings deutlich schwieriger. Ist sie erst einmal eingerichtet, lässt sie sich nur durch den Android Geräte Manager von Google oder eine Sicherheitssoftware des Herstellers wie Samsungs Knox zurücksetzen. Funktioniert das nicht, bleibt als letzter Ausweg meist nur das Zurücksetzen des Smartphones auf den Werkszustand, bei dem allerdings alle Daten vom Gerät gelöscht werden. Das lässt sich beispielsweise über den Recovery-Modus erreichen. Wie auf diesen zugegriffen werden kann, unterscheidet sich ebenfalls von Hersteller zu Hersteller.

Habt ihr noch Fragen zu Ransomware auf dem Android-Smartphone? Dann schreibt sie uns in die Kommentare.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, Tablet, Apps Android, Android-Tablet, Tutorials, Android-Tutorials

Gefällt dir der Artikel?
Gefällt mir
Gefällt mir nicht
Kommentar schreiben

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

 
Anzeige
Aktuelle Geräte im Test
Anzeige