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Der EPost Brief...ein Fortschritt.

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BoneRaider
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Benutzerbild von BoneRaider
Beiträge: 174
Registriert seit: 16.07.2007
Zitat:
Zitat von MrTobi Beitrag anzeigen
was ist denn bitte der konkrete unteschied zwischen e-post brief und e-mail, nehmen wir dazu als beispiel yahoo? ich erkenne keinen ? weiß es einer?
Meinst du jetzt den Unterschied zwischen ePost (E-Postbrief) und E-Mail oder zwischen ePost (E-Postbrief) und DE-Mail?

Das Thema ist ziemlich kompliziert aber ich versuchs mal kurz (wer mich kennt weis es wird ein ewig langer Post) zu erklären:

Also im unterschied zur herkömlichen "E-Mail" ist der E-Postbrief eine hybride Mischung aus herkömmlicher Post (sozusagen ein Druck und Zustellservice) und einer Art "sichereren E-Mail" (von Unternehmen aktzeptiert aber nicht - wie ursprünglich gedacht rechtssicher) und stellt eine Pseudo-Konkurenz zur "DE Mail" dar welche im März 2010 eingeführt werden soll.

Da E-Mails, sowie E-Mailkonten ein leichtes Angriffsziel sind und der Ursprung nicht 100% geklärt werden kann, sind E-Mails in der Regel nicht rechtssicher.

Gehen wir davon aus ich schreibe z.B. meinem Vorgesetzten eine üble Beleidigung per E-Mail und er reicht deshalb eine Anzeige gegen mich ein, werde ich vermutlich nicht belangt werden können - da der Ursprung der Mail nicht nachvolzogen werden kann. Vielleicht wars ein Hacker oder ein Kollege der kurz den ungeschützen PC genutzt hat.
(So wurde es mir mal auf einem Seminar erklärt)

So aus diesem Grund akzeptiert auch keine Behörde eine Mail als rechtssicheres Dokument. Dies wird sie erst tun, wenn die Mail durch kryptographische Verfahren (sprich Verschlüsselung) gegen missbrauch geschützt wurde und der Ursprung dadurch nachvollziehbar ist. Es werden lange verschlüsselungsketten gebildet die sowohl der Sender als auch der Empfänger haben muss.

Die umgangssprachlich auch Bürger-E-Brief genannte DE-Mail greift dies auf. Hierfür wurden verschiedene Kriterien vom Bundesinnenministerium spezifiziert die ein DE-Mailbetreiber einhalten muss. Dies soll Anfang 2011 inkrafttreten. Neu ist das die Übermittlung einer solchen Nachricht dann a) von Behörden und Unternehmen als rechtssicher anerkannt wird (durch eine Art digitale Unterschrift) und zur offiziellen Papierlosen Kommunikation genutzt werden kann und b) das sie Geld kostet so ca. 15ct.

ePost (ePostbrief) wurde schon Mitte 2010, begleitet von einer großen Werbeaktion, eingeführt. Nun kommt man in Verwirrung. Offiziell ist das ganze doch erst für Anfang 2011 geplant. Das ist der Witz an der Sache. Die Post arbeitete während der Planungs- und Endschlussphase an Ihrer angeblichen "DE-Mail". Warum? Um sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Telekom, GMX und co. zu verschaffen. Darum wird diese auch nur von einer Hand voll Unternehmen (Versicherungen, Autokonzerne usw.) akzeptiert. Nichts halbes und nichts ganzes also.
Die Verschlüsselungstechniken sind zu intransparent und anscheinend auch noch nicht so wie sie gefordert werden. Natürlich wird die Post versuchen eine "DE-Mail" zertifizierung zu erhalten.

Es gibt aber eine menge Nachteile an der ePost:

Der E-Postbrief fällt nicht wie ein normaler Brief unter das Brief- sonder nur unter das Fernmeldegeheimnis. Es ist also kein richterlicher Beschluss nötig sondern bei "Gefahr im Verzug reicht auch ein beschluss eines Staatsanwaltes - der richterliche muss erst binnen 3 Tage nachgeholt werden.

Privat- und Geschäftskunden werden gemäß den AGB (I.6.3) dazu aufgefordert, ihr Postfach werktäglich abzurufen. Unterlässt der Kunde dies, gilt der E-Postbrief dennoch als zugestellt und eventuelle Fristen beginnen zu laufen. (Ein Einschreiben erst wenn ich es unterzeichnet habe)

Ohne Übermittlung einer Rufnummer ist eine Anmeldung nicht möglich

Keine Wochenendzustellung für ePostbriefe bzw. keine Bearbeitung. Sprich am Fr. Abend nach 18:00 Uhr versendet erreicht der Brief den Empfänger erst am Di

Sicherheit durch Unklarheit (Security through obscurity) ist keine tolle Art ein sicheres System zu gestallten. Dadurch auch keine Integration in andere Programme oder Prozesse. (Also ein zweites System um das man sich kümmern muss -> keine Weiterleitung an andere "normale" Mailadressen möglich.

Löscht man eine Mail oder den Account werden die Mails weiterhin auf dem Server gespeichert und nur nicht mehr angezeigt.

Trägt man sich in das "Verzeichnis" ein (ähnlich wie ein Telefonbuch) können Firmen die Post beauftragen Werbung an bestimmte Nutzergruppen zu schicken. -> Also z.B. weiblich, 50 Jahre, aus München Schwabing oä.)


So ich hör jetzt auf sonst wird das noch mein längster Post (über die Post)

Hoffe das reicht als Erklärung und du hast es verstanden

Hab das jetzt zum Großteil aus Erinnerung gemacht und es mit Wiki und co verglichen. Es sollte auch so stimmen. Bei Unstimmigkeiten her damit

Weitere Infos bei:
De-Mail – Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/E-Postbrief
http://www.netzpolitik.org
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Bankraub eine Initiative von Dilettanten, wahre Profis gründen eine Bank! Bertolt Brecht

Geändert von BoneRaider (07.12.2010 um 16:49 Uhr)
MrTobi
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Registriert seit: 06.12.2010
Zitat:
Zitat von BoneRaider Beitrag anzeigen
Meinst du jetzt den Unterschied zwischen ePost (E-Postbrief) und E-Mail oder zwischen ePost (E-Postbrief) und DE-Mail?

Das Thema ist ziemlich kompliziert aber ich versuchs mal kurz (wer mich kennt weis es wird ein ewig langer Post) zu erklären:

Also im unterschied zur herkömlichen "E-Mail" ist der E-Postbrief eine hybride Mischung aus herkömmlicher Post (sozusagen ein Druck und Zustellservice) und einer Art "sichereren E-Mail" (von Unternehmen aktzeptiert aber nicht - wie ursprünglich gedacht rechtssicher) und stellt eine Pseudo-Konkurenz zur "DE Mail" dar welche im März 2010 eingeführt werden soll.

Da E-Mails, sowie E-Mailkonten ein leichtes Angriffsziel sind und der Ursprung nicht 100% geklärt werden kann, sind E-Mails in der Regel nicht rechtssicher.

Gehen wir davon aus ich schreibe z.B. meinem Vorgesetzten eine üble Beleidigung per E-Mail und er reicht deshalb eine Anzeige gegen mich ein, werde ich vermutlich nicht belangt werden können - da der Ursprung der Mail nicht nachvolzogen werden kann. Vielleicht wars ein Hacker oder ein Kollege der kurz den ungeschützen PC genutzt hat.
(So wurde es mir mal auf einem Seminar erklärt)

So aus diesem Grund akzeptiert auch keine Behörde eine Mail als rechtssicheres Dokument. Dies wird sie erst tun, wenn die Mail durch kryptographische Verfahren (sprich Verschlüsselung) gegen missbrauch geschützt wurde und der Ursprung dadurch nachvollziehbar ist. Es werden lange verschlüsselungsketten gebildet die sowohl der Sender als auch der Empfänger haben muss.

Die umgangssprachlich auch Bürger-E-Brief genannte DE-Mail greift dies auf. Hierfür wurden verschiedene Kriterien vom Bundesinnenministerium spezifiziert die ein DE-Mailbetreiber einhalten muss. Dies soll Anfang 2011 inkrafttreten. Neu ist das die Übermittlung einer solchen Nachricht dann a) von Behörden und Unternehmen als rechtssicher anerkannt wird (durch eine Art digitale Unterschrift) und zur offiziellen Papierlosen Kommunikation genutzt werden kann und b) das sie Geld kostet so ca. 15ct.

ePost (ePostbrief) wurde schon Mitte 2010, begleitet von einer großen Werbeaktion, eingeführt. Nun kommt man in Verwirrung. Offiziell ist das ganze doch erst für Anfang 2011 geplant. Das ist der Witz an der Sache. Die Post arbeitete während der Planungs- und Endschlussphase an Ihrer angeblichen "DE-Mail". Warum? Um sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Telekom, GMX und co. zu verschaffen. Darum wird diese auch nur von einer Hand voll Unternehmen (Versicherungen, Autokonzerne usw.) akzeptiert. Nichts halbes und nichts ganzes also.
Die Verschlüsselungstechniken sind zu intransparent und anscheinend auch noch nicht so wie sie gefordert werden. Natürlich wird die Post versuchen eine "DE-Mail" zertifizierung zu erhalten.

Es gibt aber eine menge Nachteile an der ePost:

Der E-Postbrief fällt nicht wie ein normaler Brief unter das Brief- sonder nur unter das Fernmeldegeheimnis. Es ist also kein richterlicher Beschluss nötig sondern bei "Gefahr im Verzug reicht auch ein beschluss eines Staatsanwaltes - der richterliche muss erst binnen 3 Tage nachgeholt werden.

Privat- und Geschäftskunden werden gemäß den AGB (I.6.3) dazu aufgefordert, ihr Postfach werktäglich abzurufen. Unterlässt der Kunde dies, gilt der E-Postbrief dennoch als zugestellt und eventuelle Fristen beginnen zu laufen. (Ein Einschreiben erst wenn ich es unterzeichnet habe)

Ohne Übermittlung einer Rufnummer ist eine Anmeldung nicht möglich

Keine Wochenendzustellung für ePostbriefe bzw. keine Bearbeitung. Sprich am Fr. Abend nach 18:00 Uhr versendet erreicht der Brief den Empfänger erst am Di

Sicherheit durch Unklarheit (Security through obscurity) ist keine tolle Art ein sicheres System zu gestallten. Dadurch auch keine Integration in andere Programme oder Prozesse. (Also ein zweites System um das man sich kümmern muss -> keine Weiterleitung an andere "normale" Mailadressen möglich.

Löscht man eine Mail oder den Account werden die Mails weiterhin auf dem Server gespeichert und nur nicht mehr angezeigt.

Trägt man sich in das "Verzeichnis" ein (ähnlich wie ein Telefonbuch) können Firmen die Post beauftragen Werbung an bestimmte Nutzergruppen zu schicken. -> Also z.B. weiblich, 50 Jahre, aus München Schwabing oä.)


So ich hör jetzt auf sonst wird das noch mein längster Post (über die Post)

Hoffe das reicht als Erklärung und du hast es verstanden

Hab das jetzt zum Großteil aus Erinnerung gemacht und es mit Wiki und co verglichen. Es sollte auch so stimmen. Bei Unstimmigkeiten her damit

Weitere Infos bei:
De-Mail – Wikipedia
E-Postbrief – Wikipedia
netzpolitik.org



okay. ein langer aber durchaus super post, besser hätte mans nicht erklären können. dann ists von der post ganz schön gerissen, allerdings denke ich dass wenn selbst ich (okay ich hab mich abgesehen von der werbung nciht weiter informiert, aber bin nunmal jung und technikbegeistert) es nicht auf anhieb verstehe, die post sich hätte mehr mühe geben müssen es durch werbung zu vermitteln.
bspw. die verschlüsselung, die annerkennung (die ja noch nicht vorhanden ist ) etc.

danke dir
Das-Korn
Advanced Handy Profi
no user
Beiträge: 1.041
Registriert seit: 30.01.2008
Gab es den ePostbrief nicht früher schon einmal?

Als ich zum ersten Mal die Werbung dazu gesehen habe, kam mir der Name nicht wirklich neu vor.

Die Idee ist auf jeden Fall gut... sie sollten vllt ein Angebot machen, dass ePostbriefe günstiger sind als normale Briefe.
Für die Umwelt wird es aber eher wenig Positives beitragen
Signatur
Ja - ne - doch!
BoneRaider
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Benutzerbild von BoneRaider
Beiträge: 174
Registriert seit: 16.07.2007
Zitat:
allerdings denke ich dass wenn selbst ich (okay ich hab mich abgesehen von der werbung nciht weiter informiert, aber bin nunmal jung und technikbegeistert) es nicht auf anhieb verstehe, die post sich hätte mehr mühe geben müssen es durch werbung zu vermitteln
Hey danke erstmal
Denk dir nix. Ich hab vorher, als ich den Thread geschrieben habe nochmal was bei netzpolitik.org nachgelesen. Selbst die machen sich lustig darüber, wer bei den ganzen hick hack noch durchblicken soll.
Ich hatte nur Glück das ich vor 3 Jahren mal an einem Seminar über Internet Sicherheit u. Kryptographie teilgenommen habe. Zum Glück erfindet unser Bundesinnenministerium mit der DE-Mail das Rad nicht neu



Zitat:
Zitat von Das-Korn Beitrag anzeigen

Für die Umwelt wird es aber eher wenig Positives beitragen
Genau das ist eigentlich das Irrsinnige an der ePost. Digital hilft sie nix und wenn sie gedruckt wurde ist es Papierverschwendung. Macht ja Sinn - Briefe ohne Unterschrift (weil ja von der Post gedruckt) - an wichtige Einrichtungen zu schicken.
Die DE-Mail ist da dann schon ökologischer.

Von der Geschwindigkeit am Wochenende bzw. nach 18:00Uhr gar nicht angefangen.
Pragmatisch gesehen hinkt der "moderne Brief" dem banalen Faxgerät einfach hinterher.
Ich sag nur Senden und wie aus Zauberhand kommt es dort an wo es soll - wenn nötig sogar Unterschrieben. Und Mail to Fax ist auch ne geile Sache


Zitat:
Gab es den ePostbrief nicht früher schon einmal?

Als ich zum ersten Mal die Werbung dazu gesehen habe, kam mir der Name nicht wirklich neu vor.
Du täuscht dich auch nicht wenn dir ePost bekannt vorkommt. Die Deutsche Post hat wirklich mal ein E-Mail Konto mit unglaublichen 9MB Speicher angeboten und auch Mail to Brief im Portfolio gehabt. Hier ein Artikel von TomsHardware aus dem Jahr 2000.

Deutsche Post bietet Email-Dienst an

Geändert von BoneRaider (07.12.2010 um 21:56 Uhr) Grund: Manchmal gefallen mir meine Texte überhaupt nicht :D
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