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Verleger sind gegen Kauf-Zwang auf dem iPad

Stichworteipad kauf-zwang, ipad verleger
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Macianer
Gast
no user
@ Gorki:
>>Laut Amazon erschien das im Beispiel benannte Album am 4. August 2008.
[……]
Edit: Ganz vergessen ;). "Wie auf der Macworld Keynote am 6. Januar 2009 bekanntgegeben wurde, werden ab April 2009 alle Musikstücke im iTunes Store nur noch DRM-frei angeboten." <<

Das ist ja gaaaaanz merkwürdig. Steve Jobs "Thoughts on music" über DRM-geschützte Musik stammt vom 6. Februar 2007 und die Apple-Pressemeldung über die Einführung DRM-freier Songs im iTunes-Store datiert auf den 2. April 2007.
NewPhone
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@AppleNo: Ich will mal nicht jeden Absatz einzeln zitieren, weil dein Posting doch recht lang geworden ist (länger als meiner und das will hier was heißen ;-) ), ich fasse hier also ein wenig zusammen (wird aber trotzdem lang).

Du lässt dich darüber aus, dass die OPTION für den Verlag eine Pflicht-Option ist ("unterjochen" ist sogar gefallen). Für den Nutzer ist es eine echte Kann-Option. Und für den Verlag ist es eine von vielen Verpflichtungen, die er eingeht, wenn er iOS-Programme schreiben will. Er darf keine Titten zeigen, die Apps dürfen nicht abstürzen und bei einer Abo-Funktion MUSS er eine AppStore-OPTION einbauen (im Regelwerk stehen noch ein paar Punkte mehr). Wen juckts?

Dann regst du dich darüber auf, dass Apple den Verlagen Vorschriften macht. Die Regeln macht immer der, der etwas zu bieten hat, was andere haben wollen. So ist das nun mal in der Welt. Wenn Apples Angebot an die Verlage nicht grundsätzlich attraktiv wäre, würden sie doch überhaupt nicht mit Apple reden. Einige Verlage wollten ja im letzten Jahr mit dem WeTab als Partner ohne Apple durchstarten und das haben sie gehörig in den Sand gesetzt. Dumm gelaufen. Aber strauchelnde Riesen machen nun mal nicht die Bedingungen – die gibt immer der Partner vor, der am längeren Hebel sitzt. Und da die Verlage trotz der Bedingungen immer noch mit Apple sprechen, zeigt sich, wer den "Längeren" hat.

Dann schreibst du, die 30% für Apple wären überzogen. Wer bist du, dass du das kalkulieren kannst? Und jetzt kommts: Es ist irrelevant, was der Service Apple kostet – es kommt immer darauf an, was man verlangen kann. Apple will 30% der Umsätze, die optional über den AppStore laufen? Tja, da heißt es "etwas vom Profit abgeben" oder "warten auf Godot (Android)".

Der von dir verlinkte Artikel über ein angebliches Verbot von Umsonst-Zeitungs-Apps ist nach meinen Infos überholt. Die "Nachricht" wurde generiert, als sich ein belgischer Verlag über das Schreiben von Apple echauffiert hat, dass ihr jetziges Angebot nicht den AppStore Richtlinien entspräche. Daraus wurde dann medienwirksam: "Apple verbietet ...". Durch die "The Daily"-Präsentation (mit darauf folgender Fragerunde der Journalisten) hat sich da (für mich) einiges klargestellt. Aus "Apple verbietet Umsonst-Zeitungen" wurde "Apple verlangt die Option, mitverdienen zu dürfen".

Deinen Vergleich von Kindern in Bangladesh (meine Nichte lebt dort) mit riesigen Verlagen (NewsCorp, Axel Springer (Bild) etc.), die Forderungen an ihren Distributionskanal stellen wollen, finde ich zynisch und komplett unpassend.

Dann kommst du mit iTunes Preisen um die Ecke. Dazu kann ich dir sagen, dass die regional unterschiedlichen Preise für Musik im iTunes-Store daher rühren, dass sie in den Regionen einzeln verhandelt werden mussten. Apple hat damals zuerst mit den 5 Major Labels die Preise für USA aushandeln müssen und dann ist Jobs um die Welt gejettet, um in jedem Land die Konditionen festzuklopfen. Und die Labels in jedem Land haben ihre Forderungen an den landestypischen Preisen für CDs orientiert. EU-weit musste das noch ein wenig angeglichen werden aber so sind die unterschiedlichen Preise entstanden. Bei Apps übrigens gibt es keine regionalen Einzelregelungen, daher werden hier aus 99 US-Cent 79 Euro-Cent und nicht wie bei Musik 99 Euro-Cent. Wie gesagt, bei Musik ist das keine Umrechnung, sondern Einzelregelung in den Ländern.

Was noch zu den Musik-Preisen zu sagen ist (aus der hier geführten Qualitätsdiskussion halte ich mich raus, bei Amazon sind es 256KBit-MP3 und bei Apple 256KBit-AAC, AAC klingt/komprimiert zwar besser aber bei der hohen Bitrate ist das irrelevant): Ich kaufe vorwiegend im iTunes Store ein. Warum? Erstens natürlich, weil es Bequem ist. Und dann ist es da für mich fast immer billiger. Häh, billiger als Amazon?

Der Grundpreis bei Songs ist auf Amazon 97ct, auf iTunes 99ct (2 Cent höher), nicht 1,29 Euro, wie hier einige behaupten. Darüber hinaus gibt es bei Amazon eine weitgehend freie Preisstaffelung nach oben und nach unten und bei Apple gibt es nur 3 Preise: 79ct, 99ct und 129ct (früher nur 99ct, später auf Druck der Industrie die beiden anderen Preise). Um jetzt mal Sonderangebote und Promo-Aktionen bestimmter Alben und Songs außen vor zu lassen (die es bei Amazon durchaus gibt), hab ich einfach in beiden Stores wahllos nach Songs gesucht, die ein bestimmtes Wort enthalten und dann den Preis der ersten 20 Treffer gemittelt (das könnt ihr gerne mal nachmachen).

Das Wort war "Shoes" (nehmt also was anderes) und der durchschnittliche Preis der ersten 20 einzeln erhältlichen Songs war bei iTunes 1,02 Euro (18 x 99ct, 2 x 1,29), bei Amazon war es 0,95 Euro (13 x 97ct, sonst sehr unterschiedliche Preise), also 7ct billiger im Mittel.

Wieso kaufe ich denn nun bei iTunes, wenn Amazon im Schnitt 7ct billiger je Song ist? Ganz einfach, bei Apple bekommt man Rabatt! Ich kaufe mir iTunes-Gutscheine (meistens über eBay). Es gibt Gutscheine über eine bestimmte Summe, da spart man ca. 20 bis 25 Prozent (oft auch in Supermärkten). Diese Gutscheine kann man übrigens auch für App-Käufe im AppStore nutzen. Und dann gibt es Stück-Gutscheine, also z.B. für 30 Songs. So einen Gutschein bekommt man für unter 15 Euro. Und schon kostet mich mein iTunes-Song nicht mehr 99ct sondern nur 45ct und da kommt auch Amazon nicht mit. Wie gesagt, der aufgerufene Preis ist bei iTunes im Schnitt ein wenig höher (in meiner Stichprobe 7ct) als bei Amazon aber das wird locker durch die Möglichkeit des Gutschein-Kaufs (die es anderswo so nicht gibt) aufgewogen. Ich kaufe also bei iTunes, weil ich verglichen habe!

Dann wieder zurück zu den Abopreisen: Ja ich glaube, dass die 30% an Apple (die ja nur bei den paar Leuten anfallen, die sich für die AppStore-Bezahloption entscheiden) den Abo-Preis nicht erhöhen. Weil einfach (und das sieht man bei News Corp bzw. "The Daily" ganz deutlich) die Gewinnspanne bei den Verlagen unglaublich hoch sein muss. Wenn man eine iPad-Zeitung für 12ct je Ausgabe anbieten kann (nach Abzug von Apples 30% bleiben noch 8,4 ct), die gedruckt in ähnlicher Form mindestens 50ct (New York Post, ähnliche Auflage wie beim iPad geplant, gleicher Verlag) kostet, kann man die Marge der Verlage erahnen. Und da die Preisfindung im Wettbewerb stattfindet, werden die Preise der iPad-Zeitungen eher fallen als steigen.

Dann siehst du die Gefahr, dass Apple durch weitere Regeländerungen die Verlage knebeln könnte. Die Gefahr sehe ich auch! (Aha) – aber die Vergangenheit bei der Preisgestaltung von Musik oder Filmen (bei beiden ist Apple in der Internet-Distribution Marktführer) hat bisher gezeigt, dass Apple nur wenig Einfluss auf die Preise der Produzenten hat. Zumal sich für die Verlage ja die Tür auftut, dass sie ihre Inhalte bald auch auf Tablets anderer Hersteller bringen können.

Du stellst die Frage, wen du hassen sollst. Niemanden – make love, not war. Zur Zeit kauft niemand (wenige) ein iPad, um darauf eine bestimmte Publikation zu lesen. Das kann sich evtl. ändern. Und natürlich kann es auch passieren, dass es diese Publikation auf einmal nicht mehr für die Plattform gibt. Das kann dir aber bei Android-Tablets genauso gehen. Vielleicht verdient der Verlag auf der Android-Plattform nicht genug oder Google ändert seine Richtlinien (die haben ja auch einfach die Rückgabe-Zeit für Apps von 24h auf 15 Minuten verkürzt, ohne jemanden zu fragen).

Du regst dich darüber auf, dass ich die Verleger, die ihren Profit unter Umgehung einer Beteiligung ihres Vertriebskanals Schmarotzer nenne? Ich habe den Begriff mit Bedacht gewählt. Apple will ein Symbiose, also eine Teilhabe von beiden an den Gewinnen, wenn sie beide eine Leistung erbringen (davon gehe ich aus, sonst bräuchten die Verlage Apple ja nicht). Schmarotzer (in Fora und Fauna) unterscheiden sich von symbiotischen Beziehungen dadurch, dass nur einer Vorteile genießt, nicht beide. Verlage, die über Apples Plattform Gewinne machen und alles alleine behalten wollen, kann man durchaus Schmarotzer nennen.

Du wunderst dich zum Schluss darüber, dass der Spiegel in der elektronischen Distribution mehr kostet, als gedruckt. Das ist wieder ein Beispiel dafür, dass die Preisgestaltung bei solchen Produkten nichts mit den Herstellungskosten zu tun hat, sondern sich alleine danach richtet, was der Kunde bereit ist auszugeben. Der Profit bei den Verlagen ist (noch) immens (auch wenn sie immer jammern).

Das Apple jetzt so stark "The Daily" unterstützt (obwohl Jobs Demokrat ist und den republikanischen Publikationen eines Murdochs bestimmt nichts abgewinnen kann), kommt daher, dass er es als Vorzeige-Objekt für die zukünftige Preisgestaltung von digitalen Publikationen einsetzt. Er zeigt den Verlagen hier: Eine Zeitungs-Ausgabe darf nicht 50ct (oder mehr) kosten, sondern nur 15ct (oder weniger) und selbst nach Abzug unserer Provision verdient ihr noch genug Geld.

Eigentlich ist die Diskussion überflüssig, wir haben unterschiedlich Positionen und die werden wir nicht aufgeben. In Zukunft werden die Zeitungs-Apps einen weiteren Button haben (In-App-Kauf über iTunes) und das war's für den Kunden. Und die Verlage werden einen Teil ihres Gewinns an Apple abgeben und sich trotzdem (laut meckernd) freuen, dass ihnen ein neuer Distributionskanal zur Verfügung gestellt wird. Und im Herbst steigen eh alle auf Android um. ;-)

Einige Diskussionen, die hier nach gestern abend losgetreten wurden, habe ich wahrscheinlich teilweise mit angeschnitten. Ich werde versuchen, mich in Zukunft kürzer zu fassen, da ich weniger Zeit zur Verfügung habe (leider gelingt es mir nicht immer).
NewPhone
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> Das ist ja gaaaaanz merkwürdig (macianer)

Nein, das ist nicht merkwürdig. Gut, dass ich das alles miterleben durfte. Apple hat beim Start des iTunes Music Stores auf Drängen der Musik-Industrie die Songs mit DRM versehen. Dafür hat sich die MI erstens auf den damals als zu gering angesehenen Preis von 99ct herunterhandeln lassen und zweitens ihre Vorstellung aufgegeben, das die Musik nur Albumweise verkauft werden dürfte.

Als später das britische Label EMI als erstes seine Songs DRM-frei verkaufen wollte, hat Apple das in seinem iTunes Store umgesetzt (das war wohl 2007). Anfangs wurden nur die EMI-Songs DRM-frei angeboten und zwar zu einem höheren Preis, nämlich 1,29 Euro. Für den höheren Preis bekam man auch eine bessere Qualität: 256MBit statt 128. Man konnte sogar für den Differenzbetrag upgraden, also noch einmal in besserer Qualität herunterladen (wenn das mal beim Umstieg von Schallplatte auf CD auch gegangen wäre (träum)).

Dann zogen die anderen Labels nach (Jobs hatte sogar zuvor medienwirksam per offenem Brief die Labels dazu aufgefordert) (das war wohl 2009) und überall sprossen die alternativen Download-Stores aus dem Boden, die von DRM-behaftetem WMA (Microsofts DRM-Musik-Standard) auf MP3 umstiegen.

Als alle Major Labels auf DRM verzichtet hatten, hat Apple den Grundpreis wieder auf 99ct (jetzt für 256 MBit ohne DRM) gesenkt, musste aber den Labels zugestehen, dass der Einheitspreis aufgegeben wird und die Labels entscheiden können, welcher Song für 79, 99 (Standard) oder 129 ct angeboten wird. Auch musste Apple das Zugeständnis an die Labels machen, das bestimmte Songs nicht mehr einzeln, sondern nur noch im Album-Verbund verkauft werden dürfen.

Vielleicht erklärt das, warum hier von unterschiedlichen Qualitäten und Preisen ausgegangen wird. Das hängt davon ab, wann man sich das letzte mal damit beschäftigt hat bzw. in den iTunes Store geguckt hat. Seit 2009 sind auf jeden Fall alle Songs im iTunes-Store mit 256 Kbit (AAC) kodiert und DRM-frei. Der Preis für ca. 90% der Songs liegt bei 99ct, der Rest kostet entweder etwas mehr oder etwas weniger.
nohtz
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nur weil sich steve jobs thoughts on music im februar 2007 gemacht hat, heisst das lange noch nicht, dass ab genau diesem zeitpunkt alle musiktitel drm-free sind, die umsetzung wird wohl eine weile gedauert haben.
habe in meinen beispielen auch explizit "mp3" gedagt, und nicht "aac".
ich wollte wissen, wie die mp3 kodiert sind
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wie konnte es soweit kommen, dass man Widerspruch als Form von Kätzerei auslegt?
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobos-kolumne-ueber-den-digitalen-spiesser-a-834306.html --> der Eine mehr, der Andere weniger
Gorki
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@ Macianer, ab Anfang 2007 gab es dann auch nicht DRM geschützte Angebote. Das bedeutet aber nicht das es nur noch nicht DRM geschützte Angebote gab - wie mein Einkauf beweist.

Und die "Kyenote" ist doch eine offizielle Veranstaltung von Apple, nicht wahr. Also ich Glaube schon das es so ist wenn diese Aussage auf genau so einer Veranstaltung getroffen wurde (das nur noch frei MP3 im iTunes Store gibt).
AppleNO
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@NewPhone (#42):

Gute objektive Darstellung - dafür ist nun auch ein Lob angebracht, denn so stelle ich mir qualitativ hochwertige Beiträge vor. Ich denke, keiner muss dir sagen, wie man eine gute Argumentation abliefert, ohne auf die persönliche Ebene abzuschweifen. ;)

Ich stimme dir nun teilweise zu, momentan kann und möchte ich aber nichts mehr davon aufgreifen, da ich wieder was anderes zu tun habe und mir die Zeit fehlt. Also für die Leute, denen es immer um's Gewinnen geht: Von mir aus geht die Runde an NewPhone. ;)

Wohl wahr, mit der Berichterstattung, das ist so eine Sache. Wenn ich mal eine andere News vergleiche: Erdkunde-Lehrer bei Günther Jauch kann eine Länderfrage nicht beantworten -> Bild-Meldung "So schlecht sind Deutschlands Lehrer", ist das sehr weit hergeholt und nicht zutreffend.

Daher: Warten ich doch einfach mal ab, was die nächsten News vielleicht bringen.
nohtz
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was mich dennoch an NewPhones argumentation stört ist, dass der nur mutmaßt, dass sich die verlage dumm und dämlich verdienen (würden, trotz der 30% an apple)
cookieman
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Ort: Lost Paradise
Ihr schweift ein wenig vom Thema ab.

Zurzeit braucht sich Apple keine Gedanken wegen Wettbewerb zu machen, da es kaum alternativen gibt. So kann Apple seine eigene Geschäftspolitik umsetzen.

Wenn ich darüber nachdenke, als das erste IPhone auf dem deutschem Markt kam, war das über T-Mobile in Verbindung mit einem Knebelvertrag. Nur damit T-Mobile exklusiv das IPhone vertreiben durfte, hat Apple einen guten Anteil davon bekommen. Warum wohl hat Vodafone, O2 und e-plus dieses Geschätdgebahren nicht mit gemacht?

Ein gutes Jahr später hat Applee diese Geschäftspolitik geändert......
Signatur
Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.(Goethe)