Apple kostet die Produktion eines iPhones 4S 134€, und bei uns kostet es um die 629€. http://www.focus.de/digital/handy/iphone/aufgedeckt-was-apples-iphone-4s-in-der-produktion-kostet_aid_678864.html
> Apple kostet die Produktion eines iPhones 4S 134€, und bei uns kostet es um die 629€.
Ja und? Die Einzelteile für ein Bügeleisen oder einen Liter Cola werden wahrscheinlich auch weit unterhalb des Verkaufspreises liegen. Oder denk mal an die Herstellungskosten für ein Windows7-Paket: Karton und Papier im Wert von 20 ct und eine DVD im Wert von 10ct (bei den Mengen, die MS abnimmt). Macht inkl. Falten und Bedrucken des Kartons und Konfektionieren wahrscheinlich um die 50ct. Und für wie viel verkauft MS ein Windows-Paket? Im Schnitt für 100 Euro. Warum macht dann MS nicht 99,5% Gewinn, wenn der Material-Einkaufspreis so weit unterhalb des Verkaufspreises liegt? Weil in den von iSuppli ermittelten Kosten die Entwicklung für das Betriebssystem und die Zusatzsoftware (Apple entwickelt iOS ja selbst), die Distribution, der Support, die Garantieabwicklung, die Werbung, die Miet- und Personalkosten für die Läden, die Putzkolonnen, Heizkosten, Steuern, Löhne für das Management und tausend andere Dinge nicht eingerechnet sind.
Lustig ist auch, dass Focus online im Oktober letzten Jahres meint: "Aufgedeckt ...". Die Zahlen von iSuppli werden seit Jahren herausgegeben und sind für Verbraucher jederzeit einsehbar aber gleichzeitig so interessant, wie der Pinkel-Rhythmus von Steve Balmer: Sie sagen nichts über die tatsächlichen Kosten aus, weil der Hardware-Einkauf nur einen recht kleinen Posten für ein endgültiges IT-Produkt darstellt. Wenn man wissen will, was für einen Riss ein Hersteller macht, muss man nur Umsatz und Gewinn gegenüberstellen (bei jedem börsennotierten Unternehmen bekannt). Apple machte Q3/2011 knapp unter 25% Gewinn und das ist recht ordentlich – aber eben auch nicht überragend.
Wir wissen jetzt (dank das "investigativen Journalismus" ;-) von Focus Online), dass Foxconn für jedes zusammengebaute iPhone (Teile inkl. Zusammenstecken) 134 Euro bekommt. Ist das jetzt viel oder wenig? Wie viel zahlt denn Nokia für das Zusammenstecken der Komponenten an Foxconn oder HP für einen Drucker. Wie viel zahlt MS für die Xbox360, Nintendo für die Wii und Sony für die PS3 an Foxconn? Und selbst wenn wir das wüssten, hätten wir immer noch keine Erkenntnis darüber, an wem den nun Foxconn am Meisten verdient – weil wir deren Personalkosten für die einzelnen Bereiche nicht kennen. Ich weiß nur: Wenn man der einzige Hersteller ist, der ein Produkt in den Stückzahlen produzieren kann, die ein Abnehmer benötigt (man also am längeren Hebel sitzt) und gleichzeitig nicht genug Geld verdient, das ist das Schuld des eigenen Managements und nicht Schuld der Kunden.
Signatur “Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz!” (Klaus Kinski)