Apple iPhone 4 Test - Teil 5. Hier geht es zur ersten Seite vom Apple iPhone 4 Test.
Die Gigahertz-Power des neuen A4-Prozessors ermöglicht eine beeindruckende Bediengeschwindigkeit - im Vergleich mit dem iPhone 3GS gibt allerdings keinen enormen Geschwindigkeitsschub. Aber viel schneller geht es ja ohnehin kaum noch. Den Arbeitsspeicher hat Apple auf 512 Megabyte verdoppelt. Das ist wichtig, damit eine zentrale Neuerung des Betriebssystems iOS 4 reibungslos funktioniert: Multitasking.
"Wir waren zwar nicht die ersten, aber wir werden die besten sein!", erklärte Apple-Chef Steve Jobs auf der Präsentation des iPhone 4. Jobs behauptet, dass Apple das Problem der starken Akkubelastung durch Multitasking besser gelöst habe, als die Konkurrenz. Außerdem soll die Performance überhaupt nicht durch Multitasking beeinträchtigt werden. Dafür das Unternehmen eine besondere Technik entwickelt. Apple schickt die Programme, die vom Nutzer in den Hintergrund verbannt werden, in eine Art Schlafmodus, bei dem nur ganz bestimmte Dienste aktiv bleiben: Audio bei Musiksoftware wie Pandora oder VoIP bei einer Telefonsoftware wie Skype. In iPhone OS 4 wird es insgesamt sieben von diesen Diensten geben, die Software-Entwickler für ihre Apps verwenden können: Hintergrund-Audio, VoIP, Standortbestimmung, Push-Nachrichten, lokale Benachrichtigungen, die Vervollständigung von Aufgaben und der Wechsel zwischen Anwendungen.
Tatsächlich wird die Performance des iPhone 4 überhaupt nicht beeinträchtigt, wenn man viele Programme öffnet. Aber ihre Verwaltung wurde von Apple schlecht gelöst. Denn die Leiste aller laufenden Programme am unteren Rand des Bildschirms, die nach einem Doppelklick auf den Homebutton eingeblendet wird, ist viel zu schmal und zeigt maximal 4 Apps gleichzeitig. Schnell verliert man hier die Übersicht. Hinzu kommt, dass sich die einzelnen Programme nur umständlich schließen lassen. Die Taskmanager von Android&Co gefallen uns besser.
Besser macht Apple es bei Ordnern, einer weiteren wichtigen Neuerung von iOS 4: Einfach eine App auf eine andere ziehen und das iPhone erstellt automatisch einen Ordner mit beiden Programmen. Der Ordner heißt dann so, wie die Kategorie, aus der die App im Store geladen wurde - also zum Beispiel Spiele. Natürlich kann man die Ordner auch umbenennen, sogar die Positionierung im iPhone-Dock ist möglich. Eine Begrenzung der Ordnerzahl gibt es nicht. Auch die Zahl der auf dem iPhone installierbaren Apps ist mit 2.000 schier grenzenlos. Trotz der hohen Display-Auflösung laufen die meisten Apps problemlos auf dem iPhone 4. Man bemerkt keinen Unterschied, weil sie verlustfrei hochskaliert werden.
Die unzähligen Apps und die einfache Bedienung verstellen allerdings den Blick auf eine große Schwäche des Apple-Systems: die starre Oberfläche. Vor allem im Vergleich mit Android fällt auf, das man mit iPhone und iPad kaum Möglichkeiten hat, dem Touchscreen seinen Stempel aufzudrücken. Mit iOS 4 ist es zwar möglich, das Hintergrundbild zu ändern, aber es gibt weder Widgets, noch Live-Wallpaper. Das Google-System hat hier mittlerweile die Nase vorn.