Nokia N8 Test - Teil 4. Hier geht es zur ersten Seite vom Nokia N8 Test.
| Nokia N8 | Samsung Galaxy S | Apple iPhone 4 | |
|---|---|---|---|
| System | Symbian 3 | Android 2.1 | iOS 4.1 |
| Oberfläche | aus System | TouchWiz | aus System |
| Chipsatz | ARM v11 |
Samsung Hummingbird | Apple A4 |
| Taktrate CPU | 680 Megahertz | 1 Gigahertz | 1 Gigahertz |
| RAM | 256 Megabyte | 512 Megabyte | 512 Megabyte |
| GPU | unbekannt | PowerVR SGX 540 | PowerVR SGX 535 |
Ein ARM11-Chip treibt das N8 mit einer Taktrate von 680 Megahertz an. Die CPU kann auf 256 Megabyte RAM zugreifen und wird von einem Grafikbeschleuniger unterstützt, der auch 3D-Standards beherrscht. Im Vergleich mit den Gigahertz-Boliden der Konkurrenz, die mit der modernen ARM-Cortex-Architektur laufen, bietet das N8 aber deutlich weniger Leistung. Sogar für das ressourcenschonende Symbian-System zu wenig? Im Test erhielten wir zwei Mal die Warnmeldung "Speicher voll. Anwendungen schließen".
"Nach dem Einschalten erinnert man sich sofort an Spitzenprodukte wie das N95 zurück – Nokia-Fans werden die Menü-Optik lieben", schreiben wir in unserm Unboxing zum N8 - und das war nicht als Kompliment gemeint. Wenn die Benutzeroberfläche noch fast genauso aussieht, wie auf einem mehr als 3 Jahre alten Handy ohne Touchscreen, dann hat Nokia etwas falsch gemacht.
...die Icons und die verschachtelten Kontexmenüs bleiben davon aber unbeeinflusst / Screenshot: Areamobile
Natürlich hat sich einiges getan. Symbian 3 reagiert schnell, unterstützt Widgets, Mutlitouch und mehrere Homescreens. Aber nichts davon funktioniert perfekt: die Widgets sehen aus wie aufgepumpte S60-Icons, über Multitouch kann man nur unpräzise und ruckelig zoomen (vor allem in Fotos!) und die Anzahl der Homescreens ist auf 3 begrenzt. Hinzu kommt, dass einige Krankheiten des S60-Vorgängersystems einfach übernommen wurden. Einstellungen verstecken sich in verschachtelten Menüs hinter kryptischen Bezeichnungen wie "Programm-Man." oder "Progr.-einstell." (sic!) und das Kontexmenü präsentiert sich in drögen und mehrstufigen Listen, die unübersichtlich sind. Mit dieser Benutzeroberfläche kann Nokia vielleicht seine langjährigen Symbian-Fans überzeugen, aber keinen Android- oder iPhone-Nutzer zum Wechsel bewegen.
| Nokia N8 | Samsung Galaxy S | Apple iPhone 4 | |
|---|---|---|---|
| Funkunterstützung | GPRS / EDGE / UMTS / HSDPA (7,2 Mbit/s) / HSUPA (5,76 Mbit/s) / WLAN b,g, n / Bluetooth 3.0 | GPRS / EDGE / UMTS / HSDPA (7,2 Mbit/s) / HSUPA (5,76 Mbit/s) / WLAN b,g,n / Bluetooth 3.0 | GPRS / EDGE / UMTS / HSDPA (7,2 Mbit/s) / HSUPA (5,76 Mbit/s) / WLAN b,g,n / Bluetooth 2.1 EDR |
| DLNA | nein | ja | nein |
| FM-Transmitter | ja | nein | nein |
| Tethering | ja | ja, Wlan (Hotspot) | gegen Aufpreis, Kabel |
| Anschlüsse | microUSB mit USB on the Go / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker / HDMI | microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker | 30-Pin-Connector / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker |
| GPS | A-GPS | A-GPS | A-GPS |
| Navigation ab Werk | onboard über Ovi Maps | offboard über Google Maps | nein |
| PC-Software | Ovi PC Suite | Samsung Kies | iTunes |
| Outlook-Sync | ja | ja | ja |
Der N8-Nutzer ist optimal mit der Außenwelt verbunden. Connectivitiy war schon immer eine der großen Stärken von Nokia und das Symbian-3-Flaggschiff macht da keine Ausnahme. Der neue WLAN-Standard n wird genauso unterstützt, wie Bluetooth 3.0 und USB on the Go. Das bedeutet, dass man Daten von einem USB-Stick direkt auf das Handy überspielen kann, ohne den Umweg über einen PC oder Laptop zu gehen. Die Verbindung funktioniert selbstverständlich auch vom Handy zum Stick. Im Test wurden USB-Sticks problemlos erkannt. Die einzige Einschränkung ist die Dateigröße. Sie darf 4 Gigabyte nicht überschreiten.
Ein weiteres Novum ist der HDMI-Ausgang, über den man hochauflösende HD-Videos vom Handy an einen Fernseher weiterleiten kann. Auf dem deutschen Markt gibt es nur ein Smartphone, das ebenfalls über HDMI verfügt: das Motorola Milestone XT720. Aber das kommt ohne USB on the Go und FM-Transmitter. Das N8 gehört daher zu den Handys mit der umfangreichsten Connectivity, die derzeit verfügbar sind. Einzig das Heimnetz-Protokoll DLNA haben wir vermisst.
Die PC-Software Ovi Suite legt Nokia in den Handy-Speicher, sobald man das N8 mit dem Computer verbindet, öffnet sich ein Fenster mit der Setup-Datei, die man nur noch anklicken muss. Bei dem Programm handelt es sich um eine ganze Sammlung von unterschiedlichsten Anwendungen für die Verwaltung von Fotos, Musik, Videos und Karten und für die Synchronisation von Kontakten.
Vor allem die Kartenverwaltung überzeugt. Nokia ist der einzige Handy-Hersteller, der eine kostenlose Onboard-Navigation zusammen mit seinen Smartphones anbietet. Nach Kontinenten und Ländern gestaffelt kann man über den PC gezielt Kartenmaterial auf das N8 laden. Nur weil man Urlaub in Spanien macht, muss man nicht mit einer X Gigabyte großen Westeuropa-Datei den N8-Speicher verstopfen, sondern kopiert einfach den Ferienort auf das Telefon. Mit der bequemen Kartenverwaltung, dem guten GPS-Empfang und den kräftigen Lautsprechern ist das N8 das beste Handy-Navi auf dem Markt. Die Offboard-Navigation der Android-Smartphones über Google Maps ist damit überhaupt nicht vergleichbar.