Testüberblick Motorola Milestone 2
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 19.05.2013 |
76% (gut) |
| Community- wertung |
41 Meinungen |
100% Empfehlungen |
96% (herausragend) |
Endlich ist der Nachfolger des Motorola Milestone in Deutschland erhältlich. Die Ähnlichkeit zum Vorgänger ist unverkennbar, selbst die Ausstattung hat sich auf den ersten Blick kaum verändert. Areamobile verrät in seinem Test, ob sich die Neuanschaffung lohnt.
Das Milestone 2 sieht fast genauso wie der Vorgänger aus. Hauptunterschied ist der dunkel-eloxierte Metallrahmen, der sich um das ganze Oberteil des Slider-Handys zieht und es eleganter aussehen lässt. Die charakteristische Stufe unter dem Display ist zwar immer noch zu erkennen, allerdings ist sie jetzt viel sanfter abgerundet und wirkt dadurch gefälliger.
Mehr hat Motorola nicht verändert, das Milestone 2 ist genauso eckig, wie der Vorgänger. Selbst Größe und Gewicht sind mit 116,3x60,5x13,7 Millimeter und 169 Gramm fast identisch, das Milestone ist nur um Nuancen kleiner. Den Vorwurf, mehr an einen Backstein als an einen Meilenstein zu erinnern, muss sich also auch das Milestone 2 gefallen lassen.
Auf der Rückseite dominieren wieder das breite Lautsprechergrating aus gelochtem Metall und die Kameraeinheit. An der Verarbeitung gibt es wenig auszusetzen. Obwohl man einige Spaltmaße um den Akkudeckel erkennen kann, sitzt er bombenfest auf seinem Platz. Ein besonderer Verschlussmechanismus ist dafür nicht nötig, der Metalldeckel wird einfach zur Seite geschoben. Um an SIM- und microSD-Karte zu gelangen, muss der Akku rausgenommen werden.
Der Slider-Mechanismus hat uns nicht gefallen. Bei anderen Herstellern wie HTC oder Samsung reicht ein leichter Anstubser, damit das Display wie auf Rollen aufgleitet. Bei Motorola muss man das Oberteil des Sliders den ganzen Weg aufschieben. Dabei hört man ein dezentes Schleifgeräusch. Das funktioniert zwar etwas besser, als beim Vorgänger, kommt aber mit Abstand nicht an die Konkurrenz heran.
Die Volltastatur hat sich im Vergleich zum Vorgänger verbessert - aber Motorola verwendet erneut nur eine Tastenmatte. Obwohl die Tasten gewölbt sind, kann man sie nicht besonders gut fühlen und muss beim Schreiben gut hinschauen. Wenn man das tut, kann man aber bequem auch längere Passagen tippen. Die Tasten sind ausreichend groß, Druckpunkt und Tastenhub nahezu perfekt. Sehr gut gelungen ist auch die dezente, aber sehr gleichmäßige Beleuchtung des Keyboards.
Das Display hat Motorola unverändert vom ersten Milestone übernommen. Es ist 3,7 Zoll groß und und kommt mit der scharfen Auflösung von 854x480 Pixel. Das LCD leistet sich bei Helligkeit und Kontrast keine sichtbaren Schwächen. Außerdem reagiert es sehr direkt auf Eingaben.
An der Kamera hat sich nicht viel verändert, immerhin nimmt sie jetzt dank des schnelleren Prozessors und Android 2.2 Videos mit 720p (1280x720 Pixel) auf. Der Rest ist wie gehabt: Fotos werden mit 5 Megapixel geknipst, nachts erhellt ein Dual-LED-Blitz die Szenerie.
Eine Verbesserung gibt es bei der Speicherzeit von Fotos. Dauerte das beim ersten Modell noch bis zu 8 Sekunden, ist man jetzt schon nach etwa einer Sekunde für das nächste Bild bereit. Leider bewegt sich die Bildqualität auf dem Niveau des Vorgängers. Bei gutem Licht sehen Fotos noch ganz passabel aus, allerdings nimmt mit abnehmender Beleuchtung die Qualität rapide ab und starkes Bildrauschen macht sich breit. Da kann auch der Blitz nicht helfen. Er reicht höchstens 2 Meter weit, Objekte in größerer Entfernung verschwinden in undefinierbarem Pixelrauschen. Kurz gesagt: Im Motorola Milestone 2 steckt eine Schön-Wetter-Kamera. Das trifft auf Videos ebenfalls zu, bei Tageslicht werden die HD-Aufnahmen dafür aber gut.
Mit 8 Gigabyte Intern-Speicher und einer Erweiterungsmöglichkeit mit microSD-Karten um bis zu 32 Gigabyte gehört das Milestone 2 zu den Speicherriesen auf dem Smartphone-Markt. So viel Platz wird man sicherlich nicht nur mit Musik füllen, denn auf dem Handy machen wegen des scharfen Displays auch Filme richtig Spaß. Es unterstützt die Formate WMV, H.263, H.264 und MPEG4. Wer unterwegs nur eben mal bei Youtube vorbeischauen möchte, kann das ebenfalls beruhigt tun – der vorinstallierte Client ist leicht zu bedienen und liefert dank HD-Wiedergabe scharfe Clips. Der Lautsprecher ist richtig gut, er gibt Inhalte laut, klar und verzerrungsfrei wieder.
Auf dem Motorola Milestone 2 kommen Videos mit dem Youtube-Player wegen des scharfen Displays und dem klaren Lautsprecher richtig gut zur Geltung | Foto: Areamobile
Für andauernden Musikgenuss sollte unbedingt ein Austauschkopfhörer her, das beigelegte Headset taugt wegen des dünnen Sounds nur für kurze Busfahrten. Mit guten Kopfhöhrern liefert das Milestone 2 vollen Sound mit satten Bässen – allerdings nur, wenn man die umständlich in den Systemeinstellungen versteckten Effekte und Klang-Presets findet.
Mit an Bord sind außerdem TuneWiki für Liedtexte aus dem Internet und Soundhound. Mit dieser App kann man unbekannte Lieder identifizieren lassen. Der Chip für ein UKW-Radio ist zwar im Milestone 2 enthalten, allerdings lässt er sich nicht ansteuern. Stattdessen gibt es wie von Motorola gewohnt das Shoutcast-Internetradio.
Ein OMAP-Chipsatz von Texas Instruments mit 1 Gigahertz Taktfrequenz und 512 Megabyte Arbeitsspeicher treibt das Milestone 2 an. Damit haben sich die Leistungsdaten im Vergleich zum Vorgänger glatt verdoppelt und System-Ruckler sollten der Vergangenheit angehören. Das ist aber leider nicht überall der Fall. Schon beim Entsperren des Displays scheint das Handy kurz zu hängen und auf dem Homescreen ruckelt es leicht, wenn man zwischen den einzelnen Bildschirmen wechselt. In den Menüs gibt es hin und wieder die typischen kleinen Android-Hakler. Der Bedienkomfort wird davon kaum beeinträchtigt, doch es ist auffällig, dass das neue Milestone trotz der starken Hardware bisweilen Geschwindigkeitsprobleme hat.
Das könnte an der Motoblur-Oberfläche liegen, die sehr Hardware-hungrig ist. Sie ist sehr umfangreich (Speichern von Daten auf Motorola-Servern, Fernortung und Fernlöschung etc.) und bietet nette grafische Effekte und schicke Widgets, knabbert aber an Arbeitsspeicher und Prozessorleistung. Mit ähnlichen Problemen hat auch HTC zu kämpfen, allerdings verpasst der taiwanische Konkurrent seinen Smartphones mehr Speicher, wenn sie mit der Sense-Oberfläche ausgestattet sind. So kam das HTC Desire (mit HTC Sense) mit 576 Megabyte Arbeitsspeicher auf den Markt, das ebenfalls von HTC gebaute Nexus One (ohne Sense) nur mit 512 Megabyte. Vielleicht hätte mehr RAM dem Milestone 2 zu einer noch besseren Performance verholfen.
Benchmarks spiegeln das subjektive Empfinden nur bedingt wieder. Quadrant bescheinigt Prozessor, RAM und Grafikbeschleuniger (PowerVR SGX 530) mit 1459 Punkten ein gutes Ergebniss im oberen Mittelfeld und auch Neocore kommt auf respektable 40,1 Bilder in der Sekunde. Allerdings meldeten beide Testprogramme Fehler während der Durchläufe oder direkt danach.
Ins mobile Datennetz verbindet man sich per HSPA mit maximal 10,2 Megabit pro Sekunde im Download und 5,76 Megabit im Upload. Außerdem steht Wlan mit dem schnellen n-Standard und DLNA zum Teilen von Multimedia-Inhalten zur Verfügung. Angeblich soll es bei der Verbindung über den n-Standard zu Problemen mit der Verbindungsstabilität kommen, In unserem Test haben wir davon aber nichts bemerkt. Eine Hotspot-Funktion ist ebenfalls in das System integriert, damit lassen sich gleichzeitig bis zu 5 Geräte mit dem Milestone 2 verbinden.
Als Navi-Software lässt sich die kostenfreie und vorinstallierte Google Maps Navigation nutzen, die allerdings eine bestehende Datenverbindung voraussetzt, um ständig neues Kartenmaterial nachladen zu können. Die Verbindung zu den GPS-Satelliten ist schnell aufgebaut und stabil. Besonders erwähnenswert: Die Sprachführung wird über den klaren Lautsprecher mit so hoher Lautstärke in die Gegend posaunt, dass man sie selbst bei Fahrten auf der Autobahn noch versteht.
Die Ladezeiten des Android-Browsers gehen mit 14 Sekunden für areamobile.de und 18 Sekunden für stern.de (ohne Cache und Cookies) voll in Ordnung, der Klassenprimus HTC Desire HD ist auch nur 1 oder 2 Sekunden schneller. Deutlichere Unterschiede bemerkt man hingegen beim scrollen und zoomen – während das HTC-Gerät hier neue Bestmarken für Android-Geräte setzt, ist das Milestone 2 ruckeliger.
Der Eindruck wird auch vom Javascript-Benchmark Sunspider bestätigt. Das Motorola-Handy benätigt 7176 Millisekunden für einen Testlauf, für die gleiche Aufgabe genehmigt sich das Desire HD nur 4858 Millisekunden. Das Milestone 2 ist kein schlechtes Internet-Smartphone - aber von einem Topmodell mit Android 2.2 und Gigahertz-Prozessor erwartet man doch etwas mehr.
Während der Vorgänger mit nativer Android-Oberfläche läuft, stülpt Motorola beim Milestone 2 seine Oberfläche Motoblur über das Google-Betriebssystem in Version 2.2. Sie bietet einen besseren Überblick über Status-Updates, Fotos und sonstige Meldungen aus Sozialnetzwerken wie Facebook. Dadurch werden in den Kontakten immer die neuesten Profilbilder angezeigt und auch Einträge aus entsprechenden Netzwerken findet man dort zusammengefasst vor.
Einen globalen E-Mail-Posteingang gibt es nicht. Zwar werden Inhalte wie Statusmeldungen, E-Mails und Textnachrichten in einem gemeinsamen Posteingang angezeigt (und sind filterbar), für Googlemail gibt es aber einen gesonderten Ordner.
Der kostenlose Dienst My Motoblur ist ein fester Bestandteil der Motorola-Oberfläche. Damit kann man sein Handy orten, falls es abhanden gekommen ist und es zur Not vom PC aus löschen. Zudem werden dort regelmäßig Sicherungen des Android-Handys erstellt, mit denen man sein neues Gerät bequem auf den Stand des alten bringen kann.
Für Telefonate verwendet Motorola beim Milestone 2 zwei Mikrofone – eins für die Sprache und eins zur Filterung von Umgebungsgeräuschen. Die ist leider etwas zu stark ausgefallen, bei Gesprächspausen klingt die Leitung wie tot. Gesprächspartner beschwerten sich im Test sogar darüber, dass einzelne Wortfetzen abgeschnitten werden. Für Milestone-Nutzer ist die Gesprächsqualität aber richtig gut, die Stimme am anderen Ende der Leitung klingt ausgewogen und realistisch. Es fehlt höchstens etwas an Höhen. Das lässt sich aber über die Anrufeinstellungen im Einstellungsmenü verbessern.
Der Akku des Milestone 2 hat hat eine Leistung von 1400 mAh. Bei intensiver Nutzung ist schon mal am Abend des ersten Tages Schluss. Selbst wenn man es wenig nutzt, hält das Smartphone maximal 2 Tage durch - ein stärkeres Powerpack hätte dem neuen Meilenstein gut zu Gesicht gestanden. Das Android-Schwestermodell Defy hält länger durch.
Auf den ersten Blick ist das Milestone 2 nur ein Klon, doch tatsächlich verbessert Motorola fast alles, was beim Vorgänger genervt hat: Der Prozessor ist doppelt so leistungsfähig, der Arbeitsspeicher ist doppelt so groß und auf der Tastatur kann man jetzt doppelt so gut schreiben. Uns hat nur gestört, dass das System trotz Gigahertz-Power nicht flüssig läuft. Der Akku hätte ebenfalls leistungfähiger sein können. Die Größe und das hohe Gewicht wollen wir an dieser Stelle nur erwähnen und nicht kritisieren, weil es sich um ein Problem handelt, das alle Volltastatur-Smartphones betrifft. Wer Wert auf eineTastatur legt, sollte das Milestone 2 auf jeden Fall mit in die engere Wahl nehmen. Die Auswahl ist aber ohnehin nicht groß, denn die einzige Android-Alternative ist das Desire Z von HTC.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck 92%
Empfehlung ja
Bewertet am 25.05.2011
| Bewertung Motorola Milestone 2 | |
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Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 41 Bewertungen von Areamobile Lesern.
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Du bist nicht dabei?Ich bin deiner Meinung ich finde ein flüssiges Bedienen bei Smartphones sehr wichtig, das macht halt alles aus und ist der erste Eindruck! Es ist schließlich nervig, wenn das Phone nicht flüssig arbeitet, ist zwar ein gutes Handy aber dem Desire Z steht es nach.
Wenn das handy wirklich so gut ist, wie im Test beschrieben.. dann hat sich die "2" hinter Milestone wohl gelohnt =)
wenn das Handy nicht flüssig läuft, dann ist es auch nicht gut!
aaah
endlich ein bericht zu diesem traum von smartphone *_*
eine frage zu euren test methoden, testet ihr das handy frisch aus der verpackung oder ladet ihr erst apps etc herunter? als ich es ausprobierte habe ich nichts von rucklern etc gespührt, deswegen wunder ich mich. trotzdem ein gelungener test, stellt ihr noch bilder der kamera hierrein?
Man kann in Android die Oberflächen immer deaktivieren, also läufts dann höchstwahrscheinlich flüssig. Ausserdem seit ihr zu verwöhnt. Ein Handy darf schon mal kurz ruckeln. Ist doch nix dabei. Das ist ja nicht lange.
Der MotoBlur Launcher ist halt nicht soo gut. Nimmt mal Launcher Pro. Dann wisst ihr, was schnell ist :D
Nunja Motorola Fans sollten auf jeden Fall zuschlagen :-)
Ich kann kein Argument finden, warum man das Motorola dem Desire Z vorziehen sollte. Zusätzlich sieht es noch bescheidener aus. Nein, das war´s wohl nicht.
"denn die einzie Android-Alternative ist das Desire Z von HTC."
Fehler im fazit.--die einzige--
wenns nicht flüssig reagiert und geschmeidigt zu bedienen ist, dann taugts für mich nichts. Mir kommen nur meine Traumata bezüglich früher Telefone hoch. nene....