Testüberblick Nokia E7
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 23.05.2013 |
70% (gut) |
| Community- wertung |
38 Meinungen |
92% Empfehlungen |
86% (sehr gut) |
Das Nokia E7 tritt in die Fußstapfen der Communicator-Reihe, die der Hersteller 1996 begründete. Das Volltastatur-Smartphone mit Symbian-System richtet sich speziell an Geschäftskunden, will aber auch Privatnutzer ansprechen. Wir erklären im Test, ob das gelungen ist.
Seit 1996 hat sich vieles verändert, aber nicht alles. Aus den großen und schweren Communicator-Modellen für Business-Kunden hat Nokia mit dem E7-00 ein kompaktes, aber für heutige Verhältnisse immer noch recht schweres (176 Gramm) Style-Modell gemacht. Es soll nicht mehr nur Geschäftsleute ansprechen, sondern auch Otto-Normalverbraucher, die unterwegs viele Nachrichten Schreiben und mobil ins Internet gehen wollen. Optisch weiß das E7 zu gefallen – mit seiner eleganten Formensprache und dezenten Chrom-Applikationen ist es seriös genug für die Anzug-Fraktion, bietet aber gleichzeitig genug Zierrat, um für die Spaßgesellschaft nicht zu bieder zu wirken.
Dabei verwendet der Hersteller viel Aluminium, das aber im gleichen Farbton lackiert wurde, wie die Kunststoffteile des E7. Eine Unterscheidung ist daher auf den ersten Blick nicht möglich. Die Technik presst Nokia in ein Beinahe-Unibody-Gehäuse, bei dem lediglich Fuß- und Stirnseite mit Plastikkappen verschlossen werden. Die sind ebenso wenig wie die Metallrückseite dazu gedacht, vom Besitzer abgenommen zu werden – der Akku kann nur vom Kundendienst des finnischen Produzenten gewechselt werden. Dauertelefonierenden Geschäftsleuten dürfte das kaum gefallen, denn während man bei anderen Handys einfach einen geladenen Zweitakku einsetzt, ist man beim E7 auf eine Steckdose und entsprechende Ladezeit angewiesen. Andererseits erweckt das Handy mit seinem geschlossenen Gehäuse den Eindruck, sehr langlebig und robust zu sein – das kann im harten Geschäftsalltag auch nicht schaden.
An der Verarbeitung gibt es nur sehr wenig auszusetzen. Pedanten könnten höchstens einige minimale Passungenauigkeiten anführen, insgesamt leistet Nokia beim E7 aber sehr gute Arbeit. Das gilt auch für den Slider-Mechanismus. Man benötigt zwar viel Kraft, um dem Oberteil samt Display den ersten Anschub zu geben, danach schwingt das Display dann durch Federunterstützung von allein vollständig auf. Dabei stellt es sich wie beim Nokia N97 in einem 35-Grad-Winkel auf, so dass man das Smartphone wie einen kleinen Minicomputer vor sich auf den Tisch stellen kann. Der Mechanismus macht durchaus den Eindruck, die nächsten Jahre problemlos zu funktionieren.
Das Display des E7 gehört hingegen nicht gerade zur Crème de la Crème. Nokia setzt auf ein 4 Zoll großen AMOLED-Touchscreen, der nur die Symbian-typische Auflösung von 640x360 Pixel darstellt. Zusammen mit der niedrigen Zahl der Subpixel bei den ersten AMOLED-Generationen führt die niedrige Auflösung dazu, dass man etwa bei Schrift deutliche Treppchenbildung erkennen kann. Das sieht man allerdings nur, wenn man ganz genau hinschaut – im Alltag machen sich eher der sehr gute Schwarzwert und die hohe Farbsättigung bemerkbar.
Die Volltastatur überzeugt dagegen auf ganzer Linie. Die einzelnen Tasten lassen sich gut erfühlen und weisen sehr gute Druckpunkte und optimalen Tastenhub auf. Sonderzeichen und Zahlen lassen sich über eine spezielle Umschalttaste erreichen, insgesamt schreibt man auf dem E7 mit etwas Übung sehr schnell und präzise.
Im Nokia E7 steckt eine Fotoeinheit mit 8 Megapixel und Dual-LED. Wer jetzt aber an Spitzenqualität wie beim Kamerawunder N8 denkt, der irrt. Denn in das Business-Handy hat es keine hochwertige Carl-Zeiss-Optik geschafft, sondern nur ein namenloses Technik-Bauteil. Das hat Konsequenzen: Durch den Verzicht auf einen Autofokus ist es mit dem E7 unmöglich, scharfe Aufnahmen von Objekten zu erzeugen, die näher als 50 Zentimeter liegen. Ein Visitenkarten-Scan, mit dessen Hilfe man entsprechende Informationen zu Geschäftspartnern ohne Arbeitsaufwand in das eigene Telefonbuch des Gerätes übernehmen kann, fällt so aus. Auch Aufnahmen mit Blitz werden so nicht ganz scharf. Motive in größerer Entfernung werden hingegen sehen richtig gut aus. Sie sind recht detailreich und die Bilddynamik überzeugt. Lediglich die Farben könnten etwas ausgeprägter sein.
Bei Videoaufnahmen merkt man nichts von einem fehlenden Autofokus, bei vielen Handykameras kommt er ohnehin nicht zum Einsatz. Aufnahmen mit dem E7 werden ausreichend scharf und mit 24 Bildern in der Sekunde auch nahezu flüssig in den Speicher gebannt. Der Sound ist sehr gut – wegen der hohen Abtastrate von 48 Kilohertz klingen die MP4a-Spuren realistisch.
16 Gigabyte Speicher bieten ausreichend Platz, um für den Weg zur Arbeit eine gute Auswahl an Musik mitnehmen zu können. Über microSD-Karten kann man das E7 allerdings nicht erweitern, stattdessen bietet Nokia die Möglichkeit, andere Speichermedien wie etwa USB-Sticks über den USB-on-the-Go-Port anzuschließen. Ein entsprechender Adapter ist im Lieferumfang enthalten.
Der Sound ist gut, das mitgelieferte Headset allerdings höchstens Mittelmaß und eher zum Telefonieren geeignet. Mit guten Kopfhörern produziert das E7 klaren und vollen Klang, allerdings sind die Anpassungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt - gerade einmal 5 Kang-Presets lassen sich einstellen. Der Lautsprecher klingt zu dünn und kann auch bei der Lautstärke nicht voll überzeugen. Filme sehen auf dem großen Display hingegen wieder richtig gut aus – von der niedrigen Auflösung ist kaum etwas zu bemerken.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck 90%
Empfehlung ja
Bewertet am 27.08.2011
| Bewertung Nokia E7 | |
|---|---|
Weiterempfohlen von
|
|
Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 38 Bewertungen von Areamobile Lesern.
Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.
Du bist nicht dabei?Warum kommt der Test erst jetzt?
Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen einen Test über das Nokia E6 lesen darf;-)
für manch User hier iost dieser Test nebst Fazit nah am "Nokia/Symbianbashing" dran.
Hätte ich sowas geschrieben....
Das Gerät sieht echt gut aus und scheint auch gut verarbeitet zu sein, das muss mann anerkennen, auch wenn ich kein großer Nokia-Fan bin.
Wenn Nokia auf dem Niveau Geräte mit Windows Phone bringt könnte da durchaus Potential da sein.
Das E7 habe ich mir das erste Mal auf der Cebit angeschaut also wundere ich mich auch ein wenig über diesen späten Test.
Die Verarbeitung ist sehr gut (wenn es auch ein wenig Schwer ist ;)). Anna scheint sehr Interessant zu sein, habe einen Test vom Nokia X7 gelesen der sehr vielversprechend klang.
Das E7 ist tatsächlich schon ein wenig älter. Dennoch ist es ein interessantes Gerät und bevor wir es an Nokia zurückschicken, wollten wir euch einen Test nicht vorenthalten ;)
@ Mike
War ein Tippfehler, ist korrigiert ;)
Leider ist die Performance des Browsers bei Anna - zumindest bei den Betaversionen, deren Ansichten zahlreich auf Youtube usw. kursieren - immer noch eine Katastrophe. :-(
Die Zielgruppe der Business-Kunden dürfte sich indes wenig am 'umständlichen' S^3 stören. Da hat sich Nokia eher mit zwei anderen Dingen ins Knie geschossen. Zum einen mit der Fixfokus-Kamera (in meinem C7 kann ich damit leben, aber ein Business-Handy ohne Visitenkartenscanner ist eine ziemliche Frechheit). Und zum anderen mit der Ablösung der PC Suite mit ihren umfangreichen und zuverlässigen (!) Offline-Sync-Funktionen durch dieses verbugte Pseudo-Lifestyle-Monstrum Ovi Suite. S^3 ist ja leider das erste Betriebssystem von Nokia, bei dem man hier nicht mehr die Wahl hat.
Offensichtlich hat man bei Samsung spioniert und ist zu dem Schluss gekommen, dass zu einem erfolgreichen Handy zwingend eine katastrophale PC-Software gehört.
Das E7 ist ein Gerät mit Tastatur. Wäre es da nicht naheliegender es mit dem Desire Z oder dem Milestone 2 zu vergleichen ?
Ich finde es echt nervig... wie lange Nokia sich für das Symbian Anna Update Zeit lässt.
Dem Testbericht kann ich mehr oder weniger zustimmen.
Es ist halt immer die Frage, was man mit dem Gerät anstellen will und was nicht. Es gibt bestimmt Nutzer für die ein E7 genau das richtige ist.
Toller Test, nur wie kommt ihr drauf, Gebrauchtwarenpreise mit normalen zu vergleichen...
EUR 356,77 beim Desire Z
EUR 390,00 beim Nokia E7
Ihr habt zwar recht das es billiger ist, aber doch nicht die Gebrauchten dazu zähen.