
Mit dem HTC Desire Z bringt der Hersteller endlich den Nachfolger des ersten Android-Handys T-Mobile G1 auf den Markt. Das Modell ist die einzige Volltastatur-Alternative zum Milestone 2 von Motorola. Areamobile hat das Android-Smartphone getestet und erklärt, welches Gerät besser ist.
Volltastaturhandys sind immer dick und schwer, beim Desire Z übertreibt es der Hersteller aber deutlich. Das Gerät wiegt unglaubliche 180 Gramm - das mag vor drei Jahren noch akzeptabel gewesen sein, aber nicht mehr heute. In Puncto Design und Materialwahl macht HTC fast alles richtig, das Desire Z wirkt hochwertig und edel. Ähnlich wie beim Motorola Milestone 2 wird das Display von einem Metallrahmen eingefasst, der aus gebürstetem Aluminium besteht. Ansonsten setzt der Hersteller auf hellgrauen Kunststoff mit Softtouch-Oberfläche. In das griffige Material ist auch die optische Maus eingelassen, die man unter dem Touchscreen findet.
Der Akkudeckel besteht aus dickem Aluminiumblech und wiegt allein schon 17 Gramm - kein Wunder, dass das Desire Z auf ein rekordverdächtiges Kampfgewicht kommt. Bei der Verarbeitung des Akkudeckels schlampt HTC leider etwas – unter Druck knarzt er, außerdem sitzt er nicht sehr passgenau.
Am außergewöhnlichen Slider-Mechanismus, der von der Seite betrachtet wie ein Z aussieht, scheiden sich die Geister. Einerseits ist er äußerst elegant und einzigartig auf dem Smartphone-Markt, andererseits wirkt er nicht sehr stabil und man kann sich sogar die Haut der Finger darin einklemmen. Das passierte uns im Test mehrfach, weil das Handy unerwartet schnell zuschnappte, wenn man es in die Hand nahm - der Mechanismus ist viel zu leichtgängig. Schon wenn man das Desire Z an der Tastatur festhält und umdreht, springt der Slider wie ein geöltes Scharnier zu. Da hat es HTC etwas zu gut gemeint.
Mit der Tastatur, die unter dem Display zum Vorschein kommt, kann man hervorragend schreiben, genauere Informationen liefert unser Tastatur-Vergleich mit dem Milestone 2. Auch am Super-LC-Display gibt es nichts auszusetzen, es ist hell, kontrastreich und reagiert äußerst direkt auf Eingaben.
Das Desire Z kommt mit einer Kamera, die Fotos mit 5 Megapixel und Videos mit 1280x720 Pixel aufnimmt. Sie bietet viele Optionen wie Gesichtserkennung und Selbstauslöser, Zugriff auf Belichtung, Bildschärfe oder Effekte. Auch an einen Touchfokus hat HTC gedacht. Ein weiterer Pluspunkt ist die schnelle Auslösezeit - das Desire Z ist schon nach wenigen Augenblicken bereit für das nächste Foto.
Die Bilder sind ausreichend scharf und überzeugen mit realistischen Kontrasten und Farben. Bildrauschen hält sich in akzeptablen Grenzen. Das gilt auch für Aufnahmen mit dem LED-Blitz, der etwa 2 Meter weit reicht. Videoaufnahmen sind ebenfalls scharf und werden flüssig abgespielt. Der Ton geht in Ordnung, könnte aber klarer sein. Insgesamt belegt die Z-Kamera einen Platz im oberen Mittelfeld unter den 5-Megapixlern.
1,5 Gigabyte reichen für den Start ins Wochenende, zusätzlich schluckt das Desire Z Speicherkarten mit bis zu 32 Gigabyte. Der Sound ist in der Grundeinstellung etwas dünn, aber akzeptabel, auch die Lautstärke geht in Ordnung. Leider ließen sich bei unserem Testgerät weder Klang-Presets, noch Effekte wie Dolby Mobile oder SRS aktivieren, mit denen man den Sound anpassen kann. Praktisch: Musiktitel, die gerade abgespielt werden, sieht man schon auf dem Sperrbildschirm von Android. Dort kann man auch Lieder wechseln, starten oder stoppen.
Auf dem Desire Z ist der typische Youtube-Player von Android vorinstalliert, er ist schnell, einfach zu bedienen und spielt Filme in HD ab. Eigene Videos sind nur bedingt empfehlenswert, denn die Auswahl an kompatiblen Formaten ist mit 3gp, MP4 und WMV eingeschränkt. Das ist schade, denn auf dem großen Display kann man selbst ganze Spielfilme bequem anschauen. Das geht zur Not auch über den Lautsprecher. Er klingt zwar sehr etwas schrill, ist aber sehr laut und klar.
Der Prozessor des Desire HD taktet nur mit 800 Megahertz, doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Im Gegensatz zu den aktuellen Windows Phones mit 1 Gigahertz steckt im Volltastatur-Boliden von HTC nämlich nicht die erste, sondern die zweite Generation der Scorpion-CPU. Sie verbraucht weniger Strom als die Vorgänger-Chips und wird vom bärenstarken Grafikbeschleuniger Adreno 205 unterstützt.
Das garantiert in Benchmarks starke Ergebnisse. Die Quadrant-Software bescheinigt dem Desire Z 1500 Punkte, in Neocore und Nenamark-Tests kommt das Handy auf Spitzenwerte von 57 und 32-37 Bilder pro Sekunde. Damit liegt das HTC-Gerät bei der Gesamt-Performance auf Augenhöhe zum direkten Konkurrenten Motorola Milestone 2, bei 3D-Anwendungen hat der G1-Nachfolger aber klar die Nase vorn.
Das Ergebniss der Benchmarks lässt sich auch im Normalbetrieb nachvollziehen. Trotz der anspruchsvollen Sense-Oberfläche von HTC sind nirgendwo nennenswerte Ruckler zu sehen, das System läuft flüssig und reagiert fast ohne Verzögerung auf Eingaben. Erst im direkten Vergleich mit dem noch stärkeren Desire HD bemerkt man Unterschiede – das Desire HD ist wegen des 200 Megahertz schnelleren Prozessors gleicher Bauart noch einen Tick fixer.
Datenverbindungen werden über HSPA mit 14,4 Megabit pro Sekunde im Download hergestellt, zu Hause kann man Wlan n mit DLNA-Unterstützung nutzen. Unterwegs spielt das Desire Z auch gerne mal den Wlan-Hotspot für den Laptop. GPS-Signale findet das Volltastatur-Handy schon nach wenigen Augenblicken, trotz der Verwendung von Metall für das Gehäuse hält das Desire Z die Verbindung sicher aufrecht. Als Navigationslösung kommt wie immer bei Android Google Maps zum Einsatz.
Wer mobil schnell ins Internet will, ist mit dem Desire Z bestens bedient. Areamobile.de wird in etwa 12 Sekunden vollständig aufgerufen, im direkten Vergleich zum Gigahertz-Boliden Desire HD ist das Volltastatur-Modell höchstens eine halbe Sekunde langsamer. Beim Scrollen und Zoomen kann das Z ebenfalls ganz gut mithalten und liefert ein überzeugendes Gesamtergebnis ab. Deutlicher werden die Unterschiede erst bei Internet-Seiten mit viel Flash. Hier kann man beim Desire Z Ruckeln sehen, während das HD entsprechende Animationen noch problemlos abspult. Etwas schneller als das Milestone 2 ist das Desire Z aber auch hier.
Die Sense-Oberfläche von HTC sieht nicht nur viel schicker aus, als das nackte Android, sondern bietet zahlreiche weitere Vorteile. So integriert HTC Sozialnetzwerke wie Facebook tief in das Betriebssystem und stellt sie übersichtlich dar. Auf dem Handy werden die Online-Kontakte dann direkt mit dem Adressbuch vernetzt und Login-Daten in der vorinstallierten Facebook-App gespeichert. Daher muss man sich nur ein einziges Mal anmelden und bleibt über das Friend-Stream Widget, das Meldungen aus Sozialnetzwerken übersichtlich zusammenfasst, stets über die Vorgänge in seinem Freundeskreis auf dem Laufenden.
Über ein entsprechendes - kostenloses - Konto beim Online-Dienst HTCsense.com kann man außerdem die ohnehin schon zahlreichen Individualisierungmöglichkeiten von Sense noch erweitern. Die Palette herunterladbarer Inhalte in der App HTC-Hub reicht von neuen Hintergrundbildern über ganze Oberflächen bis hin zu Sounds und kompletten Tonsätzen, die gleichzeitig Signale für Anrufe, Wecker, Nachrichten und Alarme verändern. Von so viel Freiraum bei der Gestaltung ihrer Handys können iPhone-Nutzer nur Träumen. Außerdem bietet HTCsense.com ähnlich wie Motoblur von Motorola die Möglichkeit, sein Handy bei Verlust zu orten und sogar zu löschen.
Viel Verbesserungsmöglichkeiten gibt es bei E-Mail- und Kalenderfunktionen nicht, wir haben nur einen globalen Posteingang vermisst, der alle Mails – auch Mails von Google - in einer Ansicht zusammenführt. Der Rest ist vorbildlich: Es lassen sich mehrere Exchange-Accounts einrichten und HTC bietet über seine sogar die Möglichkeit an, die Abrufintervalle nach Haupt- und Nebenzeit aufgeteilt festzulegen.
Die Sprachqualität ist sehr gut, nur etwas mehr Volumen wäre schön gewesen. Gesprächspartner klingen etwas dünn, sind aber sehr klar und optimal verständlich. Das Rauschen könnte etwas geringer ausfallen, stört aber die Kommunikation nicht nachhaltig – außerdem weiß man so immer, dass die Verbindung noch steht. Die Lautstärke ist ebenfalls sehr gut. Das gilt auch für Telefonate über den Lautsprecher, allerdings tendiert er zum Klirren.
Eine Akku-Kapazität von 1300 mAh ist für ein Smartphone mit Top-Ausstattung eigentlich zu wenig. Doch wegen des moderneren Prozessors und dem stromsparenden Super-LCD kommt das Desire Z fast an die Standby-Zeiten des Konkurrenten Milestone 2 mit stärkerem Powerpack heran. Im Schnitt muss das Z am Abend jedes zweiten Tages an die Steckdose, wer täglich stundenlang im Internet surft, Filme schaut oder Nachrichten tippt, kommt aber höchstens einen Tag ohne Strom aus - das ist leider Standard bei modernen Smartphones.
Das HTC Desire Z ist das bessere Milestone 2 – wenn auch nur knapp. Das liegt vor allem am flüssigeren Betriebssystem, denn wo die Motoblur-Oberfläche des Konkurrenten immer wieder etwas ruckelt, rennt das Desire Z fast perfekt. Ein weiterer Grund ist die bessere Volltastatur – da kann man schon mal auf etwas Speicherplatz und den minimal besseren Akku verzichten. Wer zudem das spürbar höhere Gewicht verschmerzen kann, wird mit dem HTC-Gerät glücklicher als mit dem Milestone 2 – trotz des mit 465 Euro knapp 30 Euro höheren Preises bei Amazon.
Areamobile Redaktion,
Gesamteindruck 100%
Empfehlung ja
Bewertet am 20.04.2011
| Bewertung HTC Desire Z | |
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Weiterempfohlen von
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Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 99 Bewertungen von Areamobile Lesern.
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Du bist nicht dabei?die tastatur und der aufschiebemechanismus ist wirklich top!
ein traum handy - bis auf dene preis, 500 euro sind mir deutlich zuviel. das milestone 2 gibts schon für 400
@oc_bull, als ich es in der hand hielt (allerdings nen dummy) wirkte es sehr robust, also der mechanismus
Die Tastatur ist sicher nicht schlecht. Allerdings muss man die auch unbedingt wollen wenn man in Kauf nimmt das es ein 180 Gramm Klopper ist.
ohne mich mit den Kunststoffen und deren Festigkeitseigenschaften auszukennen, mache ich mir doch ein wenig Sorgen, wie "brüchig" der Kunststoff bei niedrigen (winterlichen) Temps werden KÖNNTE (?). Hatte das Gerät vor zwei Wochen im Saturn mal ausprobiert und mir den Z-Mechanismus näher angesehen...wirkt auf mich nicht unbedingt sehr zuverlässig/stabil, das Bauteil. Den hätte man bei eh schon 180g doch auch aus Metall o.ä. bauen können...und dafür vielleicht einen etwas leichteren Akkudeckel... Ansonsten ein wirklich schickes Gerät m.M.n.
scheint so als ob htc gelernt hat die akkulaufzeiten zu verbessern. mit einem 1300 mah akku bis zu zwei tage ist schon eine kunst für die
hab mich sehr gefreut alsich gelesen hab das es ein seht guten tastatur hat.ich will mir das handy kaufen mir gefállt der sehr
Die Tastatur ist total fürn Eimer, zumindest dieser Ausklappmechanismus, da hab ich das gefühl, ein rohes Ei in der Hand zu halten.
Also ich war von dem "Slider" auch alles andere als begeistert. Außerdem fehlen mir auf der Tastatur die Pfeiltasten.
wozu brauchst du die pfeiltasten?
-->trackpad
abgesehen davon find ich den mechanismus auch eher fragil konstruiert,
und den tastaturteil rings ums tastenfeld optisch nicht so dolle.
Diese Z- artig Slider tastatur ist aber wirklich geschmackssache oder ??
Wenns einmal mit offenen Slider runterfällt, ist der slider abgebrochen