Dell Venue Pro Test - Teil 2. Hier geht es zur ersten Seite vom Dell Venue Pro Test.
Wegen der starken Restriktionen durch Microsoft sind die Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, für Hersteller bei Windows Phones äußerst eingeschränkt. Alle Geräte kommen mit großem Touchscreen, einer Auflösung von 800x480 Pixel, festem und nicht erweiterbarem Speicher und der ersten Generation des Gigahertz-Prozessors QSD8250 von Qualcomm (Snapdragon). Auch bei der Bedienoberfläche lässt Microsoft keine Veränderungen zu, lediglich besondere Hubs auf der Startseite wie etwa bei HTC erlauben die Windows-Macher, einige Produzenten wie Samsung oder LG haben außerdem Zusatzsoftware auf ihren Modellen installiert. Dell versucht beim Venue Pro erst gar nicht, sich von den Mitstreitern zu unterscheiden – dafür müssen Design und Volltastatur reichen.
Die strikten Beschränkungen durch Microsoft haben auch Vorteile: Wie bei allen Windows Phones bemerkt man auch auf dem Dell Venue Pro zu keinem Zeitpunkt Ruckler, alles läuft flüssig und schnell. Wer von anderen Smartphone-Betriebssystemen zu Windows Phone 7 wechselt, wird aber einige Funktionen wie Multitasking, Text to Speech und Speech to Text vermissen. Sie sollen erst mit dem großen Mango-Update im Herbst nachgereicht werden und auch für die Geräte der ersten Windows-Generation wie Samsung Omnia 7, HTC HD7 und Dell Venue Pro zur Verfügung stehen.
Im Game Hub kann man nicht nur seinen Live-Avatar sehen, sondern auch neue Spiele kaufen | (c) Areamobile
Schnell ist man mit dem Dell-Gerät nicht gerade im Internet unterwegs, zumindest die Ladezeiten können sich nicht mit aktuellen Android-Smartphones messen. Obwohl Windows Phones keine Flash-Inhalte darstellen können, benötigt das Dell Venue Pro im Schnitt fast doppelt so lange für den Aufbau von Internet-Seiten, wie das Samsung Galaxy S2. Anschließend muss sich das Volltastaturhandy aber nicht verstecken, denn Scrolling und Zoom verlaufen butterweich. Weitere Informationen zur Bedienung von Windows Phones findet man im Test zum Samsung Omnia 7. Dort gibt es auch Angaben zur Integration von Sozialnetzwerken, Kalender, E-Mail-Postfächern und dem Game-Hub.
Die Sprachqualität des Dell Venue Pro bewegt sich im oberen Mittelfeld. Gesprächspartner können sich gut verstehen und sind weder abgehackt, noch zu leise. Etwas mehr Höhen hätten aber nicht geschadet, so klingen Teilnehmer manchmal etwas dumpf. Dafür geht die Filterung von Umgebungsgeräuschen voll in Ordnung. Freisprechen funktioniert mit dem Venue Pro vergleichsweise gut - Grund ist der starke Lautsprecher des Handys.
Ein großes Display sorgt automatisch für schlechte Akkulaufzeiten? Nicht beim Dell-Smartphone. Obwohl der Akku nur 1.400 mAh leistet, verspricht der Hersteller Laufzeiten von etwa 14 Tagen und bis zu 7 Stunden Dauertelefonate – ein guter Wert. Im Alltag hält das Handy erwartungsgemäß nicht so lange durch, allerdings sind durchschnittliche Ladeintervalle von 3 Tagen bei mäßiger Nutzung durchaus realistisch.
Das Dell Venue Pro leistet sich bis auf das außerordentlich hohe Gewicht und die miese Kamera keine gravierenden Fehler. Es sieht edel aus, ist wie alle Windows Phones sehr schnell und bietet dem Nutzer sogar eine ausziehbare Tastatur im Hochformat an. Die dürfte aber eher Geschmackssache sein – Viele werden die gedrängten Tasten als zu klein empfinden, außerdem wird das Handy im aufgeschobenen Zustand sehr kopflastig. Das größte Problem des Dell Venue Pro dürfte aber der Preis sein – das Gerät ist bei keinem Netzbetreiber gelistet und im Internet findet man es nur wenig günstiger, als bei Dell selbst. Und der Hersteller verlangt stolze 549 Euro plus 29 Euro Versand - da die Preise für die anderen Windows Phones teils rapide gefallen sind, dürfte das Venue Pro nur wenige Käufer finden.