Testüberblick Sony Ericsson Xperia Play
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 23.05.2013 |
74% (gut) |
| Community- wertung |
19 Meinungen |
74% Empfehlungen |
75% (gut) |
Sony Ericsson schickt das Xperia Play ins Rennen – endlich. Mit der Mischung aus vollwertigem Smartphone und Spielekonsole will der Hersteller den Markt revolutionieren, aber lässt sich beides überhaupt erfolgreich kombinieren? In unserem Test verraten wir, ob der Spagat geglückt ist.
Das Xperia Play sieht auf den ersten Blick wie ein typisches Smartphone mit Volltastatur aus: Es ist satte 16 Millimeter dick und wiegt 175 Gramm, die man in der Hosentasche deutlich spürt. Das wäre verschmerzbar, wenn der Hersteller hochwertige Materialien für das Gehäuse benutzt hätte, allerdings besteht das Gamer-Handy ausschließlich aus Kunststoff.
Dafür stimmt die Verarbeitung. Spaltmaße sind kaum zu sehen, der Akkudeckel sitzt bombenfest an seinem Platz. Um ihn zu entfernen, benötigt man etwas Kraft, anschließend entpuppt er sich als dünnes und labberiges Stück Plastik. Lob hat sich der Hersteller für den Slider-Mechanismus verdient. Das Display gleitet butterweich und mit dem richtigen Maß an Federkraft auf und rastet mit einem kräftigen Schnalzgeräusch in die Endpositionen ein. Schönheitsfehler: Dabei ist ein dezentes Schleifgeräusch zu hören – tatsächlich konnten wir nach wenigen Versuchen oberflächliche Schleifspuren über den mittig angeordneten Gaming-Tasten des Unterteils entdecken.
Gaming-Tasten? Richtig, denn dort, wo sich bei Slidern sonst eine Volltastatur verbirgt, findet man ein Gamepad mit Steuerkreuz und den vier Aktionstasten der Playstation-Spielkonsole. Dazwischen gibt es zwei Sensorfelder, die die Mini- Joysticks der Konsolen-Controller ersetzen sollen. Sie dienen zur präzisen Steuerung, das digitale Steuerkreuz ist fürs Grobe zuständig. Sondertasten, die mit Select, Start und Menü beschriftet sind, und 2 Schultertasten vervollständigen den kleinen Playstation-Controller.
Während die Drücker sehr gut erfühlbar sind, optimalen Druckpunkt und knackigen Tastenhub vorweisen können, ist das analoge Steuerpad in der Mitte derzeit kaum zu gebrauchen. Das liegt an der praktisch nicht vorhandenen Unterstützung durch Spiele und an der schlechten Erfühlbarkeit, die nur wenig besser ist, als bei einem Touchscreen. Mehr dazu im Abschnitt Gaming.
Ein Enttäuschung ist das Display. Es punktet zwar mit 4 Zoll Diagonale und einer scharfen Auflösung von 854x480 Pixel, allerdings ist es – besonders für ein Gaming-Smartphone – überraschend leuchtschwach. Das weiß wohl auch Sony Ericsson, denn die Display-Helligkeit ist im Auslieferungszustand bereits auf Maximum eingestellt. Hinzu kommt erschwerend, dass der Minibildschirm nur unzureichend entspiegelt ist. Darunter leidet die Ablesbarkeit bei Sonnenschein noch weiter.
Das Play kommt mit 5 Megapixel-Kamera und LED-Blitz, Videos können mit 800x480 Pixel aufgenommen werden. Die Qualität bei Fotos ist nur Durchschnitt. Zwar werden Farben realistisch wieder gegeben, aber Bildschärfe und Bilddynamik sind kaum ausgeprägt. Bei Videos stört nur die niedrige Auflösung – die Hardware sollte eigentlich locker 720p-Aufnahmen schaffen. Dafür entschädigt das Play mit flüssigen 30 Bildern pro Sekunde und sehr gutem Sound.
Sony Ericsson legt dem Xperia Play eine Speicherkarte mit 8 Gigabyte bei, schließlich können moderne Handy-Games schon mal ein paar Hundert Megabyte groß sein. Ein Wechsel auf größere Speicherkarten ist zwar möglich, aber umständlich, denn die wenigen vorinstallierten Playstation-Spiele sind auf der eingelegten Karte gespeichert. Intern war dafür nicht genug Platz, gerade einmal etwa 250 Megabyte hat man auf dem Handy zur freien Verfügung.
Der Sound des Players lässt sich über etliche Klang-Presets an den eigenen Geschmack anpassen. Schon mit dem mitgelieferten In-Ear-Headset schafft das Play so ausreichend lauten und basslastigen Sound – dafür muss man sich die Stöpsel aber ganz tief in die Ohren stecken. Der Lautsprecher reicht voll aus, um den Freunden mal eben einen neuen Song vorzuspielen. Er ist laut und klar, ohne zu übersteuern – dabei liefert er sogar einen Ansatz von Bass, der das ganze Handy zum vibrieren bringt. Ein Radio sucht man vergeblich.
Für Videos hat das Display mit seinen 4 Zoll zwar die optimale Größe, allerdings stören hier die niedrigen Kontraste und die zu geringe Helligkeit. DivX und Xvid unterstützt das Handy leider nicht ab Werk, dafür aber die Standards wie Avi, H.263 und MP4. Auf einen Fernseher kann man Videos – und damit auch Spiele – leider nicht streamen, denn ein HDMI-Ausgang fehlt dem Xperia Play. Das ist absolut unverständlich für ein Zockerhandy.
Im Alltag gibt es bei Bedienung und Geschwindigkeit – egal ob auf dem Startbildschirm oder im Browser - keinen spürbaren Unterschied zum Sony Ericsson Xperia Arc. Mit gelegentlichen Rucklern muss man also rechnen. Das war auch nicht anders zu erwarten, denn beide Geräte sind sehr ähnlich ausgestattet: Android 2.3.2, Gigahertz-Prozessor (Singlecore), Adreno 205-Grafikbeschleuniger und 512 Megabyte Arbeitsspeicher. Über das Google-Betriebssystem hat Sony Ericsson bei beiden Handys seine UX-Oberfläche gelegt, die besonders einfach und Intuitiv zu bedienen ist. Mehr Informationen dazu findet man im Test des Xperia Arc. Einen Geschwindigkeits-Unterschied bemerkt man nur in Benchmarks, hier ist das Play etwas fixer, als das flache Bogenhandy.
Auch wenn die Geschwindigkeit des Play für Alltagsanwendungen ausreicht, bleibt abzuwarten, ob das auch für kommende Spiele gilt. In Zeiten von Dualcore-Chips und speziellen Gaming-Angeboten wie der Tegra-Zone muss sich Sony Ericsson die Frage gefallen lassen, warum man nicht auf eine modernere Hardware-Basis gesetzt hat. Schließlich stehen sogar schon die ersten Quadcore-Prozessoren für Tablets und Smartphones vor der Tür. Spätestens mit deren Marktstart zum Jahreswechsel sieht das Playstation-Handy ziemlich alt aus.
Davon merkt man derzeit zum Glück aber noch nichts. Wie versprochen installiert der Hersteller auf dem Spielehandy 6 Games, ein weiteres kann kostenlos über die Homepage von Gameloft heruntergeladen werden. Alle Spiele flitzen rasant und ruckelfrei über den Bildschirm – da kommt Freude auf.
Sony Ericsson bietet auf dem Play zwei unterschiedliche Portale an – mit dem Xperia-Play-Icon im Hauptmenü findet man installierte und herunterladbare Games, die es zwar auch für andere Android-Geräte gibt, aber speziell an die Controller-Steuerung des Handys angepasst wurden. Hinter dem Playstation-Pocket-Symbol verstecken sich Spiele der Playstation One, die nahezu unverändert auf das Smartphone portiert wurden. Ab Werk findet man dort nur den Jump'n'Run-Klassiker Crash Bandicoot, dem man das hohe Alter inzwischen deutlich ansieht: Die Grafik ist grob und pixelig. Allerdings läuft das Spiel tadellos und dürfte daher zumindest für Nostalgiefreunde interessant sein. Die müssen für weitere Oldschool-Titel wie Destruction-Derby oder Cool Boarders 2 auch dann tief in die Tasche greifen, wenn sie die Originale noch besitzen: Knapp 5 Euro verlangt Sony jeweils dafür. Das Angebot ist aber derzeit noch sehr eingeschränkt und umfasst nur 5 weitere PSX-Titel – das ist viel zu wenig.
Deutlich hübscher sind die vorinstallierten Play-Titel wie die Martial-Arts-Prügelei Bruce Lee oder die Raumschiffschlacht Star Battalion. Hier sind die Grafiken viel feiner und Bewegungsabläufe deutlich realistischer. Ruckler konnten wir im Test nicht beobachten, auch diese Spiele laufen schnell und flüssig. Das größte Problem: Die Games nutzen die Möglichkeiten des Play-Controllers häufig gar nicht aus. Bruce Lee lässt sich nicht über die Schultertasten steuern, Star Battalion nicht über die Analog-Pads und Tetris funktioniert ausschließlich über den Touchscreen.
Die Analog-Pads kommen bis auf wenige Ausnahmen wie FIFA10 kaum zum Einsatz, dort funktioniert die Steuerung darüber aber vorbildlich. Das mittig angeordnete Sensorfeld, das eigentlich die analogen Mini-Joysticks des echten Playstation-Controllers ersetzen soll, hätte aber ruhig etwas besser erfühlbar sein können, besser als auf einem Touchscreen spielt es sich darauf aber allemal.
Einer der größten Vorteile des Xperia Play ist der freie Blick auf den Bildschirm. Titel wie Fifa gibt es zwar auch für andere Android-Smartphones, doch bei einem Touchscreen-Handy hat man immer das Problem, mit den Fingern einen Teil der Spielfläche zu verdecken. Beim Xperia Play hat man immer freie Sicht auf den großen Bildschirm, die Daumen liegen auf den gut konturierten Steuerelementen und mit den Zeigefingern kommt man bequem an die beiden Schultertasten. Die Bedienung ist – für so einen kleinen Controller – außerdem sehr entspannt möglich. Daran dürfte auch die gute Balance des Xperia Play ihren Anteil haben. Obwohl das Handy schwer ist, liegt es beim Spielen sehr gut in der Hand.
Tetris funktioniert nur im Hochformat und über den Touchscreen. Klassiker hin oder her: Was macht das Spiel auf dem Xperia Play?
Das größte Problem ist die zu geringe Anzahl an Spielen, die an die Gamepad-Steuerung angepasst sind. Das ist sehr schade, den das Play hat als echte tragbare Spielekonsole durchaus Potential. Vielleicht hätte Sony Ericsson warten sollen, bis die ersten echten Exklusiv-Titel verfügbar sind. Dafür scheint aber schlichtweg keine Zeit gewesen zu sein, die Konkurrenz schläft schließlich auch nicht. Daher ist das Handy zwar schon auf dem Markt, die Playstation Suite, über die spezielle Spiele für das Xperia Play angeboten werden sollen, wird aber erst im Herbst nachgeliefert. Bis dahin nutzt das Zockerhandy leider nur einen Bruchteil seines Potentials und ist nur Hardcore-Gamern zu empfehlen. Die werden aber eher zu einer gebrauchten Playstation Portable greifen – bei Amazon ist die bereits für 70 Euro zu haben. Für weitere 250 Euro erhält man außerdem das Xperia X10. Mit dieser Kombination spart man Geld und hat trotzdem zwei Geräte, die auf ihrem Gebiet genauso gut sind, wie das Xperia Play.
Gesprächspartner tönen sehr laut und basslastig, trotzdem ist selbst auf höchster Lautstärke kein Knistern zu hören - die Verständlichkeit ist hervorragend. Der Play-Nutzer wird demgegenüber etwas dumpf wahrgenommen, zu Verständnisproblemen führt das aber nicht. Auch bei der Freisprechfunktion gibt es kaum Grund zur Kritik, hier punktet wieder der gute Lautsprecher.
Der Akku leistet 1500 mAh und überzeigt im Alltag – hier macht sich das dunkle Display sogar positiv bemerkbar, da es trotz seiner Größe vergleichsweise wenig Strom verbraucht. Wer Exchange nutzt und täglich stundenlang im Netz surft, bei Facebook aktiv ist und noch dazu viel Spielt, muss das Smartphone täglich mit Strom versorgen. Ansonsten hält der Akku auch gut zwei Tage durch. Als reine Spielzeit ist ein Wert von 4 bis 5 Stunden realistisch - das ist ausreichend.
Hervorragende Verarbeitung, gute Ausstattung und ein nettes Design reichen fast immer, um ein Top-Smartphones zu entwickeln. Beim Xperia Play geht diese Rechnung aber nicht ganz auf, Schuld ist – neben kleinen Unzulänglichkeiten wie dem schlecht erfühlbaren Analog-Pad und dem dunklen Display – hauptsächlich die Software. Es gibt einfach keine Spiele, die vernünftig auf das außergewöhnliche Gamepad des Play abgestimmt sind. Trotz des großen Potentials ist das Playstation-Handy daher momentan nur Hardcore-Zockern zu empfehlen, alle anderen sollten bis zum Erscheinen der Playstation Suite warten. Erst dann wird sich zeigen, was wirklich im Play steckt.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck 97%
Empfehlung ja
Bewertet am 02.11.2011
| Bewertung Sony Ericsson Xperia Play | |
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Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 19 Bewertungen von Areamobile Lesern.
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Du bist nicht dabei?Richtig, richtig Geil, das Play wurde auch in der Connect richtig gelobt!!!!! Weiterso SE!!!!! Ich bekomme nächste woche endlich mein Arc da freue ich mich total drauf, meine Frau kauft sich das Play.:-)
Es ist alles Geschmackssache der eine so, und der nächste wieder anders! Jedem das seine!Jeder hat halt seine Lieblingsmarke!
73% für gaming und video ist lächerlich
war nur eine relativ objektive Einschätzung. Hat nix mit Lieblingsmarke zu tun.
Hast du ein Arc, ich nehme mal an nicht. Wie kannst du es dann beurteilen? Also ich habe es, und es ist hammer geil.
ne, ich kenne nur diverse Tests und die HD-Videofunktion ist leider ein echter Fail. Warum sowas...?
Wiedermal nur auf Provokation aus ne?! Dann gute Nacht! Kommentiere und bewerte nicht, wovon du keine Ahnung hast!
Vielleicht solltest Du mal besser der Wahrheit in Auge blicken. Objektive Feststellungen sind wohl kaum Provokationen. Aber ich Fanboys seid das sehr empfindlich und bleibt lieber unter euch. Ich weiss;)
Wie gesagt, gute nacht.
naja, wie man lesen kann ists definitiv nicht nur der Spielemangel. Wieder mal nichts konsequentes von SE. Das Arc schürte auch schon Hoffnungen, aber nix da...