Samsung Galaxy Nexus Test - Teil 3. Hier geht es zur ersten Seite vom Samsung Galaxy Nexus Test.
Google setzt bei seinem neuen Vorzeige-Smartphone nicht auf eine inzwischen in der mobilen Oberklasse etablierte 8-Megapixel-Optik, sondern nur auf eine Kamera mit 5 Megapixel. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, schließlich machen mehr Pixel nicht automatisch eine bessere Kamera. Häufig ist sogar das Gegenteil der Fall. Macht also nichts, Hauptsache die Qualität stimmt - doch das ist leider nicht der Fall.
Während Fotos bei gutem Tageslicht noch halbwegs passabel aussehen und hauptsächlich mit unterdurchschnittlicher Bilddynamik und mittelmäßiger Bildschärfe zu kämpfen haben, nimmt das Bildrauschen bei schlechterer Beleuchtung stark zu. Zusätzlich sinkt die Bildschärfe weiter ab. Der LED-Blitz kann da ohnehin nur auf eine Distanz von etwa 2 Metern für Besserung sorgen, doch auch damit steigt die Schärfe nicht signifikant an. Auch die vielen neuen Kamera-Funtkionen von Android 4.0 wie selektiver Fokus, Bildstabilisator, Gesichtserkennung und die gut funktionierende Panoramaaufnahme verbessern diesen ersten schlechten Eindruck nicht mehr signifikant.
Viel besser machen sich auch Videos nicht, dabei nimmt das Nexus sie sogar in Full-HD (1.920x1.080 Pixel) auf. Allerdings treten hier die gleichen Probleme wie bei Fotos auf: Bilddynamik und Bildschärfe sind nur unterdurchschnittlich. Das ist wirklich schade, denn zu Features wie dem bis zu zehnfachen Zeitraffer und den Bildverfremdungs-Gimmicks für die Frontkamera (sie nimmt Videos mit bis zu 720p auf) wünscht man sich auch die passende Qualität.
Das Google Galaxy Nexus kommt in Deutschland mit 16 Gigabyte Speicher, in anderen Ländern werden auch Versionen mit 32 Gigabyte verkauft. Eine Erweiterungsmöglichkeit per Speicherkarte fehlt wie schon beim vorherigen Nexus. Die Konkurrenz bietet hier teilweise deutlich mehr.
Dafür gibt es einen Fortschritt beim Musik-Player zu verzeichnen, denn der kommt jetzt mit 11 Klang-Presets und einem echten 5-Band-Equalizer. Zusätzlich lassen sich über Schieberegler Bassverstärkung und ein 3D-Effekt (im Prinzip eine Art Raumklang) aktivieren. Damit dürfte für jeden das passende Klangbild wählbar sein. Das In-Ear-Headset im Lieferumfang reicht für den täglichen Weg zur Arbeit auch völlig aus, es liefert hohe Lautstärke und volle Bässe, könnte allerdings etwas klarer sein. An der optischen Präsentation des Players hat Google nicht viel geändert. Er bietet ein großes Coverart und die typischen Bedienelemente wie Start/Stopp oder Skippen, Liedinformationen erhält man durch das Tippen auf das Albumcover. Die Optionen, über die man auch die Klangeinstellungen erreicht, verstecken sich unter einem Symbol im oberen rechten Eck, das aus drei Punkten besteht.
Filme sehen auf dem großen und scharfen Display des Galaxy Nexus hervorragend aus. Das feine Raster der Pentile-Matrix fällt dabei kaum auf und die Farben sind intensiv aber nicht zu übertrieben. Die drei Android-Tasten werden wie die Bedienelemente des Players mit der Zeit ausgeblendet und nur nach einer Berührung des Touchscreens wieder angezeigt. Das ist die einzige Möglichkeit, bei der man tatsächlich das ganze Display nutzen kann. Wie schon bei der Musik ist der Lautsprecher übrigens ausreichend laut, klingt aber etwas dünn.