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Software und Bedienung II

Samsung Galaxy S3 Test - Teil 5. Hier geht es zur ersten Seite vom Samsung Galaxy S3 Test.

Software und Bedienung Teil II

Aber TouchWiz und das Samsung Galaxy S3 haben noch viel mehr zu bieten. So kann der Nutzer beispielsweise ein Video während der Wiedergabe verkleinern und im Fenster weiterlaufen lassen, während er im Hintergrund mobil im Internet surft oder E-Mails checkt. Samsung nennt das Pop-up Play. Wie sinnvoll es ist, eine Bild-in-Bild-Funktion auf einem Display mit ohnehin "nur" 4,8 Zoll Diagonallänge zu nutzen, sei dahingestellt. Die Leichtigkeit, mit der das Galaxy S3 diese Aufgabe erfüllt, ist aber beeindruckend. Denn das Minivideo kann absolut ruckelfrei auf dem Display verschoben werden und läuft dabei ohne Unterbrechung weiter – sogar bei einem HD-Video.

Samsung Galaxy S3: Bild in Bild | (c) Areamobile

Videofenster über dem Hauptmenü

Samsung Galaxy S3: Smart Stay | (c) Areamobile

Smart Stay verhindert das Abschalten des Displays

Samsung Galaxy S3: S Voice | (c) Areamobile

Problemkind S Voice: Bitte nur einfache Aufgaben | (c) Areamobile

 

Eine weitere Funktion, die in dieser Form bislang kein anderes Smartphone für sich verbuchen konnte, ist Smart Stay. Dabei beobachtet die Frontkamera ihre Umgebung und sucht nach einem menschlichen Gesicht. Wird sie fündig, schaltet sie das Display nicht ab. So will Samsung die zwar generell sehr sinnvolle, aber in einigen Situationen nervige Abschaltfunktion der Display-Beleuchtung umgehen. Wer längere Texte auf seinem Smartphone liest, aber eine kurze Timeout-Zeit aktiviert hat, wird das zu schätzen wissen. Im Test funktionierte Smart Stay ziemlich gut, allerdings setzt das halbwegs vernünftiges Licht voraus.

Eine Enttäuschung ist hingegen S-Voice. Das ist der Sprachassistent, den Samsung gerne zum Siri-Pendant von Apple hochstilisieren würde, doch davon ist S-Voice trotz aller Unzulänglichkeiten von Siri in etwa so weit entfernt, wie Boris Becker von seinem vierten Wimbledon-Sieg. S-Voice wird am schnellsten durch zweimaliges Drücken des Home-Buttons gestartet. Doch während einfache Anweisungen wie Fragen nach dem Wetter in ruhiger Umgebung meist noch korrekt beantwortet werden, kapituliert S-Voice einfach bei vielen anderen Fragen oder wiederholt Frage-Formulierungen völlig falsch - da hilft auch die Anbindung an die Wissensdatenbank Wolfram Alpha nicht weiter.

Richtig schlimm wird es bei der Nutzung von S-Voice über Bluetooth im Auto. Dort sinkt die Erkennungsrate auch ohne dudelndes Radio auf gefühlte 5 Prozent und führt entsprechend schnell zu Frustration beim Sprecher. Insgesamt vermittelt S-Voice viel weniger als Siri den Eindruck, tatsächlich eine Person zu sein. Fragt man Siri auf dem iPhone etwa "Wer bist du?", reagiert der Assistent mit Antworten wie "Es ist nicht wichtig, wer ich bin". Das erweckt zumindest grob den Eindruck, mit einer halbwegs humorvollen echten Person zu sprechen. S-Voice wiederholt zwar die Frage korrekt und zeigt damit, dass der Sprecher akustisch richtig verstanden wurde, kann damit aber nichts anfangen und verweist auf eine Internet-Suche – noch dazu in einem Ton, der nicht nur noch synthetischer als Siri klingt, sondern auch noch unfreundlich und fordernd. Ein Wecker ließ sich im Test partout nicht auf 11 Uhr morgens einstellen – die Vorgabe war stets 11 Uhr PM, also abends. Dabei war auf dem Test-S3 die 24 Stunden-Anzeige aktiviert. Außer einigen wenigen einfachen Aufgaben, die am besten bei absoluter Stille und nach einem mehrmonatigen Training für klare, hochdeutsche Aussprache getätigt werden, sollten Nutzer S-Voice schlicht ignorieren - Siri macht wenigstens noch beim einmaligen Ausprobieren Spaß, S-Voice nicht einmal dann!

Samsung Galaxy S3: S Voice | (c) Areamobile

Nicht verstanden? Doch, eigentlich schon - ausnahmsweise.

Samsung Galaxy S3: fehler | (c) Areamobile

Mit Deutsch hat das nicht viel zu tun.

Samsung Galaxy S3: Smart Alarm | (c) Areamobile

Beispiel für intelligente Gestensteuerung | (c) Areamobile

 

Grund dafür könnte auch die verwendete Technik von Samsung sein. S-Voice basiert auf der Spracherkennungs-Software Vlingo, die auch schon auf dem Galaxy S2 installiert war und dort ebenfalls nur für mäßige Begeisterung sorgte. Vergleicht man S-Voice mit der Google-Spracherkennung, dann schneidet Vlingo deutlich schlechter ab. Will man etwa die Google-Maps-Navigation nutzen, funktioniert die Spracheingabe der Zieladresse auch über Bluetooth im Auto meist problemlos. Das kann man von S-Voice ganz und gar nicht behaupten. Das Samsung-Pendant zu Apples Siri wirkt richtiggehend unfertig – vor allem wenn man Texte wie "Sie werden nicht mehr hören, dass Ansagen gesprochene zurück zu Ihnen" oder "Sagen Sie Hallo Galaxy, um mich aufzuwecHen" liest. Eine Beta-Version hätte Samsung auf der Vorstellung des Galaxy S3 einfach nicht so in den Vordergrund stellen dürfen.

Doch zurück zu den positiven Dingen, die das Samsung Galaxy S3 zu bieten hat. An allen Ecken und Ende macht das Smartphone den Nutzer per Hilfstext auf die Bewegungssteuerung aufmerksam – sogar in fehlerfreiem Deutsch. So kommt man etwa durch doppeltes Antippen der S3-Stirnseite zum Anfang von Listen, kann ohne weitere Aktion ein Telefonat beginnen, wenn man während des SMS-Schreibens einfach das Handy ans Ohr führt, oder wird dank Smart Alert beim nächsten Aufheben des Galaxy S3 durch Vibration auf verpasste Anrufe oder andere Events aufmerksam gemacht. Außerdem wird das Anrufsignal stumm gestellt, wenn man das Gerät umdreht und auf das Display legt, oder es lässt sich ein Screenshot erstellen, indem man wie ein Scanner mit der Handkante von links nach rechts über das Display streicht. Verpasste Nachrichten sieht der Nutzer übrigens auch durch die farbige LED, die links über dem Display platziert wurde. Sie blinkt etwa blau für ungelesene Mails, rot bei zu niedrigem Akkustand und leuchtet grün, wenn das S3 wieder voll geladen ist.

Selbst die Kontaktverwaltung wurde noch einmal dezent überarbeitet. Für einzelne Kontakte können bestimmte Vibrationsarten festgelegt werden – der Vibrationsakku imitiert etwa einen Herzschlag, wenn die neue Freundin anruft. Dafür hat Samsung auf dem neuen Galaxy S3 überraschenderweise den Social Hub und den Readers Hub weggelassen, Twitter ist nicht mehr in TouchWiz integriert und Facebook-Informationen wie etwa Anruferbilder werden nicht mehr in der Kontaktliste angezeigt – diese Möglichkeiten hätte Samsung zumindest als Option anbieten sollen. Andere Hubs wie das Music Hub müssen erst über den Samsung-App-Store herunter geladen werden, das setzt einen Samsung-Account voraus. Anschließend verlangen Samsung und Betreiber 7Digital monatlich 9,99 Euro für die volle Nutzung aller Funktionen wie etwa des Internetradios. Wer ohnehin keine Musik auf seinem Handy kaufen will, sollte Music Hub zugunsten des MP3-Players links liegen lassen – Internetradio gibt es auch deutlich günstiger.

Samsung Galaxy S3: Wecker | (c) Areamobile

Optionen für die "freundliche Weckerfrau"

Samsung Galaxy S3: Twitter | (c) Areamobile

Twitter? Was ist denn das?

Samsung Galaxy S3: Vibration | (c) Areamobile

Unterschiedliche Vibrationsmuster für Anrufer | (c) Areamobile

 

Dafür können Nutzer auf dem Galaxy S3 einen Dropbox-Account einrichten. In Verbindung mit dem Samsung-Handy erhalten sie zusätzlich zu den ohnehin kostenlosen 2 Gigabyte Cloud-Speicher weitere 48 Gigabyte für zwei Jahre zur kostenlosen Nutzung hinzu. Aber Achtung: Dropbox ist – ähnlich wie Picasa von Google – automatisch so eingestellt, dass etwa Fotos automatisch in den Cloud-Speicher hochgeladen werden. Wer einen Vertrag mit nur geringem Datenvolumen hat, der dürfte schnell an dessen Grenzen stoßen. Der automatische Upload lässt sich aber mit wenigen Klicks deaktivieren.

Um alle Features des Samsung Galaxy S3 zu entdecken, brauchen Nutzer mehrere Tage. Es gibt davon einfach so viele, dass Samsung gar nicht per Hilfstext auf alles aufmerksam machen kann. Und das Gerät bietet mitunter Überraschungen. Beispiel Wecker: Der bietet jetzt eine neue Funktion namens "Informationen". Dabei wird man von einer kurzen Klangfolge und der roboterhaften-Vlingo-Stimme geweckt, die je nach Einstellung Uhrzeit, Wetter, Termine, Börsenkurse und sogar die aktuellen Nachrichten vorliest. Die Idee ist gut, die Umsetzung eher nicht – die "freundliche" Computerstimme schreit den nichts ahnenden Nutzer aus dem Tiefschlaf und sorgt so gefühlt für den ein oder anderen Herzinfarkt.

Ebenfalls in die Kategorie "gut gemeint, aber schlecht umgesetzt" fällt der Wlan-Standard Wifi-Direct. Er soll eigentlich den direkten Datenaustausch über Wlan zwischen zwei Geräten ermöglichen, ohne dass ein Router dazwischen geschaltet ist. Wie schon beim Vorgänger Galaxy S2 funktioniert das zwar, allerdings nur mit anderen Samsung-Geräten – obwohl die Zertifizierung durch die Wifi-Alliance eigentlich besagt, dass die Interoperabilität zwischen zertifizierten Geräten gewährleistet ist. Im Test funktionierte das aber keineswegs über Herstellergrenzen hinweg. Der Leidtragende ist der Kunde, der sich auf ein offensichtlich nichtssagendes Zertifikat verlassen hat. Dieses Problem gibt es beim Nahbereichsfunk NFC hingegen nicht. Per Android Beam kann man problemlos Kontaktdaten oder Browser-Links auf andere Geräte übertragen, bei der Mischung aus NFC und Wifi-Direct – Samsung nennt das S-Beam – schaut man hingegen wieder in die Röhre.

Ob die ellenlange Feature-Liste den Akku zu schnell aussaugt, erfährt man im letzte Teil des Tests. Dort ziehen wir auch ein Fazit.

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Themen: Android-Smartphones, Smartphone
Quelle: Areamobile
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