
Für den Einstieg in die Welt von Windows Phone 7 hat sich Nokia das Lumia 800 ausgesucht. Jetzt folgt für den kleineren Geldbeutel das Lumia 710 mit wesentlich einfacherem Gehäuse, weniger internem Speicher und einer Kamera, die nur 5 Megapixel auflöst. Wir haben das Gerät getestet und verraten, ob sich der Griff zum Billig-Phone lohnt.
Neben dem Lumia 800 mit seinem schicken Unibody aus Polycarbonat kann das neue Lumia 710 im Test nicht bestehen. Es wirkt wesentlich weniger hochwertig, ohne dabei aber zum Glück komplett wie ein echter Plastikbomber zu wirken. Unser weißes Testgerät gefällt optisch durchaus mit schlichter Formgebung und kommt zudem im Gegensatz zum großen Geschwistermodell mit austauschbarem Akku.
Bei der Verarbeitungsqualität bekleckert sich Nokia allerdings nicht gerade mit Ruhm. Besonders der Akkudeckel knirscht und quietscht unter Druck stark und die Beleuchtung der Windows-Symbole unter dem Display ist schmutzig und ungleichmäßig. Dafür liegt das Lumia 710 im Test wegen seiner starken Rundungen gut in der Hand.
Das Display ist auf den ersten Blick identisch mit dem Touchscreen des Lumia 800, allerdings ist es nicht so elegant ins Gehäuse eingepasst und setzt auf eine andere Technologie. Während es bei einer Diagonale von 3,7 Zoll Windows-typisch 800x480 Pixel darstellt und bei Farbsättigung, Betrachtungswinkel und mit ausreichender Helligkeit überzeugt, setzt es im Gegensatz zum Lumia 800 nicht auf ein Clear-Black-AMOLED-Display, sondern auf ein Clear-Black-TFT-Display, das von stoßfestem Gorilla-Glas geschützt wird. Da TFT/LCD normalerweise auf eine RGB-Matrix und nicht wie AMOLED auf eine Pentile-Matrix setzt, wirkt der Touchscreen des Lumia 710 etwas schärfer als das Lumia 800.
Bei Kamera und Multimedia muss man beim kleineren der beiden aktuellen Lumia-Geräte deutliche Abstriche machen. Die Musik-Funktionen sind zwar identisch, doch dem Lumia 710 muss man im Test den geringen internen Speicher von nur 8 Gigabyte negativ ankreiden – auch hier lässt sich der Speicher nicht per microSD-Karte erweitern. Wer gerne auch mal Videos unterwegs betrachtet, sollte lieber zum größeren Schwestermodell greifen – oder eine Datenflatrate und die 25 Gigabyte Skydrive-Speicher nutzen.
Die Kamera bietet nicht nur auf dem Papier weniger als das große Lumia-Modell, auch die tatsächliche Qualität ist schlechter. Die Fotos im Lumia 710 Test wirken trotz immerhin 5 Megapixel oft milchig und verrauscht. Videos sind hingegen ausreichend scharf und werden mit 720p aufgenommen.
Im viel günstigeren Nokia Lumia 710 steckt der gleiche 1,4-Gigahertz-Prozessor wie im größeren Schwestermodell Lumia 800, entsprechend schnell und flüssig läuft die Bedienung. Auch im Internet gibt es daher keine großartigen Unterschiede. Ebenfalls identisch: Beide Geräte verfügen über die kostenlose Onboard-Routenführung Nokia Navigation, für die nur zu Beginn der Zielführung eine Internetverbindung benötigt wird. Anschließend greift die Software auf die Karten aus dem Telefonspeicher zu – das frisst auch schon mal mehrere hundert Megabyte bei dem ohnehin nicht gerade üppigen Speicherplatz von effektiv knapp 6,3 Gigabyte.
Die Akku-Leistung ist höchstens Durchschnitt. Bei intensiver Nutzung kann es bis zum Abend durchaus auch mal knapp werden, ohne Stromsparmechanismen kommt man dann nicht mehr aus. Ansonsten hielt das Lumia 710 im Test etwa zwei bis drei Tage durch. Bei der Gesprächsqualität überraschte das Lumia 710 positiv – trotz des niedrigeren Preises schneidet es etwas besser a, als das Lumia 800. Das bemerkt man besonders bei der gesteigerten Klarheit, mit der man Gesprächspartner wahrnimmt.
Das Nokia Lumia 710 verfügt bei weitem nicht über den hohen Faszinationsfaktor, den das Nokia Lumia 800 auszeichnet. Denn während das erste Windows Phone von Nokia besonders mit seinem ausgefallenen Design überzeugen konnte, wirkt das Lumia 710 im Test höchst gewöhnlich. Hinzu kommt die schlechtere Ausstattung - als Hauptkaufargument bleiben da nur die kostenlose Navigation und der Preis.
Rein rational betrachtet ist das Lumia 710 allerdings vielleicht sogar das bessere Windows Phone – die Kamera war auch schon beim größeren Geschwistermodell nicht überragend, als wesentliche Unterschiede bleiben daher nur Design und Speicher. Wer darauf verzichten kann, spart mit dem Lumia 710 über 100 Euro im direkten Vergleich.
Areamobile Redaktion,
Gesamteindruck 92%
Empfehlung ja
Bewertet am 05.05.2012
| Bewertung Nokia Lumia 710 | |
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Weiterempfohlen von
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Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 1 Bewertungen von Areamobile Lesern.
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Du bist nicht dabei?Warum wird im Testbericht die Verwendung eines AMOLED Displays und das damit verbundene Punkteraster kritisiert?
Zitat:
"Wegen der Verwendung der AMOLED-Technologie sind bei genauem Hinsehen wieder ein leichtes Punktraster und eine damit verbundene dezente Unschärfe zu erkennen."
Laut Datenblatt wird doch ein LCD-TFT verwendet???
...das knarzen des akkudeckels hat mich damals beim n96 zur abkehr von nokia geführt...jahre danach machen die wieder das gleiche.
Wenn aber eins mit über 4" amoled und dem unibody vom 800er auf den europäischen markt kommt...bin ich dabei
@Voody
Im Lumia 710 steckt wie im Lumia 800 ein Clear-Black-Display, also eine angepasstes AMOLED-Display. Habs im Datenblatt verbessert.
mfg
eine andere quelle sagt, dass 710 hat ein tft, also kein amoled. clear-black ist technisch gesehen nur ein pol-filter, und hat mit der display-technologie, ob amoled oder lcd, nicht wirklich viel zu tun
Display-Technik
ClearBlack
TFT-Aktivmatrix
Corning® Gorilla® Glas
So stehts auf http://www.nokia.com/de-de/produkte/smartphones-und-handys/lumia710/technische-daten/
nohtz liegt mit der Angabe total richtig ;)
CBD ist nichts weiters als ein Polfilter, welcher innere Reflexionen abschwächt und so für ein reineres Schwarz sorgt. Ein ähnlicher Effekt erhält man mit einer Polaroid-Sonnenbrille. Da glänzen Nicht-Metallische Oberflächen (Wasser/Glas) auch weniger - wer sich mit Fotografie auskennt, wird den Effekt zu schätzen wissen ;)
So ganz objektiv sind die Testkriterien anscheinend nicht.
Beispiel:
Internet-Displaydiagonale:
710: 79%
800: 86%
Internet-Displayauflösung:
710: 42%
800: 94%
Beide Phones haben dieselbe Diagonale und Auflösung.
Laborant hat es in einem anderen Thread ja schon erwähnt. Ein wenig komisch, die Testkriterien und Bewertungen.
Das dürfte eigentlich nicht sein. Ich schau nach, was der Grund dafür ist. Danke und Gruß,
Frank
EDIT:
Ist kein Fehler. Es gibt einmal die "Testwertung", also die Wertung zum Zeitpunkt des Tests. Und dann gibt es die "aktuelle Wertung", also die Wertung zum jetzigen Zeitpunkt. Zwischen dem 800 und dem 710 kam ein Test zum Note. Dadurch haben sich die Verhältnisse bei den Displays geändert und das 710 schneidet entsprechend schlechter ab. Wenn du dir die "aktuelle Wertung" in beiden Geräten anschaust, findest du identische Ergebnisse:
Display Diagonale 79%
Display Auflösung 42%
Wie kann das L710 mehr %e haben, als das N9?
1.Im direkten Vergleich liegt die Preisspanne noch höher. In Märkten, Lumia 800 479,00€ und Lumia 710 319,00€. Also knapp 160,00€.
2.Im Online Vergleich, Lumia 800 knapp 370,00€ und Lumia 710 knapp 300,00€.
Sollte ne kleine Zusammenfassung sein, da die Preise beider Modelle in Märkten doch starkt auseinander gehen. Im Onlinehandel nicht so drastisch.
Zum Testbericht: Ein Bericht/Test ala Galaxy S1 wäre näturlich viel besser, da es hier nur 2 Testberichte neuer Modelle von WP7 gibt.
Ansonsten: Sehr schnell, wohl keiner mitgerechnet und die Bilder sind wie immer sehr gut!