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RIM Blackberry Bold 9790 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Kompakt
  • Gute Volltastatur
  • Klare Gesprächsqualität
  • Flops
  • Wenig für Multimedia geigent

Blackberry Bold 9790 Test: Der billigere Bruder des Bold 9900

Den unter Blackberry OS 7 laufenden Blackberrys droht schon bald das gleiche Schicksal wie den Symbian-Smartphones von Nokia: Der Absturz in die Bedeutungslosigkeit mangels weiterer Unterstützung. Wir erklären im Test, ob sich der Kauf eines aktuellen Gerätes wie dem Blackberry Bold 9790 trotzdem lohnt.

Design, Verarbeitung und Display des Bold 9790 im Test

Der Blackberry Bold 9790 soll die preiswerte Alternative zum aktuellen Flaggschiffmodell Blackberry Bold 9900 sein. Das Design des neuen Smartphones wirkt filigraner: In Länge und Breite fällt das schwarze 11,4 Millimeter dicke und gut verarbeitete Kunststoff-Gehäuse des Blackberry Bold 9790 im Test kleiner als das des Bold 9900 aus. Das merkt man auch bei der Display-Größe: Sie ist mit 2,45 Zoll in der Diagonale knapper bemessen. Außerdem findet man beim neueren Gerät an der schräg nach hinten abfallenden Stirnseite mit der integrierten Bildschirm-Sperrtaste einen chromartiger Rahmen, der sich bis zur Rückseite des Gehäuses zieht. Sie ist mit einer griffigen Softtouch-Oberfläche überzogen. Die seitlich angebrachte Lautstärkewippe und die beliebig belegbare Funktionstaste sind beim Bold 9790 so schmal gehalten, dass sie leicht übersehen werden und wegen ihres sehr harten Druckpunkts teilweise schwer zu drücken sind. Dafür wiegt der Blackberry Bold 9790 im Test mit 107 Gramm weniger als der Blackberry Bold 9900 und liegt so nicht nur kompakt, sondern auch schön leicht in der Hand.

BlackBerry Bold 9790 Test: Unboxing

BlackBerry Bold 9790

BlackBerry Bold 9790 Test: Unboxing

Navi-Keys und Tastatur

BlackBerry Bold 9790 Test: Unboxing

Rückseite mit Kamera

 

Die Anordnung von Display, optischem Touchpad und den vier Funktionstasten sowie QWERTZ-Tastatur ist bei den beiden Bold-Modellen gleich. Auch die ergonomische Form der einzelnen Tasten des Blackberry Bold 9790 gleicht der auf dem Bold 9900. Die beleuchteten Tasten verfügen zwar nicht über den glasklaren Druckpunkt wie beim Bold 9900, sind aber immer noch so gut erfühlbar. Aufgrund des schmalen Formfaktors eignet sich der Blackberry Bold 9790 im Test auch zur Bedienung mit nur einer Hand. Das kleine TFT-LCD des Bold 9790 löst 640x480 Pixel auf und stellt so mit einer Pixeldichte von 246 PPI Inhalte ungemein scharf dar. Dennoch: Die geringe Größe des Displays erschwert nicht nur die Touchscreen-Bedienung, sondern auch das Surfen auf Webseiten und erst recht das Lesen von längeren Dokumenten.

System: Hardware und Bedienung

Wie beim Blackberry Bold 9900 kommt beim Blackberry Bold 9790 im Test die von RIM entwickelte Liquid-Graphics-Technologie zum Zuge, die im Zusammenspiel mit dem 1,2 Gigahertz starken Single-Core-Prozessor der Snapdragon-Reihe von Qualcomm, der GPU und dem 768 Megabyte großen Arbeitsspeicher für klare Darstellungen von Grafiken und flüssiges Abspielen von Animationen auf dem Display sowie eine schnelle Reaktionsgeschwindigkeit des kapazitiven Touchscreens sorgen soll. Mit Erfolg: Der Touchscreen reagiert prompt auf Fingereingaben, Anwendungen öffnen sich ohne Verzögerung, und auch Scrollen gelingt flüssig, wenn man die richtigen Ansatzpunkte auf dem Touchscreen trifft. Alles andere wäre angesichts des kleinen Displays und seiner Auflösung auch enttäuschend.

BlackBerry Bold 9790 Test: Unboxing

Startbildschirm

BlackBerry Bold 9790 Test: Unboxing

Ausgeklapptes Menü

BlackBerry Bold 9790 Test: Display

Verbindungs-Manager

 

Von der internen Speicherkapazität von 8 Gigabyte stehen im Auslieferungszustand des Geräts dem Nutzer noch knapp 6 Gigabyte zur Verfügung, der Rest ist bereits durch das Betriebssystem belegt und für Apps reserviert. Per microSD-Karte kann der Nutzer aber den Speicherplatz des Blackberry Bold 9790 noch um bis zu 32 Gigabyte ausbauen. Die Speicherkarte lässt sich dank Hot-Swap-Funktion im laufenden Betrieb auswechseln, der eingelegte Akku versperrt nicht den Eingang des microSD-Steckplatzes. Zudem bietet der Blackberry Bold 9790 gängige Merkmale wie eine Digitalkamera, einen GPS-Empfänger (A-GPS), Bluetooth, einen Micro-USB-Port, eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für handelsübliche Kopfhörer und eine Schnittstelle für den Bezahlfunk NFC.

Als Betriebssystem kommt Blackberry OS 7.0 zum Einsatz, das Update auf die neue, in Deutschland für andere Blackberry-Smartphones verfügbare Betriebssystemversion 7.1 kommt für den Bold 9790 erst Ende Juli heraus. Blackberry OS 7.0 hatte bereits sichtbare Neuerungen gegenüber den Vorgängerversionen im Gepäck: Dazu gehörten beispielsweise Schnellstartleisten für fünf Kategorien von Anwendungen, eine ausklappbare Benachrichtigungsleiste, ein Social-Feeds-Client zur gesammelten Ansicht von Mitteilungen aus Facebook, Twitter, Blackberry Messenger & Co. sowie ein überarbeiteter Standard-Browser, der Javascript zügiger verarbeitet, Webseiten sauber bei Pinch-to-Zoom-Gesten rendert und Elemente von HTML5 wie beispielsweise Videos unterstützt, in verschiedenen Benchmarks allerdings durchwachsene Ergebnisse erzielt.

Dazu bietet das System eine universelle Suche, die Ergebnisse schon beim Eintippen der ersten Zeichen liefert und auch zuverlässig per Spracheingabe funktioniert, Anwendungen wie Documents to Go, einen PDF-Reader, Spiele und Task Manager sowie die bewährten Blackberry-Qualitäten bei E-Mail-Push sowie Daten-Synchronisation, -Sicherheit und -Schutz. Einen ausführlicheren Einblick in das Betriebssystem Blackberry OS 7.0, die Benutzeroberfläche und den Software-Umfang haben wir bereits im Testbericht zum Blackberry Bold 9900 gewährt.

BlackBerry Bold 9790 Test: System

Blackberry OS 7.0

BlackBerry Bold 9790 Test: Internet

Web-Browser

 

Damals haben wir das moderner wirkende und flacher gewordene Menü, die vielen Einstellungsmöglichkeiten und die tiefe Integration von Messaging- und Social-Networking-Optionen gelobt. Was dem Betriebssystem auf dem Blackberry Bild 9790 im Test jedoch noch fehlt, ist die "Präsenz" der Dienste und Anwendungen wie bei anderen Plattformen wie Android - auch mit herstellereigenen Benutzeroberflächen wie Touchwiz oder Sense -, iOS oder Windows Phone 7. So lassen sich Widgets beispielsweise nicht zum Personalisieren auf dem Homescreen ablegen.

Mit Blackberry OS 7.1 kommen in Kürze weitere wesentliche Verbesserungen hinzu, dann dient der Blackberry Bold 9790 bei Bedarf auch als mobiler Wlan-Hotspot oder als Medienserver und bietet endlich einen zentralen Posteingang für SMS, E-Mails und Chat-Nachrichten sowie ein Radio. Dann unterstützt der Blackberry Bold 9790 auch den BlackBerry Tag genannten Dienst, mit dem Nutzer Blackberry-Messenger-Kontakte, Dokumente, Internet-Adressem, Fotos und andere Multimedia-Inhalte bei Aneinanderhalten ihrer komaptiblen RIM-Smartphones über die NFC-Schnittstelle übertragen können. Später wird es darüber auch möglich sein, Geldbeträge zu zahlen oder Fahrkarten zu kaufen. Weitere Neuerung: Die universelle Sucheingabe berücksichtigt Vorschläge von Microsoft Bing. Dienste wie Blackberry Music, bei dem die Nutzer eine begrenzte Anzahl von Songs mit Kontakten teilen können, oder Blackberry Traffic stehen dagegen in Deutschland nicht bereit.

Kamera, Musik, Multimedia und Video

Die 5-Megapixel-Kamera des Blackberry Bold 9790 kommt mit (kontinuierlichem) Autofokus, über den beispielsweise auch das Kamera-Vorzeigehandy Nokia N8 verfügt. dabei wird bei entsprechender Einstellung die Entfernung von der Kamera zum Motiv nicht erst beim Drücken des Auslösers ermittelt und eingetellt, sondern ständig. Weitere Kamera-Features sind ein LED-Blitz, Gesichtserkennung und Bildstabilisierung, mehrere Motivprogramme, ein Makromodus, Geotagging sowie Videoaufnahmen in VGA-Qualität. Die Kamera löst bei permanentem Autofokus fix aus, bei manuell veranlasster Scharfstellung dauert es schon mal zwei bis drei Sekunden, bis sich die Blende öffnet. Mit der Kamera des Blackberry Bold 9790 im Test aufgenommene Fotos zeichnen sich durch eine natürliche Farbwiedergabe aus und gelingen bei guten Lichtverhältnissen durchaus scharf. Bei schlechteren Lichtverhältnissen tritt dagegen schnell Bildrauschen auf. Im Videobereich bietet der Bold 9790 nur unterdurchschnittliche Auflösung.

Blackberry Bold 9790 Test

Musikplayer

Blackberry Bold 9790 Test: Kamera

Kamera-Menü

Blackberry Bold 9790 Test: Headset

Mitgelieferte Kopfhörer

 

Der Musikplayer des Blackberry Bold 9790 überzeugt im Test mit sattem, ausgewogenen Sound - davon ist man komischerweise bei einem Blackberry immer noch etwas überrascht, schließlich assoziert man die Smartphones des kanadischen Herstellers eher mit staubigen Business-Anwendungen. Er liefert klare Höhen und druckvolle Bässe, allerdings nur, wenn die billigen Kopfhörer aus dem Lieferumfang durch höherwertige Ohrstöpsel ersetzt wurden. Dazu bietet der Player 13 voreingestellte Klangprofile, sortiert Musikdateien nach Titel, Interpret, Album und Genre und erlaubt das Anlegen und Bearbeiten von Wiedergabelisten.

Telefonfunktionen, Datendienste und Akkulaufzeit

Für mobile Datenübertragungen unterstützt das Quadband-GSM-Smartphone trotz der Blackberry-typischen Datenkomprimierung neben GPRS und UMTS auch HSPA für Übertragungsraten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Downstream und bis zu 5,76 Megabit pro Sekunde im Upstream, für den Internetzugriff an Hotspots den Wlan-Standard n in den Frequenzbereichen um 2,4 Gigahertz und 5 Gigahertz. Um den Blackberry-Datentarif, den der Kunde zur Nutzung des Blackberry Internet Service buchen muss, zu schonen, läuft die Datenübertragungen über die Wlan-Schnittstelle, wenn das Smartphone ein bekanntes zugängliches Netzwerk in Reichweite ausfindig macht.

Die Sprechzeit gibt der Hersteller für den Blackberry Bold 9790 mit bis zu 5,2 Stunden im GSM-Betrieb oder bis zu 5,3 Stunden im UMTS-Modus an, die Standby-Zeit mit bis zu 18 Tagen. Musik soll das Gerät bis zu 33 Stunden am Stück abspielen, Videos bis zu sechs Stunden lang. Das sind in diesem Fall keine übertriebenen Angaben, sondern nach den Erfahrungen im Test des Bold 9790 eine durchaus realistische Angaben. Berauschend sind diese Werte allerdings nicht, vielmehr gleicht sich der Blackberry damit der Akku-Ausdauer anderer Touchscreen-Smartphones an: Im Praxiseinsatz hält der 1.230 mAh starke Akku locker einen Arbeitstag durch, bei normaler Nutzung mit aktiviertem Nachrichten-Push, eingeschalteten UMTS und Wlan sowie gelegentlichen Telefonaten und mobilen Surfsessions muss der Energiespender aber am zweiten oder spätestens am dritten Tag wieder aufgeladen werden.

An der Gesprächsqualität gibt es nichts zu meckern: Verbindungen sind rauscharm, wobei die Stimmen der Gesprächspartner am anderen Ende natürlich klingen.

Fazit

Der Blackberry Bold 9790 reiht sich preislich und hinsichtlich der Ausstattung zwischen dem aktuellen Flaggschiffmodell Blackberry Bold 9900 und dem Vorgängermodell Blackberry Bold 9780 ein. Das Smartphone ist zurzeit im freien Handel ohne Vertrag für Preise ab etwa 360 Euro erhältlich und bietet viele Features des rund 50 Euro teureren Bold 9900. Neue Freunde wird Blackberry mit diesem Gerät aber nicht gewinnen. Das liegt einerseits daran, dass die Stärken des Bold 9790 in Bereichen liegen, die zurzeit bei vielen privaten Anwendern eine untergeordnete Rolle spielen - nämlich bei den Push-Anwendungen, der echten Volltastatur, den Sicherheits-Features, der Empfangsstärke und der Gesprächsqualität. Andererseits werden gerade Blackberry-Fans erst einmal abwarten, was später im Jahr die neuen Geräte mit Blackberry OS 10 zu bieten haben.

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Testwertung RIM Blackberry Bold 9790
 
Handlichkeit und Design 85%
Verarbeitung 96%
Sprachqualität 93%
Akkuausdauer 60%
Messaging 93%
Ausstattung 56%
Kamera 54%
Internet 63%
Musik 76%
PIM und Sozialnetzwerke 90%
Bedienung 78%
Programme 80%
Navigation 55%
Gaming und Video 55%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
72%
Zeitwertung
(Stand 22.05.2013)
70%

Unsere Wertung im Detail

Björn Brodersen,

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 05.06.12 15:20 CoolKid (Member)

    Viel Glück RIM. Ich fürchte, ihr werdets brauchen, immerhin kriegt man um 300€ das Galaxy Nexus, Lumia 800 etc.

    PD: Braucht man eigentlich noch immer die BB-Option, um sowas ordentlich nutzen zu können? War für mich damals, in Zeiten von Whatsapp etc., ein Dealbreaker.

  2. 05.06.12 19:55 benthepen (Expert Handy Profi)

    BB Option braucht man weiterhin....

  3. 05.06.12 20:12 Packungsbeilage (Youngster)

    blackberry gibt es ja auch noch;)

  4. 06.06.12 04:37 Whiskas (Member)

    Wenn ich mir den ausführlichen Test des SGS3 ansehe und diesen mit dem hier vergleiche, sträuben sich bei mir die Haare. Dieses gleicht eher einen Kurztest, unterlegt mit Fotos vom Unboxing. Enttäuschend meinerseits. Da wünsche ich mir Eure alten Qualitäten wieder.

  5. 06.06.12 05:52 bocadillo (Professional Handy Master)

    whiskas

    das liegt nicht zuletzt daran das man in sachen rim eher aus höflichkeit darüber berichtet als wegen userinteresse.

    rims kaufen meist firmen - denen ist dieser ausführliche test eh wurst ( und sie kaufen wegen dem preis) curves.

  6. 06.06.12 08:34 nohtz (Advanced Handy Master)

    "das liegt nicht zuletzt daran das man in sachen rim eher aus höflichkeit darüber berichtet als wegen userinteresse"
    ...wo wir dann wieder bei der frage wären ob AM eine seite für mobile endgeräte jeglicher plattform ist, oder ein apple-android-blog...

  7. 06.06.12 08:41 bocadillo (Professional Handy Master)
    Nohtz

    wenn ich auf die erste Seite schaue sehe ich news zu O2, WP7, WP8 Tablets etc pp.

    Es sitb also keineswegs ein Android/Appleblog.

    Vielmehr ist am eine allgemeine SEite rund um den Mobilfunk/mobile Endgeräte und natürlicherweise wird über Dinge die die Mehrheit interessieren mehr berichtet als über Nischen die nur eine kleine Gruppe ansprechen.

    auch hier gilt der Grundsatz Aufwand und Nutzen muß in Einklang stehen- und viele STunden arbeit investieren damit sich ein paar User daran erfreuen macht nunmal keinen Sinn.

  8. 06.06.12 09:00 Frank Kabodt (ehemaliger Mitarbeiter von areamobile.de)

    @ nohtz

    "..wo wir dann wieder bei der frage wären ob AM eine seite für mobile endgeräte jeglicher plattform ist, oder ein apple-android-blog... "

    Und diese Frage soll nicht an dieser Stelle erörtert werden, weil offtopic. Boca hat es bereits gut gesagt -> Wir schreiben, was die Mehrheit der Leser interessiert. Und als eine von wenigen Seiten schreiben wir immerhin noch über RIM.

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