Testüberblick LG Electronics Prada 3.0
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 18.06.2013 |
81% (sehr gut) |
| Community- wertung |
Meinungen |
% Empfehlungen |
— (keine Note) |
Aller guten Dinge sind drei – so geht auch die Zusammenarbeit von Elektronikhersteller LG und dem Mode-Label Prada in die dritte Runde. Das LG Prada 3.0 kommt mit flottem Prozessor, großem Touchscreen und ist mit seiner flachen Silhouette richtig schick. Reicht das, um den hohen Preis von 599 Euro (UVP) zu rechtfertigen?
Klassisch, elegant, zeitlos – das trifft nicht nur auf die Mode von Prada zu, sondern im Test auch auf das neue Prada-Phone von LG, das LG Prada 3.0 P940 - zumindest von vorne und von den Seiten betrachtet. Dort sieht man nämlich nur den großen Touchscreen mit dem darüber angeordneten, beinahe diskreten Logo des Labels und den dunkel eloxierten Rahmen, der sich in Metalloptik um die schmalen Kanten des Gerätes zieht. Darin eingelassen sind lediglich zwei schwarze Kunststoff-Tasten zur Regelung der Lautstärke, die gegenüberliegende Seite ist makellos.
Die Stirnseite beherbergt die unverschlossene Buchse für 3,5-Millimeter-Kopfhörerstecker und – zumindest auf den ersten Blick – drei zierliche, runde Metallknöpfe. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich bei dem mittleren um den Ansatzpunkt, an dem man die Micro-USB-Abdeckung aufschieben kann – sehr elegant und filigran. Bei den anderen beiden Drückern handelt es sich um den Power-Button und einen speziellen Knopf, mit dem die Dame von Welt die Frontkamera aktivieren kann, um das Handy als Schminkspiegel zu nutzen.
Während das LG Prada 3.0 im Test bis dato einen äußerst ansprechenden Eindruck hinterlässt, runzelt man angesichts der Rückseite die Stirn. Sie besteht komplett aus einem einteiligen Akkudeckel, der auf den ersten Blick mit dem silbern glänzenden Prada-Schriftzug und der Metalleinfassung der Kamera noch ausreichend hochwertig aussieht, sich bei genauem Hinsehen aber doch schnell als billiges Plastikteil mit künstlicher Maserung identifiziert wird, die Saffiano-Leder imitieren soll. Prada und Plastik? Das passt ungefähr so gut zusammen wie ein Haute-Couture-Model und Übergewicht.
Bei der Verarbeitung des LG P940 Prada 3.0 brilliert LG wie gewohnt, Spaltmaße sind praktisch nicht existent. Wegen der geringen Bautiefe von nur 8,5 Millimeter, den gerundeten Seiten und dem angenehmen Gewicht von nur 135 Gramm liegt das LG Prada 3.0 im Test sehr angenehm in der Hand.
Das 4,3 Zoll große Nova-(LC)Display des Prada Phone 3.0 by LG verfügt laut Hersteller mit 800 Candela pro Quadratmeter über einen sehr guten Helligkeitswert, der nur von wenigen Smartphones übertroffen wird. Wegen der strikten Darstellung in Schwarz-Weiß (siehe Bedienung, Software) fällt das allerdings ohnehin kaum auf. Und wenn man besonders kleinlich sein möchte, wäre bei der überwiegenden Darstellung von Schwarz ein AMOLED-Display die bessere Wahl gewesen. Zudem ist die Auflösung mit 480x800 Pixel etwas knapp geraten, die Konkurrenz hat da teilweise inzwischen deutlich mehr zu bieten.
8 Gigabyte Speicherkapazität gibt es schon ab Werk, sie kann per microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitert werden. Musik und Filme lassen sich wegen des guten Klangs und des hellen und großen Displays richtig genießen. Einen echten Equalizer für Songs gibt es zwar nicht, dafür aber zahlreiche Presets. Mit dem guten In-Ear-Headset kommen sie gut zur Geltung.
Das Prada Phone 3.0 by LG trägt im Test auf der Rückseite eine Kamera mit 8 Megapixel Auflösung, LED-Blitz und der Fähigkeit, Full-HD-Videos (1.920x1.080 Pixel) aufzunehmen. Das ist nicht nur für ein Mode-Handy richtig gut. Und auch die Ergebnisse können sich auch sehen lassen: Die Bildschärfe geht in Ordnung und reiht sich ins obere Mittelfeld ein, auch wenn unser Testgerät am rechten Rand leichte Unschärfe produzierte. Selbst die Bilddynamik ist gut, Farben werden intensiv, aber weitgehend originalgetreu wiedergegeben. Das alles trifft auch auf Videos in 1.080p-Qualität zu, die bei Schwenks darüber hinaus noch mit recht wenig Tearing auffallen. Nur der Sound im Test des LG Prada 3.0 ist zu blechern und basslos.
Das Prada Phone 3.0 by LG wird im Test vom bärenstarken OMAP-4430-Prozessor von Texas Instruments angetrieben, der auf 1 Gigahertz getaktet ist. Bärenstark und nur 1 Gigahertz? Diese Taktfrequenz ruft schon lange keine Begeisterungsstürme hervor, doch der Prozessor des Mode-Smartphones wird von 1 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt, der im Dual-Channel arbeitet – das verhalf schon dem LG Optimus 3D zu deutlich mehr Leistung, als man den nackten Daten hätte entnehmen können. Und beim neuen Prada Phone funktioniert das ebenso gut.
Denn die Bedienung des LG Prada 3.0 im Test ist fast überall ruckelfrei. Egal ob auf dem Homescreen oder im Hauptmenü, Ruckler kann man hier nicht beobachten, selbst im zickigen Android Market erlebt man die erstaunliche Flüssigkeit des Seins. Nur im Browser gibt es einen Hauch von Rucklern zu bemerken, doch das stört das Surf-Vergnügen nur minimal und mit dem nächsten Update dürfte auch das vorbei sein. Die gute Leistung lässt sich auch in Benchmarks wie Quadrant, Vellamo und Antutu ablesen. Dort kommt das Luxushandy auf im Schnitt 3.000, 800 und 4.500 Punkte – das ist ordentlich.
Ein Grund dafür ist neben der starken Hardware auch in der Software zu suchen. Denn während LG bei den ersten beiden Prada-Phones von 2007 und 2009 auf proprietäre Systeme setzte, die zumindest aus heutiger Sicht so komfortabel wie ein Nagelbrett waren, setzt der Hersteller jetzt auf das bewährte Google-Betriebssystem Android in Version 2.3.7.
Das ist nicht nur schnell und gut zu bedienen, sondern im Test des Prada Phone 3.0 by LG auch recht frei den eigenen Wünschen anpassbar. LG und Prada demonstrieren das ausgiebig mit der Prada-Oberfläche. Deren auffälligstes Merkmal ist die strikte und fast lückenlose Umwandlung aller Symbole und sonstiger Darstellungen in ein durchgehendes Schwarz-Weiß-Schema. Außerdem wurden die einzelnen Widgets zusätzlich in einem eigenen, zeitlosen Stil umgewandelt, der dem Dogma der Prada-Modelinie unterliegt. Das mögen einige für äußerst schick halten, man könnte es auf Dauer aber auch eher etwas trist finden – aber wir sind ja auch Handy- und keine Modeexperten.
Von dem Semi-Monochrom-Stil sind übrigens alle Google-Symbole ausgeschlossen, sie bilden beinahe schon eine willkommene, wenn auch nicht zum Rest passende Abwechslung. Stimmungsaufhellend wirkt sich außerdem immer wieder ein Ausflug in den Browser oder die Bildergalerie aus, in der es zum Glück wie gehabt bunt zugeht – hier fällt auch am stärksten die hohe Leuchtkraft des Nova-Displays auf. Wem das zu bunt ist, der kann die Icons einfach gegen eines von zahlreichen vorgefertigten, schwarz-weißen Symbolen austauschen. Dafür muss man ein Widget einfach nur länger gedrückt halten, anschließend erscheint ein kleines Pinsel-Symbol, mit dem man die Auswahl treffen kann. Mit Android 2.3.7 Gingerbread als Betriebssystemversion stellt das Prada Phone 3.0 im Test ein vollwertiges Smartphone dar, das auch Technik-Fans begeistern kann. Es weist die volle Funktionalität des Google-Betriebssystems auf, die Oberfläche wurde aber hier und da weiter an das Prada-UI angeglichen.
Beim Akku des Prada Phone 3.0 by LG ließ sich im Test nichts Negatives feststellen, mit besonderer Leistung macht er allerdings auch nicht von sich Reden. Im Schnitt hält das Gerät gut bis zum Abend durch. Bei wenig Nutzung machte der Akku des Prada Phone im Test sogar erst nach guten drei Tagen schlapp. Die Gesprächsqualität kann sich hören lassen. Gesprächspartner werden recht realistisch und vor allem sehr laut wiedergegeben. Der Lautsprecher verrichtet seine Aufgabe beim Freisprechen ausreichend gut und klirrt nicht, allerdings ist die Lautstärke hier nicht sehr ausgeprägt.
Das Prada Phone 3.0 ist im Test mit Abstand das beste Prada-Handy von LG – soviel steht fest. Aber nicht nur das, es schlägt sich auch im Vergleich zu anderen Highend-Geräten ziemlich gut. Die Bediengeschwindigkeit ist hervorragend, das Display leuchtstark und die Gesamtausstattung gut. An die Top-Smartphones kommt das Gerät zwar nicht ganz heran, denn für den Preis von knapp 600 Euro bekommt man einfach noch besseres Smartphone. Aber Mode kauft man ja auch wegen Optik, Qualität und Image – und diese Punkte stimmen beim Prada Phone 3.0 by LG. Nur beim billigen Akkudeckel besteht Änderungsbedarf – vielleicht gibt es da eine adäquate Lösung im Zubehör aus echtem Leder.
Wir bedanken uns bei Getgoods.de für die Bereitstellung des Testgeräts.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck %
Empfehlung nein
Bewertet am 01.01.1970
| Bewertung LG Electronics Prada 3.0 | |
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berechnet aus Bewertungen von Areamobile Lesern.
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