Testüberblick Huawei Ascend P1
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 23.05.2013 |
81% (sehr gut) |
| Community- wertung |
Meinungen |
% Empfehlungen |
— (keine Note) |
Das Huawei Ascend P1 ist das erste Highend-Smartphone, das der chinesische Hersteller in Deutschland auf den Markt bringt. Zur Smartphone-Spitze reicht es bei dem flachen Android-Smartphone allerdings noch nicht, wie sich im Test des Huawei Ascend P1 zeigt.
Schon auf den ersten Blick wird klar: Nach Kompromiss sieht das Huawei Ascend P1 im Test nicht aus. Die Verarbeitungsqualität ist auf hohem Niveau, nur rings um das Display ist bei genauem Hinsehen ein hauchdünner Spalt zu erkennen, in dem sich Schmutz sammeln kann. Ansonsten findet man keine Unregelmäßigkeiten und der Kunststoff der Rückseite fühlt sich sehr griffig und hochwertig an. Wackeln kann da ohnehin nichts, denn die Rückseite lässt sich nicht entfernen – da das Huawei Ascend P1 überwiegend nur 7,7 Millimeter dünn ist, lässt sich der grund dafür nachvollziehen. Schließlich gilt die alte Weisheit: Fest eingebauter Akku spart Baudicke. Und einen Akkudeckel braucht man dann auch nicht, stattdessen gelangt die SIM-Karte über die Stirnseite des Smartphones ins Gehäuseinnere. Eine Abdeckung sorgt dafür, dass anschließend kein Schmutz in das Innere des Huawei Ascend P1 eindringen kann.
Etwas unpraktisch ist die Tatsache, dass das Ascend P1 im Test stets auf dem minimal dickeren unteren Ende der Rückseite und der Kameralinse liegt, die ebenfalls leicht aus dem Gehäuse hervorsteht. Auf Dauer dürfte so die Linsenabdeckung verkratzen. Ansonsten gibt es nichts zu meckern, sogar an eine Benachrichtigungs-LED hat Huawei gedacht. Beim Display setzt der chinesische Hersteller auf die Super-AMOLED-Technologie und eine Auflösung von 960x540 Pixel. Gestochen scharf ist die Darstellung wegen der Kombination aus PenTile-Matrix und vergleichsweise geringer Auflösung nicht ganz, allerdings fällt das im Alltag kaum auf. Um das typische Punktraster zu sehen, muss der Nutzer des Android-Smartphones schon sehr nah herangehen.
Beim Speicher knausert Huawei etwas, das Ascend P1 trat zum Test nur mit 4 Gigabyte internem Platz an, per wechselbarer Speicherkarte lässt der sich aber immerhin um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Zum Player selbst lässt sich kaum etwas sagen, denn der Hersteller verwendet beim Ascend P1 den Standard-Android-Player samt Bassboost und 3D-Klang. Erwähnenswert erscheint da die Musikauswahl, die Huawei ab Werk in den Speicher gebannt hat: Klassik. Vier Stücke stehen bereit, darunter Vivaldis Frühling aus Die vier Jahreszeiten. Das mitgelieferte Headset bietet zwar klaren Sound, Bass und auch Lautstärke sucht man hingegen vergeblich. Das gilt auch für den Lautsprecher des Huawei Ascend P1– auch der ist zu leise. Das fällt beispielsweise beim Ansehen von Filmen auf – im Flugzeug etwa ist vom Sound des Huawei Ascend P1 im Test kaum etwas zu hören.
Huawei spendiert dem Ascend P1 im Test eine Hauptkamera mit 8 Megapixel Auflösung und Dual-LED-Blitz sowie eine Frontoptik, die mit ausreichenden 1,3 Megapixel filmt. Sie bietet mit diversen Szenen und Voreinstellungen eine Menge Eingriffsmöglichkeiten, darunter auch eine HDR-Funktion (High Dynamik Range). Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bildschärfe nicht übermäßig stark ausgeprägt ist, dafür gefallen Farbwiedergabe und -sättigung. Insgesamt kann die Kamera des Huawei Ascend P1 im Test zwar niemanden vom Hocker hauen, aber sie enttäuscht auch nicht. Für Schnappschüsse ist sie mehr als ausreichend und bewegt sich insgesamt im oberen Mittelfeld. Die Videoqualität siedelt sich sogar weiter oben an. Hier ist die Bildschärfe der Auflösung von 1.080p angemessen und bei Schwenks findet man vergleichsweise wenig Tearing. Der Sound geht auch in Ordnung, könnte aber etwas voller sein.
Das Ascend P1 ist nicht das Topgerät von Huawei – das wird das Ascend D Quad, das im Spätsommer mit Quad-Core-Chip und großem, hochauflösendem Display in den Handel kommen soll. Das Ascend P1 im Test setzt viel mehr auf Design gepaart mit oberer Mittelklasse-Leistung. Und die kommt von einem auf 1,5 Gigahertz getakteten Dual-Core-Prozessor von Texas Instruments (OMAP 4460), der von 1 Gigabyte RAM unterstützt wird. Das sorgt für durchweg gute Leistung und ruckelfreie Bedienung – auch im Browser. Nur im 3D-Modus kann man den Hauch eines Hakelns erkennen. Er lässt sich auf dem Homescreen über die Menütaste aktivieren. Der sieht schicker aus und stellt Widgets wie etwa die Wetter- und Uhrzeitanzeige bei Bewegung dreidimensional dar, doch dann läuft das Ascend P1 auch nicht mehr ganz so ruckelfrei.
Andererseits sieht das nicht nur schicker aus, sondern es kommen auch neue 3D-Widgets wie ein Kalender, Fotoansicht und ein etwas verspielter Schnellzugriff für den Musikplayer hinzu. Und nicht zuletzt kann man dann auf dem Huawei Ascend P1 die Homescreens durchrotieren und muss nicht wieder wie im 2D-Modus zurückscrollen, weil man auf dem äußersten Homescreen angekommen ist. Auch das Hauptmenü wird an den 3D-Look angepasst und lässt sich würfelartig umklappen. Ansonsten herrscht hier der typische Look des installierten Android 4.0.3 Ice Cream Sandwich.
Bei Telefonaten mit dem Huawei Ascend P1 sollte es kaum zu Verständigungsschwierigkeiten kommen – und wenn, dann nur wegen der etwas niedrigen Lautstärke. Ansonsten geht die Sprachqualität in Ordnung, Gesprächspartner könnten höchstens noch klarer klingen. Die gleichen Probleme ergeben sich auch für Gespräche über den Lautsprecher, der wie schon bei der Musik zu leise ist.
Der Akku der in Deutschland vertriebenen Geräte des Ascend P1 leistet 1.8000 mAh, das reicht im Alltag je nach Nutzungsverhalten gut bis zum Abend. Wenignutzer schaffen auch gut zwei Tage, für Heavy-User wird es hingegen schwer und der Akku macht früher schlapp. Insgesamt ist das Powerpack des Huawei Ascend P1 im Test eher durchschnittlich. Im übrigen Europa steckt im Ascend P1 übrigens nur ein 1.670 mAh starker Energiespender.
Schick, was Huawei da auf die Beine gestellt hat. Wirklich weltbewegend ist das alles sicherlich nicht, aber sehr solide. Noch dazu erscheint der Preis recht fair – hierzulande ist das Geräte jetzt ganz frisch für Preise ab etwa 400 Euro ohne Vertrag erhältlich. Dafür bekommt man ein weitestgehend ruckelfreies Smartphone, das gut verarbeitet und noch dazu ultraflach ist. Führungsansprüche auf den Smartphone-Thron kann der chinesische Emporkömmling mit dem Ascend P1 sicherlich noch nicht anmelden, allerdings zeigt er damit eindrucksvoll, dass er nicht nur Quantität, sondern auch Qualität herstellen kann.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck %
Empfehlung nein
Bewertet am 01.01.1970
| Bewertung Huawei Ascend P1 | |
|---|---|
Weiterempfohlen von
|
|
Gesamtdurchschnitt
berechnet aus Bewertungen von Areamobile Lesern.
Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.
Du bist nicht dabei?
Könnte bei zukünftigen Tests (vielleicht auch zu aktuellen) die Kompatiblität zu einer MicroSDXC getestet werden?