Testüberblick Panasonic Eluga
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 23.05.2013 |
76% (gut) |
| Community- wertung |
1 Meinungen |
100% Empfehlungen |
98% (herausragend) |
Wer über Android-Smartphones spricht, denkt normalerweise nicht an Panasonic als Hersteller. Das japanische Unternehmen will das mit dem neuen Eluga-Modell ändern und sich seinen Anteil am Markt sichern. Dafür schickt der Hersteller ein sehr flaches, federleichtes und noch dazu wasserdichtes Gerät ins Rennen um die Käufergunst. Wir verraten im Test des Panasonic Eluga, ob das gegen die starke Konkurrenz reicht.
Beim Design geht Panasonic beim Eluga im Test einen eigenen Weg. Einige mögen die Formensprache altmodisch finden, andere eher elegant - auf jeden Fall ist das Design sehr minimalstisch und edel. Allerdings gilt dabei offenbar "Function follows Form" und nicht umgekehrt, denn die spitzen Kanten auf der Front bohren sich unangenehm in die Handinnenfläche und fühlen sich wenig ergonomisch an. Daran kann auch die seitlich abgerundete Rückseite nichts ändern. Dafür ist das Panasonic Eluga im Test gerade einmal 7,8 Millimeter dünn und wiegt nur 103 Gramm – das kann derzeit kaum ein anderes Smartphones toppen. In der Hosentasche bemerkt man das Panasonic Eluga daher trotz der spitzen Ecken schon nach kurzer Zeit nicht mehr.
Trotz handlicher Maße sollte man für eine Einhandbedienung Linkshänder sein, denn Panasonic platziert Power- und Lautstärkeknöpfen am äußersten Rand der abgerundeten rechten Rückseite. Hält man das Gerät in der Rechten, kommt man kaum an diese Drücker. Das ist bestenfalls ungewohnt – oder in deutlicheren Worten ausgedrückt schlicht unpraktisch. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen, lediglich rings um das Display gibt es hauchdünne, aber sehr gleichmäßige Spalte, in denen sich Schmutz sammeln kann. Ansonsten überzeugt das Panasonic im Test mit gleichsam passgenauen wie leicht zu öffnenden Schutzkappen für SIM-Karteneinschub und Micro-USB-Port. Nur der Kopfhöreranschluss liegt frei, doch weder dort, noch durch die feinen Spalte rings um den Touchscreen herum dringt Wasser ein.
Dagegen ist das Eluga nämlich nach IP-57-DIN-Norm geschützt – zumindest eine Zeit lang und bis zu einer gewissen Tiefe. Der Hersteller spricht von 30 Minuten in 1,5 Meter unter der Wasseroberfläche, in einer Wasserschale zeigte es zumindest nach einem mehrminütigen Tauschbad keine Beeinträchtigung. Einen Sturz in den Putzeimer oder einen kräftigen Sommerregen sollte das Panasonic Eluga im Test auf jeden Fall problemlos überstehen und auch Staub hat keine Chance.
Beim Display bietet sich das typisch zwiespältige Bild eines OLED-Displays: Auf der Haben-Seite stehen brillante Farben, hervorragender Schwarzwert und geringer Stromverbrauch bei dunklen Bildinhalten. Dagegen spricht die Darstellungstechnik. Wegen der verwendeten PenTile-Matrix lässt sich auf kurze Entfernung ein Punktraster erkennen und scharf abgegrenzte Linien wirken leicht ausgefranst. Dieser Effekt lässt sich nur durch hohe Auflösungen wieder wettmachen oder zumindest minimieren, wie Samsung beim Display des Galaxy Note mit 1.280x800 Bildpunkten gezeigt hat.
Statt etwas mehr als 720p stellt das Panasonic Eluga im Test allerdings nur 960x540 Pixel dar, bei genauem Hinsehen stört daher eine deutliche Unschärfe. Diese wird vor allem bei sehr naher Betrachtung sichtbar oder im direkten Vergleich mit einem Display mit RGB-Matrix (z. B. LCD) mit ähnlicher Auflösung. Auf die Alltagstauglichkeit hat es wenig Einfluss, da kommen nach kurzer Eingewöhnungszeit eher die Vorteile von OLEDs und die Größe von 4,3 Zoll positiv zum Tragen. Auffällig ist hier auch der dünne Rahmen neben dem Display, außerdem ist der Screen extrem lang und schmal.
Panasonic stattet das Eluga im Test mit einer Kamera mit einer Auflösung von 8 Megapixel aus, ein Blitzlicht fehlt. Für Schnappschüsse reicht die Qualität der Bilder auf jeden Fall aus, erst in der Vergrößerung bemerkt man eine leicht unterdurchschnittliche Bildschärfe, außerdem kommt es schnell zu punktueller Überbelichtung, was in Verwischen von Details und Konturen in einem hellen Gleißen resultiert. Farben werden sehr kräftig aufgenommen, Bildrauschen hält sich bei gutem Licht in Grenzen.
Videos werden in 720p und flüssigen 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Wegen der im Vergleich zu Fotos geringeren Auflösung sinkt die Bildschärfe noch einmal leicht, auch die Bilddynamik ist sichtbar schlechter. Weitere Kritikpunkte sind das leichte Tearing bei Schwenks und der leise und matschige Stereo-Sound trotz einer Abtastrate von 48 Kilohertz.
Die Nutzung des Smartphones als Musikplayer stand offenbar beim Entwurf des Panasonic Eluga ganz weit unten auf der Prioritätenliste. Das fängt schon beim Speicher an. Das Gerät bietet gerade einmal 8 Gigabyte internen Speicher – das wäre in Ordnung, wenn man ihn mit Speicherkarten erweitern könnte. Die Möglichkeit bietet das Eluga aber nicht, so bleiben dem Nutzer letztendlich etwa 6 Gigabyte, da der Rest vom Betriebssystem belegt wird und für Apps reserviert ist.
Auch der Player wurde mit minimalem Aufwand in das Panasonic Eluga im Test eingepflanzt. Anders ausgedrückt: Er wurde unverändert von Google übernommen, entsprechend fehlen Equalizer und Klang-Presets und die optische Präsentation sieht dröge aus. Zusammen mit dem einfachen Headset, das kaum Bass transportiert, ist das Eluga beim Thema Musik höchstens Gelegenheitshörern zu empfehlen. Der Lautsprecher ist leise und klingt - wie nicht anders bei der geringen Bautiefe des Eluga zu erwarten - blechern.
Filme sehen auf dem Panasonic Eluga im Test wegen des farbintensiven Displays mit dem OLED-typisch hervorragenden Schwarzwertes sehr gut aus – PenTile-Matrix hin oder her. Leider lassen sich nur wenige Videos auf einmal in dem kleinen Handy-Speicher ablegen.
Als Prozessor dient ein Dual-Core-Chip von Texas Instruments mit je 1 Gigahertz Taktfrequenz. Der OMAP 4430 hat trotz der Unterstützung von 1 Gigabyte Arbeitsspeicher seine liebe Mühe, Navigation auf den Homescreens flüssig zu gestalten. Das scheint aber vielmehr ein Problem der Nutzeroberfläche von Panasonic zu sein, die teilweise mit eigenen Icons und einigen Widgets daherkommt. Schaltet man auf die originale Google-Ansicht um, sind die Bewegungen auf dem Homescreen minimal flüssiger und im Hauptmenü flutscht es trotz aufwändigerer Animationen wie geschmiert. Dort kommt es in der Panasonic-Oberfläche zumindest zu Beginn zu einem Hakler, anschließend scrollt man aber auch hier flüssig. Ebenfalls leicht ruckelig zoomt und scrollt man im Browser – das zeigt, dass die mittelmäßige Leistung auch - aber nicht nur - an dem User Interface von Panasonic liegt. Vielleicht ändert sich das mit dem versprochenen Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich, derzeit ist nur Android 2.3.5 auf dem Panasonic Eluga installiert.
Etwas mehr Leistung – oder vermutlich eher eine bessere Anpassung hätte dem Panasonic Eluga im Test sehr gut getan. Denn trotz interessanter Ansätze wird der potenziell gute Eindruck durch die scheinbar mangelnde Power geschmälert. Zu den interessanten Ansätzen zählen etwa der Lockscreen, der durch eine bogenförmige Wischbewegung entsperrt wird und die sogenannte "Touchscreen-Schnellauswahl". Dabei wird der äußerste linke Homescreen durch eine auf Einhand-Bedienung ausgelegtes, halbrundes Menü ersetzt, das in seinen Grundzügen grob an das Projekt First Else des israelischen Startups Else Mobile erinnert.
Dort kann man dann bequem mit dem Daumen durch seine Apps navigieren, die Ausrichtung lässt sich sogar getrennt für Links- und Rechtshänder festlegen. Das zeigt, dass sich Panasonic bei der Entwicklung des Eluga-Smartphones durchaus Gedanken gemacht hat, nur bei der Umsetzung läuft noch nicht alles ganz rund. Ein weiterer Punkt, den das Panasonic Eluga vielen anderen aktuellen Smartphones voraus hat, ist der NFC-Chip. Passend dazu bietet Panasonic ähnlich wie Sony für das Xperia S auch NFC-Tags an, bei Panasonic liegen sie allerdings nicht im Lieferumfang. Statt dessen finden die Käufer des Geräts hier eine sogenannte NFC-Karte vor, die aber im Prinzip die gleiche Aufgabe bewältigt: Das Panasonic Eluga lässt sich im Test so einrichten, dass es etwa bestimmte Apps öffnet, wenn man die Karte an das Handy hält. Komplexere Aufgaben wie das Öffnen mehrerer Apps wie bei den Xperia-Smartphones von Sony funktionieren beim Pansonic Eluga allerdings nicht.
Bei der Gesprächsqualität überzeugt das Panasonic Eluga im Test trotz der gringen Bautiefe mit ausreichend realistischem Klang, zu Verständigungsproblemen kam es im Test nicht.
Ein Blick in das Datenblatt des Panasonic Eluga im Test lässt schlimme Befürchtungen aufkommen: Ein Akku mit 1.150 mAh soll ein Smartphone mit 4,3-Zoll-Display und Dual-Core-Prozessor betreiben? Da hatten ja Feature Phones schon stärkere Powerpacks, noch dazu ist der Kraftspender im Eluga fest eingebaut und verhindert somit sogar den Austausch gegen einen geladenen Akku. Doch eine erste Überraschung erlebt man, wenn man diverse Akkutests laufen lässt. Hier wird der flachen Eluga-Flunder ein Durchhaltevermögen bescheinigt, das sogar knapp über dem des Display-Riesen Samsung Galaxy Note liegen soll. Das mag für sich genommen keine Glanzleistung sein, zumal das Galaxy Note auch nicht gerade ein Dauerläufer ist. Aber es ist ein Hinweis darauf, dass Panasonic zumindest in dieser Hinsicht die Software gut auf die Hardware abgestimmt haben könnte – nicht auszudenken, welche Laufzeiten sonst mit einem durchschnittlich starken Akku erzielt worden wären!
So schafft man mit dem Panasonic Eluga im Test etwa einen Tag Laufzeit bei normaler Nutzung, bei wenig Verwendung und der Nutzung der Eco-Funktion zum Stromsparen zwei oder gar drei Tage – ein Wert, den man bei 1.150 mAh kaum für möglich hält. Allerdings schränkt der Eco-Modus auch die Funktionen des Handys spürbar ein - so wird etwa das Display bereits nach 10 Sekunden ohne Nutzung wieder deaktiviert. Bei dauerhafter Spitzenleistung quittiert das Panasonic Eluga im Test erwartungsgemäß schon nach wenigen Stunden den Dienst. Zum Vergleich: Samsung gibt für das Galaxy S2 optimistische 1.098 Minuten als Gesprächszeit an, Panasonic für das Eluga gerade einmal 240 Minuten - das ist auch mit wohlwollendem Blick zu wenig.
Das Panasonic Eluga hat besonders im Bereich Design einiges zu bieten. Positiv stechen hier die eigenständige Formensprache und das extrem flache und leichte Gehäuse hervor. Ein weiterer Pluspunkt, der nur bei ganz wenigen Smartphones auf dem europäischen Markt zu finden ist, ist die Wasserdichtigkeit. Damit ist Panasonic zwar "Big in Japan", aber für den europäischen Markt reicht das nicht, um sich an die Spitze der Smartphone-Top-10 zu setzen, denn dafür bietet das Eluga bei der restlichen Technik zu viel Mittelmaß – und teilweise sogar weniger. So lässt sich der nur 8 Gigabyte große interne Speicher nicht erweitern und bei der Bedienung ruckelt es trotz eigentlich potentem Dual-Core-Prozessor leicht - ein Grund dafür dürfte das veraltete Android 2.3 sein. Der Akku schlägt sich zwar besser als befürchtet, ist aber dennoch unterdimensioniert und schafft nur in Verbindung mit dem Eco-Mode akzeptable Laufzeiten. Immerhin hat der Hersteller eine recht realistische Preisvorstellung: Mit 399 Euro (UVP) liegt das Eluga preislich spürbar unter der besser ausgestatteten Konkurrenz.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck 97%
Empfehlung ja
Bewertet am 26.11.2012
| Bewertung Panasonic Eluga | |
|---|---|
Weiterempfohlen von
|
|
Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 1 Bewertungen von Areamobile Lesern.
Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.
Du bist nicht dabei?1% Mangelhaft ... ich denke doch mal, dass das ein Anzeigefehler ist ;)
Es wäre auch zweckdienlich, wenn ihr neben die Aussage "Winziger Speicher, keine Erweiterungsmöglichkeit" Die 8 GB in Klammern schreibt, sonst fängt man an zu suchen, wie viel Speicher das Teil hat.
I am impressed! Weiter so Panasonic!
Sind jetzt 8GB winzig?
Klar gibt es mittlerweile bis zu 64gb aber mit 8GB kommt man durchaus zurecht. Ich finde diese Übertreibung alá BILD nicht gut.
Und auch die Tatsache, dass der Akku nicht zu den Spitzenreiter der aktuellen Generation gehört, macht ihn noch nicht mies. Er hält bei normaler Nutzung 1 Tag. Und das bei nur 1150mAh glaub ich... das ist leicht unterdurchschnittlich von der Leistung in der Praxis. Theoretisch hört sich das aber schlechter an. So gesehen, können alle Hersteller eine kleine bzw dünne Scheibe von Panasonic abschneiden
Finde das auch unsinn, immerhin gibt es sogar noch Geräte die wesentlich weniger internen Speicher haben und dann sowas wie 2GB Micro-SD im Lieferumfang... Wieviele Leute kaufen sich dann sofort ne 16GB MicroSD? Unter 5% würde ich mal mutmaßen.
Das Eluga Power finde ich aber eh viel interessanter, gleich mit ICS und 1,5Ghz A9 rockt das bestimmt mehr als das Eluga. Ausserdem mag ich große Displays bei kleinen Gehäuseabmessungen. ;)
ich find das kleine echt süß. könnt ich mir gut als zweitgerät vorstellen.
stellt sich nur die frage ob es sich als navi/geotagger auf dem Bike als
ausdauernd genug erweisen kann.
ich habe vorletzten monat den speicher meines E72, nach 3 jahren, nur erweitert weil
ich eine sehr schnelle 16 GB Karte gefunden habe, die ich auch für meine
Kamera benutzen kann.
gruß
stephan
Ja der kleine Akku ist wirklich die Frage... Im "normalen" Gebrauch mit telefonieren, Internet und SMS scheint das Phone ja sparsam genug zu sein um mit dem 1150er Akku so weit zu kommen wie die anderen Geräte mit einem 1500er+. Aber wie ist das mit Display an und GPS etc?
Deshalb finde ich ja das Power interessanter...
hatte das eluga in einem der hiesigen MMs in der hand...
naja, die tasten an der rechten seite sind schon arg in richtung rückseite gerichet.
die trifft man einhändig nur, wenn man das gerät in der linken hand hält, und auch dann nur schwierig.
das display war leicht "verschwommen" was wohl an der pentile liegt.
ansonsten ist es aber ganz ordentlich
Hallo Leute,
Ich habe das Eluga am Freitag bekommen. Ich hatte mein E7 verloren
und Nokia schied mangels brauchbarem OS aus.
So musste ich mich zwischen dem Galaxy W und dem Eluga entscheiden.
Grund für so ein preiswertes Handy war die Tatsache das ich das E7 zu
Beginn meines Urlaubs verloren hatte und ich keine Riesendisplay wollte.
Als erstes mal ein Danke an Stefan Schomberg für den überaus fairen
und richtigen Test des Eluga. So wusste ich genau worauf ich mich
einlasse.
Zum Akku: Da ich das Gerät als Zweithandy gekauft habe, komme ich gut
Mit dem Akku klar. Er muss zwar zwingend abends ans Ladegerät aber
dank Micro-USB ist das ja kein Problem mehr.
An meinen freien Tagen komme ich gut damit klar.
Zum Display: bei genauem hinschauen ist es tatsächlich etwas unscharf,
da ich aber keine Makroaugen habe fällt es *mir im täglichen gebrauch
nicht auf.
Zum Body: fasst sich sehr gut an. Der halbrückwärtig angebrachte*
entrieglungsknopf macht eine Einhandbedienung aber sehr schwer.
Wasserdicht? Ja! Nach der Taufe unter dem Wasserhahn läuft es immer noch.
Hardware/Android: Typisch
Wenn Ruckler vorhanden sind, merke ich sie nicht.
Ansonsten läuft es fluffig.
Die CPU sitzt neben der Kamera und wird aufgrund des Dünnen*
Gehäuse schnell Handwarm.
Der Klang des MP3-Players ist Durchschnittlich gut, die geringe*
Endlautstärke schützt das Gehör!*
Trotz des günstigen Preises von ca. 245€ zieht es im Straßencafe
neben iPhone und Galaxy die Blicke auf sich. :-)
Ich bin zufrieden. Und wenn ich länger unterwegs bin werde ich
einen externen akkupack dabei haben.
Danke für den Bericht.
Hätte nicht gedacht, das TouchWiz gegen eine Öberfläche gewinnt!