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Autor: Stefan Schomberg 08.06.2012 - 10:32 | (4)

Nokia Lumia 610 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Niedrige UVP
  • Für den Preis gute Gesamtausstattung
  • Zusatzdienste von Nokia
  • Flops
  • Nicht alle Apps laufen wg zu wenig RAM
  • Kamera höchstens Mittelmaß
  • Manchmal minimales Ruckeln

Nokia Lumia 610 Test: Das Nokia-Phone für Sparfüchse

Mit dem Lumia 610 hat Nokia ein Einsteiger-Windows Phone vorgestellt, das dank günstiger unverbindlicher Preisempfehlung von 239 Euro Käufer ansprechen soll, die sich bislang eher für ein Feature Phone entschieden haben. Mit dem niedrigen Preis kommt aber auch vergleichsweise schwache Hardware – nicht alle Apps laufen auf dem Lumia 610. Schnäppchen oder Mogelpackung – wir erklären im Test, ob sich der Kauf des Nokia Lumia 610 lohnt.

Design, Verarbeitung und Display

Windows Phones kosteten bis jetzt meist um 400 Euro – zumindest laut der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Das ist zwar weniger, als Hersteller von Android-Smartphones aus dem Highend-Sektor verlangen, die dafür auch mit noch besserer Technik aufwarteten. Allerdings auch deutlich mehr, als Einsteigergeräte mit Google-Betriebssystem kosteten. Mit dem Nokia Lumia 610 ändert sich das jetzt, denn dank einer Lockerung der Hardware-Vorschriften für Windows Phone von Entwickler Microsoft läuft das Lumia 610 im Test mit einem einfachen 800-Megahertz-Prozessor und nur 256 Megabyte Arbeitsspeicher.

Nokia Lumia 610: Design | (c) Areamobile

Im Test: Nokia Lumia 610

Nokia Lumia 610: Rahmen | (c) Areamobile

Schicker Rahmen im Metall-Look

Nokia Lumia 610: Rückseite | (c) Areamobile

Die Rückseite ist sehr griffig | (c) Areamobile

 

Äußerlich sieht man dem Gerät den Sparkurs nicht an – zumindest nicht auf den ersten Blick. Wegen des schicken Rahmens im Metall-Look sieht das Lumia 610 im Test sogar eleganter aus als das ursprünglich fast ein Drittel teurere Nokia Lumia 710. Wie bei diesem Gerät ist auch beim Nokia Lumia 610 die Rückseite mit einer griffigen Softtouch-Schicht überzogen. Zusammen mit den runden Formen liegt das Windows Phone daher sehr gut in der Hand, obwohl es mit 12 Millimeter und 131 Gramm für ein Gerät dieser geringen Größe weder besonders dünn, noch besonders leicht ist.

Nur bei der Verarbeitung lässt Nokia erkennen, dass das Lumia 610 im Test eben doch ein günstiges Modell ist. Zwischen Rahmen und Display-Glas auf der Front und auch auf der Rückseite kann man nämlich unregelmäßige Spalte entdecken - bei einem teureren Modell wäre das allerdings deutlich negativer aufgestoßen. Den Eindruck, das Windows Phone könnte schon nach kurzer Nutzungsdauer auseinanderfallen, vermittelt das Lumia 610 zumindest nicht.

Am 3,7 Zoll großen Display mit LC-Technik gibt es fast nichts auszusetzen. Es bietet eine Auflösung von 800x480 Pixel – Standard bei Windows Phones. Inhalte werden damit klar und deutlich dargestellt, die Helligkeit geht voll in Ordnung. Störend sind nur die starken Spiegelungen, die das Ablesen manchmal erschweren.

Kamera, Musik, Multimedia und Video

Fotos lassen sich beim Nokia Lumia 610 im Test mit 5 Megapixel knipsen, Videos mit maximaler Auflösung von 640x480 Pixel aufzeichnen – ein Zugeständnis an die schwache Hardware. Eine Frontkamera fehlt. Die Fotoqualität geht bei gutem Tageslicht halbwegs in Ordnung, bei genauerer Betrachtung wirken Fotos allerdings blass, die Bilddynamik ist unzureichend und die Schärfe kann nicht überzeugen. Videos in VGA-Auflösung sind heutzutage schon fast eine Zumutung – die Qualität reicht höchstens zum Betrachten auf dem Display aus.

Dateien wie Musik und Videos kommen wie gewohnt nur über die Zune-Software auf das Nokia Lumia 610 im Test. Ein echtes Multimedia-Talent ist das Gerät gleich aus mehreren Gründen nicht: Einerseits ist der Speicherplatz mit 8 Gigabyte ohnehin sehr eingeschränkt, denn davon lassen sich nur etwa 4,5 Gigabyte frei nutzen und Speicherkarten schluckt das Einsteiger-Windows-Phone wie gewohnt auch nicht. Außerdem fehlt wie immer bei Windows Phones ein Equalizer, Klang-Presets stehen auch nicht zur Verfügung. Immerhin leistet das ungewöhnlich geformte In-Ear-Headset etwas Bass und klingt ausreichend klar, nur auf höchster Lautstärke beginnt es zu klirren.

Das reicht zumindest, um etwa auf Nokia Music mit Mix Radio zuzugreifen. Schade, dass es so eine Funktion wie das geniale und kostenfreie Internet-Radio von Nokia nicht auch für Filme gibt. So muss man für Videos immer noch selbst sorgen. Anschließend kann man sie trotz der schwächeren Hardware flüssig auf dem Display betrachten, allerdings gibt es zahlreiche Smartphones mit größerem Screen, die besser zum Videoschauen geeignet sind. Außerdem kann das meist zwingend nötige, automatische Konvertieren von Dateien in ein kompatibles Format durch Zune auch ganz schön dauern.

System: Hardware und Bedienung

Bislang verlangte Microsoft für sein mobiles Betriebssystem Windows Phone mindestens einen Prozessor mit 1 Gigahertz und 512 Megabyte Arbeitsspeicher. Das ändert sich jetzt mit Windows Phone 7.5 Refresh und das Nokia Lumia 610 im Test ist das erste Nokia-Gerät mit Spezifikationen, die deutlich darunter liegen. So baut der Hersteller einen Prozessor mit nur 800 Megahertz ein und halbiert die gängige Arbeitsspeichergröße auf 256 Megabyte. Doch das merkt man im Alltag nur wenig – wie gewohnt flutschen Display-Inhalte flüssig über den Touchscreen. Nur bei aufwendigen Inhalten wie langen Listen mit vielen Fotos oder in PDF-Dateien merkt man dem Handys die fehlende Leistung an und es stellt sich die Frage, ob sich Microsoft mit der Entscheidung, die Anforderungen zu senken, wirklich einen Gefallen getan hat. Denn bislang war einer der Vorteile von Windows Phone immer, dass es trotz der vergleichsweise einfachen Hardware (Single-Core-Prozessoren, Displays mit fester WVGA-Auflösung) immer flüssig lief. Nun sollte das Unternehmen zwingend darauf achten, an diesem Mythos nicht zu rütteln.

Nokia Lumia 610: Startbildschirm | (c) Areamobile

Die Navigation ist weitestgehend flüssig

Nokia Lumia 610: Pinned | (c) Areamobile

Viele Apps können "gepinned" werden

Nokia Lumia 610: Hauptmenü | (c) Areamobile

Der Übergang zwischen Homescreen und Menü ist flüssig | (c) Areamobile

 

Doch der wird ohnehin schon an anderer Stelle erschüttert. Denn durch die einfachere Hardware lassen sich einige Apps derzeit einfach nicht installieren. Als Grund wird dann der zu geringe Arbeitsspeicher angegeben. Das betrifft vor allem Spiele, darunter auch bekannte Namen wie Angry Birds, PES 2012 oder Plants vs. Zombies. Aber auch bei Anwendungen wie Skype, Flash Video for WP7 oder der Panorama-App Photosynth wird man auf unzureichenden RAM hingewiesen. Das ist besonders ärgerlich, weil das alles Apps aus den Toplisten des Marketplace sind, die gerade Neulinge bei Windows Phone als erstes ausprobieren dürften. An überarbeiteten Versionen für einige der Programme wird nach Informationen von Entwicklern aber schon gearbeitet, womöglich lässt sich der geringere Arbeitsspeicher durch erhöhten Programmieraufwand ausgleichen.

Problemlos funktionieren hingegen auch jetzt schon die neuen Sonderfunktionen, die Nokia speziell auf seinen Windows Phones und dem Lumia 610 im Test anbietet. Zu Nokia Musik, Nokia Karten und Nokia Navigation ist jetzt nämlich auch Nokia Bus & Bahn dazugekommen, außerdem Nokia eBooks. Die beiden Funktionen machen genau das, was man dem Namen entsprechend von ihnen erwartet: Bus & Bahn zeigt über die Maps-App den besten Weg zum Ziel und schlägt dabei auch Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Derzeit funktioniert das in Deutschland ausschließlich in der Hauptstadt Berlin – für Fahrplanmuffel ist das aber ein echter Vorteil. Über die eReader-App lassen sich zum Start etwa 30.000 deutsche elektronische Bücher kaufen und herunterladen, außerdem gibt es etliche Bücher in anderen Sprachen und sogar kostenlose Werke.

Telefonfunktionen und Akkulaufzeit

Die Telefonqualität ist trotz des niedrigen Preises des Nokia Lumia 610 im Test ziemlich gut – Verständnisschwierigkeiten dürfte es damit nicht geben. Lediglich das Hintergrundrauschen könnte einen Tick leiser ausfallen, stört aber nicht allzu sehr. Die Empfangsanzeige scheint etwas übervorsichtig zu agieren – zwar werden meist weniger Balken als bei manch anderem Handy angezeigt, zu Unterbrechungen oder gar Verbindungsaussetzern kam es im Test des Nokia Lumia 610 dennoch nicht.

Der Akku hält normalerweise bis zum Abend durch – nur extensive Nutzung verkürzt die Nutzungsdauer noch mehr.Sparsame Nutzer kommen so auch über 2 Tage ohne Strom aus.

Fazit

Wer ein technisches Meisterwerk der Oberklasse sucht, der ist mit dem Nokia Lumia 610 schlichtweg falsch bedient. Das liegt einerseits an Windows Phone, das Highend-Technik wie in einem Samsung Galaxy S3 schlichtweg nicht zulässt, außerdem kostet das 610 gerade einmal knapp über 200 Euro. Dafür ist die Ausstattung sogar sehr ansehnlich: Ein ausreichend scharfes Display mit 3,7 Zoll, Wlan, GPS, Bluetooth und HSDPA – wenn auch kein HSUPA. Störend ist aber die Tatsache, dass derzeit viele beliebte Apps wegen des zu geringen Arbeitsspeichers nicht funktionieren – daran wird aber bereits gearbeitet, möglicherweise fällt dieser gravierende Nachteil zukünftig sogar weg. Das Problem des Lumia 610 ist eher das Lumia 710 aus eigenem Hause, denn das ältere Gerät ist besser ausgestattet und kostet trotzdem noch ein paar Euro weniger als das 610. Nur beim Design liegt das jüngere Modell vorn.

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Themen: Smartphone, Smartphones, Lumia, Smartphone-Markt
Quelle: Areamobile
Testwertung Nokia Lumia 610
 
Handlichkeit und Design 78%
Verarbeitung 78%
Sprachqualität 86%
Akkuausdauer 62%
Ausstattung/ Leistung 55%
Kamera 62%
Internet 64%
Musik 66%
Software und Bedienung 89%
Navigation 89%
Gaming und Video 59%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
73%
Zeitwertung
(Stand 30.10.2014)
67%

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Bewertet am 20.08.2012

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 08.06.12 10:56 Frank Kabodt (ehemaliger Mitarbeiter von areamobile.de)

    Bevor Fragen zur Testwertung kommen: Wir haben da gerade einen kleinen Fehler, wird asap korrigiert.

  2. 08.06.12 10:58 chief (Handy Master)

    @Frank

    Ein kleiner Fehler?

    Die komplette Bewertung fehlt ;-)

  3. 08.06.12 11:47 Frank Kabodt (ehemaliger Mitarbeiter von areamobile.de)

    Lass uns nicht über Details streiten :D
    Stefan ist dran, läuft hoffentlich bald alles wieder.

  4. 08.06.12 19:22 Bosancero (Handy Profi)

    Das Ace 2 wäre hier klar besser alleine weil dort alle Apps laufen.

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