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Autor: Stefan Schomberg 12.11.2012 - 18:40 | (44)

Google Nexus 4 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Geradezu unglaublich niedriger Preis (+1.0%)
  • Gutes Display
  • Bärenstarker Prozessor und 2 GB RAM
  • schickes Design
  • Kabelloses Laden möglich
  • Flops
  • Keine Speichererweiterung und zu wenig Speicher

Google Nexus 4 Test: Hightech zum Lowprice

Nach dem extrem günstigen Tablet Nexus 7 schickt Google den nächsten Preisbrecher ins Rennen: Das Smartphone Nexus 4. Mit großem HD-Display und dem aktuell schnellsten Quad-Core-Prozessor auf dem Markt bekommt der Kunde Technik, die sonst locker für 600 Euro über die Ladentheke geht. Im Play Store kostet das Nexus 4 aber gerade einmal die Hälfte. Areamobile zeigt im Test des Nexus 4 die Stärken und Schwächen des Nexus 4 auf.

Design, Verarbeitung und Display

Die Nexus-Geräte von Google sind vor allem Eines: Technologieträger für Early Adopters. Sie kommen stets mit der neuesten Android-Version in den Handel und werden normalerweise in den folgenden 10 oder 20 Monaten immer als erste Modelle mit Updates versorgt. Design war da bislang offenbar nicht ganz so wichtig, zumindest waren die letzten Modelle ziemliche Plastikbomber - auch wenn es ein paar schicke Design-Elemente wie etwa das gewölbte Display beim Galaxy Nexus gab. Beim neuen Nexus-Modell wird alles anders. Das von LG gebaute Smartphone kommt zwar erneut mit der aktuellsten Version von Android (4.2), dieses Mal geht das Smartphone aber sogar als richtig schick durch.

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Im Test: Google Nexus 4

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Das Google-handy ist durchgehend gleich flach | (c) Areamobile

 

Wenn auch erst auf den zweiten Blick. Denn ansonsten wirkt das Nexus 4 im Test eher zurückhaltend. Kein Schnickschnack stört das Auge, das Design ist betont unaufgeregt. Die Front wird vom großen Display dominiert. Ist es inaktiv, blickt man auf eine durchgehende schwarze Glasfront, Tasten sieht man unter dem Screen nämlich nicht. Kein Wunder, schließlich werden die Android-Buttons (Zurück, Home und Task-Switcher) bei Smartphones schon ab Version 4.0 auf dem Screen dargestellt. Dadurch wirkt das Nexus 4 wie aus einem Guss, der eloxierte Rahmen verstärkt den eleganten Eindruck weiter. Die Seiten sind aus vergleichsweise einfachem Kunststoff gefertigt. Das sieht zwar nicht ganz so edel aus, ist dafür aber sehr griffig.

Ein Highlight ist die Rückseite des Nexus 4. Sie wird ebenfalls von Glas bedeckt, auf den ersten Blick sieht man auch hier eine durchgehend schwarze Fläche. Sie wird nur von LED-Blitz und Lautsprecher unterbrochen, außerdem fallen der silberne Nexus-Schriftzug und das gleichfarbige Herstellerlogo auf. Erst bei genauerem Hinschauen erkennt man ein weiteres Highlight: Ändert man den Blickwinkel leicht, schimmern plötzliche zahllose Miniquadrate hologrammartig und geheimnisvoll durch das Schwarz - fast wie das Gegenstück zu den Pixel auf der Front, wenn das Display eingeschaltet ist. Was hochwertig aussieht, bietet im Alltag aber auch Nachteile. So ist die Rückseite wegen des Glasüberzugs nicht sehr griffig, sondern fast schon rutschig - auf einen anderen Gegenstand gelegt, der nicht eine absolut gerade Auflagefläche bietet, rutscht das Nexus 4 mit großer Sicherheit herunter. Und klopft man auf das rückwertige Grolilla-Glas, klingt es höchstens nach Plexiglas und außerdem in der Mitte leicht hohl. Außerdem dürfte die Glas-Rückseite bei Stürzen ähnlich zu Brüchen und Sprüngen tendieren, wie bei iPhone 4 und 4S. Ansonsten gibt es an der Verarbeitung aber nichts auszusetzen, Spaltmaße finden sich fast gar nicht - was unter anderem auch daran liegt, dass der Akkudeckel und damit auch der Akku nicht entfernt werden können.

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Der Akkudecke lässt sich nicht entfernen, Micro-SIM über Schlitten.

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Je nach Blickwinkel sieht man zahllose "Pixel" auf der Rückseite | (c) Areamobile

 

Es wurde bereits angedeutet: Im Gegensatz zum von Samsung gebauten Vorgänger Galaxy Nexus ist das Display-Glas nicht mehr gewölbt. Das hatte aber ohnehin nur kosmetischen Charakter und dürfte daher zu verschmerzen sein. Positiv wirkt sich auf die Optik hingegen das Fehlen des Antennen-Knubbels auf der unteren Rückseite aus. Wo der Vorgänger noch eine leichte Ausbuchtung aufwies, punktet das Nexus 4 mit durchgehend schlankem Design. Mit 139 Gramm und Maßen von 133,9x68,7x (gemessen) 9,2 bis 9,3 Millimetern ist das Smartphone für ein Gerät mit großem 4,7 Zoll-Display ziemlich handlich.

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Das IPS+-Display ist sehr scharf, könnte aber etwas kräftigere Farben gebrauchen | (c) Areamobile

Vergleich Nokia Lumia 920 vs Google Nexus 4 vs Samsung Galaxy Note 2 | (c) Areamobile

Vergleich Nokia Lumia 920 gegen Google Nexus 4 und Samsung Galaxy Note 2 | (c) Areamobile

 

Der Touchscreen des Nexus 4 schlägt sich im Test auch ziemlich gut. Im direkten Vergleich zu Topkonkurrenten wie Nokia Lumia 920 oder Samsung Galaxy Note 2 ist das Display sogar etwas heller und Weiß wird weißer dargestellt. Bei den beiden anderen genannten Geräten wirkt Weiß eher leicht gräulich oder gelblich. Dafür punkten die Smartphone-Modelle der Konkurrenz mit lebendigeren Farben, im Vergleich wirkt das Nexus 4 im Test etwas bleich. Im Alltag und ohne direkten Vergleich fällt das aber nicht weiter negativ auf. Dort gefällt eher die hohe Schärfe des Nexus-4-Displays wegen der hohen Auflösung von 1.280x768 Pixel - das sind 320 Pixel pro Zoll.

Kamera, Musik, Multimedia und Video

Eines der größten Mankos des Nexus 4 ist - niedriger Preis hin oder her - der geringe interne Speicher, der sich unverständlicherweise nicht über Speicherkarten erweitern lässt. Für 299 Euro bekommt man gerade einmal 8 Gigabyte internen Speicher, von dem sich nur etwa 5,5 Gigabyte nutzen lassen. Wer Filme, Musik und moderne Spiele auf dem Gerät Nutzen will, muss stark haushalten. Unser Rat geht daher auf jeden Fall zum nur 50 Euro teureren Modell mit 16 Gigabyte.

Musik lässt sich per Equalizer recht gut dem eigenen Geschmack anpassen. Ein Headset ist im Lieferumfang nicht enthalten - das kann man bei dem Preis des Smartphones und der Tatsache, dass viele Nutzer ohnehin eigenes Equipment haben, gut verkraften. Mit guten Austauschkopfhörern klingt der Player aber aureichend basslastig und die Höhen gehen auch in Ordnung. Die letzte Klarheit fehlt dem Sound allerdings. Der Lautsprecher unserer Testeinheit klang viel zu dünn und war sehr leise. Wer das absolut plane Gerät außerdem beim Spielen flach vor sich auf den Tisch legt, hört fast gar nichts mehr - das ist alles andere als optimal.

Google Nexus 4 Originalaufnahme | (c) Areamobile

Google Nexus 4 Originalaufnahme | (c) Areamobile

Die Kamera des Nexus 4 löst 8 Megapixel auf und hat einen LED-Blitz, Videos werden mit bis zu 1.080p aufgenommen. Das ist inzwischen Standard im Highend-Sektor, neu ist hingegen die Bedienführung. Denn sie ist im Vergleich zu Lösungen der einzelnen Hersteller wesentlich schlanker und aufgeräumter. Auf dem Display des Nexus 4 gibt es neben dem großen Auslöser nur noch zwei Menüschalter. Über das untere Bedienelement wechselt man zwischen Foto- und Videomodus, außerdem kann man hier den Panorama- und Photospheremodus aktivieren. Das andere Element gibt Zugriff auf das neue Kreismenü, über das alle Einstellungen getätigt werden können. Das erreicht man auch, indem man den Finger länger auf dem Sucher gedrückt hält, anschließend auf eines der Symbole zieht und über der gewünschten Option wieder loslässt. Ein kurzer Tipp auf den Screen löst hingegen wie gehabt den selektiven Fokus aus. HDR-Aufnahmen und Zeitraffer-Aufnahmen für Videos sind jetzt ebenfalls in Android implementiert. Fotos kann man nun direkt betrachten, indem man den Sucher nach links aus dem Bild schiebt. Dort öffnet sich eine Dreieransicht aus der Live-Ansicht der Kamera und den letzten beiden Aufnahmen.

Die Qualität der Fotos geht bei Außenaufnahmen bei gutem Licht mit dem Nexus 4 im Test voll in Ordnung. Dann ist die Bildschärfe 8 Megapixel angemessen, Farben werden ausreichend natürlich und gesättigt wiedergegeben. Allerdings lässt der Detailreichtum etwas zu wünschen übrig und die Kamera hat mit den für Handys typischen Dynamikproblemen zu kämpfen. Bei schlechterem Licht wie etwa in Innenräumen gehen Details und Schärfe überproportional schnell verloren und Bildrauschen macht sich breit - hier hat das Nexus 4 im Test noch starken Nachholbedarf. Die versprochene Photo-Sphere-Funktion, die halbkugelförmige Aufnahmen um den Kamerastandort herum ermöglichen soll, fehlte auf unserem Testgerät des Nexus 4. Videos sind fast noch etwas schärfer als Fotos, bietet sonst aber die gleichen Vor- und Nachteile. Übermäßige Verzerrungen konnten wir bei Schwenks nicht feststellen. Der Mono-Ton ist ausreichend deutlich, ohne mit Klarheit zu brillieren.

Update: Photosphere ist ein interessantes Feature, das Aufnahemen wie bei Google Streetview ermöglicht, in denen man sich anschließend auf dem Gerät oder etwa bei Google+ frei umsehen kann. Der eigentliche Vorgang der Erstellung ist zeitaufwändig, aber simpel. Auf dem Display erscheinen kleine blaue Punkte, über die man durch Ausrichtung des Nexus 4 die virtuellen Markierungen auf dem Display schieben muss. So geht man der Reihe nach alle "schwarzen Flecke" des gedacht kugelförmigen Bildes ab, bis lediglich ein kleiner Ausschnitt genau über dem Ort der Aufnahme und unter der Kamera übrig bleibt. Will man wirklich eine 360-Grad-Rundumsicht inklusive sehr hohen und niedrigen Blickwinkeln - also eine komplette Kugelansicht - aufnehmen, dauert das wegen der hohen Anzahl von etwa 20 zu knipsenden Bildern schon mal gut und gerne 3 Minuten. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Geisterbilder gibt es hauptsächlich, wenn sich Personen oder Fahrzeuge während der Aufnahme bewegen oder wenn man das Gerät zu schnell an den Punkt bewegt, an dem automatisch das nächste Bild aufgenommen wird. Ansonsten halten sich Verzerrungen oder Überlappungen in Grenzen und auch starke Helligkeitsunterschiede innerhalb eines Kugelbildes sind eher die Ausnahme. Perfekt ist das alles noch nicht, aber faszinierend allemal. Und um seinen Freunden eine gute Vorstellung von einem bestimmten Ort zu vermitteln langt es ganz sicher.

System: Hardware und Bedienung

Der Prozessor des Nexus 4 ist eigentlich bärenstark. LG hat den APQ8064 von Qualcomm mit 4 Prozessorkernen eingebaut, die jeweils mit 1,5 Gigahertz takten. Die Krait-Kerne sind eine Eigenentwicklung des Herstellers und basieren auf dem ARM-Cortex-A15-Design. Im direkten Vergleich zum Vorgänger Cortex-A9 sind sie wesentlich leistungsstärker, da sie etwa mit elf statt acht Pipelines und einen L0-Cache arbeiten, der dem A9 fehlt. Der S4 Pro wird außerdem von satten 2 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt und kann mit der leistungsfähigen Adreno 320-GPU aufwarten - damit steckt im Nexus 4 trotz des geringen Preises die derzeit stärkste Antriebs-Kombination aller Smartphones im Markt.

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Aufgeräumter Homescreen

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Kein Ruckler im Hauptmenü | (c) Areamobile

 

Im Alltag macht das Gerät daher wenig verwunderlich einen extrem souveränen Eindruck. Ruckler gibt es praktisch nicht - egal ob auf den Homescreens, im Hauptmenü oder im Browser. Auch moderne Spiele mit aufwändiger 3D-Grafik wie Need for Speed Most Wanted laufen rasend schnell und flüssig auf dem Smartphone. Allerdings wird das Gerät dabei auf der Rückseite ziemlich warm. In Messungen haben wir bei gleichzeitigem Laden des Akkus nach wenigen Minuten Spielzeit fast 40 Grad ermittelt - das mag im Winter noch angenehm sein, im Sommer will man das Gerät dann aber sicherlich nicht mehr in der Hand halten. Einen spürbaren Temperaturanstieg bemerkt man auch im Alltag, dann wir das Modell während der Nutzung auf Front und Rückseite schnell spürbar wärmer. Selbst beim Aufladen per Kabel bewegt sich die Oberflächentemperatur punktuell schon um 35 Grad Celsius, im Browser ohne angeschlossenes Ladekabel ebenfalls. Richtig heiß wird das Gerät hingegen unter Dauerstress. Im Akkutest von Antutu zeigte die Software von unserem Messgerät bestätigte 60 Grad an - das ist schon fast gefährlich.

Flüssige Bedienung - warum hieß es dann in der Einleitung des Kapitels, der Prozessor sei "eigentlich" stark? Ganz einfach: In Benchmarks schneidet das Nexus 4 im Test überraschend schwach ab. In Vellamo Metal, dem Hardware-Test von Qualcomm, schafft das Gerät nur 600 Punkte, im HTML5-Test wegen 2 Abbrüchen und Ausklammerung von 2 Unter-Benchmarks sogar gerade einmal 1.010 Punkte. Genauso enttäuschend geht es mit Quadrant und Antutu weiter: Im ersten Programm kann man hinterher magere 3.895 Punkte vom Display ablesen, bei Antutu schwache 8.825 Punkte. Im Sunspider-Test benötigt das Nexus 4 gar altbackene 1.890 Millisekunden. Abgesehen von Vellamo Metal, das nur knapp hinter den Erwartungen zurückbleibt, enttäuschen alle Benchmarks auf ganzer Linie. Da kann doch was nicht stimmen? Vermutlich ist die Firmware unseres Nexus-4-Testgeräts noch nicht ausreichend angepasst - auch wenn wir bei unserem Gerät keine gravierenden Fehler wie andere Testmagazine verzeichneten. Zum morgigen Marktstart will Google angeblich ein Firmware-Update für das Nexus 4 veröffentlich, mit dem wir mit dem Nexus 4 im Test die Benchmarks wiederholen werden. Denn eigentlich müsste das Gerät mit derart starker Hardware neue Bestwerte setzen.

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Auch im Browser flüssig

Google Nexus 4 Hands-on | (c) Areamobile

Jetzt auch mit Swype-ähnlicher Tastatur | (c) Areamobile

 

Ein Hinweis darauf, dass auf dem Testgerät des Nexus 4 noch nicht die finale Firmware lief, liefert auch das Fehlen der neuen Photo-Sphere-Funktion, mit der man nicht nur einfache horizontale Panorama-Aufnahmen erstellen, sondern quasi eine Halbkugel um sich herum abfotografieren können soll. (Anmerkung: Diese Funktion wurde im Abschnitt "Kamera" nachgetragen). Andere Funktionen sind hingegen bereits integriert. So kann man E-Mails jetzt teilweise bereits in den Benachrichtigungen lesen und dort findet man jetzt auch einen Schnellzugriff auf wichtige Funktionen wie Wlan, Bluetooth oder den Flugmodus - Google hat hier gut abgekupfert, andere Hersteller bieten das schließlich schon lange.

Weitere Neuerungen sind eine Swype-ähnliche Tastatur, bei der man nicht mehr einzelne Buchstaben Tippen muss, sondern ohne den Finger abzusetzen einfach von Buchstabe zu Buchstabe zieht. Neu ist auch die Möglichkeit, beim Aufladen des Akkus unterschiedliche Funktionen auf dem Display anzeigen zu lassen. Dazu gehören entweder eine Uhr, wabernde Farben oder Fotos. Damit macht das Nexus 4 im Alltag, also abseits von Benchmarks, eine hervorragende Figur.

Update: Das Update der Firmware hat wie erhofft die wesentlichen Probleme bei der Nutzung des Nexus 4 (zu hohe Temperatur und schwache Akkuleistung) beseitigt. Die Temperatur hält sich nun in Grenzen, viel wärmer als andere Geräte wird das Google-Smartphone nun nicht mehr. Unter Volllast konnten wir jetzt nur noch eine Maximaltemperatur von knapp 45 Grad messen - im Vergleich zu den vorherigen 60 Grad ist das ein deutlicher Rückgang.

Auch bei der generellen Leistungsfähigkeit gibt es Fortschritte zu verzeichnen. So erreicht das Nexus 4 bei Vellamo Metal und Vellamo HTML5 mit 610 und 1.200 Punkten zwar ein kaum besseres Ergebnis als zuvor, dafür gibt es bei Antutu und Quadrant einen deutlichen Leistungssprung zu verzeichnen. In Werten ausgedrückt bedeutet das: Antutu: 17.830 Punkte, Quadrant immerhin 4.905 Punkte. Enttäuschend zeigt sich weiterhin das Javascript-Benchmark Sunspider von Google. Hier kommt das Gerät nur auf schneckenlahme 1.920 Millisekunden. Damit liegt das Nexus 4 auch weiterhin hinter den Erwartungen wegen des starken Prozessors zurück, kann aber - abgesehen von Sunspider - aufholen. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy Note 2 kommt auf folgende Ergebnisse: Antutu 18.295 Pkt, Vellamo Metal 622 Pkt, Vellamo HTML5 1.865 Pkt, Quadrant 7.100 Punkte und Sunspider 1.030 Millisekunden.

Telefonfunktionen und Akkulaufzeit

An der Gesprächsqualität des Nexus 4 im Test gibt es nichts auszusetzen - zumindest nicht für den Nutzer des Nexus 4. Denn er hört Gesprächspartner klar und laut, Rauschen ist zwar hörbar, aber nicht mehr störend. Der Angerufene klagte im Test zwar neben dem Rauschen auch über etwas gedämpften Klang, allerdings bleibt der Gesprächspartner aber trotz allem immer ausreichend verständlich. Ein größerer Störfaktor: Unser Testgerät baute (Anmerkung: Auch mit neuer Firmware) eine Verbindung bei Entgegennahem von Anrufen erst etwa 1 oder 1,5 Sekunden nach der eigentlichen Rufannahme auf. Resultat: Die eigene Namensmeldung hört der Gesprächspartner nicht und reagiert irritiert. Da sollte Google und/oder LG noch nachbessern. Freisprechen ist in sehr leiser Umgebung über den Lautsprecher gut möglich, ansonsten aber nicht zu empfehlen.

Der Akku kann mit dem tollen Gesamtpaket des Nexus 4 leider nicht mithalten. Zumindest nicht bei der Laufzeit - wo er mit kabellosem Laden über Qi-Standard wie beim Nokia Lumia 920 punkten kann, muss er beim Thema Durchhaltevermögen klar Federn lassen. Unser vorläufiges Ergebnis deutet darauf hin, dass das Nexus 4 bei intensiver Nutzung nicht einmal einen Arbeitstag durchhält - zumindest nicht bei hellem Display. Und das ist zu wenig, zumal sich das Akkupack nicht einmal wechseln lässt. Da ist es um so verwunderlicher, dass Google keine Energiesparoptionen implementiert hat - bei Geräten von Samsung und anderen Herstellern kann man etwa die Leistung des Prozessors reduzieren, um Strom zu sparen oder automatisch einzelne Verbindungen beenden, wenn ein bestimmter Ladestatus erreicht wird. Das fehlt dem Nexus 4 im Test.

Update: Mit dem Update hat Hersteller LG auch das Akkuproblem in den Griff bekommen. Zwar ist das Nexus 4 auch jetzt noch kein ausgesprochener Dauerläufer, allerdings reiht es sich inzwischen im Mittelfeld bei den Smartphones ein - ein deutliches Plus im Vergleich zu der Firmware, mit der wir den Test ursprünglich durchgeführt haben. Ein normaler Arbeitstag ist inzwischen kein Problem mehr, bei gemäßigter Nutzung hält das Nexus 4 auch schon mal 2 Tage durch.

Fazit

Das Google Nexus 4 stellt eine seltsame Mischung dar. Einerseits bietet es auf dem Papier mit bärenstarkem Quad-Core-Prozessor, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Kamera mit 8 Megapixel Technik Oberklasse-Niveau, andererseits sind 8 Gigabyte interner und nicht erweiterbarer Speicher, sowie vergleichsweise schwache Benchmark-Ergebnisse eher Kreisklasse. Im Alltag ist das sowieso unwichtig, hier zählt die subjektive Leistung - und hier gibt es nichts auszusetzen. Betrachtet man dann noch den Preis von nur 299 Euro und sieht weitere Features wie das gute Display mit 4,7 Zoll und HD-Auflösung, NFC und die Möglichkeit, kabellos den Akku zu laden, dann kann man damit erst recht leben. Das Nexus 4 ist ein verlockendes Angebot - nicht nur wegen dem niedrigen Preis. Wer mit dem begrenzten Speicher auskommt, erhält ein starkes Stück Technik, das locker mit teurerer Konkurrenz mithält und auf absehbare Zeit immer als erstes Gerät mit Updates versorgt werden wird. Klare Kaufempfehlung!

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Testwertung Google Nexus 4
 
Handlichkeit und Design 85%
Verarbeitung 96%
Sprachqualität 86%
Akkuausdauer 76%
Ausstattung/ Leistung 89%
Kamera 80%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Geradezu unglaublich niedriger Preis" (+1.0%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+1.0%
Internet 89%
Musik 78%
Software und Bedienung 97%
Navigation 85%
Gaming und Video 91%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
89%
Zeitwertung
(Stand 29.08.2014)
81%

Unsere Wertung im Detail

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Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
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Bewertet am 07.04.2013

Alle 22 Meinungen zusammengefasst
Bewertung Google Nexus 4
Weiterempfohlen von
73% 
73%
ganz ok

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 22 Bewertungen von Areamobile Lesern.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 12.11.12 19:25 chief (Handy Master)

    Äh, Gesamteindruck 1% ???????

    So mies ist es bestimmt nicht ;)

  2. 12.11.12 19:27 Stefan Schomberg (Testleiter areamobile.de)

    Nope, wie im Fazit steht: Etwa 85 Prozent. Da aber einige Dinge nicht abschließend bewertet werden konnten, haben wir noch keine Wertung vergeben. Die 1% steht leider immer da, wenn es keine Wertung gibt ;)

    mfg

  3. 12.11.12 19:30 Surab (Expert Handy Profi)

    Also falls das FW Update die Akku- und Hitzeprobleme lösen sollte, wären dann sogar so 88 oder 89%, oder wie?

    Vor allem müsst ihr euch dann neue Flops ausdenken. Du meintest ja, dass das System eine gewisse Anzahl will. ;)

  4. 12.11.12 19:32 homeend (Handy Profi)

    Na dann bin ich mal gespannt, wie es sich mit der finalen Firmware schlägt. Schön, dass AM das berücksichtigt bzw. noch nachliefert. Den aktuell erinnert das N4 an die Anfangszeiten des One X, das mit ähnlichen Symptomen zu kämpfen hatte.

  5. 12.11.12 19:57 Joey01 (Youngster)

    Irgendwie erinnert mich das an den Anfang als das One X erschienen ist. Akku- und Hitzeprobleme. Schlechtere Performance (Ruckeln). Das wurde ja auch mit Updates behoben und wir reden ja auch bei diesem Model von einem Vorserienmodel.

    Ich bin da sehr optimistisch und bestelle das Nexus 4, sobald es geht heute oder morgen :)!

    Letztendlich kamen für mich zwei Modelle in Frage, entweder das Nexus 4 oder das HTC One X+. Den Preisunterschied habe ich anfangs noch im Hinterkopf gehabt, aber letztendlich schaltet sich ja die Vernunft aus. Denn das One X+ war bis Ende letzter Woche mein Favorit. Der Grund, weshalb ich mich nun FÜR das Nexus 4 entscheide, ist die Software. Reines Android, gerootet und verpackt in einem schönen Gerät mit Top Hardware :D!
    *....lechz* :D

  6. 12.11.12 20:13 Lordfalcon

    Eigentlich ist google selbst Schuld,dass sie unfertige testmodelle an die Redaktionen rausgeben.
    Was sie damit bewirken sind Reaktionen wie meine:
    Nicht vorbestellen und aufgrund der schlechten vorab Tests ersteinmal abwarten.

    Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das für den Verkauf gültige Nexus 4 ,ist brandaktueller Firmware DAS Android Flaggschiff sein wird, welches ob der technischen Daten erwartet werden darf.

    Ich bin gepsannt!

  7. 12.11.12 20:28 lurchie (Member)

    Schönes Handy, hätte ich mir das S3 LTE nicht schon geholt wäre dies klar mein Favorite.

    Was geht da eigentlich in der Userbewertung für das Nexus 4 ab? Da hat sich so ne Dumpfbacke 3 mal neu registriert und vergibt 10 % macht Werbunf fürs Note 2 und das in nem Deutsch welches keine Sau versteht....

    Kann man die mal da rauslöschen?

  8. 12.11.12 20:37 lurchie (Member)

    @ Lordfacon

    Das die Nexus Geräte am Anfang wenn Sie auf den Markt kommen Bugs haben ist ganz normal.Dafür sind die Handys da!

    Nexus Geräte sind für Developer gedacht und eigentlich nicht für die breite Masse.Aufgrund der neuen Android Version, auch wenn sie ja hier unter JB weitergeführt wird und es nur ein Update ist, ist sie natürlich verbugt. Das Handy dient in erster Linie dafür diese Android Version besser zu machen und Developern die Möglichkeit zu geben auf die neuste Hardware und Updates zuzugreifen.

    Das vergessen viele Leute und meckern über die Nexus Geräte.Wenn man ein funktionierendes Handy haben will kauft man sich kein Developer Phone bzw Nexus Gerät!

    Der normale Kunde wird eher entäuscht sein von diesem Handy. Für mich als Android Freak, sowie Rom Flashaholic und rumbastler ist das Handy genau richtig ;) Bin sogar am überlegen ob ich für das Handy mein S3 LTE verscherbel

  9. 12.11.12 20:46 Gandalf (Advanced Handy Profi)

    thx god hab ich das Lumia 920 gekauft. Auf ne tragbare Heizung hab ich echt keine Lust!

  10. 12.11.12 20:56 lurchie (Member)

    @ Gandalf

    dafür trägst du fast 50 Gramm mehr mit dir rum, hast ne Plattform die kaum Supportet wird und ich wette Nokia wird das Handy wie die letzten wieder sehr schnell fallen lassen.

    Nichts gegen deinen Geschmack, das Handy ist an sich gesehen sehr gut und jeder muss es für sich selbst entscheiden, aber gerade um WP würde ich als visierter Technik Fan am besten nen Meilenweiten Bogen machen...

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