Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 
Autor: Steffen Herget 05.03.2014 - 18:16 | 1

Nokia Lumia 1320 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Sehr starker Akku
  • LTE
  • Läuft schnell und flüssig
  • Display und Kamera für die Preisklasse ordentlich
  • Flops
  • Dick und schwer
  • Akku nicht wechselbar
  • Nur 8 GB interner Speicher

Nokia Lumia 1320 Test: Masse für die Massen

Das Nokia Lumia 1320 ist die zweite Welle der Finnen beim Angriff auf den so populären Phablet-Markt. Das Smartphone mit dem 6-Zoll-Display unterscheidet sich allerdings in vielen Punkten vom Lumia 1520 - nicht zuletzt beim deutlich geringeren Preis. Wir haben das Nokia Lumia 1320 im Test untersucht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Klein und leicht sieht ganz anders aus, das macht das Nokia Lumia 1320 im Test schnell klar. Das Gehäuse ist trotz des relativ dünnen Rahmens rund um das Display groß geraten, aber das weiß man ja, wenn man sich ein Phablet mit einem 6 Zoll großen Display kauft. Warum das Ganze dann aber satte 220 Gramm wiegen muss, bleibt Nokias Geheimnis, schließlich ist hier kein übermäßiger technischer Schnischnack wie eine Qi-Ladespule oder eine PureView-Kamera verbaut, die das Gewicht etwa beim Lumia 920 hochgeschraubt haben.

Nokia Lumia 1320 | (c) Areamobile

Das Nokia Lumia 1320 ist dick...

Nokia Lumia 1320 | (c) Areamobile

...und schwer...

Nokia Lumia 1320 | (c) Areamobile

...und hat einen SD-Slot unter der SIM. | (c) Areamobile

 

Positiv allerdings, dass das Gewicht dazu beiträgt, dass sich das Nokia Lumia 1320 sehr hochwertig anfühlt. Das liegt auch am Material, denn Nokia verwendet wie üblich sehr hochwertiges Polycarbonat, dessen matte Oberfläche ein echter Handschmeichler ist. Der Kunststoff des Gehäuses ist zudem nicht lackiert, sondern durchgefärbt, bei einem Kratzer geht also keine Farbe ab. Die Passform des Gehäuses ist ausgezeichnet, die abnehmbare Rückseite sitzt fest und punktgenau auf dem Lumia 1320, nur mittig gibt sie auf Druck ein kleines bisschen nach, knarzt dabei aber nicht. Die Buttons sitzen an den üblichen Stellen und funktionieren einwandfrei. Unter der Rückseite verbergen sich die Slots für die Micro-SIM und die Speicherkarte.

Display-Größe und -Qualität

Nokia Lumia 1320 | (c) Areamobile

Kein HD-Display | (c) Areamobile

Das Display des Nokia Lumia 1320 ist mit 6 Zoll sehr groß geraten, hat aber nur eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel. Das ist schade, denn das IPS-Panel bietet neben sehr guter Blickwinkelstabilität auch eine ausgezeichnete Helligkeit, tiefe Schwarztöne und satte Farben. Die Darstellung lässt sich in den Einstellungen an die eigenen Vorlieben anpassen, Farbtemperatur und Farbsättigung können geregelt werden. Bei den Kontrasten merkt man dann aber schon, dass 245 ppi nicht ganz an die hochauflösenden Bildschirme von teureren Modellen heran kommen. Auch kleine Schriftarten machen hier und da Probleme. Aber für den Alltag und die Preisklasse - das Nokia Lumia 1320 kann man schon für unter 300 Euro kaufen - geht der Bildschirm wirklich in Ordnung,

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Nokai Lumia 1320 wird wie auch die meisten anderen Windows Phones der Finnen von einem Dual-Core-Prozessor angetrieben. Ein Qualcomm Snapdaron S4 mit 1,7 GHz und 1 GB Arbeitsspeicher steckt in dem Gehäuse und bringt in allen Lagen genug Leistung mit, um das Lumia 1320 flüssig und schnell laufen zu lassen. Hier zahlt sich regelmäßig aus, dass Windows Phone vergleichsweise schonend mit den Hardware-Ressourcen umgeht. Die Taktfrequenz des Phablets ist höher als in den vorherigen Top-Modellen wie dem Lumia 1020 oder 925, die nur mit 1,5 GHz getaktet waren. Wir haben es hier also durchaus nicht mit einer lahmen Krücke zu tun, sondern dem auf dem Papier zweitschnellsten Lumia nach dem 1520.

Die gute Leistung zeigt sich nicht nur beim Navigieren durch die Menüs und beim Starten von Apps, sondern auch im Browser. Der aktuelle Internet Explorer für Windows Phone ist schnell beim Scrollen und Rendern, und auch im Sunspider-Test zeigt das Nokia Lumia 1320 mit 104 Millisekunden ein starkes Ergebnis. Ein Benchmark-Wunder ist das Windows Phone von Nokia trotzdem nicht, mit dem Dual-Core-Prozessor erreichts es nur 13.797 Punkte im AnTuTu-Test.

Nokia Lumia 1320 | (c) Areamobile

Windows Phone 8 auf dem Lumia 1320

Als Betriebssystem, wie könnte es anders sein, kommt Windows Phone 8 zum Einsatz, und zwar in der aktuellsten Version samt installiertem Black-Update. Wie schon beim Lumia 1520 macht sich Nokia auch beim Lumia 1320 den vielen Platz auf dem Display zu Nutze, um mehr Kacheln einzublenden. 15 Live-Tiles in der Standardgröße passen auf den Homescreen, das ist eine ganze Menge mehr als die nur sechs Icons bei kleineren Windows Phones. So lässt sich bei cleverer Einrichtung eigentlich alles Wichtige auf dem Homescreen unterbringen, ohne scrollen zu müssen - praktisch. Neben Windows Phone selbst sind natürlich bei den Lumias die zahlreichen sehr guten Nokia-Apps das Salz in der Suppe, wobei etwa die Nokia-Camera-Anwendung nicht vorinstalliert wurde. In der Nokia Collection im Windows Phone Store finden sich alle Anwendungen der Finnen auf einem Fleck und lassen sich nach Wunsch installieren.

Wohl aber vorinstalliert sind einige Apps, die zum Teil schon fast als störende Bloatware durchgehen: Angry Birds Roost, DB Navigator, Holiday Check, HRS Hotel Suche, iLiga, LinkedIn und n-tv. Sicher, die lassen sich auch alle deinstallieren, aber gerade bei einem Smartphone mit eher kleinem internen Speicher muss das nicht sein.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Testfoto mit dem Nokia Lumia 1320 | (c) Areamobile

Testfoto mit dem Nokia Lumia 1320

Das Lumia 1320 zählt nicht zu den Top-Modellen von Nokia, deshalb muss es auch ohne eine Carl-Zeiss-Kamera der PureView-Reihe auskommen. Die Hauptkamera an der Rückseite macht mit einer maximalen Auflösung von 5 Megapixel trotzdem ordentliche Fotos, zumindest wenn das Licht gut ist und so der ISO-Wert nicht nach oben geschraubt werden muss. Natürlich Farben und scharfe Kontraste zeichnen die Bilder aus, Bildschrauschen ist bei guten Bedingungen kaum zu bemerken. Letzteres ändert sich allerdings schnell, wenn in geschlossenen Räumen mit weniger Licht geknipst wird. Das Bildrauschen tritt dann schnell auf, schon bei ISO 400 ist es auch ohne Vergrößerung leicht und störend zu bemerken. Die Farben sind aber auch dann immer noch schön anzusehen und die Kontraste in Ordnung. Nicht wirklich tauglich ist der kleine LED-Blitz, der keine besonders große Reichweite hat und das Bild zudem sehr punktuell ausleuchtet.

Videoaufnahmen lassen sich wahlweise in 720p oder 1080p aufnehmen. Die Bildqualität und die Schärfe sind insgesamt gut, allerdings macht sich der fehlende Bildstabilisator bemerkbar - eine extrem ruhige Hand ist gefragt, um Wackler zu vermeiden. Wird von einem dunklen in einen hellen Bereich geschwenkt, braucht das Lumia 1320 im Test eine Weile, um die Belichtung anzupassen. Auch der Wechsel des Fokus kann einen kurzen Moment dauern. Die Tonaufzeichnung ist ordentlich, das Nokia Lumia 1320 neigt dabei auch nicht zum Übersteuern.

Ärgerlich für Multimedia-Fans ist der geringe interne Speicher von nur 8 GB, die zudem bereits etwa zur Hälfte belegt sind. Immerhin nimmt das Nokia Lumia 1320 miroSD-Karten auf, so lässt sich der Speicher erweitern. Das beiliegende Headset ist von durchschnittlicher Qualität, Audiophile werden hier sicher einen anderen Kopfhörer bevorzugen. Der interne Lautsprecher strahlt nach hinten ab und ist ziemlich klein geraten, so dass es im ein wenig an Lautstärke und Klangfülle mangelt. Zusammen mit dem guten, aber nicht hochauflösenden Display ergibt sich eine Multimedia-Leistung im guten Mittelfeld.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Die Sprachqualität des Nokia Lumia 1320 ist sehr gut. Beide Gesprächspartner sind laut und deutlich zu verstehen, Rauschen ist nur minimal festzustellen. auch die Lautstärke passt. Nicht ganz so gut sieht es beim freisprechen aus. Wird über den Lautsprecher telefoniert, könnte die Lautstärke höher sein, zudem beklagten die Gesprächspartner hier und da kurze Aussetzer. Insgesamt liefert das Lumia 1320 beim Telefonieren eine gute Leistung ab.

Bei den Datenverbindungen steht das Lumia 1320 im Test seinen teureren Schwestermodellen kaum nach. Neben HSPA+ steht auf LTE in allen hierzulande genutzten Frequenzen zur Verfügung, sofern man den passenden Vertrag sein Eigen nennt und Empfang hat. WLAN ist nach den Spezifikationen 802.11 b/g/n an Bord, der schnelle ac-Standard fehlt leider ebenso wie das von Nokia gern genutzte NFC. Aber irgendwo muss der Rotstift ja angesetzt werden.

Akku-Laufzeit

Nokia Lumia 1320 | (c) Areamobile

Starker Akku, leider nicht wechselbar

Im Nokia Lumia 1320 steckt ein Akku mit der gleichen Kapazität wie im Lumia 1520, das als echter Langläufer bekannt war. Ähnliches war daher auch vom Lumia 1320 zu erwarten, schließlich kommt hier ein weniger hochauflösendes Display und ein langsamerer Prozessor zum Einsatz. Und tatsächlich schafft man mit dem Phablet locker zwei, manchmal sogar drei Tage aktive Nutzung - das ist sehr gut. Weniger schön ist allerdings, dass sich Nokia trotz der abnehmbaren Rückseite dazu entschlossen hat, das Gehäuse zu kapseln und den Akku nicht frei zugänglich zu machen. Das wäre in unseren Augen nicht nötig gewesen. Ist der Akku einmal komplett leer, muss das Lumia 1320 rund drei Stunden an das Ladegerät - nicht eben schnell, aber in Ordnung für die Aufladung nachts oder am Arbeitsplatz. Auf den drahtlosen Qi-Standard hat Nokia hier verzichtet.

Fazit

Das Nokia Lumia 1320, das im Preis in nur wenigen Wochen nach dem Marktstart von einer UVP von 399 Euro auf weniger als 290 Euro gesunken ist, macht vieles richtig, um ein wirklich gutes Phablet zu sein. Es läuft flott und flüssig, hat einen ausdauernden Akku und eine sehr gute Gesprächsqualität samt LTE-Empfang. Auch das Display und die Kamera sind für die Preisklasse absolut in Ordnung. Leben müssen die Käufer mit einem ziemlich schweren und unhandlichen Gerät und dem vergleichsweise kleinen internen Speicher. Aber für weniger als 300 Euro kann eben nicht alles erwarten, und zu diesem Preis ist das Nokia Lumia 1320 ein gutes Gesamtpaket.

Themen: Smartphone, Lumia
Testwertung Nokia Lumia 1320
 
Handlichkeit und Design 51%
Verarbeitung 97%
Sprachqualität 91%
Akkuausdauer 99%
Ausstattung/ Leistung 72%
Kamera 85%
Internet 90%
Musik 92%
Software und Bedienung 83%
Navigation 96%
Gaming und Video 69%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
83%
Zeitwertung
(Stand 19.10.2017)
71%

Unsere Wertung im Detail

Lesermeinungen zum Nokia Lumia 1320 Jetzt selbst bewerten!
Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
(Beschreiben Sie das Handy mit einem Satz)
Neueste Lesermeinungen
Noch keine Lesermeinung vorhanden.
Alle 0 Meinungen zusammengefasst
Bewertung Nokia Lumia 1320
Weiterempfohlen von
0% 
- %
keine Note

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 0 Bewertungen von Areamobile Lesern.

Lesermeinungen zum Nokia Lumia 1320
 
Schreiben Sie Ihren Erfahrungsbericht zum Nokia Lumia 1320

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 05.03.14 22:17 Lumianer (Youngster)
    ein sehr schönes gerät

    Das Gewicht kommt denk ich mal dadurch zustande, dass eine möglichst hohe Stabilität und Stützung des leicht brechbaren Displays erreicht werden sollte.
    Die geringe ppi-Rate ist angesichts der akku-Laufzeit und auch sonst akzeptabel.
    Schade ist, dass das Lumia 1320 keinen Snapdragon 400 erhalten hat.

antworten
Anzeige
Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte
 
Zur Bestenliste der beliebtesten Handys
 
Anzeige