Autor: Björn Brodersen 12.12.2013 - 18:00 | (2)

Yota Devices Yotaphone Testbericht

Testüberblick Yota Devices Yotaphone

  1. Die Idee hinter dem Yotaphone - Design, Verarbeitung und Display
  2. Multimedia: Kamera und Musik - System: Hardware und Software
  3. Telefonie, Konnektivität und Akku - Fazit
  4. (2) Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Zusätzliches, ohne Strom ablesbares E-ink-Display (+0.5%)
  • Flops
  • Schwacher und fest verbauter Akku
  • Sehr hoher Preis für Mittelklasse-Smartphone
  • Klotziges Design

Yotaphone Test: Gut gedacht, noch zu schlecht gemacht

So ein Smartphone hat es noch nicht gegeben: Das Yotaphone im Test bietet zwei Displays, auf der Vorderseite einen LCD-Touchscreen und auf der Rückseite ein E-ink-Display, wie man es von E-Book-Readern kennt. Statt dauernd das Display ihres Smartphones anzuschalten und so den Akku zu belasten, wenn sie ihren Mitteilung- und Benachrichtigungs-Eingang prüfen wollen, sollen Nutzer des Yotaphone auf dem permanent ablesbaren E-in-Display stets alles im Blick haben. Ob das Konzept funktioniert, haben wir im Test des Yotaphone untersucht.

So gings los: Die Idee hinter dem Yotaphone

Das Yotaphone hat zwei Displays: auf der Vorderseite ein farbiges, kapazitives LCD mit einer Diagonallänge von 4,3 Zoll und der HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixel, auf der Rückseite ein E-ink-Display mit 16 Graustufen, das nicht auf Fingerberührungen reagiert. Das von E-Book-Readern bekannte elektronische Papier auf der Rückseite des Smartphones benötigt keine Hintergrundbeleuchtung, sondern arbeitet reflektiv und belastet somit bei gleichbleibender Darstellung nicht den Akku. Das E-ink-Display zeigt auch dann Inhalte an, wenn das Handy abgeschaltet ist - Tageslicht oder eine andere Lichtquelle vorausgesetzt. So bleiben auf dem Yotaphone beispielsweise auch dann noch wichtige Informationen wie etwa ein QR-Code eines Bahn- oder Flugtickets oder ein Ausschnitt einer Karte ablesbar, wenn dem Akku des Smartphones der Saft ausgegangen ist.

Yotaphone Hands-on | (c) Areamobile

Vorne ein LCD | (c) AM

Yotaphone Hands-on | (c) Areamobile

Hinten ein E-in-Display | (c) AM

 

Dies ist auch eines der Einsatzszenarios, die dem russischen Hersteller Yota Devices vorschwebten, als er mit der Entwicklung des von Foxconn gefertigten Yotaphone begann. Bevor der Akku restlos leergesaugt ist, legt der Nutzer einen Screenshot an, auf dem die relevanten Informationen abgebildet werden und blendet diesen auf dem rückseitigen E-ink-Display ein. So kann der gespeicherte QR-Code des Bahn- oder Flugtickets auch dann noch abgescannt werden, wenn der Akku geleert und das vorderseitige Display abgeschaltet worden ist. Auch können Nutzer des Yotaphone mit einem auf das E-ink-Display gelegten Kartenausschnitt ihren Weg in einer fremden Stadt finden oder Reisende ihre Zieladresse ablesebereit halten. Hauptsächlich soll das E-ink-Display des Yotaphone jedoch dazu dienen, den Akku zu schonen: Der Nutzer hält Mitteilungen, Soziale Netzwerke oder bestimmte Anwendungen im Blick, ohne das Strom benötigende Haupt-Display auf der Vorderseite des Smartphones ständig einschalten zu müssen.

So weit die Idee hinter dem Yotaphone (Foxconn International Holdings Limited C9660), das ansonsten ein ganz gewöhnliches Smartphone mit dem Betriebssystem Android 4.2 Jelly Bean und den üblichen vorinstallierten Google-Anwendungen ist, alle gängigen Smartphone-Anwendungen beherrscht, und auch preislich - die UVP des Herstellers liegt bei 499 Euro ohne Vertrag - auf den ersten Blick nicht aus dem Rahmen fällt.

Design, Verarbeitung und Display

Obwohl im Yotaphone gleich zwei Displays verbaut sind, ist das schwarze Kunststoffgehäuse unseres Testgeräts an der unteren Stirnseite nur um die 10 Millimeter dick - eigentlich eine bemerkenswerte Leistung. Im Vergleich zu anderen neueren Android-Smartphones wie etwas dem 6,2 Millimeter flachen Huawei Ascend P6 wirkt das Yotaphone im Test trotzdem klobig. Bei genauem Nachmessen haben an der unteren Stirnseite auch eine Dicke von 10,3 Millimetern und am oberen Ende von 7,9 Millimetern festgestellt. Dabei ist die Oberfläche der Vorderseite mit dem LCD völlig eben, während die Rückseite samit dem E-ink-Display leicht gewölbt ist - das erste Smartphone mit gekrümmtem Display im deutschen Handel stammt also weder von Samsung noch von LG Electronics, sondern von einem neuen Handy-Hersteller aus Russland. Eine technische Notwendigkeit für diese Bauweise besteht beim Yotaphone nicht. Auch bietet die Wölbung dem Besitzer des Smartphones keinen besseren Blickwinkel auf das Display. Die leicht abfallende Rückseite beinhaltet vielmehr eine Handlungsanweisung: Lege das Yotaphone mit dem LCD nach unten zeigend auf dem Tisch ab, lautet diese - dann liegt das Gerät flach auf. So kann der Nutzer außerdem während des Essens, am Stammtisch oder im Meeting die Benachrichtigungen seines Smartphones im Blick behalten.

Grob gesehen ist das Yotaphone ungefähr so lang, breit und dick wie das Blackberry Z10 mit seinem 4,2 Zoll großen Touchscreen. Und wie Blackberry bei seinem ersten All-Touch-Smartphone für Blackberry 10 OS nutzt Yota Devices beim Yotaphone recht viel Platz um das Display herum. Im Vergleich zum Moto G, das einen 4,5 Zoll großen Touchscreen bietet, fällt beim Yotaphone im Test der Display-Rahmen an allen Seiten deutlich breiter aus. Die Android-typischen Bedien-Buttons zum Aufrufen des Homescreens oder des Taskmanagers sowie zum Zurückgehen im Menü werden auf dem Yotaphone standardmäßig nicht eingeblendet, so dass die Anzeigefläche etwas größer ausfällt. Bei Bedarf kann der Nutzer in den Systemeinstellungen die Tastenleiste aber am unteren Bildschirmrand aktivieren. Vorgesehen ist aber eine andere Steuerung. Die Flächen unterhalb der Bildschirme sind berührungsempfindlich und reagieren auf Wisch- und Tippgesten. Gerade die Länge von 134 Millimetern erweist sich als Handicap für eine Ein-Hand-Bedienung - nur Menschen mit sehr großen Händen erreichen noch bequem den oberen Bereich des LCD-Touchscreens.

Die Plastikhülle des Yotaphone im Test wirkt weniger hochwertig als funktional und liegt angenehm warm in der Hand. Sie ist geradliniger geschnitten als beim Moto G, nur die Ecken sind gerundet. Das Gehäuse ist gut verarbeitet, Spaltmaße sind nicht zu erkennen, die zwei Displays mit der kratzfesten Oberfläche aus Gorilla Glass von Corning sind eben und passgenau eingesetzt. Oberhalb des Front-Displays sitzen der Telefon-Lautsprecher und eine 1 Megapixel auflösende Kamera für Videotelefonate, unterhalb des E-ink-Displays eine mit 13 Megapixel auflösende Kamera für Foto- und Videoaufnahmen mit LED-Fotolicht sowie ein weiterer Lautsprecher für den Mediaplayer und für die Sprachausgabe von Anwendungen wie etwa der Google-Suche. Power-Taste, Micro-SIM-Karten-Schacht, Headset-Buchse und ein Mikrofon befinden sich auf der oberen Stirnseite, an der Unterkante finden sich der Micro-USB-Anschluss und ein weiteres Mikrofon. Der Ein/Aus-Schalter ist schwergängig genug, um beim Transport in der Hosentasche nicht vorschnell die Display-Sperre aufzuheben, und hat einen bedienfreundlichen markanten Druckpunkt.

Yotaphone Hands-on | (c) Areamobile

Gekrümmte Rückseite | (c) AM

Yotaphone Hands-on | (c) Areamobile

Kunststoff-Gehäuse | (c) AM

Yotaphone Hands-on | (c) Areamobile

Neben iPhone 5S | (c) AM

 

Das von Japan Display gefertigte LCD auf der Vorderseite des Yotaphone beweist: Die HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixel reicht bei einer Diagonallänge von 4,3 Zoll (342 PPI) völlig aus. Das kapazitive Farb-Display ist ausreichend scharf, kontrastreich und hell, es lässt sich auch noch aus schrägen Blickwinkeln ablesen, und die Glasoberfläche spiegelt nicht stärker als bei anderen Smartphones. Das rückseitige E-ink-Display ist dagegen nicht berührungsempfindlich und stellt auf 4,3 Zoll nur 640 x 360 Pixel (171 PPI) sowie 16 Graustufen dar - die Pixeldichte von 171 PPI ist vergleichbar mit der des 6 Zoll großen E-ink-Displays vom 49 Euro teuren E-Book-Reader Amazon Kindle. Ein schärferes Bild, mehr Kontrast und tiefere Schwarztöne würden das E-ink-Display des Yotaphone im Test besser ablesbar machen, gerade im schummrigen Licht einer Kneipe.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 12.12.13 22:49 Cellular
    FBReader

    Vielen Dank für den Testbericht!

    Die ebook-app FBReader sollte das eInk-Display unterstützen - ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diese testen könnten.
    https://play.google.com/store/apps/details?id=org.geometerplus.zlibrary.ui.android&hl=de

    vielen Dank!

  2. 13.12.13 12:29 IMPULS

    Interessantes "Projekt", mit viel Verbesserungspotential.... :D

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