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Autor: Stefan Schomberg 01.04.2014 - 11:40 | (69)

HTC One M8 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Grandioser Metall-Unibody und tolle Verarbeitung (+0.5%)
  • Absoluter Handschmeichler
  • Spitzentechnik
  • Flops
  • Fehlender OIS bei schlechtem Licht bemerkbar

HTC One M8 Test: Full Metal Jacket

Nachdem Samsung und Sony ihre Spitzenmodelle nahezu zeitgleich bereits auf dem MWC in Barcelona vorgestellt haben, hat HTC jetzt nachgezogen. Das neue Gerät heißt wieder HTC One und trägt außerdem den Zusatz M8. Auf dem Papier findet man im direkten Vergleich einige eher dezente Anpassungen, in der Summe kommt dabei aber wieder ein richtig gutes und sauschnelles Smartphone heraus. Das M8 ist ein Geschoss im Vollmetall-Gehäuse - quasi ein Full Metal Jacket.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" - Mathematiker werden bei dieser Aussage des griechischen Philosophen Aristoteles zwar die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Doch selbst ein Vertreter dieser spezielle Menschengattung wird den Sinn dieser etwa 2.400 Jahre alten Weisheit verstehen, wenn er das HTC One M8 in die Hand nimmt. Denn die Gehäusedicke von 9,4 Millimeter versteht kein anderes Gerät so gut zu kaschieren und die anderen kleinen Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger machen aus dem M8 einfach das bessere Gesamtergebnis als bei anderen Smartphones oder dem Vorgänger. In dieser Kombination ist das HTC One M8 im Test trotz fast identischer technischen Daten wie bei der Konkurrenz vielleicht sogar das aktuell beste Smartphone auf dem Markt. Doch der Reihe nach.

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

Im Test: HTC One M8

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

Geschoss im Ganzmetall-Gehäuse

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

Nur auf der Stirnseite gibt es Kunststoff | (c) Areamobile

 

Beim Design des HTC One M8 im Test fallen zwei Dinge auf: Es ähnelt dem One des letzten Jahres ziemlich stark. Allerdings kommt es jetzt aber mit runderen Ecken auf der Front und das Gerät ist länger geworden. Die eher behutsamen Änderungen sind nachvollziehbar, schließlich wurde das Design des ersten HTC One sogar prämiert und es es erntete fast ausschließlich Lob. Der Hauptunterschied ist bei einem Blick auf die Front schnell zu sehen: Wo das One M7 in der Draufsicht noch kantig wirkte, präsentiert sich das M8 nun weicher und gerundet. Dadurch kann man es nicht nur gut vom Vorgänger unterscheiden, es wirkt auch wieder etwas frischer. Zudem liegt es dadurch noch einmal besser in der Hand. Schon der Vorgänger überzeugte mit seiner gewölbten Rückseite in Sachen Ergonomie, dort - überspitzt gesagt - bohrten sich aber die Ecken in die Handinnenflächen. Das ist beim M8 anders, viel handschmeichlerischer geht es nicht.

Daran hat natürlich auch das Material seinen Anteil. Erneut verwendet HTC Metall für die Rückseite des One, dieses mal sogar noch mehr. Denn wo beim M7 die Seitenteile noch aus Kunststoff bestanden, damit die Funkverbindung nicht gestört wurde, integriert HTC sie jetzt mit einem neuen Verfahren in das Metall und kann so auch die Außenseiten aus diesem Werkstoff fertigen. Damit ergibt sich jetzt noch viel mehr das Gefühl eines Unibodys, da nicht nur die metallene Rückseite auf einen Kunststoffrahmen geklebt ist, sondern sich jetzt auch um die Seiten zieht. Nur auf der Stirnseite ist noch eine Kunststoffeinlage zu sehen, die geht an dieser Stelle aber problemlos als Designmerkmal durch. Darunter befindet sich unter anderem der Infrarot-Sender, der nicht mehr wie noch beim M7 in den Power-Button integriert ist. Insgesamt wirkt das Gerät jetzt noch edler, das gebürstete Aluminium fühlt sich darüber hinaus fast seidenweich an, ohne zu rutschig zu sein. Damit ist das M8 das derzeit am angenehmsten in der Hand zu haltene Topsmartphone. Beim Design lässt sich diese Aussage natürlich nicht ohne weiteres treffen, denn das hängt einfach auch zu viel vom persönlichen Geschmack ab. Doch ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen darf man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass das M8 mindestens auf einer Stufe mit iPhone 5S und Sony Xperia Z2 steht. Einen Nachteil hat die schicke und beinahe weich wirkende Metalloberfläche: Schon nach wenigen Tagen hatten sich einige oberflächlicher Kratzer in den Werkstoff eingeschlichen. Das kann aber auch nur an unserer Farbgebung liegen, unser Modell ist Gunmetal-Grau und wirkt wie gebürstet. Weitere Farben sind Gold und Silber.

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

Das M8 wirkt wie aus einem Guss

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

micro-USB und Headset-Buchse sind unten angebracht

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

Auffällige Duo-Camera | (c) Areamobile

 

Bei der Verarbeitung macht HTC auch einen Schritt nach vorn. War der Vorgänger zwar insgesamt ziemlich gut, im Detail aber nicht immer perfekt verarbeitet, so gibt es beim neuen HTC One M8 im Test kaum noch Ansatzpunkte für Kritik. Bei unserem Testgerät sind die Schlitten für SIM-Karte und micro-SD, die sich wie immer nur unpraktisch über mitgeliefertes Werkzeug oder eine Nadel öffnen lassen, nicht ganz perfekt eingefügt und die Taste zum Leiserstellen des Sounds weist einen schwammigeren Druckpunkt als das Pendant zum Lauterstellen auf - das sind aber eher Nuancen und kein Grund für eine größere Abwertung. Dafür sind jetzt die Kunststoffbrücken zwischen dem oberen und unteren Teil der Rückseite perfekt integriert - streicht man mit dem Finger darüber kann man den Unterschied von Metall zu den Kunststofffugen nur noch mit viel gutem Willen erfühlen. Am auffälligsten ist hier noch die zweite Kameralinse - dazu mehr im entsprechenden Kapitel.

Der Längenzuwachs des HTC One M8 im Vergleich zum Vorgängermodell wurde bereits erwähnt. Im Gegensatz zum Breitenzuwachs von nur 1,5 Millimeter lässt sich die Streckung um fast 1 Zentimeter auch mit dem bloßen Augen erkennen. Das ist eigentlich nur logisch, denn schließlich ist das Display von 4,7 Zoll auf 5 Zoll gewachsen. Macht man sich aber klar, dass etwa ein Samsung Galaxy S5 bei 0,1 Zoll größerem Display kürzer und ein Sony Xperia Z2 bei sogar 0,2 Zoll größerem Display in etwa gleich lang ist stellt sich die Frage nach dem Warum. Die Antwort ist so einfach wie ernüchternd: Einerseits benötigen die ausladenden BoomSound-Lautsprecher über- und unterhalb des Displays eine Menge Platz - das leuchtet ein. Andererseits hat HTC offenbar genau das getan, wofür Sony bei seinen Smartphones in letzten Zeit des öfteren kritisiert wurde: Platz verschwendet. Zumindest scheint es so, denn obwohl wegen des Wechsels von Sensortasten auf Onscreenbuttons eigentlich unter dem Display abgesehen von dem Lautsprecher nichts mehr sein müsste findet man dort einen breiten schwarzen Streifen vor, der scheinbar keine andere Funktion erfüllt, als das Herstellerlogo zu tragen. Dabei ist der Streifen zwischen Gehäuserand und Display wesentlich breiter als über dem Display. Dieser Balken stört die Symmetrie des Gerätes. Letztendlich dürfte das die wenigsten Nutzer aber wirklich stark stören.

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

Gute Verarbeitung, aber hinter dem Lautsprechergrating...

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

...schimmert etwas durch | (c) Areamobile

 

Übrigens: Auch wenn HTC das nicht an die große Glocke hängt: Das One M8 im Test ist zumindest wasserfest. Im Gespräch mit HTC Deutschland bestätigte HTC eine Zertifizierung nach IPX3 - also Schutz gegen fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte. Untertauchen sollte man das Gerät zwar nicht, auch wenn einige im Netz kursierende Videos zeigen, dass auch das mit etwas Glück kein Problem darstellt, aber zumindest ein Regenschauer sollte dem Gerät nichts ausmachen.

Display-Größe und -Qualität

HTC One M8 Test  | (c) Areamobile

Das Display ist messerscharf | (c) Areamobile

Von 4,7 Zoll auf 5 Zoll - das ist das Wachstum pro Generation, das in ähnlicher Art und Weise in letzter Zeit alle Hersteller mitmachen - bis auf Apple, und auch Sony hat mit dem Xperia Z1 Compact etwas dagegengehalten. Auf den 5 Zoll des M8 stellt HTC 1.920 x 1.080 Pixel dar - damit kommt man zwar "nur noch" auf 441 Pixel pro Zoll im Gegensatz zu 469 ppi beim Vorgänger, aber das darf bedenkenlos immer noch als messerscharf bezeichnet werden. Helligkeit, Farbwiedergabe und Kontraste schneiden ebenfalls sehr gut, wenn vielleicht auch nicht als absoluter Bestwert ab und ein besonderes Lob hat die Blickwinkelfestigkeit verdient. Betrachtet man das Display mit flachen Blickwinkeln von der Seite sind nur wenig Darstellungsveränderungen zu sehen. Lediglich die Helligkeit sinkt dann etwas. Bei Sonneneinstrahlung wird das Ablesen des Display-Inhaltes zwar erschwert, ist aber immer noch ausreichend gut möglich. Im Gegensatz zum Vorgänger kann das Display des M8 auch mit Handschuhen bedient werden.

System: Hardware, Software und Bedienung

Im HTC One M7 hat sich der taiwansiche Hersteller im letzten Jahr verhaltene Kritik wegen des Umstands gefallen lassen müssen, dass mit dem Snapdragon 600 nicht der absolute Highend-Prozessor im Topgerät steckte. Letztendlich zeigte HTC allerdings, dass man auch mit einem minimal schwächeren Prozessor eines der schnellsten Smartphones auf die Beine stellen kann, wenn die Software optimal abgestimmt ist. Zumindest im Alltag waren enorm wenige bis gar keine Ruckler bei dem schicken Vorgänger des neuen One zu sehen. Das ist auch beim aktuellen One im Test so, Ruckler konnten wir nicht bemerken. Kein Wunder: Die gute Software vom Vorgänger konnte vermutlich in vielen Bereichen übernommen werden und jetzt steckt außerdem der derzeitig stärkste verfügbare Chip im neuen Flaggschiffmodell von HTC: Der Qualcomm Snapdragon 801 mit vier mal 2,3 GHz Taktfrequenz. Damit ist der Chip etwas heruntergetaktet und läuft auf dem Niveau des direkten Prozessor-Vorgängers 800. Im Samsung Galaxy S5 taktet der 801 etwa auf volle 2,5 GHz. 2 GB RAM und eine Adreno 330 komplettieren das Powerhouse im M8.

HTC One M8 gegen HTC One M7 | (c) Areamobile

Äußerlich und bei der Bedienung gibt es nur wenige Unterschiede zum Vorgänger. Aber einige der Gesten sind genial!

Daher ist es kein Wunder, dass das HTC One M8 in Benchmarks sehr gut abschneidet und auf Augenhöhe mit der Konkurrenz aus Südkorea liegt - mal kann das S5 einen knappen Vorsprung erkämpfen, mal das M8. Im Alltag reagiert das M8 ohnehin rasend schnell, bei Spielen auch - das darf man bei der gebotenen Hardware auch erwarten. Für leichte Einschränkungen könnte gerade für Gamer aber der geringe interne Speicherplatz sorgen. Zwar können inzwischen die meisten Apps auf Speicherkarten ausgelagert werden, allerdings sind Speicherkarten etwas langsamer als Flash-Speicher. Allerdings dürfte für die meisten Nutzer der Vorteil der Erweiterungsmöglichkeit die minimal längeren Ladezeiten überwiegen. Dafür wird Nutzern des Vorgängermodells die Umgewöhnung nicht schwerfallen, denn bei der generellen Bedienung hat sich kaum etwas geändert. Stattdessen wurden dezente Verbesserungen und Erweiterungen eingeführt, die Optik ist leicht überarbeitet worden. Auffällig ist der Wechsel von speziellen Sensortasten zur Steuerung von Android, die beim M7 noch in dem schwarzen Balken unter dem Display installiert waren. Die schwarzen Balken gibt es zwar wie erwähnt immer noch, die Steuerung erfolgt jetzt aber über On-Screen-Tasten wie von Google vorgesehen. Das hat den Nachteil, dass die Bedienelemente eine kleinen Teil des Displays einnehmen. Damit sie nicht stören werden sie nach wenigen Sekunden ausgeblendet. Will man nun auf den Homescreen wechseln muss man zuerst einmal das Display antippen, um die Symbole wieder einzublenden. Anschließend können sie dann genutzt werden. Damit nähert sich HTC bei der Nutzung dem von Google vorgesehenen Android an, auch die Google-Edition des One M8 mit Vanilla-Android verwendet diesen Umweg im Vergleich zu zusätzlichen Tasten. Die Google-Edition wird voraussichtlich in der zweiten oder dritten April-Woche ausgeliefert.

Screenshot HTC One M8 | (c) Areamobile

Homescreen mit Uhren-Widget

Screenshot HTC One M8 | (c) Areamobile

Rasend schnell und gestochen scharf im Browser

Screenshot HTC One M8 | (c) Areamobile

Ordner im App-Drawer jetzt über menü (3 Punkte oben rechts) | (c) Areamobile

 

Dann verliert man als Nutzer allerdings auch die anderen Vorzüge der neuen Sense-Nutzeroberfläche in Version 6. Da wäre etwa die neue Gestensteuerung, die HTC Motion Launch Gesture nennt. Ist das Display abgeschaltet, kann man es jetzt mit einem Doppeltipp aufwecken und man landet auf dem Sperrbildschirm um etwa die Uhrzeit abzulesen. Ein erneuter Doppeltipp schickt das Gerät dann wieder in den Standby. Wischt man bei schwarzem Bildschirm von unten nach oben, wird das Gerät sofort entsperrt und man gelangt zur letzten Ansicht. Ein Wisch von links führt direkt in den optisch aufbereiteten Nachrichtenaggregator Blinkfeed, ein Wisch von rechts immer direkt auf den ersten Homescreen. Dort findet man auch wieder das große HTC-Uhren-Widget. Zu guter Letzt: Ein Wisch von oben nach unten öffnet die Sprachwahl. Bei eingehenden Anrufen muss man jetzt das HTC One M8 im Test nur nach oben an das Ohr heben, um den Anruf anzunehmen. Die verschiedenen Aufweckgesten haben uns sehr gut gefallen und funktionieren auch so gut wie immer. Der Doppeltipp wird zwar nicht immer, aber meist erkannt, die Sprachwahl ist da schon eher verbesserungswürdig - die Erkennung war im Test ziemlich unzuverlässig. Meist wurde der Name nicht richtig erkannt und stattdessen eine Auswahl an möglichen Gesprächspartnern mit ähnlichem Klang angezeigt. Wenn der Name dann doch erkannt wurde kommt stets die Auskunft, dass es mehrere Auswahlmöglichkeiten gibt. Nicht genug damit, dass dann häufig nur ein - noch dazu der richtige - Gesprächspartner angezeigt wird, sondern der Hinweistext wird auch noch abgebrochen und das M8 fordert mit drei Punkten dazu auf, sich den Rest selbst zu denken. Die etwas rustikale Darstellung ist natürlich kein Beinbruch, aber unschön gelöst. Die Integration der mangelhaften Sprachwahl ist hingegen unverständlich.

Der Blinkfeed wurde dezent überarbeitet. Dabei hat man auf die Nutzer gehört, so HTC. Fotos in der Hauptansicht sind jetzt minimal größer und Überschriften etwas länger. Das resultiert aus den Erfahrungen mit dem Vorgängermodell, bei dem Nutzer angeblich gerne einfach nur die Überschriften überflogen und dabei durch den Blinkfeed scrollten. Daher kann man jetzt auch durchgehend scrollen, zuvor konnte man nur seitenweise blättern. Außerdem hat HTC den Blinkfeed jetzt für Entwickler freigegeben, die ihre eigenen Ideen einbringen können und den Feed damit im Gegensatz zum letzten Jahr selbständig um lokale Informationsquellen erweitern. Uhrzeit und Wetteransicht wurden aus dem Blinkfeed entfernt, beides ist jetzt in einem zentralen Widget auf den normalen Homescreens zu finden. Der Flashplayer ist in Sense 6 nicht mehr integriert. Eine weitere Neuerung - zumindest im Vergleich zum Vorgänger- ist der Schrittzähler, der aus einem zusätzlichen Sensor besteht. In Verbindung mit der vorinstallierten Fitbit-App zählt er zuverlässig die Schritte, die der Nutzer am Tag abspult.

Screenshot HTC One M8 | (c) Areamobile

Neuer Blinkfeed

Screenshot HTC One M8 | (c) Areamobile

Der Premium-Dienst gilt erst ausschließlich in den USA

Screenshot HTC One M8 | (c) Areamobile

Neuer Blinkfeed bald auch für ganze One-Familie | (c) Areamobile

 

HTC stülpt seine Sense-Oberfläche über das aktuelle Android 4.4.2, an Bord sind neben den Standards wie WLAN ac, HSPA+ bis 42 Mbit/s und Bluetooth 4.0 (mit aptX) auch NFC und LTE bis 150 Mbit/s. Schade: HTC Advantage, ein Premium-Dienst, mit dem der Hersteller in den USA innerhalb der ersten sechs Monate ab Kauf des HTC One M8 im Schadensfalle einen kostenlosen Display-Tausch anbietet, kommt vorerst nicht nach Deutschland. Erst wolle man den Service testen, eine spätere Einführung in weiteren Ländern sei aber beabsichtigt, hieß es von HTC. Teile des Avantage-Pakets bekommt man aber trotzdem: Etwa das Versprechen, zwei Jahre lang mit Updates versorgt zu werden oder 50 GB Zusatzspeicher in der Cloud.

Kamera

Wie der Vorgänger M7 nimmt das HTC One M8 Fotos nur mit 4 Megapixel mit der so genannten Ultrapixel-Kamera auf, allerdings handelt es sich um einen neuen Sensor. Er ist erneut mit 1/3 Zoll verhältnismäßig groß und kann 2 µm große Pixel abbilden. Dadurch soll bei schlechtem Licht Bildrauschen reduziert werden. Im Gegenzug hat HTC nun allerdings auf den optischen Bildstabilisator verzichtet. Beim M7 hat die Bildqualität nur bedingt überzeugt. Beim M8 will HTC jetzt einiges besser machen.

HTC One M8 Originalaufnahme | (c) Aeramobile

HTC One M8 Originalaufnahme ohne ...

HTC One M8 Originalaufnahme | (c) Aeramobile

... und mit HDR | (c) Aeramobile

 

Das Kameraobjektiv des HTC One M8 verfügt erneut über eine Blende von f/2.0 und nimmt im 28-Millimeter-Weitwinkel auf. Unterstützt wird die Ultrapixel-Kamera von einer weiteren 2-Megapixel-Kamera, diese Kombination nennt HTC Duo Camera. Die zweite Kamera dient ausschließlich zur Tiefenmessung und macht sich bei der reinen Bildqualität nicht bemerkbar. Ihr Vorteile werden später in der Nachbearbeitung am Smartphone deutlich, denn dann lassen sich Features wie UFocus und Dimension Plus nutzen. Mit Ufocus kann man auf geknipsten Bildern nachträglich einen beliebigen Punkt auf dem Bild scharf stellen, während der Rest in einer cremigen Unschärfe verschwindet. Das HTC One M8 erkennt im Test dabei dank der zweiten Kamera die Entfernungen zum angewählten Objekt, da sie zusätzlich zum Foto der Ultrapixel-Kamera ein nicht einsehbares Bild mit Tiefeninformationen aufnimmt.

Screenshot HTC One M8 | (c) Areamobile

Neuer Kamerasucher mit...

Screenshot HTC One M8 | (c) Areamobile

...neuem Hauptmenü | (c) Areamobile

 

Das funktioniert beim One M8 erstaunlich gut und zumindest etwas schneller als beim ebenfalls nicht langsamen Samsung Galaxy S5. Denn tatsächlich müssen nicht wie bei anderen Herstellern mit ähnlicher Funktion ganze Bilderreihen mit unterschiedlichen Fokussierungen erstellt werden, sondern das HTC One M8 nimmt einfach nur ein Bild mit dreidimensionaler Erkennung auf. UFocus kann allerdings nur dann eingesetzt werden, wenn keine weiteren Filter oder manuelle Einstellungen und Szenenmodi während des Fotografierens aktiviert waren. Dazu zählt auch der Burst-Modus, der standardmäßig eingestellt ist. Klickt man nur einmal kurz auf den Auslöserund nimmt entsprechend nur ein einzelnes Foto auf, funktioniert UFocus. Bei zwei oder mehr Aufnahmen nicht - das hätte man besser lösen können. Bei genauem Hinsehen werden aber auch immer wieder kleine Bereiche sichtbar, die unscharf sind, obwohl sie scharf sein müssten und umgekehrt. Als Gimmick ist UFocus daher durchaus ganz nett, Ausdrucke dürften aber hier und da auffällige Fehler enthalten und damit unbrauchbar sein.

Noch weniger brauchbar ist Dimension Plus. HTC will damit zweidimensionale Fotos in die dritte Dimension holen. Heraus kommen anschließend so etwas wie Wackelbilder von früher, die nur auf dem Smartphone angeschaut und dort gespeichert werden können. Objekte in unterschiedlicher Entfernung zum HTC One M8 im Test werden dann bei Bewegung des Handys gegeneinander so verschoben, dass ein minimaler 3D-Effekt erzeugt wird. Dabei werden Szenen aber so gut wie immer verzerrt und ein echter 3D-Effekt will sich ohnehin nicht einstellen. Mehr als eine Spielerei, die man zu Anfang einmal ausprobieren wird, ist Dimension Plus nicht. Das dürfte auch für Zusatzeffekte wie "Jahreszeiten" gelten, bei denen man fallenden Schnee, Kirschblüten, Löwenzahn oder Ahornblätter einblenden kann.

HTC One M8 Kamera-Test | (c) Areamobile

UFocus auf dem Vordergrund

HTC One M8 Screen | (c) Aeramobile

Die Blätter bewegen sich, wehen durchs Bild | (c) Aeramobile

 

Bei der Bedienung und der Optik der Kameranutzeroberfläche hat sich auch einiges getan. Um von der Fotokamera in einen anderen Aufnahmemodus zu wechseln, ist nun ein kleiner Umweg vonnöten. Unter dem virtuellen Auslöser findet man ein Icon, über das man in ein schlichtes Menü mit 6 rasterförmig angeordneten Schnellzugriffen auf den Videomodus, Zoe oder den Selbstportrait-Modus gelangt. Dort ist mit der Dual-Aufnahme auch eine schon von anderen Herstellern bekannte Neuerung zu finden, durch die gleichzeitig Fotos von Haupt- und Frontkamera aufgenommen und in ein einziges Bild gespeichert werden können. Eigene Kamera-Profile an ISO-Werten, der Belichtungszeit und anderen persönlichen Einstellungen lassen sich in diesem Rastermenü abzulegen. Um diese Änderungen vorzunehmen muss man in den manuellen Modus wechseln. Wie Szenenmodi für Nacht-, HDR- und Makro-Aufnahmen sowie die Bildeinstellungen erreicht man sie ganz einfach über das Android-typische Einstellungs-Symbol unten links. Im manuellen Modus lassen sich Weißabgleich, Helligkeit, ISO-Wert, Blendenöffnungszeit und Fokus von Makro bis unendlich über Schieberegler einstellen - theoretisch kann man so interessante Effekte erzielen, allerdings gibt es hier noch Verbesserungspotential - ändert man etwa die Blendenöffnungszeit, lassen sich keinerlei Unterschiede bei den Aufnahmen erkennen. Bis man den Regler unter 0,5 Sekunden (es kommen noch etliche Schritte bis zum Maximum von 4 Sekunden) schiebt - dann wird der Kamerasucher weiß und bleibt auch so, egal auf welchen Wert man ihn wieder verschiebt. Dann hilft nur eine erneute Aktivierung der Automatik.

Es hat sich also einiges getan - von netten Spielereien über eine bessere Bedienbarkeit bis hin zu interessanten Features, die allerdings noch nicht immer fehlerfrei funktionieren. Doch wie ist das wichtigste, die Bildqualität? Hier konnte der Vorgänger HTC One M7 trotz großem Getöse um Ultrapixel, 300 Prozent mehr Lichtausbeute und einen größeren Bildsensor im vergangenen Jahr nicht vom Hocker hauen - zu flache Kontraste, nicht scharf genug, etwas blasse Farbdarstellung. Einige Kritikpunkte hat HTC per Firmware-Updates ausgebessert, die Belichtungsmessung korrigiert und Farbsäume reduziert. Dadurch ist das Fotoerlebnis beim M7 inzwischen respektabel , wenn auch nicht nennenswert besser als bei guten Topgeräten der Konkurrenz - wenn überhaupt. Solche Ausbesserungen werden - gleich vorneweg - auch wieder beim HTC One M8 nötig sein, trotzdem ist die neue Duo Camera schon out-of-the-box besser als das Vorjahresmodell nach diversen Updates.

HTC One M8 Originalaufnahme | (c) Aeramobile

Gegenlicht (Sonne links) ist der natürliche Feind von Handycams, aber...

HTC One M8 Originalaufnahme | (c) Aeramobile

...mit HDR lässt sich einiges rausholen | (c) Aeramobile

 

Aufnahmen gelingen in wesentlichen Teilen besser als noch beim HTC One M7, hier geht es zum direkten Vergleich der beiden Kameras. Der Autofokus ist nicht nur noch schneller, sondern auch treffsicherer geworden. Beim Vorjahresmodell kam es nicht selten vor, dass der Fokus fast schon übereifrig scharf stellte, die Aufnahme aber trotzdem recht matschig und unscharf wirkte. Mit der neuen Ultrapixel-Kamera sind die Ergebnisse besser, der Fokus arbeitet deutlich präziser. Außerdem sind die Fotos beim HTC One M8 nun tatsächlich auch dort knackscharf, wo das M7 nur verwaschenen Pixelbrei darstellte. Das macht sich insbesondere bei weiter entfernten Objekten bemerkbar, die sich nun sogar in der originalen Größenansicht auf einem Monitor sehen lassen können. Schade: In Nahaufnahmen aus immerhin 15 bis 20 Zentimetern Entfernung hat sich der Fokus des neuen Top-Modells ebenso zickig, wie das Vorjahresmodell.

Ein weiteres Manko stellte die Belichtungsmessung des älteren Modells dar, denn allzu oft kam es unter kontrastreichen Lichtbedingungen zu überstrahlten Lichtern und ausgeprägten Schatten, denen jede Kontur fehlt. Gänzlich aus der Welt ist das Problem auch beim HTC One M8 im Test nicht, im direkten Vergleich schlägt sich das neue Gerät aber besser, die Belichtung ist homogener und die Kontraste sind weniger flau. Zusammen mit der angehobenen Bildschärfe sind feine Linien und Details auf den Fotos besser zu erkennen. Seinen Anteil daran tragen auch das vor allem in dunklen Bereichen reduzierte Farbrauschen sowie die weniger deutlichen Kompressions-Artefakte bei. Allerdings läuft auch bei der neuen Ultrapixel-Kamera nicht alles optimal. Zwar geraten die Fotos schärfer und kontrastreicher, allerdings schlich sich auf ausnahmslos allen unserer Test-Aufnahmen ein merklicher Blaustich ein. Vor allem im direkten Vergleich mit Fotos des One M7 springt der Farbstich sofort ins Auge - dort arbeitet der automatische Weißabgleich in der aktuellen Firmware effizienter. Auch in Sachen Farbdarstellung hat das Vorjahresmodell die Nase vorn, wirken sie doch einfach natürlicher und ein wenig knackiger. Wer beim One M8 als Gegenmaßnahme die Farbsättigung manuell hochschraubt, erntet im Gegenzug aktuell auch noch einen verstärkten Blau- oder Lilastich.

Besser gelingt dem One M7 derzeit auch die Reduzierung von Farbsäumen. Wo diese chromatischen Abberationen mittlerweile sehr gut und weitestgehend unauffällig von der Software aus den Fotos herausgerechnet werden, sind diese bei einigen, wenn auch nicht allen Fotos des HTC One M8 im Test deutlich zu sehen, während bei anderen sichtbare Treppenstufen an den nachbearbeiteten Kanten zurück bleiben. Dann wieder leistet die Software doch erstaunlich gute Arbeit - das ist zu inkonsistent. Hier muss HTC noch dringend nacharbeiten, auch beim Weißabgleich muss ein schnelles Firmware-Update kommen. Im vergangenen Jahr hat das gut geklappt, man darf also guter Hoffnung sein.

HTC One M8 gegen HTC One M7 | (c) Areamobile

Was bei gutem Licht hübsch ist...

HTC One M8 Originalaufnahme | (c) Aeramobile

...wird bei schlechtem Licht gleich richtig schlecht. Das ist die beste Aufnahme ohne Blitz von einer ganzen Serie | (c) Aeramobile

 

Beim Blitz setzt HTC wie auch Apple beim iPhone 5S auf eine Dual-Lösung, bei der eine LED wärmeres, gelbliches Licht spendet und die andere kälteres, bläulicheres Licht. Damit will der Hersteller bessere Farbdarstellung bei Blitzaufnahmen gewährleisten. Zusammen mit den guten Ergebnissen beim Bildrauschen sorgt das insgesamt für gute Blitzaufnahmen, allerdings ist die Leuchtkraft auf etwa 2,5 Meter beschränkt, danach fällt die Leuchtkraft stark ab und wird knapp vom Blitz des M7 übertroffen. Beim M8 wirkt das Licht aber natürlicher. Ohne Blitz kommt es bei schlechtem Licht mangels optischem Bildstabilisator wieder verstärkt zu Bewegungsunschärfe - auch wenn der schnelle Fokus mit der kaum zu bemerkende Auslösegeschwindigkeit bemüht ist, das wenigstens zum Teil auszugleichen. Ohne Blitz ist der Autofokus dabei allerdings auch alles andere als zuverlässig. Insgesamt konnte uns weiterhin die Bildschärfe bei schlechtem Licht nicht überzeugen. Chromatische Aberation tritt hier zudem noch stärker auf, Lichter werden teilweise hart abgeschnitten. Auch das in manchen Situationen ohne Blitz extrem auftretende Bildrauschen mit starker Fehlerpixel-Körnung sieht man schon auf dem Display des Handys. Auf anderen Aufnahmen ist das Bildrauschen wiederum geringer als beim M7 ausgefallen - diese widersprüchlichen Ergebnisse bei Aufnahmen bei schlechtem Licht und ohne Blitz verhageln den guten Gesamteindruck etwas und haben uns dazu bewegt, dieses Thema noch einmal detailliert in einem Sonderartikel anzugehen. Der Nachtmodus reagiert bei unserem Testmodell so träge, dass wir auch hier von einer fehlerhaften Software ausgehen. Hoffentlich kommt da schnell ein Update, HTC!

Videos können nicht mehr wie beim Vorgänger einfach so mit dem Videoauslösebutton gedreht werden, stattdessen muss man zuvor im Menü auf Videos wechseln - schade. Sie können wie gehabt in Full-HD aufgenommen, 4K hat HTC nicht integriert - wie auch, schließlich verfügt die Hauptkamera nur über 4 Megapixel statt der benötigten 8 Megapixel. Videos sehen trotzdem gut aus, Tearing bei Schwenks findet man nicht und der Ton wird recht realistisch eingefangen. Neben FHD mit 60 Frames gibt es auch noch eine Zeitlupenfunktion in FHD und HDR - letzteres führt aber schon auf dem Sucher zu leichten Rucklern. Auch hier hat HTC also noch Arbeit vor sich. Insgesamt ist die M8-Kamera aber zumindest bei Fotos und normalen Videos bei gutem Licht ein ernstzunehmende Konkurrenz, ohne an die ganz Großen wie ein Lumia 1020 heran zu kommen. Die Frontkamera mit satten 5 Megapixel - mehr als bei der Hauptkamera - überzeugt übrigens mit guter Bildschärfe und überraschend starker Dynamik. Für Selbstportraits hat HTC einen Drei-Sekunden-Timer eingebaut, damit dürfte es keine verpassten Bilder mehr geben.

Musik und Speicher

HTC One M8 Screen | (c) Aeramobile

Schicker Player mit ansprechenden Visualisierungen | (c) Aeramobile

Für Musik stehen in Deutschland intern nur 16 GB Speicher bereit, von denen etwa 5 GB belegt sind. Die Version mit 32 GB soll es hingegen hier nicht geben. Für ein Topmodell sind 16 GB einfach zu wenig, auch wenn man inzwischen viele Apps zum Großteil auf Speicherkarte auslagern kann, die bis 128 GB unterstützt werden. Immerhin hat HTC einen wichtigen Kritikpunkt am M7 behoben und bietet beim M8 endlich mit micro-SD-Karten eine günstige Art der Speichererweiterung - gut so! Beim Player ist hingegen alles mehr oder weniger gleich geblieben. Das ist einerseits gut, denn die Bedienoberfläche ist nach wie vor eingängig und die optische Präsentation mit den schicken Animationen nett anzuschauen. Andererseits verlässt sich HTC weiterhin auf sein BoomSound-Preset, bei dem vor allem Bässe und Höhen angehoben werden - eine andere Auswahl gibt es nicht. Erneut verzichtet HTC auf Equilizer oder eine zusätzliche Preset-Auswahl. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn man das Headset wechselt. Das mitgelieferte In-Ear-Headset ist aber zum Glück mit seinen Flachkabeln und roten Ohrstöpseln nicht nur hübsch anzusehen, sondern es liefert auch druckvollen Sound ab und ist gut auf den Sound des M8 abgestimmt.

Dafür brilliert das Gerät beim Lautsprecher-Sound. HTC verspricht 25 Prozent mehr Lautstärke und bessere Soundqualität im Vergleich zum M7, weil unter anderem die Lautsprecherkammern überarbeitet wurden. Ob es jetzt unbedingt genau 25 Prozent sind hängt wohl vom Messverfahren ab. Lauter ist der Ton aus den beiden Speakern aber tatsächlich, und war der Klang beim HTC One M7 schon für ein Handy erstaunlich voll, so klingt das Handy jetzt noch eine Spur klarer und trotzdem voluminöser. Das ist nach dem M7 beim M8 erneut der beste Klang in einem Smartphone überhaupt. Damit kann auch mal ein Zimmer beschallt werden, während man die neue Wohnung streicht. Nur gut, dass das HTC One M8 im Test kein Schnäppchen ist - die Chance, von 15-jährigen Jugendlichen in der S-Bahn mit schlechter Musik über die Lautsprecher des M8 genervt zu werden sinkt dadurch auf ein erträgliches Maß ab.

Telefon-Funktion und Akku

Für gute Gesprächsqualität setzt HTC auf ein Dual-Membran-Mikrofon, um Störgeräusche aus der Umgebung möglichst effektiv ausfiltern zu können. Das funktioniert tatsächlich ziemlich gut, selbst an belebter Straße dringen Verkehrsgeräusche gar nicht oder nur sehr dezent an das Ohr des Gesprächspartners. Das kommt der Verständigungsqualität sehr zugute, unterstützend wirken sich vergleichsweise hohe Lautstärke und guter Klang aus, der realistisch und klar ist. Auch die Gesprächspartner haben keinen Grund für Beschwerden. Dank der hervorragenden Lautsprecher ist auch Freisprechen kein Problem, dabei ist die Geräuschfilterung allerdings machtlos und diese Vorgehensweise ist daher nur in ruhiger Umgebung zu empfehlen.

Ein gesondertes Kapitel verdient gerade bei einem Unibody-Smartphone aus Metall der Empfang. Beim HTC One M8 im Test kann man da zum Glück Entwarnung geben, im Alltag ist von schlechtem Empfang kaum etwas zu merken. Zwar werden häufig nur zwei oder drei von fünf Empfangsbalken angezeigt, aber abgesehen davon, dass diese Anzeige ohnehin sehr ungenau ist, war davon bei Telefonaten auch nichts zu merken. Das gilt auch für WLAN-Netze. Die effektiv gemessene Feldstärke schien bei unserem Testgerät gelegentlich etwas schwächer als bei dem direkt daneben liegenden M7 zu sein, im Alltag macht sich das aber nicht bemerkbar. Auffällig war allerdings der einige Male bemerkte Totalzusammenbruch der auf dem M8 zu messenden Feldstärke. Da aber auch hier nichts davon im Alltagsbetrieb zu merken war, dürfte es sich dabei wohl eher um eine Fehlinterpretation der Messung handeln.

HTC One M8 Screen | (c) Aeramobile

Extremer Energiesparmodus | (c) Aeramobile

Der Akku im neuen HTC One M8 im Test ist mit 2.600 mAh nur knapp 15 Prozent größer als das 2.300 mAh starke Powerpack im M7. Dort gab es dann auch gelegentlich Probleme, ohne Steckdose über den Tag zu kommen, ein Dauerläufer war das Smartphone nicht. Der geringe Zuwachs lässt im Hinblick auf das größere Display und den stärkeren Prozessor nichts gutes erwarten, doch das täuscht zum Glück. Tatsächlich verspricht HTC 40 Prozent mehr Akkulaufzeit beim One M8, und im Test konnten wir tatsächlich bessere Ergebnisse feststellen. Ein Grund dafür dürfte der modernere Prozessor Snapdragon 801 sein, der in einem verbesserten 28-Nanometer-Verfahren gebaut wird und unter Teillast oder im Standby weniger Strom verbraucht. Auf 40 Prozent Steigerung kamen wir in unserem Test damit zwar nicht, aber immerhin auf etwas über 20 Prozent. Denn während das One M7 bei maximaler Helligkeit im Youtube-Marathon nur auf 3 Stunden und 22 Minuten kam, schaffte das One M8 immerhin 4 Stunden und 5 Minuten. In Anbetracht der Tatsache, das einige (sehr wenige) Modelle sogar über 8 Stunden schafften, zeigt, dass man auch beim M8 noch kein Akkuwunder in der Hand hält - zumindest nicht in diesem speziellen Nutzungsszenario. Ausreichend Puste hat das Gerät aber sehr wohl, denn im Alltag zeigte sich ein positiveres Ergebnis. Hier schafften wir von weniger als 20 Prozent Ladungsverlust pro Tag bei extrem wenig Nutzung bis zur Abschaltung nach etwa 3 Stunden bei aufwändigen Spielen eigentlich fast alles. Für gewöhnlich wird man mit dem M8 aber wesentlich verlässlicher über den Tag kommen als mit dem M7. Auch zwei Tage ohne Aufladen stellen mit dem HTC One M8 im Test kein unüberwindbares Hindernis dar. Mit Hinblick auf die angestiegene Leistung des M8 im Vergleich zum M7 ist beim Thema Akku ein spürbarer Fortschritt zu verzeichnen.

Für die ganz harten Fälle gibt es außerdem noch den Energiesparmodus und den Extremen Energiesparmodus. Der normale Energiesparmodus senkt die Taktung des Prozessors, reduziert die Helligkeit des Displays, deaktiviert die Vibration und kappt Datenverbindungen sobald das Display deaktiviert wird. Im Extremen Energiesparmodus wird dann die Funktionalität des Smartphones möglichst weit eingeschränkt, um mit den verbliebenen (einstellbaren) 5, 10 oder 20 Prozent Akkuladung noch möglichst weit zu kommen. Dann gibt es nur noch SMS, HTC Mail, den HTC Kalender und einen Taschenrechner. Telefonate können außerdem noch geführt werden. Natürlich wird auch hier die Bildschirmhelligkeit auf ein Minimum gedimmt und der Prozessor taktet noch mit maximal 1,2 GHz. Die automatische Synchronisierung ist dann ebenfalls abgeschaltet, ebenso die Sensoren für die Motion Gestures. Statt der gewohnten Oberfläche findet man dann auch eine nahezu auf schwarz/weiß beschränkte Oberfläche vor, die nur die angesprochenen Funktionen anbietet. Mit dem Extremen Energiesparmodus verspricht HTC noch eine Laufzeit von 15 Stunden bei 5 Prozent Akkuleistung.

Fazit

Das HTC One M8 im Test bleibt einzigartig. Denn es ist das einzige nennenswerte Highend-Gerät in einem Unibody aus Metall, das noch dazu extrem edel aussieht. Ob das jetzt subjektiv schöner oder hochwertiger als etwa ein iPhone 5S oder ein Sony Xperia Z2 wirkt, bleibt Geschmackssache. Im direkten Duell gegen den vermeintlichen Übergegner Samsung Galaxy S5 gewinnen in dieser Rubrik aber alle drei Gegner. Und wo der Vorgänger sich noch Kritik wegen fehlender Speichererweiterung, etwas schwächerem Prozessor und zu flachatmigem Akku gefallen lassen musste, punktet der Nachfolger M8 auf ganzer Linie. Dabei liegt es zumindest etwa auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern. Nur in einem Fall überrascht das HTC One M8 im Test, leider nicht nur positiv. Denn der im letzten Jahr hochgelobte optische Bildstabilisator fehlt dem M8 und prompt fällt die Bildqualität bei schlechtem Licht und ohne Blitz sichtbar ab. Außerdem hätten wir uns statt der zweiten Optik für die Hauptkamera für die ohnehin nicht ganz fehlerfreie UFocus-Spielerei lieber eine Ultrapixel-Kamera mit 8 Megapixel gewünscht. Nicht weil das bei normaler Betrachtung einen großen Unterschied gemacht hätte. Aber dann hätte man auf 4K-Videos integrieren und Standbilder daraus verwenden können und auch Vergrößerungen aus Fotos hätten sich sinnvoll nutzen lassen. Bei gutem Licht sind wir aber über über die verbesserte Bildqualität erfreut, auch wenn HTC in einigen Bereichen der Kamera noch nacharbeiten muss.

Das HTC One M8 im Test ist keine Sensation, wegen der frühzeitigen Leaks ist alles schon wochen- und teilweise sogar monatelang vorher bekannt gewesen. Das macht nichts, denn im Wesentlichen verbessert HTC das M8 an den richtigen Stellen und bügelt erfolgreich die wenigen Fehler des Vorgängers aus. Herausgekommen ist eine gelungene Weiterentwicklung - mehr macht die Konkurrenz derzeit auch nicht. Wer 600 Euro für ein Smartphone ausgeben möchte liegt mit dem neuen One goldrichtig - auch in den Farben Silber und Gunmetal (Grau). Diese Farbbezeichnung passt dann sogar noch besser zu unserer Testüberschrift: Das HTC One M8 ist ein echtes Geschoss!

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Themen: Smartphone, HTC One

Vor dem Test habe ich noch geschrieben, dass mich das HTC One M8 irgendwie nicht so richtig anmacht. Jetzt, nach dem Test, ist das anders. Das Gesamtpaket überzeugt einfach. Eine endgültige Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, aber der Samsung-Thron des S5 wackelt für mich zumindest. Wer weiß - mit dem Note 4 wechsel ich dann vielleicht auch wieder zu den Koreanern zurück. Mal sehen.

Persönlicher Kommentar von Stefan Schomberg

Testwertung HTC One M8
 
Handlichkeit und Design 74%
Verarbeitung 99%
Sprachqualität 90%
Akkuausdauer 90%
Ausstattung/ Leistung 93%
Kamera 85%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Grandioser Metall-Unibody und tolle Verarbeitung" (+0.5%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+0.5%
Internet 99%
Musik 90%
Software und Bedienung 96%
Navigation 92%
Gaming und Video 97%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
93%
Zeitwertung
(Stand 01.11.2014)
90%

Unsere Wertung im Detail

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Gesamteindruck 90% Empfehlung ja
Bewertet am 22.08.2014

Alle 4 Meinungen zusammengefasst
Bewertung HTC One M8
Weiterempfohlen von
100% 
96%
sehr gut

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 4 Bewertungen von Areamobile Lesern.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 01.04.14 11:51 foetor (Handy Profi)

    Schöner Test, leider ist es echt ein wenig groß geworden. Das HTC Zeichen hätten sie weglassen können (merkt man die Größe extrem?) und die Kamera auf 8MP hochschrauben (dann wäre es echt top!) Auch das mit IP3x finde ich gut, obwohl das echt nirgends kommuniziert wird :D

    Was ich erstaunlich finde, dass es so gut wie kein "ÜberPhone" mehr gibt sondern alle eigentlich realtiv gleich sind.

  2. 01.04.14 12:05 sottil (Advanced Member)

    Für mich das mit Abstand schönste Smartphone und das beste obendrein. Leider zu teuer im Vergleich zu meinem Moto G.

  3. 01.04.14 14:28 SocMed (Youngster)

    Schöner ausführlicher Test, aber ich glaube hier hat sich ein Fehler eingeschlichen:
    "HTC stülpt seine Sense-Oberfläche über das aktuelle Android 4.2.2,..."
    Soweit ich informiert bin, hat das M8 doch 4.4.2.

    "Nur gut, dass das HTC One M8 im Test kein Schnäppchen ist - die Chance, von 15-jährigen Jugendlichen in der S-Bahn mit schlechter Musik über die Lautsprecher des M8 genervt zu werden sinkt dadurch auf ein erträgliches Maß ab." Du sprichst mir aus der Seele :-p.

  4. 01.04.14 14:46 IchBinNichtAreamobile.de (Expert Handy Profi)

    @SocMed & foetor:""Nur gut, dass das HTC One M8 im Test kein Schnäppchen ist - die Chance, von 15-jährigen Jugendlichen in der S-Bahn mit schlechter Musik über die Lautsprecher des M8 genervt zu werden sinkt dadurch auf ein erträgliches Maß ab." Du sprichst mir aus der Seele :-p."
    >>Dann müsst ihr weiterhin den Sound aus Brüllwürfeln in der Bahn genießen ;D

  5. 01.04.14 14:52 cherub (Member)

    gutter test nur die wertung bei handlichkeit&Designe wundert mich ein wenig....74% ist schon mager

  6. 01.04.14 14:52 Stefan Schomberg (Testleiter areamobile.de)

    @SocMed
    Stimmt, da waren die Finger zu flink oder das Hirn zu langsam ;) Wird geändert, thx

    mfg

  7. 01.04.14 14:55 polli69 (Handy Profi)

    11 verschiedene Bewertungskriterien und das Ergebnis ist auf das Prozent identisch mit dem S5. Ein Schelm wer da böses denkt.

  8. 01.04.14 15:26 schinge (Youngster)

    Naja, in der Detailwertung ist das M8 immerhin 0,06% (92.84% zu 92,78%) vor dem S5 - ein riesiger Unterschied! :D

  9. 01.04.14 15:30 IchBinNichtAreamobile.de (Expert Handy Profi)

    Leute, haltet euch doch nicht an den Prozentwertungen auf! Leider gibt es auch nicht allzuviele verwertbaren Daten aus dem Test, so das der Test per se nicht viel Aussagekraft hat :/

  10. 01.04.14 15:37 Stefan Schomberg (Testleiter areamobile.de)

    Verschwörungstheoretiker der Welt, vereinigt euch! ;)


    @cherub
    Das One M8 ist zwar klasse was Design, Verarbeitung und Material angeht, aber eben auch relativ groß und schwer. Daher gibts nur 74%.

    @polli69
    was vielleicht immer noch daran liegen könnte, das wir in der aktuellen Version des Wertungssystems sehr Hardware-lastig werten - und so groß sind da die Unterschiede ja wohl nicht, oder?

    @schinge
    s.o. Oder reichen dir 0,06 Prozent nicht? Vielleicht doch lieber gleich 100%? ;)

    @IchBinNichtAreamobile.de
    weil...?

    mfg

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