Autor: Stefan Schomberg 07.06.2014 - 17:00 | (0)

Huawei Ascend Y530 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Günstiger Preis
  • Überwiegend ordentliche Bediengeschwindigkeit
  • Handlich, ausreichend Schick
  • Flops
  • Nur 512MB RAM
  • Einfache Kamera

Huawei Ascend Y530 Test: Preis < Leistung

Ein Einsteiger-Smartphones muss ein gewisses Maß an Technik bieten, dabei aber günstig und leicht zu bedienen sein. Drei mal Check für das Huawei Ascend Y530 – das Teil rennt, kostet nur 149 Euro und bietet mit seiner wahlweise einstellbaren Simple-UI eine der einfachsten Nutzeroberflächen für Android überhaupt. Also alles in Butter? Wir geben im Test die Antwort.

Gehäuse-Design, Verarbeitung und Display

Bei Design, Verarbeitung und Material wird der Rotstift bei günstigen Geräten zuerst angesetzt, anschließend bei der Technik. Zumindest der erste Teil trifft auch auf das Huawei Ascend Y530 zu, wenn auch weniger schlimm als zu befürchten sein könnte. Kunststoff wohin das Auge blickt, das war auch nicht anders zu erwarten. Allerdings ist die Verarbeitung nicht nur für die Einsteigerklasse sehr gut, alles sitzt fest und gleichmäßig, nur wenn man mittig auf die Rückseite klopft hört es sich etwas hohl an. Dafür fasst sich das Ascend Y530 im Test sehr angenehm an, da Huawei dem Material eine samtige Oberfläche verpasst hat. Die Rückseite, die sich entfernen lässt und sanft gerundet um die hintere Kante bis auf die Mitte der Seitenteile zieht, ist zudem mit einer feinen Rillenstruktur versehen. So liegt das Gerät angenehm und sicher in der Hand. Die wenigen seitlichen Tasten lassen sich knackig und präzise bedienen, die Sensortasten unter dem Display reagieren direkt. Das Design ist zwar alles andere als aufregend und bietet nur auf Stirn- und Fußseite einen gräulichen Farbakzent zum einheitlichen Schwarz unseres Testmodells des Ascend Y530, hässlich ist es aber nicht.

Huawei Ascend Y530 Unboxing

Im Test: Huawei Ascend Y530

Huawei Ascend Y530 Unboxing

Gute Verabeitung, saubere Tasten

Huawei Ascend Y530 Unboxing

Einfache Rückseite | (c) areamobile

 

Das gilt auch für das Display. Auf 4,5 Zoll Diagonale tummeln sich 854 x 480 Bildpunkte - das klingt im Vergleich zu Spitzengeräten wie dem LG G3 mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel verschwindend gering, doch solche Modelle kosten auch etwa vier Mal so viel wie das Huawei Ascend Y530 im Test. Außerdem bietet das Einsteigermodell von Huawei immerhin noch 218 Bildpunkte pro Zoll - damit ist man zwar von "messerscharf" ein gutes Stückchen entfernt, aber dafür gefällt das Gerät mit ausreichender Helligkeit und ausreichend satten Farben, selbst die Blickwinkelstabilität überzeugt mehr oder weniger. Die Darstellungsebene liegt zwar tiefer als bei teureren Modellen, insgesamt ist das Display des Ascend Y530 überraschend klar, an ein IPS-LCD kommt das TFT-LCD aber nicht heran.

System: Hardware, Software und Bedienung

Die Technik wird bei einem günstigen Modell natürlich auch beschnitten, beim Chipsatz gehen die Einsparungen weiter. Während die Mittelklasse inzwischen vermehrt auf den Qualcomm Snapdragon 400 setzt, hat sich Huawei beim Ascend Y530 im Test für einen Snapdragon 200 mit zwei Kernen à 1,2 GHz entschieden. Der MSM8210 von Qualcomm wird von einer Adreno-302-GPU und 512 MB RAM unterstützt - dass man hier kein Leistungswunder in der Hand hält, sollte Käufern von Anfang an klar sein. Das macht sich im Alltag zum Glück aber wenig bemerkbar.

Huawei Ascend Y530 Unboxing

Normale Emotion UI und...

Huawei Ascend Y530 Test | (c) areamobile

...vereinfachte Simple UI

Huawei Ascend Y530 Test | (c) areamobile

Der Browser ist meist schnell und flüssig | (c) areamobile

 

Normalerweise werden Nutzer sich eher über die flüssige Bedienung auf Homescreens, im Menü und sogar im Browser freuen. Tatsächlich kann man hin und wieder schon mal ein kurzes Hakeln beobachten und besonders, wenn im Hintergrund noch etwas geladen wird oder im Browser eine größere Grafik dargestellt wird, gerät das Y530 im Test schon an seine Grenzen und es kommt zu sichtbaren Rucklern. Und wenn der geringe Arbeitsspeicher mal ausgenutzt wird, baut sich der Homescreen auch nur Stück für Stück wieder auf. In Relation zum Preis ist das aber noch akzeptabel. Anspruchsvolle Spiele sollte man aber gar nicht erst probieren und Benchmarks treiben versierten Nutzern sowieso Tränen in die Augen, manche davon laufen erst gar nicht.

Für Frustration sorgt die normale Android-Oberfläche wegen ihrer zahlreichen Auswahlmöglichkeiten angeblich bei so manchem Smartphone-Neuling auch. Aus diesem Grund hat Huawei entschieden, mit seinem Simple UI eine zweite Nutzeroberfläche neben dem Emotion UI zu etablieren, die auch auf dem Ascend Y530 zum Einsatz kommt. Sie vereinfacht die Benutzung, indem sie ähnlich wie bei Windows Phone bis zu acht Kacheln für Browser, Telefon-App oder Kamera auf dem Hauptbildschirm darstellt. Dann gibt es unter der Kachel mit der Bezeichnung "Sonstiges" auch so etwas wie ein Hauptmenü, in dem alle Apps zu finden sind. Dem normalen Emotion UI fehlt das ja bekanntlich, stattdessen setzt Huawei auf Ordner und Widgets auf dem Homescreen.

Unterwegs kommt man natürlich auch ins Internet, allerdings spürt man auch hier den niedrigen Preis des Gerätes. HSPA+ mit bis zu 21 MBit/s im Download ist das Höchste der Gefühle. Das reicht durchaus, zumal die Standards wie WLAN, Bluetooth 4.0 und GPS vorhanden sind - sogar ein UKW-Radio ist mit dabei.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

In der 150-Euro-Klasse muss man bei den Kameras noch mit 5 Megapixel hinten und 0,3 Megapixel vorne auskommen. Das ist aber auch okay, denn zumindest für Schnappschüsse reicht das. Ansonsten gilt das gleiche wie für die meisten günstigen Handys: Mit schlechtem Licht ist die Kamera des Huawei Ascend Y530 schnell überfordert, Fotos werden dann oft nicht mehr scharf und Bildrauschen nimmt vehement zu. Tagsüber stört vor allem die Bilddynamik, die dunkle Bildbereiche zu schnell absaufen lässt und helle Teile überstrahlt. Mangels HDR kann man dagegen auch nichts tun. Die Bildschärfe geht in Ordnung, ein Unterschied zu 8 oder gar 12 oder 13 Megapixel ist aber klar zu erkennen. Bei Videos stört die niedrige Auflösung: 720p ist nicht mehr zeitgemäß und entsprechend matschig wirken aufgenommene Filmchen. Immerhin geht da auch bei Schwenks nicht mehr viel kaputt und der Sound ist überraschend klar.

Huawei Ascend Y530 Test | (c) areamobile

Huawei Ascend Y530 Test | (c) areamobile

Musik ist so eine Sache auf einem günstigen Gerät. Speicher ist hier Mangelware, beim Y530 gibt es gerade mal 4 GB. Das ist in dieser Preisklasse zwar leider völlig normal, macht es aber auch nicht besser, zumal davon schon etwas mehr als die Hälfte belegt ist. Eine Speicherkarte bis zu 32 GB ist da schon fast ein Muss. Dann braucht man aber auch gleich ein ordentliches Paar Kopfhörer dazu, denn das mitgelieferte Headset ist auf Dauer keine Alternative. Die neuen Kopfhörer sollten aber eher basslastig sein, denn das Huawei Ascend Y530 produziert recht flachen Sound, einen Equalizer fehlt. Immerhin kann man mit dem Headset im Lieferumfang sofort "out-of-the-box" loslegen. Der Lautsprecher klirrt zwar nicht, klingt aber flach und plärrig.

Telefonie und Akku

Der Akku fasst 1.750 mAh, damit soll man nach Angaben der Hersteller bis zu 25 Tage erreichbar sein und fast 11 Stunden telefonieren können - das sind natürlich wie immer Fabelwerte, die in der Realität nicht erreichbar sind. Nach spätestens zwei Tagen ist erfahrungsgemäß Schluss mit lustig, eher noch am Ende des ersten Tages. Dann sollte man eine Steckdose parat haben. In unserem Youtube-Dauertest kam das Gerät folgerichtig auch nur auf 4 Stunden und 32 Minuten und platziert sich damit im unteren Drittel. Die Sprachqualität beim Telefonieren mit dem Ascend Y530 im Test geht in Ordnung, allerdings ist bei Lautstärke und vor allem der Klarheit noch Luft nach oben. Rauschen ist zu hören, allerdings stört das kaum. Die Empfangsleistung könnte insgesamt besser ausfallen.

Fazit

Für aktuell rund 120 Euro (UVP 150 Euro) bekommt man ein sehr ordentliches Einstiegsgerät, das dank Simple UI notfalls auch von unerfahrenen Nutzern einfach zu bedienen ist. Natürlich kann die Hardware nicht mit der Mittelklasse mithalten, im Alltag fällt das aber kaum auf. Wer hauptsächlich telefoniert, Nachrichten schreibt und etwas im Internet surft, der ist mit dem Huawei Ascend Y530 bestens bedient. Gamer brauchen hingegen mehr Leistung und wer oft und gern den Browser bemüht, sollte sich nach etwas mit höherer Display-Auflösung umschauen. Dafür zahlt man dann aber eben auch mehr Geld. Eine Alternative zum Ascend Y530 in unserem Test ist das Motorola Moto E zu ähnlichem Preis, das allerdings mit einem kleineren und nicht besonders hellen Display daherkommt.

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Themen: Android-Smartphone, Dual-Core, Smartphone
Quelle: AM
Testwertung Huawei Ascend Y530
 
Handlichkeit und Design 77%
Verarbeitung 87%
Sprachqualität 77%
Akkuausdauer 69%
Ausstattung/ Leistung 52%
Kamera 67%
Internet 70%
Musik 75%
Software und Bedienung 84%
Navigation 82%
Gaming und Video 58%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
72%
Zeitwertung
(Stand 31.05.2016)
66%

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