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Autor: Stefan Schomberg 12.03.2014 - 18:14 | 3

Wiko Highway Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Sehr edles und schickes Design
  • Hervorragende Verarbeitungsqualität
  • Sehr gutes Display
  • Grandios Frontcam mit 8MP
  • Dual-SIM
  • Flops
  • Software scheint nicht ausgereift
  • Kamera-Software braucht Überarbeitung
  • Kein erweiterbarer Speicher
  • Kein LTE

Wiko Highway Test: (Noch) Kein Highway to Heaven

Mit dem Darkfull hat der in Deutschland noch weitestgehend unbekannte französische Hersteller Wiko bereits für ein Ausrufezeichen gesorgt und im Test von Areamobile überzeugt. Jetzt will Wiko mit dem neuen Highway-Modell der Heaven-Reihe noch einmal eins oben drauf setzen und präsentiert das erste Octa-Core-Smartphone für Deutschland. Wir haben das schicke Gerät im Test genau unter die Lupe genommen.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Einer der schwersten Jobs weltweit dürfte Smartphone-Designer sein. Denn einerseits soll das Gerät schick und hochwertig wirken, sich andererseits aber auch von der Konkurrenz unterscheiden - eine fordernde Aufgabe, schließlich sind gerade auf der Front, die von einem großen Touchscreen dominiert wird, kaum Differenzierungsmöglichkeiten da. Daher darf man es dem Wiko Highway im Test auch nicht allzu übel nehmen, dass es wie eine Mischung aus Sony Xperia Z2 und Apple iPhone 5S aussieht. Zumal die Mischung dabei richtig schick ist. So zieht sich wie bei den beiden Vorbildern ein Alurahmen rings um das Gehäuse, in den passgenau SIM-Kartenschächte, Kopfhörerbuchse und Lautsprecher eingearbeitet sind. Sogar die vom iPhone bekannten Unterbrechungen im Metallrahmen findet man beim Wiko Highway. Die Rückseite besteht wie bei den teuren Xperia-Modellen der Z-Serie aus gehärtetem Glas, vorne verwendet der Hersteller sogar Gorilla-Glas von Corning.

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Wiko Highway

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

Die Verarbeitung ist hervorragend

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

SIM-Kartenwechsel nur mit Werkzeug | (c) Areamobile

 

Anmerkung: Das Wiko Highway ähnelt dem Micromax Canvas Knight A350 oder Canvas 6 bis ins Detail. Eine diesbezügliche Anfrage an Wiko läuft noch, allerdings scheint die Lösung dieses Mysteriums recht einfach: Wer im Internet etwas gräbt findet schnell den Hinweis darauf, dass Wiko ein selbstverwaltetes Tochterunternehmen des viertgrößten chinesischen Herstellers Tinno Mobile Technology ist. Tinno baut das Wiko Highway. Das chinesische Unternehmen scheint eigene Designs, Forschung und Technologie an andere Unternehmen zu verkaufen - so auch an das indische Unternehmen Micromax Mobile. Ähnliche Konstellationen gab es zuvor schon beim Wiko Darkfull, das auch als Micromax Turbo verkauft (und von Hugh Jackman beworben) wurde. Von einem einfachen "Rebrand" kann also weder bei Micromax, noch bei Wiko die Rede sein.

Durch die Formgebung von Z2 und iPhone ist auch das Highway ziemlich kantig. In Kombination mit der doppelten Glaseinfassung ist das Wiko zwar enorm schick, aber alles andere als handschmeichlerisch. Das Glas auf der Rückseite zieht nämlich nicht nur viele Fingerabdrücke an, sondern ist zwangsläufig auch etwas rutschig. Insgesamt fühlt sich das Gerät in der Hand aber nicht schlecht an - einerseits ist es nämlich mit 7,7 Millimeter Dicke extrem dünn geraten, andererseits ist die Verarbeitung hervorragend. Scharfe Kanten, die sich unangenehm in die Handinnenfläche bohren könnten gibt es nicht und die beiden SIM-Kartenschächte, die nur mit einem Werkzeug geöffnet werden können und auf beiden Seiten des Gehäuses platziert wurden, schließen perfekt mit der Rahmenoberfläche ab. Auch die Tasten sind perfekt in den Rahmen integriert - nichts wackelt oder rappelt. Allerdings stehen sie nur minimal hervor und sind entsprechend schlecht zu fühlen. Außerdem finden wir den Druckpunkt etwas zu hart - das ist aber Kritik mit Tendenz zur Pingeligkeit.

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

Das Kameramodul steht aus dem Gehäuse hervor

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

Das Design ist flach und schick

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

Black Beauty | (c) Areamobile

 

Auffällig ist auf der Rückseite nur das Kameramodul, das einen guten Millimeter aus dem Glas hervorlugt. Legt man das Wiko Highway flach auf einen Tisch, liegt das Gerät auf der Linse auf und kippelt bei Belastung leicht. Der Akku lässt sich nicht entnehmen, das Gehäuse bietet keine Möglichkeit der Öffnung. Das übernimmt im Zweifelsfall der Hersteller. Sollte nach der Garantiezeit eine Komponente kaputt gehen, bietet Wiko Reparatur zum Selbstkostenpreis an - mehr Informationen am Beispiel des Vorgängers Wiko Darkfull (hier geht es zum Test) findet man hier. Zum Testzeitpunkt standen exakte Kosten für das Highway noch nicht fest.

Das Highway, das der neuen Heaven-Reihe angehört, gibt es in Deutschland vorerst nur in Schwarz. Auf dem Mobile World Congress war es aber in weiteren Farben zu sehen, in Frankreich wird es voraussichtlich auch in Weiß, Blau, Rosa und "Clementine" (Orange) verfügbar sein - hoffentlich kommen diese Farben auch zu uns. Ein kurzes Wort zum Lieferumfang, da der recht ausgefallen geraten ist: Der typische Lieferkarton hat bei Wiko ausgedient, stattdessen kommt das Gerät in einer Metallbox, in der dann auch noch eine Schutzhülle für die Rückseite des Smartphones und SIM-Kartenadaper stecken. Von denen ist einer für Micro- auf Normal-SIM und einer von Nano- auf Micro- oder Normal-SIM gedacht. Das ist nett, aber zumindest der Adapter auf Normal-SIM ist überflüssig, das Highway nimmt schließlich nur zwei Micro-SIMs auf.

Display-Größe und -Qualität

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

Wiko Highway | (c) Areamobile

Als Display verwendet Wiko für das Highway im Test einen 5 Zoll großen IPS-Screen mit Full-HD-Auflösung. Das entspricht einer Pixel-Dichte von über 440 Bildpunkten pro Zoll und darf entsprechend als gestochen scharf bezeichnet werden. Auch der Rest überzeugt - die Helligkeit ist gut, Farben und Kontraste werden angenehm stark, aber nicht übertrieben dargestellt. Besonders gelungen sind auch die Blickwinkel. Die Ablesbarkeit leidet selbst unter sehr steilen Winkeln nicht wesentlich, lediglich die Helligkeit sinkt dann etwas, bleibt aber auch in einem guten Rahmen. Mit dem Display macht Wiko beim Highway alles richtig.

System: Hardware, Software und Bedienung

Die Hardware des Wiko Highway im Test klingt beeindruckend: Der Mediatek MT6592 bringt 8 Prozessorkerne mit, die jeweils auf bis zu 2 GHz getaktet sind. Dazu gibt es 2 GB RAM - das klingt nach Power ohne Ende. In Benchmarks spricht die Realität aber eine andere Sprache. Gegen ein Samsung Galaxy Note 3 als Topmodell mit Qualcomms Snapdragon 800 kommt das Wiko Highway mit seinem True Octa-Core MT6592 daher in den meisten Testprogrammen nicht an. Gerade bei der Grafik hat der Mediatek-Chip das Nachsehen, so schafft er im GFXBenchmark nur 10,5 fps im T-Rex-Offscreen-Benchmark, das Note 3 kommt hier auf überragende 26,2 Frames pro Sekunde. In Antutu sieht das Bild schon wieder etwas ausgeglichener aus, hier kann sich das Note 3 nur einen Vorsprung von 36.080 zu 30.200 Punkten erkämpfen.

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

Meistens flutscht alles, aber...

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

...zumindest im Chrome-Browser ruckelt es arg | (c) Areamobile

 

Eine Überraschung gibt es im Vellamo-Benchmark. Im Metal-Test setzt sich das Note 3 zwar mit 1.188 Punkten vor das Wiko Highway mit 761 Punkten, im eigentlich aussagekräftigeren HTML5-Test schafft es das Wiko-Modell aber zum einzigen Mal, sich mit 2.097 Punkten vor das Note 3 mit nur 1.762 Punkten zu setzen. Das dürfte aber eher ein Problem des Note 3 mit diesem Test sein, denn für gewöhnlich liegen Geräte mit einem 800 in diesem Bereich um 2.900 bis 3.000 Punkte. Tatsächlich können webGL-Tests nicht durchgeführt werden, da dieser Standard laut Vellamo nicht unterstützt wird.

Im Quadrant setzt sich das gewohnte Bild fort: Das Note 3 platziert sich mit 23.753 Punkten vor dem Highway mit 15.865 Punkten. Im 3DMark Unlimited-Benchmark deklassiert das Note 3 das Highway mit 19.308 zu 7.285 Punkten, im JavaScript-Test Sunspider hat das Samsung-Gerät mit 528,1 Millisekunden zu 826,9 Millisekunden ebenfalls die Nase vorn. Linpack bescheinigt dem Achtkerner von Mediatek nur eine Leistung von 363,8 Megaflops, das Note 3 rauscht mit 1.074,4 auf und davon. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob Linpack überhaupt alle 8 Kerne des Mediatek-Chips richtig nutzen kann.

Diese Ergebnisse waren eigentlich zu erwarten. Spannend ist aber ein anderer Test, dem wir Wiko Highway und Samsung Galaxy Note 3 unterzogen haben. In einer Versuchsreihe von zehn Durchgängen des Antutu-Tests wollten wir wissen, wie sich die spürbaren Temperaturen und damit zusammenhängend die Leistungsfähigkeit negativ verändern. Tatsächlich gab es dabei interessante Veränderungen. So blieb die Temperatur des Samsung-Modells außen kaum spürbar bei etwa 32 Grad Celsius recht konstant, beim Highway stiegen sie im Laufe der Durchgänge auf spürbare, aber unbedenkliche 37,9 Grad Celsius. Entgegen dem Temperaturverlauf sank die erreichte Punktzahl beim Note 3 fast kontinuierlich von etwa 36.036 Punkten auf am Ende überraschende 26.994 Punkte, was uns zu einem elften Durchgang gezwungen hat, in dem das Gerät wieder auf über 31.000 kam. Die Ergebnisse der Testläufe beim Wiko Highway schwankten weit weniger und bewegten sich etwa zwischen 29.300 und 30.200 Punkten.

Leistungsverlust im Dauereinsatz beim Antutu-Benchmark | (c) Areamobile

Leistungsverlust im Dauereinsatz beim Antutu-Benchmark | (c) Areamobile

Das legt die Vermutung nahe, das der Snapdragon-Prozessor seine punktuell klar höhere Leistung nicht lange halten kann, obwohl außen kein spürbarer Temperaturanstieg stattfindet. Vergleicht man die jeweiligen Bestwerte, liegt der S800 im Note 3 um 16,2 Prozent vor dem MT6592. Nimmt man hingegen den Durchschnitt unserer 11 Durchläufe, beläuft sich der Vorteil nur noch auf 6,7 Prozent zugunsten des Snapdragon 800. Vergleicht man die größten Maxima und Minima beider Prozessoren, so schwankt das Note 3 leistungstechnisch um satte 25 Prozent, beim Wiko Highway sind es gerade einmal 3 Prozent. Selbst wenn man den auffälligen Niedrigwert des Note 3 ausklammert und den Maximalwert mit dem nächsten Niedrigwert vergleicht, kommt man immer noch auf auf eine Abweichung von knapp 18 Prozent.

Wer - aus welchen Gründen auch immer - auf verlässliche Dauerleistung setzt, sollte überraschender Weise eher zum Mediatek-Chip greifen. Spannend wäre allerdings für die Normalnutzung noch die Frage, ob der Snapdragon 800 im Note irgendwann sogar so weit in der Leistung abfällt, dass er etwa beim Dauerzocken bei anfordernden Spielen nicht mehr ausreicht. Das dürfte im Alltag aber nicht zu schaffen sein, zumindest nach 11 Durchgängen reicht die Leistung des 800 noch dicke für alle bekannten Spiele aus dem Play Store aus und die Durchschnittsleistung lag immer noch über der Durchschnittsleistung des Wiko Highway.

Auch wenn der Octa-Core in Benchmarks keine Bestleistung bringt - im Alltag gibt es für gewöhnlich keine Beschwerden. Normalerweise flutscht alles ziemlich flott und ruckelfrei, nur gelegentlich kann man kurze Anfangsruckler erkennen, wenn man etwa ins App-Menü wechselt und dort das erste Mal scrollt. Wiederholt man diese Schritte anschließend noch einmal, läuft alles flüssig. Ausgeführt werden Apps direkt und ohne Verzögerung. Das beim Highway aber noch nicht alles rund läuft, sieht man im vorinstallierten Chrome-Browser. Ihn findet man direkt in einer festen Leiste am unteren Display-Rand, der immer eingeblendet bleibt - auch wenn man zwischen den Homescreens wechselt. Uns hat es bei der ersten Nutzung die Sprache verschlagen - leider im negativen Sinne. Denn der Chrome-Browser ruckelt munter vor sich hin - egal ob aufwändige Seiten wie areamobile.de oder einfache Sites wie mobil.stern.de. Anders sieht das bei einem testweise installierten Dolphin-Browser aus - hier läuft alles so flüssig, wie man es bei der gebotenen Hardware erwarten darf.

Samsung Galaxy Note 3 Wiko Highway Unterschied
S800 Quad-Core MT6592 Octa-Core
GFX Bench 26,2 10,5 -60%
Antutu 36.080 30.200 -16%
Vellamo Metal 1.188 761 -36%
Vellamo HTML5 1.762 (Probl webGL) 2.079 +18%
Quadrant 23.753 15.865 -33%
3DMark unlimited 19.308 7.285 -62%
Sunspider 528,1 826,9 -57%
Linpack Multi 1.074,4 363,8 -64%

Auch Spiele laufen trotz der nicht unbedingt überragenden Grafikleistung des MT6592 ziemlich gut. Selbst Hochkaräter wie Asphalt 8 oder Real Racing 3 flitzen flüssig über den Bildschirm und machen daher richtig Spaß. Viele Spiele dieser Kaliber passen jedoch wegen des etwas geringen internen Speichers nicht auf das Gerät, ein echtes Zockerhandy ist das Wiko Highway darum nicht. Die Temperaturen steigen auf der Rückseite um die Kamera herum außerdem spürbar an, ohne jedoch gefährliche Werte zu erreichen. Das ist aber bei vielen Anwendungen wie Websurfen oder Fotografieren ebenso der Fall.

Die gelegentlichen, wenn auch eher seltenen und dann auch nur sehr kurzen Hakler und das seltsame Verhalten im Chrombrowser wundert - schließlich fasst Wiko die Nutzeroberfläche kaum an. Außer einigen vorinstallierten Apps wie Video Studio oder TouchPal Eingabe gibt es nur wenige Veränderungen. Zu den augenscheinlichsten gehört die Möglichkeit, das Gerät automatisch zu einer bestimmten Uhrzeit herunter- und zu einer anderen Uhrzeit wieder automatisch hochzufahren. Außerdem beherrscht das Gerät wieder diverse Gesten und Bewegungen - etwa das Stummschalten von eingehenden Anrufen, indem man es vom Hoch- ins Querformat dreht. So lassen sich einige Funktionen durchführen, in dem man das Gerät einfach ans Ohr hält - etwa Gesprächsannahme oder das automatische Wählen, wenn man einen Kontakt aufgerufen hat. Auffällig ist der Umstand, dass Wiko - wie schon beim Darkfull - auch beim Highway immer noch die gleichen Schreibfehler macht und etwa "Nummernwahl via Proximy" statt Proximity in den Menüs schreibt. Einmal geht das als charmant durch, beim zweiten Gerät als unfähig. Harte Worte, aber solche dummen Fehler sind mit extrem wenig Aufwand vermeidbar, zumal wir (und vermutlich nicht nur wir) in unserem Test zum Darkfull explizit darauf hingewiesen haben.

Wiko Highway Unboxing | (c) Areamobile

Nur Android 4.2.2 und wenig Aussicht auf Besserung | (c) Areamobile

Als Verbindungsmöglichkeiten steht leider beim Wiko Highway wieder kein LTE zur Verfügung, HSDPA wird darüber hinaus nur bis 21 Mbit/s unterstützt. Das ist etwas schade, denn es wird den Erwartungen, die bei Design und Display geweckt werden, nicht gerecht. Dafür gibt es erneut eine Dual-SIM-Funktion, die wir auch schon im Test des Wiko Darkfull beschrieben haben. Im Verlauf des Tests haben wir kontinuierlich Rücksprache mit Wiko gehalten und auch auf das leichte Ruckeln (im Chrome wesentlich mehr) angesprochen. Das scheint dem Hersteller offenbar nicht bewusst gewesen zu sein. Zwei Tage später erhielten wir allerdings einen Anruf von der deutschen PR-Abteilung und man versicherte uns, dass das Problem jetzt erkannt sei und an einer Lösung gearbeitet würde. Da Wiko auch in der Vergangenheit in solchen Dingen sehr nahe am Kunden agierte, darf man wohl bald mit einer Behebung des Problems rechnen. Anders sieht das mit einer moderneren Version von Android aus, als der installierten Version 4.2.2. Obwohl Mediatek längst eine Unterstützung seines Octa-Cores für Android 4.4 bekannt gegeben hat setzt Wiko wie beim Vorgänger-Topmodell Darkfull auf die alte Android-Version.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Die leicht hervorstehende Hauptkamera bietet stolze 16 Megapixel, ein der Oberklasse aber noch angemesseneres Merkmal ist die Frontkamera mit stolzen 8 Megapixel - davon können sich die alteingesessenen Hersteller eine Scheibe abschneiden! Einen LED-Blitz für die Hauptkamera gibt es auch noch. Klingt alles toll? Ist es auch! Denn zum Glück gibt es bei der Bildqualität kaum Kritikpunkte. Besonders gut gefallen haben uns Detailreichtum und Bildschärfe, nicht ganz so gut hingegen die Bilddynamik. Das gilt für beide Kameras, ist aber für die Frontkamera im Hinblick auf die Bilddynamik noch stärker ausgeprägt. Dafür bietet sie neben einer für eine Frontcam bislang unerreichten Bildschärfe auch die Möglichkeit, Hautunebenheiten per Software in Echtzeit zu überdecken und sogar den Taint aufzuhellen oder abzudunkeln.

Originalaufnahme Wiko Highway | (c) Areamobile

Normale Aufnahmen werden immer etwas düster, ...

Originalaufnahme Wiko Highway | (c) Areamobile

...HDR ist da manchmal eine Hilfe, verfälscht aber Farbe und Stimmung | (c) Areamobile

 

Bilder mit der Hauptkamera zeigen zwar nur begrenztes Bildrauschen, überzeugen aber häufig bei der Bilddynamik nicht. Dabei geraten Aufnahmen gerne insgesamt etwas zu düster, helle Bildinhalte führen zu genereller Abdunkelung um nicht zu sehr zu überstrahlen. Nachträgliches Aufhellen führt dann normalerweise trotzdem zu überstrahlten hellen Bereichen. Abhilfe schafft hier die HDR-Funktion, die allerdings mehrere Sekunden für das Knipsen braucht - zu lang! Außerdem kann man zwar mehr Details auf entsprechenden Aufnahmen erkennen, allerdings wirken sie von der ganzen Atmosphäre her viel zu überzeichnet und unrealistisch. Kontraste werden überbetont, Farben verändert - das Ganze wirkt am Ende beinahe surreal. Wegen der langen Aufnahmezeit kommt es außerdem bei bewegten Objekten beinahe zwangsläufig zu Ghosting.

Originalaufnahme Wiko Highway | (c) Areamobile

Hier sieht man den Unterschied noch besser - natürliche Farben...

Originalaufnahme Wiko Highway | (c) Areamobile

...contra Farbverfälschung und Kontrast-Überbetonung | (c) Areamobile

 

Oft hilft es stattdessen, im Normalmodus einfach den Fokus selbst durch einen Fingertip im Bildsucher anders zu platzieren, woraufhin das Wiko Highway nervös die Bildbelichtung anpasst. Point and Shoot sieht aber anders aus. In den oberen Bildecken konnten wir zudem starke Unschärfe erkennen. Manuelle Unterstützung per Fingertip benötigt gelegentlich auch der Videomodus. Dort verliert das Highway hin und wieder den Fokus und macht dann auch keine Anstalten, erneut scharf zu stellen, obwohl vor Unschärfe nichts mehr zu erkennen ist. Immerhin arbeitet der Fokus auf Kommando schnell und präzise, allerdings hört man ihn auf der späteren Aufnahme. Ansonsten ist der Ton ziemlich gut - voll und realistisch. Insgesamt bietet das Wiko Highway beim Thema Kamera durchaus gute Bildqualität - allerdings in vielen Fällen nur, wenn man die Automatik übersteuert und selbst den Fokus festlegt. Schnappschüsse können dann schnell unbrauchbar werden - schade.

10 GB interner Speicher stehen dem Nutzer des Wiko Highway im Test zur nur Verfügung, eine Erweiterungsmöglichkeit gibt es nicht. Das ist uns zu wenig und richtet sich eher an Wenignutzer- auch bei einem Preis von 349 Euro UVP. Es ist vor allem schade, denn Filme sehen auf dem grandiosen Display sehr gut aus und der Sound gefällt sowohl über die schicken Flachkabel-In-Ears als auch über den Lautsprecher, der seinen Namen durchaus verdient hat.

Gesprächsqualität und Akkulaufzeit

Telefongespräche stellen weder den Nutzer des Highway, noch den Gesprächspartner vor große Probleme. Der Nutzer darf sich über gute Lautstärke und volle, realistische Wiedergabe seines Gegenüber freuen, der andere Teilnehmer hat es hingegen nicht so gut getroffen. Zwar kommt es nicht zu Verständigungsschwierigkeiten, allerdings bemängelten Testpersonen hörbares Rauschen und etwas tönernen Klang, der den Nutzer nicht sonderlich realistisch rüberbringt. Der Lautsprecher punktet zwar mit ausreichender Lautstärke und scheppert dabei auch nicht, klingt aber etwas hart und vermittelt wenig Tieftöne. Bei Musik war das noch anders.

Der Akku leidet für gewöhnlich als erstes unter einem besonders dünnen und schicken Gerät - nicht immer, aber häufig. Das Wiko Highway zieht sich da noch ganz passabel aus der Affäre, auch wenn es mit seinen 2.350 mAh weit davon entfernt ist, ein Marathonläufer zu sein. In unserem Video-Dauertest, bei dem Youtube-Filme bei maximaler Helligkeit in Dauerschleife gespielt werden, schafft das Highway immerhin 3 Stunden und 51 Minuten. Das ist besser als der Vorgänger, aber immer noch am unteren Ende unserer Liste angesiedelt. Damit richtet sich das Wiko Highway erneut eher an Standard-Nutzer, die nicht ständig damit spielen oder dauerhaft im Internet surfen. Hardcore-Anwender werden nicht länger als einen halben Tag ohne Strom aus der Steckdose auskommen.

Fazit

Das Darkfull hat uns noch begeistert. Nicht, weil es ein perfektes Gerät ist, sondern weil es für vergleichsweise wenig Geld erstaunlich viel bietet. Bei so einem niedrigen Preis ist man auch eher gewillt, über Kleinigkeiten hinweg zu sehen. Das neue Wiko Highway kostet mit 349 Euro für ein Smartphone zwar auch nicht wirklich viel, allerdings ist das ein gutes Drittel mehr als beim Darkfull - da fallen Unzulänglichkeiten einfach stärker ins Gewicht. Das Highway ist beileibe kein schlechtes Gerät, aber in dieser Preisklasse muss es sich mit ganz anderer Konkurrenz messen lassen - etwa mit dem Nexus 5. Das hat zwar auch nicht mehr Speicher und ist sogar beim Design leicht im Hintertreffen, dafür aber immer schnell und ruckelfrei und wird mindestens noch eine oder zwei neue Android-Versionen bekommen. Und es stammt von LG, einem bekannten Hersteller. Das schafft ein gewisses Vertrauen, das Wiko zumindest in Deutschland noch nicht genießt.

Am Highway stört nicht die Hardware - die ist zwar keine direkte Konkurrenz für Spitzenprodukte einiger alteingesessener Hersteller, doch schon mit vier Kernen war der Vorgänger stark genug für den Alltag und der Achtkerner erlaubt jetzt auch uneingeschränktes Gaming. Die Software ist der Knackpunkt, sie scheint einfach überhastet von einem Vorgänger auf das neue Modell portiert worden zu sein. Dabei läuft einfach noch nicht alles so rund wie man es erwarten würde - das gilt auch für die Kamera. So etwas kann man schnell ändern - sollte Wiko uns innerhalb der nächsten Wochen per Update ein signifikante Besserung präsentieren, werden wir Fazit und Prozentwertung überarbeiten. So bleibt das Highway hinter unseren berechtigten Erwartungen zurück, auch wenn mit Design und Display zwei Highlights schon jetzt überzeugen können.

Themen: Smartphone, Dual-SIM
Testwertung Wiko Highway
 
Handlichkeit und Design 84%
Verarbeitung 92%
Sprachqualität 87%
Akkuausdauer 68%
Ausstattung/ Leistung 77%
Kamera 81%
Internet 81%
Musik 79%
Software und Bedienung 86%
Navigation 86%
Gaming und Video 77%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
81%
Zeitwertung
(Stand 18.10.2017)
69%

Unsere Wertung im Detail

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Bewertet am 05.06.2014

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83%
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berechnet aus 1 Bewertungen von Areamobile Lesern.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 12.03.14 20:20 Nuvolari (Advanced Handy Profi)
    Mut alleine bringt nicht den erhofften Erfolg...in dieser Preisklasse

    Wiko hat Mut bewiesen, indem sie ein Smartphone auf den Markt bringen, das mit einem tollen Design und rein auf dem Papier guter Hardware bietet.
    Doch der aufgerufene Preis von 349 EUR ist wohl das größte Risiko gewesen, denn in dieser Preisklasse tümmeln sich viele und vor allem namhafte Konkurrenten mit teilweise besserer Technik...allen voran das Google Nexus 5, OPPO Find 5 und Hin und wieder mal bei guten Angeboten die beiden letztjährigen Platzhirsche Samsung Galaxy S4 und HTC One.
    Und genau dieses eingegangene Risiko bricht Wiko bei diesem Gerät das Genick.
    Vor paar Wochen hat es bereits Alcatel mit dem Idol X und einem ähnlichen Preis versucht und ist aufgrund einer miesen Systemleistung kläglich gescheitert.
    In Smartphone jenseits der 300 EUR gehört einfach ein Prozessor von Qualcomm, Nvidia oder eventuell auch Intel.
    Schade, dass es Wiko nicht geschafft hat ein flüssiges und sauberes Arbeiten zu ermöglichen.

  2. 13.03.14 08:32 peter0815 (Handy Profi)

    Mit solchen Bugs machen die sich schon die 12 Jährigen Käufer zu Einzeltätern und werden entsprechend vom Markt verschwinden, schade - cooles Teil

  3. 29.03.14 14:21 4fx
    guter Test, bitte keine Miesmacherei..

    da baut WIKO ein DualSim Handy mit edlem Aluminium/Corning Glas (vo+hi) Gehäuse, Full-HD Display, gutem Musikplayer /Headset und bietet das Gerät das Leistungstechnisch im Benchmark besser als ein Galaxy S4 oder HTC One bewertet wird für den fast halben Preis von 350€ an. Hierfür können die 16GB nicht erweitert werden. Muss man deshalb ständig darauf rumreiten dass ein Note3 einen stärkeren Prozessor hat und trotz Plastikgehäuse das doppelte kostet? So ein Plastikspielzeug wie Galaxy / Note kaufe ich mir genausowenig wie bei einem HTC One für 500-600€ eine schlechte(!) 4MP Kamera zu nehmen und eine Menüführung die nicht Durchgängig umgesetzt wurde.

    Lasst das WIKO Highway einfach ein sehr schön gemachtes Dualsim-Handy für 350€ sein, mit dem Gehäuse und der Leistung gibt es einfach keine vergleichbaren Konkurrenzangebote! SDHC wär schön, aber 4-oder 8-Kern Technik ist doch mal für 350€-Normalnutzer völlig egal. Die Anspurchsvollen Nutzer dürfen gerne das doppelte ausgeben für ihre Ansprüche.

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