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Autor: Steffen Herget 27.09.2014 - 15:00 | 1

Alcatel Fire E Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Kompakt und leicht
  • Günstiger Preis
  • Ordentlicher Akku
  • Flops
  • Akku nicht wechselbar
  • Wenig Apps
  • Betriebssystem noch nicht konkurrenzfähig
  • Billiges Material

Alcatel One Touch Fire E Test: Das bislang beste Firefox-Handy ist mangelhaft

Die ersten Smartphones mit Firefox OS waren eine Katastrophe: Schlechte Hardware und schlechte Software zusammen, da gab es kein Vertun. Mit dem Alcatel One Touch Fire E startet nun die zweite Generation der Firefox-Handys, und so langsam sind durchaus Fortschritte zu erkennen - aber es gibt noch viel zu tun.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Plastik regiert beim Alcatel One Touch Fire E, das mit einem Preis von knapp 130 Euro ohne Vertrag aber auch zu den günstigsten Smartphones zählt. Der Kunststoff glänzt leicht speckig und wirkt nicht eben hochwertig, aber durchaus robust. Mit 8,2 Millimeter ist das Gehäuse, das zwar so aussieht, sich aber doch nicht ohne Werkzeug öffnen lässt, recht schlank geraten. Da das Firefox-Handy nur 102 Gramm auf die Waage bringt, stört es auch in der Hosentasche kaum. Die Verarbeitung des Alcatel One Touch Fire E im Test geht in Ordnung, allerdings wackeln die Knöpfe ganz leicht und die Rückseite lässt sich minimal eindrücken.

Alcatel One Touch Fire E Unboxing | (c) Areamobile

Alcatel One Touch Fire E

Alcatel One Touch Fire E Unboxing | (c) Areamobile

Leichtes Smartphone im Plastik-Gehäuse

Alcatel One Touch Fire E Unboxing | (c) Areamobile

Profilansicht | (c) Areamobile

 

Die Bedienelemente sitzen beim Alcatel One Touch Fire E allesamt an den üblichen Stellen. An der rechten Seite finden sich die Lautstärkewippe und der Powerbutton, oben die Klinkenbuchse für den Kopfhörer und unten der Micro-USB-Port zum Laden und für den Datenaustausch. Eine Besonderheit gibt es bei der Schublade für sie Micro-SIM, die sich links aus dem Gehäuse holen lässt. Sie beherbergt nicht nur die SIM, sondern bietet gleichzeitig Platz für eine Speicherkarte. Unter dem Display sitzt der runde Homebutton, darüber die Frontkamera und ein Sensor. An der Rückseite findet sich die Hauptkamera samt kleinem LED-Blitz und der Ausgang für den Lautsprecher.

Display-Größe und -Qualität

Blickwinkeltest Alcatel One Touch Fire E | (c) Areamobile

Blickwinkeltest | (c) Areamobile

Das Fire E ist mit einem 4,5 Zoll großen LCD-Display ausgestattet. Die Auflösung von 960 x 540 Pixel reicht zwar nicht an HD-Bildschirme heran, reicht allerdings in der Preisklasse aus. Die Pixeldichte beträgt 245 PPI. Bei der Farbdarstellung gefällt das Display des Alcatel One Touch Fire E mit Natürlichkeit, die Kontraste (gemessen wurden 732:1) sind ausreichend scharf, nur bei kleinen Schriftarten stört die Auflösung ein wenig. Ein Problem sind allerdings die Blickwinkel des Bildschirms im Fire E. Von der Seite betrachtet dunkelt das Bild sehr schnell ab, zudem verfälschen sich die Farben deutlich. In dieser Hinsicht kann das LCD-Display überhaupt nicht überzeugen. Die Helligkeit ist mit nachgemessenen 317 Candela nicht übermäßig hoch ausgefallen, in heller Umgebung wird das schwierig. Die Testergebnisse legen einen leichten Blaustich nahe, der auch mit dem eigenen Auge an manchen Stellen sichtbar ist.

Display-Test | (c) Areamobile

Display-Test | (c) Areamobile

Display-Test | (c) Areamobile

Display-Test | (c) Areamobile

Display-Test | (c) Areamobile

Display-Test | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Alcatel One Touch Fire E Unboxing | (c) Areamobile

Alcatel One Touch Fire E | (c) Areamobile

Hardware-seitig erwartet den Kunden beim Alcatel One Touch Fire E natürlich immer noch kein Leckerbissen, aber doch schon deutlich mehr als bei den ersten Firefox-Handys- Immerhin steckt ein Snapdragon 200 mit 2 x 1,2 GHz in dem Plastikgehäuse, dazu kommen 512 MB Arbeitsspeicher und 4 GB interner Speicher. Bei jedem Android-Smartphone mit dieser Ausstattung würde man die Augen rollen, bei Firefox OS freut man sich richtig darüber, endlich einmal ein wenigsten ein bisschen besser gerüstetes Modell in den Fingern zu haben. Dass das Alcatel One Touch Fire E damit im Benchmark-Test keine Bäume ausreißt, ist klar - liegt aber auch daran, dass es quasi keine Benchmarks im Appstore gibt. Der Sunspider-Test für die Javascript-Performance im Browser ist mit 1.682 ms allerdings ziemlich schlecht ausgefallen.

Die Performance in der Praxis sieht mit dem neuen Firefox-Handy immerhin schon deutlich besser aus als zuvor. Die Ruckler sind weniger geworden, alles läuft flotter und flüssiger. Es ist aber immernoch ein deutlicher Unterschied zu Geräten wie etwa einem nur wenig teureren Nokia Lumia 630 oder Mittelklasse-Androiden zu bemerken. Apps starten zumindest dann meist flott, wenn sie bereits einmal geöffnet waren und über den Homebutton verlassen wurden - dann sind sie noch im Cache. Der erste Start ist bei vielen Anwendungen mit mindestens einer Gedenksekunde verbunden.

Firefox OS ist in der neuen Version 1.3 an vielen Stellen verbessert worden. Die Animationen laufen runder ab, die völlig unnütze App-Übersicht auf dem ganz links liegenden Homescreen ist verschwunden, der Lockscreen und die Benachrichtigungszentrale wurden überarbeitet. Vieles fehlt aber noch immer, etwa die direkte Synchronisation mit Konten von Google, Microsoft, Exchange, Facebook oder Twitter. Widgets gibt es nicht, ebenso wenig einen App-Drawer oder einen Sprachassistent. Nicht einmal ein Taschenrechner ist vorinstalliert, der Kalender bietet nur rudimentäre Funktionen.

Alcatel One Touch Fire E Unboxing | (c) Areamobile

Firefox OS 1.3 | (c) Areamobile

Wie viele Apps es letzten Endes für Firefox OS gibt, ist auch für die Macher kaum zu sagen. Durch die Konzentration auf den Web-Standard HTML5 lassen sich alle möglichen Web-Dienste als App einrichten, außerdem bieten laut Mozilla zahlreiche Anbieter ihre Applikationen auf den eigenen Seiten und nicht im Store von Firefox OS an. Dort sind einige tausend Apps zu finden, zahlreiche große Namen fehlen aber weiterhin oder sind nur über Umwege mit reduziertem Funktionsumfang nutzbar. Man versucht allerdings, den Nutzer zum Experimentieren anzuregen. Öffnet der Anwender auf dem Homescreen einen App-Ordner, werden im oberen Teil die installierten Anwendungen angezeigt und unten ähnliche Treffer aus dem Web gelistet. Durch die kann man dann - ziemlich ruckelig - durchscrollen und "Apps" ausprobieren. Die Anführungszeichen rühren daher, dass die Shortcuts zwar aussehen wie Apps, aber in aller Regel nur zu der jeweiligen mobilen Webseite führen. Das ist nett gedacht, aber irgendwie nicht das, was man sich unter einem gut gefüllten Ökosystem vorstellt. Diesen Weg wird Mozilla allerdings auf absehbare Zeit weiter gehen müssen, um den Mangel an echten Apps auszugleichen.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Zwei Kameras bringt das Alcatel One Touch Fire E mit. Die Frontkamera mit gerade einmal 0,3 Megapixel hätte man aber auch gleich weglassen können, die Leistung der Linse ist unterirdisch. Hinten wurde immerhin eine 5-Megapixel-kamera mit LED-Blitz platziert, die durchaus brauchbare Schnappschüsse macht. Sicher, leistungsfähigeren Kameras in teureren Smartphones ist sie unterlegen, aber für das eine oder andre Bild für Twitter oder Facebook reicht es allemal. Extrem rudimentär kommt allerdings die Kamera-App daher, sie erlaubt lediglich den Wechsel zwischen Foto- und Videomodus, das An- und Abschalten des Blitzes und das Umschalten zwischen beiden Kameras - das wars. Nichts mit verschiedenen Szenenmodi, manuellen Einstellungen oder wenigstens der Konfiguration des Bildformates. Das wirkt dann doch arg lieblos hingeschustert, auch wenn man die Kamera immerhin direkt aus dem Lockscreen starten kann.

Um ein echter Entertainer für unterwegs sein zu können, braucht es einiges. Ein gutes Display, ein schneller Prozessor und ein guter Sound gehören ebenso dazu wie viel Speicherplatz und eine ordentliche Auswahl an digitalen Inhalten. Leider hapert es beim Alcatel One Touch Fire E bei dieser Aufstellung in allen Bereichen mal mehr, mal weniger. Das Display ist ordentlich, aber bietet nicht einmal HD-Ready und ist etwas zu dunkel. Der Klang des eingebauten Lautsprechers ist zu leise und kommt nahezu ohne Bass daher. Die CPU reicht für den Alltag, aber weder für hochauflösende Filme noch für aufwändige Spiele - solche Inhalte gibt es aber auch kaum für Firefox OS. Wer ein Smartphone sucht, mit dem er sich unterwegs ordentlich amüsieren kann, der sollte sich tunlichst anderswo umschauen.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Alcatel One Touch Fire E Unboxing | (c) Areamobile

Sim-Schublade | (c) Areamobile

Telefonieren kann man mit dem Alcatel One Touch Fire E im Test auch. Die Sprachqualität ist dabei durchschnittlich, beide Gespächspartner sind zwar gut zu verstehen, klingen aber dünn und wenig natürlich. Ein leises Grundrauschen ist in der Leitung ebenso zu vernehmen. Einen unverständlichen Aussetzer leistet sich das Fire E allerdings beim Telefonieren über Lautsprecher. Eine Rückkopplung sorgt dafür, dass sich der Angerufene ständig selbst als lautes Echo hört - äußerst unangenehm und nicht zu gebrauchen. Am Fire E wiederum ist davon nichts zu bemerken, alles klingt hier normal.

Bei einem so günstigen Smartphone wie dem Alcatel One Touch Fire E muss man natürlich an einigen Stellen Abstriche machen. Dazu gehören auch solche Dinge wie LTE oder schnelles Gigabit-WLAN, die auf dem Firefox-Handy fehlen. Normales WLAN und Bluetooth sind aber an Bord, Mobilfunk-Verbindungen sind über GPRS, EDGE und HSPA möglich. Zum Datenaustausch per Kabel steht ein Mini-USB-Port zur Verfügung.

Akku-Laufzeit

Das Alcatel One Touch Fire E kommt mit einem 1.700 mAh starken Lithium-Ionen-Akku, der nicht ohne den Einsatz von Werkzeug gewechselt werden kann. Die Ausdauer des Energiespenders schwankt stark und ist extrem abhängig davon, was der Anwender mit dem Handy macht. In unserem Youtube-Dauertest über WLAN war nach mickrigen 3:41 Stunden bereits Schluss, und das obwohl das Fire E die Videos noch nicht einmal in HD abspielen kann. Andererseits kommt man in aller Regel im normalen Alltag locker über den Tag, bei sparsamer Nutzung schafft man auch einen zweiten. Im reinen Standby ist natürlich noch etwas mehr möglich. Insgesamt geht die Laufzeit des Alcatel One Touch Fire E im Test in Ordnung.

Fazit

Firefox OS macht Fortschritte - kleine zwar, aber immerhin. Die Hardware des Alcatel One Touch Fire E ist nun immerhin ausreichend und nicht mehr so fürchterlich unterdimensioniert wie beim Alcatel One Touch Fire und dem ZTE Open, die kaum zu bedienen waren. Auch beim Betriebssystem geht es voran, Firefox OS läuft flüssiger und wurde an vielen Stellen überarbeitet. Für den hiesigen Markt bleibt aber als Kaufgrund eigentlich immer noch einzig der Charme des exotischen Außenseiters, denn auch in dieser Preisklasse gibt es bereits günstige Android oder die Einsteiger-Lumias mit Windows Phone, die einfach viel mehr können und die bessere Wahl sind.

Testwertung Alcatel One Touch Fire E
 
Handlichkeit und Design 87%
Verarbeitung 85%
Sprachqualität 75%
Akkuausdauer 78%
Ausstattung/ Leistung 52%
Kamera 69%
Internet 69%
Musik 78%
Software und Bedienung 53%
Navigation 83%
Gaming und Video 45%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
67%
Zeitwertung
(Stand 31.08.2016)
63%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 28.09.14 14:31 mcRebe (Advanced Member)

    gut zu wissen das ihr auch objektiv bewertet! also anhand des textes macht ihr das ja schon aber die endwertung war immer viel zu hoch.

    bei diesem test hingegen passt das "mangelhaft" auch wirklich zum bericht. danke

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