Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 
Autor: Tobias Czullay 11.12.2014 - 14:33 | 7

Yota Devices Yotaphone 2 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • zusätzliches, stromsparendes E-Ink-Display
  • gute Umsetzung der YotaApps
  • schlankes und sehr flinkes System
  • gute Akku-Laufzeit
  • Flops
  • sehr hoher Preis
  • keine Speichererweiterung möglich

Yotaphone 2 Test: Gut gedacht, besser gemacht

Das erste Yotaphone war ein interessantes Konzept-Gerät, konnte aber die geschürten Erwartungen nicht erfüllen. Besser soll das jetzt das Yotaphone 2 machen, das mit leistungsstarker Hardware und einem komplett touchfähigen E-Ink-Display daher kommt.

Es war im vergangenen Februar in Barcelona, als der russische Hersteller Yota Devices seinem erst zwei Monate zuvor erschienenen Yotaphone das "vollste Vertrauen" zusprach: Der Erstling, von Kritikern für seine innovative Idee gelobt und für die schlechte Umsetzung zerrissen, wird schon bald einen Nachfolger erhalten. Neun Monate bevor das Yotaphone 2 das Licht der Welt erblicken sollte, wurde dem Debüt-Smartphone damit jedes Kaufargument entzogen, es mehr oder weniger offiziell zur Totgeburt erklärt. Jetzt ist das Yotaphone 2 erhältlich und nicht nur der knackige Preis von 699 Euro demonstriert, dass der Hersteller diesmal äußerst selbstbewusst hinter seinem Produkt steht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Vielleicht ein wenig zu selbstbewusst, denn leider sieht man dem Yotaphone 2 sein teures Preisschild gar nicht an. Das Smartphone mit zwei Displays präsentiert sich auf der Vorderseite ähnlich schlicht wie ein Nexus 5 und vom auf der Rückseite platzierten zusätzlichen E-Ink-Display trennt die zwei Seiten lediglich ein matter, laut Hersteller glasfaserverstärkter Plastikrahmen. Darin sind die üblichen Verdächtigen vorzufinden: Kopfhörerbuchse oben, Micro-USB-Eingang unten, Lautstärkewippe und Power-Taste rechts. Nett: Statt eine zusätzliche Schublade für die Nano-SIM-Karte in den Rahmen einzulassen, versenkt man diese kurzerhand unter der herausnehmbaren Lautstärkewippe. Diese Lösung ist durchaus elegant, das russische Smartphone selbst ist es hingegen weniger. Mängel bei der Verarbeitung oder am Material lassen sich aber keine ausmachen.

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

Die Lautstärkewippe ist gleichzeitig das SIM-Schubfach | (c) Areamobile

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

Mikrofon und Lautsprecher des Yotaphone 2 | (c) Areamobile

 

Das Yotaphone 2 liegt dank der stark abgerundeten Ecken und seiner leicht gewölbten Rückseite sehr angenehm, wenn auch etwas rutschig in der Hand - zumindest dann, wenn das Farbdisplay auf der Vorderseite bedient wird. Etwas anders ist das bei längerer Bedienung des E-Ink-Displays: Da das nun in der Hand-Innenfläche aufliegende Glas der Frontseite keine solche Wölbung vorzeigen kann, fallen die harten Kanten auf Dauer eher etwas unangenehm im Tragekomfort auf.

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

Vorne ein 5-Zoll-AMOLED-Display... | (c) Areamobile

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

...hinten ein E-Ink-Display auf 4,7 Zoll | (c) Areamobile

 

Der zweite Bildschirm darf neben seinem praktischen Nutzen durchaus auch als herausstechendes Designmerkmal angesehen werden, denn schließlich lassen sich neben E-Books und einigen Widgets auch Wallpapers, die sogenannten YotaCovers, als immer sichtbarer Sperrbildschirm einstellen. Immer für einen Schmunzler gut: Wird vorne die Kamera-App ausgeführt, wird auf der Rückseite entweder eine "Bitte-Lächeln"-Aufforderung oder eine schicke Retro-Kamera eingeblendet.

Display-Größe und -Qualität

Die Auflösung des 5 Zoll großen Front-Displays beläuft sich auf 1.920 x 1.080 Pixel, hinten sind es 960 x 540 Pixel. Vorne setzt Yota Devices auf ein knackiges und kontrastreiches AMOLED-Panel, auf dem sich dank der hohen Pixeldichte von 442 PPI keine einzelnen Pixel ausmachen lassen. Die Helligkeit beläuft sich auf 350 cd/m² - das entspricht in etwa den Werten, die andere AMOLED-Displays wie Samsung Galaxy Alpha oder das Galaxy Note 4 ausspucken. Dem CIE-Diagramm lässt sich entnehmen, dass das Panel einen größeren Farbraum als sRGB darstellen kann - auch das ist typisch für AMOLED. Auf der Rückseite sieht das etwas anders aus, dort ist nämlich ein Always-On Electronic Paper Display (EPD) mit 16 Graustufen eingebaut. Anders als noch beim ersten Yotaphone, bei dem lediglich ein schmaler Streifen unter dem Display zur Berührungseingabe verwendet werden konnte, handelt es sich dabei um einen kompletten Touchscreen. Der Technik geschuldet reagiert der Bildschirm recht träge, zeigt die Inhalte aber äußerst kontrastreich und blickwinkelstabil an.

Yotaphone 2 im Blickwinkeltest | (c) Areamobile

Yotaphone 2 im Blickwinkeltest | (c) Areamobile

Display-Test Yotaphone 2 | (c) Areamobile

CIE-Diagramm Yotaphone 2 | (c) Areamobile

 

Der Vorteil gegenüber einem gewöhnlichen Farbdisplay liegt darin, dass die elektronische Tinte nur dann Strom benötigt, wenn sich auch die Darstellung ändert - mangels Hintergrundbeleuchtung benötigt es auch deutlich weniger Energie als das AMOLED-Display. Die Technik dahinter darf man sich so vorstellen, dass viele kleine Kapseln - jede davon auf einer Seite Schwarz, auf der anderen Weiß - auf einem Raster aufliegen und diese sich bei elektrischer Spannung entweder mit der hellen oder dunklen Seite zum Betrachter hin ausrichten. Folglich kann die zuletzt dargestellte Anzeige darauf auch dann abgelesen werden, wenn der Akku vollständig leer gesaugt ist.

Yotaphone 2 im Test | (c) Areamobile

YotaMirror: Von unten nach links wischen... | (c) Areamobile

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

...um die Android-Anzeige auf das E-Ink-Display zu spiegeln | (c) Areamobile

 

Das E-Ink-Display des Yotaphone 2 ist neben den weiter unten beschriebenen Zusatz-Features auch deshalb ziemlich sinnvoll, da sich hierauf das Android-Betriebssystem von der Vorderseite darstellen lässt. Um den Bildschirm via YotaMirror auf die Rückseite zu spiegeln, führt man vorne eine einfache Wischgeste vom unteren Bildschirmrand nach oben aus und fährt mit dem Daumen schräg nach links auf das entsprechende Icon. Dabei ist Android in Schwarz-Weiß weder sonderlich schön, noch wirklich flüssig in der Darstellung, theoretisch lassen sich auf diese Weise aber sogar Filme schauen oder im Web surfen - der Vorzug einer stromsparenden Anzeige verpufft dann allerdings, da die ständige Aktualisierung des Bildes natürlich Energie benötigt. Sowohl die Vorder- als auch die zum Rahmen hin leicht abfallende Rückseite sind durch Gorilla Glass 3 gegen Kratzer geschützt.

System: Hardware, Software und Bedienung

Im Yotaphone 2 steckt mit dem Snapdragon 800 ein zwar mittlerweile über ein Jahr alter Chipsatz, doch der darauf verlötete 2,2 GHz starke Quad-Core-Prozessor mit 2 GB Arbeitsspeicher bringt noch mehr als genügend Leistung. Das verraten zum einen die recht ordentlichen Benchmark-Ergebnisse: Im GFXBench-Test fährt das Yotaphone 2 mit rund 23 fps einen ähnlich hohen Wert ein wie das HTC Desire Eye, im Browser-Test von Vellamo kann es mit 3375 Zählern sogar die aktuelle Highend-Riege Samsung Galaxy S5, LG G3, HTC One M8 und Sony Xperia Z3 im Vergleich zu ihren damaligen Testergebnissen ausstechen. Zum anderen sind Ruckler auf der Android-Oberfläche nicht auszumachen, das Smartphone reagiert schnell und ohne lange Bedenkzeit.

Das Google-Interface von Android 4.4 Kitkat hat Yota Devices dabei kaum abgeändert, neben einigen eigenen Hintergrundbildern und den Yota-Apps hat sich noch ganz dezent der Energiesparmodus YotaEnergy in die System-Einstellungen geschummelt. Letzterer kann umfassend konfiguriert, jede Verbindungsmöglichkeit des Yotaphone 2 manuell gekappt oder auf Wunsch aufrechterhalten werden. Wahlweise lässt sich auch die Taktfrequenz des Prozessors begrenzen - dann ist das Gerät zwar langsamer, verbraucht aber weniger Strom.

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

YotaCover: Wallpaper und Privatsphäre-Schutz | (c) Areamobile

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

YotaCovers können aus einer Vielzahl an Bildern festgelegt werden | (c) Areamobile

 

Die wenigen vorinstallierten Yota-Apps lassen das Yotaphone zum Yotaphone werden, denn erst sie ermöglichen die sinnvolle Nutzung des Zweit-Displays. Die Schaltzentrale dieser Anwendungen und Erweiterungen nennt sich YotaHub. Von dort aus können Änderungen am YotaCover, dem Wallpaper für das E-Ink-Display, und den YotaPanels vorgenommen werden. YotaCovers werden aus den Vorgaben des Herstellers oder aus der eigenen, auf dem Gerät, bei Facebook oder Instagram gespeicherten Bildersammlung ausgewählt. Sie dienen nicht nur einer schöneren Rückseite des Yotaphone 2, sondern auch der Privatsphäre seines Nutzers. Über eine am unteren Rand des E-Ink-Displays platzierte, jederzeit sichtbare virtuelle Taste lässt sich in einem Wimpernschlag von einem Widget zum YotaCover wechseln - die Informationen werden für umstehende Personen also unsichtbar.

Die YotaPanels lassen sich ebenfalls nach Belieben konfigurieren, und das auch deutlich umfassender als die von Android bekannten Lockscreen-Widgets. Jedes Panel bekommt eine ganze Seite auf dem E-Ink-Display spendiert und ist in bis zu drei einzelne Widgets unterteilt. Sie stellen beispielsweise die Uhrzeit, entgangene Anrufe, Nachrichten, Termine oder gar einen ganzen Kalender dar und dürfen nach Wunsch gegen ein anderes aus den umfangreichen Vorgaben ausgetauscht werden. Als YotaPanel bietet der Hersteller natürlich auch seinen nativen Yota Reader an, auf dem die gespeicherten E-Books eingelesen werden können.

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

YotaPanels geben kurze Informationen | (c) Areamobile

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

Die einzelnen Seiten können selbst ausgewählt werden | (c) Areamobile

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

Die Widgets lassen sich anpassen | (c) Areamobile

 

Reader-Apps anderer Anbieter, darunter zum Beispiel Amazon Kindle, können per YotaMirror von der Android-Vorderseite auf das E-Ink-Display gespiegelt werden. Damit dazu nicht jedesmal vorne die App geöffnet und die Anzeige manuell auf das Graustufen-Display gelegt werden muss, bietet Yota ein Schnellstarter-Widget für YotaPanel an, auf dem bis zu drei App-Icons dargestellt werden können. Mittels RSS-Reader lassen sich die neuesten Schlagzeilen abonnierter Webseiten einholen und sogar einige Partner wie Twitter haben ein entsprechendes Panel für das Yotaphone 2 entwickelt. Und da sind wir schon bei einem Kritikpunkt der YotaPanels angekommen: Die App-Entwickler müssen explizit ein solches Panel für das russische Smartphone bereitstellen - und das tun derzeit nur recht wenige. Eingegangene Nachrichten von WhatsApp und Co. werden deshalb nur als generelles Ereignis dargestellt und weder wird die App genannt, noch ist ein Blick auf den Nachrichten-Inhalt erlaubt. Das ist schade, dürfte sich aber zumindest für einige, noch nicht näher bestimmte Apps bald noch ändern.

Yotaphone 2 im Test | (c) Areamobile

Ein eingehender Anruf wird auf dem E-Ink-Display angezeigt... | (c) Areamobile

Yotaphone 2 im Test | (c) Areamobile

...ebenso wie anliegende Termine | (c) Areamobile

 

Über die YotaPanels hinaus hat zumindest die App-Grundausstattung des Smartphones speziell ans E-Ink-Display angepasste Echtzeit-Benachrichtigungen spendiert bekommen. Liegt das Yotaphone 2 also mit dem AMOLED-Display nach unten auf dem Tisch, wird der Nutzer per Countdown an einen anliegenden Termin erinnert oder über einen eingehenden Anruf informiert. Im letzteren Fall muss das Smartphone dann natürlich wieder auf die Vorderseite gedreht werden, denn nur dort ist auch eine Hörmuschel zu finden. Über die per Wischgeste ausgeführte Funktion YotaSnap darf kurz vor dem Versiegen des Akkus noch ein Screenshot der Android-Seite angefertigt und ohne weiteres Zutun auf den E-Ink-Bildschirm projiziert werden - das ist insbesondere für elektronische Tickets oder QR-Codes praktisch, da die Anzeige dort wie erwähnt auch ohne Strom bestehen bleibt.

Yotaphone 2 im Test | (c) Areamobile

Ein Wisch von unten nach links... | (c) Areamobile

Yotaphone 2 im Test | (c) Areamobile

...erstellt einen Screenshot unter Android und legt es automatisch auf das rückseitige Display | (c) Areamobile

 

Das Hin und Her zwischen den zwei Bildschirmen ist auch das A und O der Bedienung des Yotaphone 2. Nur wer sich auf das E-Ink-Display einlassen und es als vollwertige Komponente des Smartphones ansehen kann, für den ist es auch eine Investition wert. Ein wenig Eingewöhnung ist dafür zwar schon nötig, nach nur wenigen Tagen liegt das Smartphone aber schon ganz von allein mit der Front auf dem Tisch und man blickt dann und wann auf die Rückseite, um einfach nur die Uhrzeit abzulesen oder den Nachrichteneingang zu checken. Das macht das häufige Entsperren des Geräts oder den prüfenden Blick nach einer leuchtenden LED (die es beim Yotaphone 2 ohnehin nicht gibt) überflüssig - zumindest in hellen Räumlichkeiten.

Ein schneller Wechsel von der Vorder- zur Rückseite des Yotaphone 2 geschieht im wahrsten Sinne im Handumdrehen, es wird aber auch ein wenig Umdenken vom Nutzer verlangt. Liegen Power-Taste und Lautstärkewippe mit Blick auf das AMOLED-Display noch auf der rechten Seite, wechselt die Anordnung beim E-Ink-Display konsequent auf die linke Seite. Das Entsperren des Graustufen-Bildschirms erfolgt wahlweise über die Power-Taste oder eine beherzte Wischgeste vom unteren Bildschirmrand in die Mitte, und auch die virtuellen Tasten und ihre Funktionen sind dort ein wenig anders als auf der Android-Front. Im Test des Yotaphone 2 kam es übrigens nicht einmal vor, dass beide Displays gleichzeitig eingeschaltet waren oder aus Versehen der nach unten zeigende Bildschirm eingeschaltet wurde - die Erkennung durch Lichtsensor und Gyroskop funktioniert hervorragend.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Im Yotaphone 2 sind zwei Kameras verbaut: Eine 8-Megapixel-Hauptkamera samt einfachem LED-Blitz sowie eine mit 2,1 Megapixel auflösende Frontkamera. Wäre die im Folgenden beschriebene Funktion etwas besser umgesetzt worden, dann hätte gar eine einzige Kamera ausgereicht, denn schließlich kann auch das Rückseiten-Display als Sucher für Selfies verwendet werden. Allerdings ist es dazu erforderlich, das Schnellstarter-Widget auf dem E-Ink-Bildschirm manuell mit einer Verknüpfung namens "Selfie" auszustatten - der Weg dahin ist leider nicht ganz schlüssig. Außerdem bleibt auch nach Verlassen der Kamera-App das Android-System auf dem Graustufen-Bildschirm gespiegelt, statt automatisch zu den Panels zurück zu kehren. Ein eigenes Kamera-Widget auf dem YotaPanel wäre hier sicher die bessere Lösung gewesen. Eine eigene Kamera-App bietet Yota für sein Smartphone nicht, liefert stattdessen die Standard-App Google Camera mit.

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

Die Kamera hinten löst mit 8 Megapixel auf | (c) Areamobile

Yotaphone 2 Hands-on | (c) Areamobile

Die Kamera vorne mit 2,1 Megapixel. Die Hauptkamera kann dank Zweit-Display auch als Selfie-Knipse verwendet werden | (c) Areamobile

 

Eine Einschätzung der Bildqualität erlauben wir uns an dieser Stelle nur unter Vorbehalt, da die Kamera unseres Testgeräts leider einen beim Hersteller noch unbekannten Defekt aufzeigte, der eine weitere Musterung durch Yota Devices erforderlich macht. Auf dem Display-Sucher unseres Yotaphone 2 zeigten sich derbe Falschfarben und Verdopplungen, die Linse scheint aber unbeschädigt zu sein. Auch auf den Fotos sind weder besagte Effekte, noch andere Auffälligkeiten zu erkennen. Im Gegenteil machen Aufnahmen einen unerwartet guten Eindruck, Farben und Kontraste werden durchaus überzeugend und realistisch dargestellt - auch in dunklen Lichtsituationen. Ein wenig zu aggressiv schreitet die Rauschreduzierung in der Nachbearbeitung ein, die den Fotos ein wenig die Zeichnung raubt. Leider versagte die Kamera-App vor dem Anfertigen der Fotos für diesen Test vollständig die Arbeit, stürzte bei jedem Start ab. Wir werden in Kürze ein neues Testgerät erhalten, auf dem wir uns speziell die Kamera noch einmal genauer ansehen und ein möglicherweise anders ausfallendes Ergebnis und Testfotos an dieser Stelle nachtragen werden.

Ein Urteil ohne Einschränkung lässt sich beim Thema Speicher fällen. Der fällt mit 32 GB gerade noch groß genug aus, lässt sich wie schon beim Vorgänger aber leider nicht erweitern. Das ist vor allem angesichts des hohen Anschaffungspreises des Yotaphone 2 nicht nachvollziehbar und kostet Punkte. Für Medienjunkies dürfte das russische Smartphone dadurch uninteressanter werden, Musik, Filme und Spiele oder speicherplatzhungrige Apps können auf den bereitstehenden 25 GB damit nur in recht begrenztem Maße mitgeführt werden. Das ist schade, denn neben dem Lesen von E-Books eignet sich das Yotaphone 2 dank des vorzüglichen AMOLED-Displays und des lauten und dabei erstaunlich guten Mono-Lautsprechers eben auch für das Schauen von Filmen oder Spielen.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Bei der Telefonqualität leistet sich das Yotaphone 2 im Test keine Patzer. Ohne Klirren, Dröhnen oder Störgeräusche, vielleicht ein wenig dumpf aber immer verständlich dringen Anrufer ans Ohr, auch bei ausgehenden Anrufe hatten die Gesprächspartner nichts zu beanstanden. Das Yotaphone 2 ist mit allen gängigen Datenschnittstellen ausgerüstet, die das Herz begehren. Mit LTE Cat. 4 werden Übertragungsraten von bis zu 150 MBit/s möglich, des Weiteren sind WLAN ac, Bluetooth 4.0, NFC und ein GPS-Modul mit an Bord. Außerdem kann das Gerät drahtlos über eine Qi-Ladestation geladen werden.

Akku-Laufzeit

Was uns zur Akku-Ausdauer bringt: Die hebt der Hersteller nämlich besonders stolz hervor. Der CEO von Yota Devices, Vlad Martynov, wurde bei der Präsentation des Yotaphone 2 in London nicht müde zu betonen, dass man die Laufzeit nicht wie bei anderen Herstellern in Stunden, sondern in Tagen messen möchte. Zwei Tage sollen bei durchschnittlicher Nutzung herausspringen, auf der offiziellen Webseite gibt das Unternehmen gar für jedes erdenkliche Einsatzgebiet, ob mit WLAN- oder Mobilfunkempfang, Stundenangaben heraus.

Wer hauptsächlich auf dem E-Ink-Display liest, der soll das Yotaphone 2 gar über 100 Stunden bringen können - ein Szenario, das uns für ein Smartphone allerdings ein wenig unrealistisch erscheint. Das Akku-Desaster vom kurzatmigen Vorgänger legt uns Yota Devices zum Glück nicht noch einmal vor, in unserem Video-Testlauf hielt das Yotaphone 2 sogar fast doppelt so lang wie das Vorjahresmodell durch. Im gemäßigten Alltagseinsatz mit eingeschalteter Helligkeitsautomatik hält das Gerät einen Tag ohne Probleme durch, ein zweiter ist ohne Energiesparmodus mitunter auch noch drin. An das Durchhaltevermögen eines aktuellen Sony-Smartphone der Z-Reihe reicht das Yotaphone 2 allerdings nicht heran.

Fazit

Das Yotaphone 2 wird vom Hersteller nicht ohne Grund als "erstes Smartphone der Welt mit zwei Bildschirmen" beworben - seinen Vorgänger lässt das Gerät nämlich glatt vergessen. Der E-Ink-Bildschirm ist mehr als nur ein Gimmick, er ist zu einem festen und auch gerne genutzten Bestandteil des Bedienkonzepts herangereift. YotaMirror, YotaCover und YotaPanel sind die gelungenen Resultate einer weiterentwickelten guten Idee, die aber auch noch viel Potenzial für Verbesserungen birgt. Die Akku-Laufzeit des Yotaphone 2 ist gut, sollte aber losgelöst vom zusätzlichen Display gesehen werden - das dient eher als Zusatz denn als Ersatz zum Farbbildschirm. Nicht in Ordnung geht der hohe Preis von 699 Euro: Dafür fehlt es dem Yotaphone 2 an aktueller Highend-Hardware, einer Möglichkeit zur Speichererweiterung und einem pfiffigeren Design mit hochwertigem Gehäusematerial.

Testwertung Yota Devices Yotaphone 2
 
Handlichkeit und Design 76%
Verarbeitung 93%
Sprachqualität 90%
Akkuausdauer 77%
Ausstattung/ Leistung 85%
Kamera 82%
Internet 98%
Musik 77%
Software und Bedienung 97%
Navigation 85%
Gaming und Video 89%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
88%
Zeitwertung
(Stand 19.10.2017)
75%

Unsere Wertung im Detail

Lesermeinungen zum Yota Devices Yotaphone 2 Jetzt selbst bewerten!
Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
(Beschreiben Sie das Handy mit einem Satz)
Neueste Lesermeinungen
Noch keine Lesermeinung vorhanden.
Alle 0 Meinungen zusammengefasst
Bewertung Yota Devices Yotaphone 2
Weiterempfohlen von
0% 
- %
keine Note

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 0 Bewertungen von Areamobile Lesern.

Lesermeinungen zum Yota Devices Yotaphone 2
 
Schreiben Sie Ihren Erfahrungsbericht zum Yota Devices Yotaphone 2

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 12.12.14 09:01 handyhacho (Expert Handy Profi)

    Find ich ehrlich gesagt gar nicht mal so schlecht.
    Würde ich ein Android wollen, wäre das wohl in der ängeren Auswahl...

  2. 12.12.14 11:23 pixelflicker (GURU)

    Also unter den Tops, für "zusätzliches, stromsparendes E-Ink-Display" hättet ihr aber nun wirklich Zusatzpunkte vergeben können.
    Das Konzept ist viel interessanter und sinnvoller als das vom Note Edge und dort habt ihr sie vergeben. Oder ist das wieder der Samsung-Bonus?

  3. 12.12.14 12:24 TheHunter (Gast)

    Ich finde es auch richtig geil, wenn das Ding nicht so hässlich und teuer wäre.

  4. 14.12.14 12:56 Marketinghoschi (Expert Handy Profi)

    idee ist wirklich mal innovativ, leider nur halbherzig gelöst.
    muss ich pixelflicker recht gebe. Im Gegensatz zum Edge mit seinem "ambiitionierten" Preis ein echter Zusatznutzen.

  5. 04.07.15 12:15 handyhacho (Expert Handy Profi)
    Yotaphones in Zukunft mit SailfishOS...

    Coool!!
    http://news.yahoo.com/yotaphone-says-bye-bye-android-161653714.html

  6. 04.07.15 16:10 chief (Professional Handy Master)

    Hört sich in der Tat sehr spannen an.

  7. 04.07.15 23:17 bocadillo (GURU)

    chief

    spannend ist für mich nur was die Jollajungs von den Russen für den Verkauf von Jolla kriegen- denn das ausgerechnet die Russe das mögen was hh hier immer ins Felde zieht ist ausgeschlossen.

antworten
Anzeige
Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte
 
Zur Bestenliste der beliebtesten Handys
 
Anzeige