Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 
Autor: Stefan Schomberg 02.07.2014 - 18:00 | 10

Meizu MX3 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design (trotz iPhone-Kopie)
  • sehr schnell
  • gutes Gesamtpaket
  • Flops
  • Kein Headset im Lieferumfang

Meizu MX3 Test: Feinkost aus Fernost

In Deutschland weitestgehend unbekannt, in China an jeder Ecke zu haben: Smartphones von Meizu. Wir zeigen, wie sich das aktuelle Spitzenmodell Meizu MX3, das auch über Online-Shops in Deutschland erhältlich ist, im Test schlägt und ob sich ein Kauf wirklich lohnt.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Mittlerweile gibt es das Meizu MX3 auch in Deutschland zu kaufen, sogar über Amazon. Dabei ist das Gerät hier auf normalen Wegen bis vor kurzem noch gar nicht zu haben gewesen und es blieb nur der Weg des Imports aus China. Der kostete dann aber auch etwa 400 Euro wie jetzt bei Amazon - lohnt das? Optisch eigentlich nicht, denn auf den ersten Blick sieht das Meizu MX3 im Test aus wie ein iPhone der zweiten Generation. Die gleichen extrem abgeflachten rückwärtigen Kanten, der gleiche runde Homebutton, der trotz Android als Betriebssystem ohne seitliche Sensortasten auskommt. Entgegen dem Apple-Vorbild lässt sich die Rückseite aber entfernen - wenn auch unglaublich schwer.

Meizu MX3 Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Meizu MX3

Meizu MX3 Unboxing | (c) Areamobile

Ups, das sieht doch irgendwie...

Meizu MX3 Unboxing | (c) Areamobile

...nach einem alten iPhone aus? | (c) Areamobile

 

Dafür hat der Hersteller extra ein stabiles Stück Plastik in den Lieferkarton gelegt, das entfernt an ein Plektrum erinnert, an das ein kleiner Stift angesetzt ist. Damit muss man einen filigranen Metallbolzen an der unteren linken Gehäuseecke eindrücken, kräftig ziehen und dabei die Angst vor dem Abbrechen des Kunststoff-Stifts stur ignorieren. Anschließend einen Fingernagel in die Lücke zwischen Kunststoffrückseite und dünnen Metallrahmen stecken, um dann mit dem Plektrum-Verschnitt den entstandenen Spalt zu erweitern, indem man es rings um das Gehäuse zieht. Das klingt nicht nur unglaublich kompliziert und mühsam, es ist es auch - kein Wunder, dass Apple auf diese Fummelei verzichtet hat.

Meizu MX3 Unboxing | (c) Areamobile

Gehäuse öffnen mit hohem Fingerbrech-Risiko

Meizu MX3 Unboxing | (c) Areamobile

Lohnt nicht: Der Akku lässt sich nicht wechseln | (c) Areamobile

 

Zumal es auch kaum etwas bringt, denn zumindest den Akku des Meizu MX3 im Test kann man nicht entfernen. Er wird vordergründig von etlichen Schrauben gehalten, allerdings scheint die Kunststoffabdeckung zusätzlich geklebt zu sein - einfaches Aufschrauben brachte zumindest nicht das gewünschte Ergebnis. Unter der entfernbaren Rückseite finden sich dann nur noch der Einschub für die Micro-SIM. In der Hand liegt das Gerät trotzdem ganz gut, die Form kaschiert geschickt die Bautiefe von immerhin 9,1 Millimeter und das Gewicht von 140 Gramm stört auch nicht weiter. Negativ fallen die etwas rutschige Rückseite und die an einigen Stellen etwas scharfen Kanten des Metallrahmen auf. Ansonsten ist beim Meizu MX3 die Verarbeitung vorbildlich.

Display-Größe und -Qualität

Das Display des Meizu MX3 im Test überzeugt nicht nur mit der Diagonale von 5,1 Zoll, sondern auch der Auflösung von ungewöhnlichen 1.800 x 1.080 Pixel, was scharfe 412 Bildpunkte pro Zoll bedeutet. Die Ablesbarkeit bei steilen Blickwinkeln ist tadellos, allerdings wird der Inhalt dann etwas dunkler. Die Helligkeit ist ohnehin nicht überragend, Farben werden zwar weitestgehend korrekt, aber etwas blass dargestellt. Insgesamt überwiegen aber die positiven Eigenschaften des MX3-Displays.

System: Hardware, Software und Bedienung

Ein Full-HD-Display will ordentlich mit Power versorgt werden. Beim Meizu MX3 im Test übernimmt diese Aufgabe Samsungs Octa-Core Exynos 5 (5410) mit 4 Cortex-A15-Prozessorkernen und 1,6 GHz Taktfrequenz und A7-4 Kernen mit bis zu 1,2 GHz. Hinzu kommen als Grafikbeschleuniger eine PowerVR SGX544MP3 sowie 2 GB RAM. Das sorgt für ordentlich Feuer in der Hütte, Ruckler sind für das Meizu MX3 im Test ein Fremdwort. Speziell im Browser wirkt das Gerät nach dem Äußeren auch in Aktion wie ein iPhone - dort scrollt das Gerät enorm schnell und flüssig. Und auch an anderer Stelle hat Meizu sich das Apple-Produkt als Vorbild genommen und gut kopiert, aber auch weiterentwickelt.

Meizu MX3 Unboxing | (c) Areamobile

Die Bedienung ist immer...

Meizu MX3 Unboxing | (c) Areamobile

...enorm flüssig

Meizu MX3 Unboxing | (c) Areamobile

Hauptmenü | (c) Areamobile

 

So gibt es unter dem Display nur einen einzigen Knopf in der Mitte und der ist rund. Dabei handelt es sich aber um einen Sensorbutton, der bei deaktiviertem Display bei kurzer Berührung aufglimmt, über den man das Gerät aber auch aus dem Standby aufwecken kann. Dazu muss man nur von unten über den Button auf das Display streichen. Und auch die Flächen links und rechts des Homebutton sind nicht ungenutzt. Streicht man etwa hier von unten bis über die Ränder des Displays öffnet sich ein Multitasking-Menü, das man auch noch zur Seite schieben kann. Dann findet man frei belegbare Schnellzugriffe. Davon findet man auch welche am unteren Rand des Displays. Ab Werk sind dort 3 Icons platziert, es passen aber auch noch 2 weitere dazu.

Eine weitere Anlehnung an Apples iOS: Es gibt auf dem Meizu MX3 kein Hauptmenü, sondern nur Homescreens, auf denen man Ordner anlegen kann. All diese Funktionen entstammen der Herstelleroberfläche von Meizu, die den Namen Flyme trägt und auf dem MX3 in Version 3.5.3 installiert ist. Mehr Informationen darüber findet man in unserem Special zu den Nutzeroberflächen der Hersteller und speziell Flyme. LTE beherrscht das MX3 übrigens nicht, NFC gibts erst ab der 32-GB-Version.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Das Meizu MX3 im Test gibt es in drei Varianten: Mit 16, 32 oder 64 GB internem Speicher. Bei der kleinsten Version dürften viele Nutzer schnell an Platzgrenzen stoßen, denn eine Erweiterungsmöglichkeit per Speicherkarte gibt es nicht. Für Musik muss man ohnehin erst einmal ein Headset oder Kopfhörer besorgen, denn im Lieferumfang findet man nichts dergleichen. Testweise kann man natürlich auch den kräftigen Lautsprecher bemühen, der erstaunlich voll klingt und gute Lautstärke erreicht.

Meizu MX3 Originalaufnahme | (c) areamobile

Meizu MX3 Originalaufnahme | (c) areamobile

Bei der Kamera präsentiert sich das Meizu MX3 im Test überraschend zurückhaltend. Gerade einmal 8 Megapixel Auflösung verpasst der Hersteller dem Gerät, dazu gibt es einen LED-Blitz. Damit knipst das Smartphone aber überraschend gute Bilder. Zumindest Bildschärfe und Bildrauschen fallen richtig gut aus. Probleme gibt es allerdings bei der Bilddynamik, dunkle Bildbereiche saufen teilweise extrem ab, helle Bereiche werden überstrahlt. Videos sind ebenfalls scharf, der Sound ist voll und realistisch.

Sprachqualität und Akku

Die Gesprächsqualität geht in Ordnung. Gesprächspartner sind gut zu verstehen, Unterbrechungen während eines Telefonats oder abgehackte Silben gab es nicht. An beiden Enden der Leitung wurden im Test Lautstärke und Natürlichkeit der Stimmwiedergabe gelobt. Der Akku hinterlässt da schon eher ein zweigeteiltes Bild. Im Dauertest erreichte er mit 4:02 Stunden nur einen Platz im unteren Mittelfeld. Während des Tests zeigte er sich aber durchaus als ausdauernd und hielt im Schnitt gute 2 Tage durch.

Fazit

Das ist schon ein ordentliches Stück Technik, das der chinesische Hersteller Meizu da zusammengebastelt hat. Gut, ob es jetzt unbedingt das Design des ersten iPhone sein muss, ist wohl Geschmackssache. Die Verarbeitung des Meizu MX3 im Test ist aber gut. Das gilt auch für das Display, das scharf, aber etwas zu dunkel ist. Über alle Zweifel erhaben ist die Geschwindigkeit des Gerätes. Zwar ist man bei Benchmarks nicht überall ganz vorn mit dabei, aber der Abstand ist gering und im Alltag gibt es nur wenig schnellere Modelle. Beim Speicher sollte man sich gut überlegen, welche Version des Meizu MX3 man kauft - Speicherkarten lassen sich nicht nutzen, das ist aber auch der einzige echte "Fehler", den das Modell hat.

Das alles gibt es noch dazu zu einem Preis, den andere Hersteller in Europa für Mittelklassemodelle verlangen - da fällt die Wahl nicht schwer, oder? Naja - die Gerüchte und Vorurteile lasten schwer. Alles nur geklaut? Das ist zu hart und auch falsch. Denn die Flyme-Oberfläche bietet interessante Extras, die es so nicht bei Apple oder anderen Konkurrenten gibt.

Testwertung Meizu MX3
 
Handlichkeit und Design 80%
Verarbeitung 94%
Sprachqualität 90%
Akkuausdauer 79%
Ausstattung/ Leistung 81%
Kamera 84%
Internet 86%
Musik 78%
Software und Bedienung 96%
Navigation 88%
Gaming und Video 87%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
86%
Zeitwertung
(Stand 22.10.2017)
72%

Unsere Wertung im Detail

Lesermeinungen zum Meizu MX3 Jetzt selbst bewerten!
Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
(Beschreiben Sie das Handy mit einem Satz)
Neueste Lesermeinungen
Noch keine Lesermeinung vorhanden.
Alle 0 Meinungen zusammengefasst
Bewertung Meizu MX3
Weiterempfohlen von
0% 
- %
keine Note

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 0 Bewertungen von Areamobile Lesern.

Lesermeinungen zum Meizu MX3
 
Schreiben Sie Ihren Erfahrungsbericht zum Meizu MX3

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Lesen Sie alle 10 Kommentare in unser Community.
Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 02.07.14 18:27 photophil (Newcomer)

    " Unter der entfernbaren Rückseite finden sich dann nur noch Einschübe für Micro-SIM und microSD."

    oder

    "[...] dürften viele Nutzer schnell an Platzgrenzen stoßen, denn eine Erweiterungsmöglichkeit per Speicherkarte gibt es nicht."

    Mit oder ohne Karte???

  2. 02.07.14 19:36 sabu (Advanced Handy Profi)

    Ich finde das Gerät einen Kracher, eine Schande das es erst nach knapp 1,5 Jahren hier erhältlich ist....design bei Apple kopiert? Meizu sieht es andersrum.... ....meizu ist für mich von den chinesischen marken im mobilfunkbereich die interessanteste, es muss einen Grund haben das die Leute in China bei Release eines phones genauso schlange vor den Stores Schlange stehen, wie beim iPhone wenns hier rauskommt, bin gespannt wann das Ubuntu Phone von denen endlich kommt, wird ein kracher

  3. 02.07.14 19:56 sabu (Advanced Handy Profi)

    Ist die Auflösung nicht 1800 x 1080?

  4. 02.07.14 20:01 Gorki (Advanced Handy Master)

    Es hat Ähnlichkeit mit einem iPhone der ersten Generation? Echt?

  5. 02.07.14 22:16 peter0815 (Handy Profi)

    vor 1,5 Jahren wären 400 € konkurrenzlos gewesen, heute leider
    zu teuer

  6. 02.07.14 22:19 Nuvolari (Advanced Handy Profi)

    @Sabu:
    Jup! 1.800 x 1.080 Pixel ist richtig.
    Da hat sich Stefan wohl von der Bezeichnung Full-HD verleiten lassen.


    @Stefan:
    Schon letztes Jahr habt Ihr OPPO nicht grad mit Lob überschüttet, obwohl das Find 5 ein geniales Gerät war und noch immer ist.

    Und nun beim Meizu...
    "...das der chinesische Hersteller Meizu da zusammengebastelt hat."

    Du hast selber geschrieben dass das MX3 hochwertig verarbeitet ist.
    Da passt der Begriff "zusammengebastelt" wohl nicht so gut.
    Und nur weil es von einem chinesischen Hersteller ist?
    Wohl eher nicht, denn so gut wie alle Hersteller lassen die Smartphones von den Chinesen bauen...auch und ganz besonders das Fallobst.
    Aber zusammengebastelt war das iTelefon noch nie.

  7. 03.07.14 12:59 rbsoft (Member)

    Ordentliche Hausmannskost - mehr nicht. Für einen Exoten zu teuer.

  8. 03.07.14 14:26 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    @photophil
    Sry, keine Speicherkarte, ist geändert. Danke für den Hinweis

    @sabu
    Stimmt, wurde geändert. Thx

    @Gorki
    Hast recht, mit der 2. Generation verwechselt. Thx

    @Nuvolari
    Ein einzelnes Wort macht nicht den ganzen Testinhalt zunichte - abgesehen davon ist das nicht abwertend genmeint, sondern nur sehr umgangssprachlich formuliert - was aber trotzdem inhaltlich stimmen dürfte, denn Meizu sammelt (so wie jeder Hersteller) Komponenten zusammen und lässt sie zusammenbauen. In anderen Tests spreche ich auch von "zusammengeklöppelt" - da hat es auch niemanden gestört ;)

    mfg

  9. 03.07.14 14:50 sabu (Advanced Handy Profi)

    In der Gefahr dass ich Müll erzähle, ich glaube mich erinnern zu können, dass nur bei der 16 gb variante die microsd nicht eingesetzt werden kann

  10. 11.07.14 11:46 neophyte06
    Was für eine Version hattet ihr?

    Also ich habe die Chinesische Version (es gibt noch eine internationale und eine HK-Version).
    Diese hält nach ca. 2 Wochen noch etwa 10 Stunden, was einfach nicht tragbar ist in meinen Augen. Das Display ist mit seinem Seitenverhältnis einfach zu riesig und zieht den relativ kleinen Akku viel zu schnell leer. Mit ein wenig Whatsapp und 13 Minuten Telefonie, habe ich jetzt noch 56% Akku, nach 4 Stunden Nutzung. BTW. habe es gestern zurückgesetzt, in der Hoffnung, dass es besser wird.

antworten