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Autor: Stefan Schomberg 06.11.2014 - 18:00 | 7

Xiaomi Mi4 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Sehr gute Kamera
  • Strammer Akku
  • Herausragende Geschwindigkeit
  • Flops
  • Leider in Europa kein LTE

Xiaomi Mi4 Test: Starkes China-iPhone mit Android

China-Klon, Copycat oder schlicht Plagiat – das müssen sich Smartphones aus China häufig als Vorwurf gefallen lassen. Auch das Xiaomi Mi4 sieht auf den ersten Blick wie eine Mischung aus iPhone 5 und Galaxy S4 aus und auch bei der Software gibt es durchaus Parallelen zu bekannten Marken. Aber ist das Gerät wirklich nur eine billige Kopie? Mitnichten - das zeigt sich im Test des Xiaomo Mi4.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Sieht das Xiaomi Mi4 im Test jetzt aus wie ein iPhone 5S oder wie ein Galaxy Alpha oder nicht? Weit hergeholt erscheint dieser Vergleich auf den ersten Blick nicht. Der chinesische Hersteller bedient sich beim Mi4 unverhohlen bei der Konkurrenz, aber das machen andere Smartphone-Hersteller auch. Schick ist das Ergebnis auf jeden Fall und die Verarbeitung des Geräts äußerst vorbildlich. Der Metallrahmen zieht sich gleichmäßig um das Gehäuse des Mi4, die wenigen seitlichen Metalltasten sind perfekt in das Gehäuse eingelassen und lassen sich gut bedienen. Front- und Rückseite des Xiaomi-Handys sind optimal eingepasst, Spaltmaße findet man hier allenfalls mit einem Mikroskop.

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Xiaomi Mi4

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

Schicker Metallrahmen

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

Hinten glänzender Kunststoff | (c) Areamobile

 

Die Rückseite unseres Mi4-Testgeräts besteht aus weißem Polycarbonat mit feinem Rautenmuster und ist nicht flach, sondern zu den Rändern des Gerätes hin abgerundet - ein deutlicher Unterschied zum iPhone. Durch die weichen Übergänge von Kunststoff zum Metallrahmen auf der Rückseite ist das Xiaomi-Gerät in der Hand einerseits am Rand nicht so scharfkantig. Zudem fühlt es sich auch natürlicher an, weil es sich besser in die Handinnenfläche schmiegt. Die Oberfläche zieht Fingerabdrücke geradezu magisch an und wirkt darum schnell schmuddelig. Wer das vermeiden will, ordert beim chinesischen Hersteller eine Rückschale in Holz- oder Jeansoptik.

Trotz seines Gewichts und des etwas pummeligen Umfangs macht das Xiaomi Mi4 äußerlich einen hervorragenden Eindruck und vermittelt trotz der Kunststoffrückseite hohe Wertigkeit. Allerdings lässt sich die Rückseite nicht gerade einfach lösen. Ansätze für Fingernägel gibt es nicht, der Kunststoff will mit Hilfe eines Saugnapfes entfernen werden, der eigentlich dem Packungsinhalt beiliegen sollte, was bei unserem Testgerät allerdings nicht der Fall war. Der Akku des Xiaomi Mi4 lässt sich nicht wechseln.

Display-Größe und -Qualität

Xiaomi Mi4 Display-Test | (c) am

Xiaomi Mi4 Blickwinkel-Test | (c) am

Die Top-Hersteller im Smartphone-Bereich setzen bei ihren Flaggschiff-Geräten inzwischen auf QHD-Auflösung, also 2.560 x 1.440 Pixel. Xiaomi belässt es noch bei Full-HD. 1.920 x 1.080 Pixel werden so auf 5 Zoll Diagonale verteilt, was einen sehr guten Wert von 441 Pixel pro Zoll für das Mi4 im Test bedeutet. Wer braucht da noch QHD? Dank der Verwendung eines IPS-Screens sind auch die Blickwinkel sehr gut. Das Auge kommt also schnell zu dem Ergebnis, dass das Display des Mi4 richtig gut ist. Wer jedoch ein Messgerät zur Hand nimmt, der wird negativ überrascht. Bei Farb- und Grautreppenmessung liegt die Darstellung im Schnitt um 20 Delta-E-Werte daneben. Die Helligkeit geht mit 331 cd/m² hingegen voll in Ordnung, die Kontraste sind mit 588:1 eher wieder im Mittelfeld angeordnet. Einiges lässt sich aber auch noch in den Einstellungsmöglichkeiten anpassen, etwa Farbtemperatur und Leuchtstärke.

Xiaomi Mi4 Display-Test | (c) am

Xiaomi Mi4 Display-Test | (c) am

Xiaomi Mi4 Display-Test | (c) am

Grautreppe Xiaomi Mi4 Display-Test | (c) am

Xiaomi Mi4 Display-Test | (c) am

Farben Xiaomi Mi4 Display-Test | (c) am

System: Hardware, Software und Bedienung

Die Display-Auflösung gibt schon einen ersten Hinweis darauf, dass Xiaomi beim Mi4 nicht an die Grenze des Machbaren geht. Das setzt sich beim Prozessor fort. Zwar setzt der chinesische Hersteller im Gegensatz zu vielen Konkurrenten aus dem Heimatland nicht auf Mediatek-Chips, die bislang im direkten Vergleich zu den Top-Produkten der führenden Chip-Hersteller nicht ganz mithalten konnten, sondern auf auf Qualcomm-Produkte. Der aktuelle Top-Prozessor Snapdragon 805 steckt aber nicht unter der Haube des Xiaomi Mi4, stattdessen kommt der Vorgänger Snapdragon 801 mit 4 x 2,3 GHz zum Einsatz. Das reicht völlig aus: Das Xiaomi Mi4 rennt im Test wie der Teufel, so flüssig und schnell sind nur ganz wenige Androiden auf dem Markt.

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

MiUI-Oberfläche, Homescreen

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

Hervorragend im Internet

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

Kamerasucher | (c) Areamobile

 

Das ist sicherlich zum Teil auch dem großen Arbeitsspeicher anzurechnen, Xiaomi baut ins Mi4 stolze 3 GB RAM ein. Ein anderer Grund für die gute Leistung des Mi4 im Test dürfte aber auch die gute Anpassung der MiUI-Oberfläche von Xiaomi sein. Damit stemmt das Smartphone in Benchmarks sehr gute Werte, auch wenn die inzwischen von einigen Geräten noch übertroffen werden. So sind die 35.000 Punkte in Antutu nicht übel, 690 Punkte bei Linpack ebenfalls nicht. Knapp 28 Bildern pro Sekunde bei GFXBench wären vor einem Jahr auch noch Spitzenwerte gewesen, inzwischen hat man aber auch schon die 60-Bilder-Grenze geknackt. Macht aber nichts - im Alltag gehört das Xiaomi Mi4 zu den schnellsten Smartphones überhaupt.

Ruckler oder Hakler? Fehlanzeige. Ziemlich beeindruckend, was Xiaomi hier auf die Beine stellt. Die Tatsache, dass es bei der MiUI-Benutzeroberfläche keinen App-Drawer gibt, dürfte hingegen nicht jedem gefallen. Für eine halbwegs gegebene Übersichtlichkeit kann man wie bei allen anderen Herstellern auch Ordner anlegen. Etwas gewöhnungsbedürftig könnten für einige Nutzer die Sensortasten unter dem Display sein. Denn während Google die Menü-Taste längst verbannt hat, hält Xiaomi weiter daran fest, um in entsprechenden Situationen in die Einstellungen zu gelangen. Zudem vertauscht der Hersteller Zurück- und Homescreen-Taste, das macht auch Samsung so.

Unter der angepassten Oberfläche mit bunten Icons und der Möglichkeit, problemlos Themes zu nutzen, versteckt sich die derzeit immer noch aktuellste Android-Version 4.4.4 Kitkat. Auffällig: Fast alles ist korrekt ins Deutsche übersetzt, dennoch findet man hin und wieder noch einige Mandarin-Worte, die vermutlich über 99 Prozent der europäischen Nutzer nicht verstehen dürften. Das betrifft gehäuft den vorinstallierten Browser, aber auch die App für den Download von alternativen Themes oder den Video-Hub. Einige Google-Apps sind aus Lizenz-Gründen nicht vorinstalliert, das lässt sich aber nachholen.

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

Die Oberfläche...

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

...wurde dezent...

Xiaomi Mi 4 Unboxing | (c) Areamobile

...angepasst | (c) Areamobile

 

Das Xiaomi Mi4 im Test gibt es in zwei Varianten. Unser von honorbuy.com zur Verfügung gestelltes Testgerät mit 16 GB internem Speicher kostet umgerechnet knapp 320 Euro plus knapp 40 Euro Versand, die Version mit 64 GB beläuft sich auf knapp 400 Euro plus Versand. Eine Speichererweiterungsmöglichkeit besitzen beide Modelle nicht. Übrigens gibt es eine ganz große Einschränkung für Internet-Junkies: Das Xiaomi Mi4 im Test beherrscht hierzulande kein LTE, da die dafür benötigten Frequenzen dafür nicht unterstützt werden. Da bleibt nur noch HSPA+ bis zu 42 MBit/s. Für den Infrarot-Sender, der sich am oberen Ende des Mi4 befindet, konnten wir seltsamer Weise keine vorinstallierte App finden. Die gibt es aber im Google Play Store, der vorinstalliert ist.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Das Xiaomi Mi4 im Test kommt mit einer 8-Megapixel-Kamera - und das ist nur die Frontkamera. Die Hauptkamera schießt nämlich Fotos sogar mit 13 Megapixel. Beide Kamera-Chips stammen von Sony, einmal ist es der IMX219, bei dem anderen Chip handelt es sich um den IMX214. Damit setzt Xiaomi auf die gleiche Kamera, wie OnePlus bei seinem Erstlingswerk One, die auch dort für gute Aufnahmen sorgt. Beim Mi4 im Test ist das nicht anders: Besonders angetan haben es uns Bildschärfe und Farbwiedergabe, die für meist regelrecht brillante Bilder sorgen. Wo der Normalmodus wegen starken Hell-Dunkel-Kontrasten nicht mehr ausreicht, kann man dank der einfach zu bedienenden Kamera-App mit einem Klick die HDR-Funktion hinzuschalten, die teilweise beeindruckende Ergebnisse schafft. Auch Videos sehen in Full-HD richtig gut aus. Die Soundwiedergabe ist dabei über den Lautsprecher nicht übermäßig voluminös, dafür scheppert auch bei maximaler Lautstärke nichts.

Xiaomi Mi4 Originalaufnahme | (c) am

Xiaomi Mi4 Originalaufnahme - auch ohne HDR richtig gut | (c) am

Gesprächsqualität und Akku-Laufzeit

Bei der Sprachqualität gibt es kaum Negatives zu berichten. Gesprächspartner klingen weitgehend klar und vor allem gut verständlich, die Lautstärke geht in Ordnung, könnte aber ruhig noch etwas höher ausfallen. Unterbrechungen oder gar Abbrüche gibt es nicht zu vermelden. Über die Freisprechfunktion sollte man aber nur im Notfall telefonieren.

Der fest eingebaute Akku im Xiaomi Mi4 leistet stolze 3.080 mAh, das ist schon eine ganze Menge. Im Vergleich zu den meisten Topsmartphones ist das noch mal ein kleines bisschen mehr. Zum Dauerläufer wird das Gerät darum aber trotzdem noch nicht, auch wenn es sich ziemlich gut schlägt. Im Leistungsmodus kommt man damit aber auch bei intensiverer Nutzung gut über den Tag, im ausbalancierten Modus schafft man aber auch mal gut drei Tage, ohne dass die Alltagsnutzung spürbar darunter leidet.

Fazit

Es schwappt immer mehr Konkurrenz aus Fernost zu uns und die hat es in sich. Mit dem Mi4 belegt Xiaomi eindrucksvoll, warum das Unternehmen chinesischer Smartphone-Marktführer geworden ist und mittlerweile Samsung und Apple einheizt. Das Mi4 im Test bietet zwar nicht in allen Belangen absolute Topwerte, im Alltag aber eine nur schwer zu überbietende Geschwindigkeit ohne Schwächen - abgesehen vom fehlenden LTE, was aber nur daran liegt, dass das Mi4 nicht wirklich für Europa gedacht ist.

Wir danken xiaomishop.com für die Bereitstellung unseres Testgerätes.

Xiaomi enttäuscht mich. Allerdings nur, weil im Namen des Herstellers nicht auch noch ein U enthalten ist – damit wäre man bei Hangman wohl der Star, denn wer errät schon ein so kurzes Wort, in dem trotzdem alle Vokale enthalten sind. Scherz beiseite: Ich bin sehr positiv überrascht. Das Gerät ist schick und richtig schnell, bietet eine gute Kamera und zeigt eigentlich nirgendwo Schwächen. Da müssen sich die im Westen etablierten Hersteller ziemlich warm anziehen, sobald Xiaomi den Sprung nach Europa wagt.

Persönlicher Kommentar von Stefan Schomberg

Testwertung Xiaomi Mi4
 
Handlichkeit und Design 82%
Verarbeitung 98%
Sprachqualität 89%
Akkuausdauer 85%
Ausstattung/ Leistung 89%
Kamera 88%
Internet 92%
Musik 83%
Software und Bedienung 96%
Navigation 88%
Gaming und Video 95%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
90%
Zeitwertung
(Stand 17.12.2017)
77%

Unsere Wertung im Detail

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 06.11.14 23:03 Nuvolari (Advanced Handy Profi)
    @Stefan

    Die 4 Kerne des Prozessors sind jeweils auf 2,5 GHz und NICHT auf 2,3 GHz getaktet!!!!

  2. 06.11.14 23:51 Elektroelch (Member)

    Ich warte schon seit dem Mi2 darauf, dass Xiaomi endlich den deutschen Markt erobert.
    Doch leider wird das noch etliche Jahre dauern, da sie erstmal im asiatischen Raum expandieren.
    Und die ganzen Importhändler sind mir zu unsicher, da ich nur ungern mein Gerät im Falle einer RMA über Spanien / Polen (?) nach China schicken möchte, um dann u.U. etliche Wochen darauf warten zu müssen.
    Da habe ich es lieber eines Tages hier vor Ort verfügbar und kann die deutsche Garantie bzw. Gewährleistung in Anspruch nehmen.

    Mich würde aber dennoch interessieren, ob hier Leute unterwegs sind, die ein Xiaomi Gerät haben und was ihre Erfahrungen bezüglich verschiedener Händler und RMA haben.

  3. 07.11.14 00:23 Johnny12

    Für alle Vokale fehlt es dem Witz leider noch an einem "e"...

  4. 07.11.14 07:03 Nuvolari (Advanced Handy Profi)
    @Elektroelch

    Wenn Du an Xiaomi-Geräten interessiert bist und nicht so lange warten möchtest bis der Hersteller offziell nach Europa kommt, dann kann ich Dir...

    www.androidfiguren.de

    ...wärmstens ans Herz legen.

    Der Händler hat angemessene Preise ist in Bayern, verschickt die Waren aus Bayern und bietet 24 Monate Gewährleistung mit 12 Monaten Garantie.

    Ich habe mir im vergangenen Mai ein Mi3 bei denen bestellt.
    Da das Gehäuse nicht meinen Erwartungen entsprach und es für ein 5-Zöller einfach zu groß war, habe ich es wieder zurückgeschickt...ohne irgendwelche Probleme.

    Momentan warte ich schon seit Wochen drauf, dass das Mi4, das um einiges handlicher, schöner und edler geworden ist, endlich in schwarz erhältlich ist, dass ich es mir ebenfalls in Bayern bestellen kann.

    Doch bis das soweit ist, wird wahrscheinlich schon das Mi5 in den Startlöchern stehen. ;-)

  5. 07.11.14 07:07 peter0815 (Handy Profi)

    LTE rein und ab nach Germany mit dem Teil....

  6. 07.11.14 07:15 mat76 (Advanced Handy Profi)

    @Elktroelch

    Genau das sind auch meine Bedenken. Aber das Gerät ist schon sehr verlockend, gerade in der 64GB Variante. Mal schauen, ob das Moto Droid zu uns kommt.

  7. 07.11.14 21:03 polli69 (Advanced Handy Profi)

    Geiles Gerät. Toller Akku und erstklassige Verarbeitung. Die Chinsesen kommen auf breiter Front mit Highend Geräten zum Dumpingpreis. Samsung , LG und Htc müssen sich warm anziehen. Android Kunden sind nicht sehr loyal ihre Marke gegenüber.
    Da werden sicher noch einige Hersteller schweren Husten bekommen.

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