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Autor: Stefan Schomberg 27.04.2015 - 18:31 | 0

Phicomm Passion (P660) Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design
  • Leicht und handlich
  • Schneller Prozessor
  • Flops
  • miese Sprachqualität
  • schwacher Akku
  • Durchschnittliche Kamera
  • Schreibfehler in Menüs

Phicomm Passion P660 Test: Problembehaftetes Octa-Core-Smartphone entfacht kein Feuer

Ein schneller Octa-Core-Prozessor reicht nicht, um das Phicomm Passion P660 zu einem richtig guten Android-Smartphone zu machen. Dazu erlebten wir im Test des Android-Smartphones zu viele Probleme - von der Sprachqualität, über die Gestensteuerung bis hin zur Akku-Leistung.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das chinesische Unternehmen Phicomm existiert seit 2011, die deutsche Tochtergesellschaft Phicomm Europe GmbH hat ihren Sitz in München. Dort wird auch der Vertrieb der Smartphones für Europa organisiert, auf die wir erstmals auf der Cebit 2014 aufmerksam wurden. Im vergangenen Jahr präsentierte das Unternehmen auf der IFA in Berlin ein Octa-Core-Gerät, das nicht nur schnell zu sein versprach, sondern auch noch schick, dünn und günstig. Den damals angegebenen Zeitrahmen für den Marktstart des Smartphones (November 2014) hielt Phicomm nicht ein, erst seit Anfang März 2015 kann das Passion P660 in unserem Test bei Online-Händlern wie Amazon bestellt werden. Unser Testgerät hat der Hersteller gleich erst einmal ausgetauscht, bevir wir überhaupt loslegen konnten, weil ein SIM-Karten-Slot vorgelegen haben soll. Im Internet ist dagegen generell von Empfangsproblemen auf dem Phicomm Passion zu lesen - aber dazu kommen wir später.

Phicomm Passion Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Phicomm Passion

Phicomm Passion Unboxing | (c) Areamobile

Schick mit Metallrahmen

Phicomm Passion Unboxing | (c) Areamobile

Einfache Rückseite | (c) Areamobile

 

Zuerst geht es uns um Design und Verarbeitung. Hier gibt sich Phicomm beim Passion im Test kaum eine Blöße, beides sieht nicht billig, sondern durchaus hochwertig aus. Beim Design sprechen dafür zwei Elemente: Die seitlichen Metalleinlagen und die mit 7,4 Millimeter angenehm flache Bauform. Ansonsten ist das Gerät eher schlicht gehalten, schmückende Elemente gibt es kaum. Zu den wenigen Ausnahmen gehören der an der rechten Seite installierte Power-Button, der bronzefarben eingefasst ist, und die filigranen Chromringe um die hintere Kamera und den LED-Blitz. Ansonsten ist die Rückseite des Phicomm Passion bis auf den silbernen Hersteller-Schriftzug absolut unaufgeregt und aus Kunststoff. Der ist in unseren Augen etwas rutschig, zieht dafür Fingerabdrücke kaum an. Das Gerät liegt trotz der kantigen Bauform gut in der Hand. Daran hat sicherlich auch das niedrige Gewicht von effektiv 121 Gramm seinen Anteil.

Bei der Verarbeitung des Passion leistet Phicomm weitgehend gute Arbeit, denn Spaltmaße findet man nicht. Die Rückseite lässt sich nicht entfernen und sitzt daher nahtlos auf dem restlichen Gehäuse. Eine winzige Ungenauigkeit betrifft die seitlichen Kartenschlitten für SIM-Karte und microSD: Sie schließen nicht absolut plan mit der Metallseite ab. Auch der farbig abgesetzte Powerbutton schwächelt in puncto Verarbeitungsqualität etwas, er klappert, wenn man das Gerät schüttelt. Bei unserem zweiten Testgerät war das nicht mehr so, dafür gab es hier einen Darstellungsfehler auf dem Display - hier gab es einen mehrere Pixel durchmessenden Punkt, der heller als die restlichen Pixel waren. Somit sind zwei von zwei Testgeräten mehr oder weniger defekt - im Hinblick auf die Zuverlässigkeit des Phicomm Passion kein gutes Zeichen.

Display-Größe und -Qualität

CIE - Phicomm Passion | (c) Areamobile

CIE - Phicomm Passion | (c) Areamobile

Das Display des Phicomm Passion ist ein IPS-LCD mit 5-Zoll-Diagonale. Die 1.920 x 1.080 Pixel tragen zu einer guten Bildschärfe von 441 Bildpunkten pro Zoll bei und auch die Blickwinkelstabilität fällt vorbildlich aus. Das kann man bei den Messwerten nur bedingt sagen, schon beim ersten Sichttest kam uns der Touchscreen etwas dunkel vor. Das bestätigte sich im Test, hier spuckte unser Colorimeter nur 262 cd/m² aus - das ist sehr wenig für ein LCD. Auch beim Kontrast konnten wir mit 567:1 keine Spitzenwerte verzeichnen. Besser schneidet da schon die Farbgenauigkeit mit einer Delta-E-Abweichung von 3,2 ab, bei Farben ist es hingegen schon wieder 7,2 und damit eher Durchschnitt. Insgesamt kann das Display des Phicomm Passion im Test nicht voll überzeugen, bietet bis auf die Helligkeit aber solide Werte.

Farbgenauigkeit - Phicomm Passion | (c) Areamobile

Farbgenauigkeit - Phicomm Passion | (c) Areamobile

Grautreppe - Phicomm Passion | (c) Areamobile

Grautreppe - Phicomm Passion | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Die meisten Hersteller billiger Smartphones setzen auf Mediatek-Prozessoren. Nutzer von Highend-Smartphones mögen darüber die Nase rümpfen, doch zweifellos sind diese Chips für den Alltag ausreichend. Davon abgesehen ist das Phicomm Passion im Test aber weder billig, schließlich will der Hersteller dafür fast 400 Euro haben, noch setzt man auf Mediatek. Stattdessen findet man hier stramme Technik von Qualcomm, genauer einen Snapdragon 615 mit acht Prozessorkernen. Dessen Taktung ist normalerweise 4 x 1,7 GHz und 4 x 1 GHz, und er besteht aus Cortex-A53-Kernen und einer Adreno-405-Grafikeinheit. Phicomm hat die maximale Taktung des Passion-Chips allerdings auf 1,5 GHz reduziert. Ein weiterer theoretischer Vorteil des Qualcomm-Prozessores: Er unterstützt 64 Bit. Leider können die daraus resultierenden Vorteile aufgrund der installierten Android-Version 4.4.4 nicht genutzt werden, da sie auf 32 Bit basiert. Zu allem Überfluss heißt es bei Phicomm, dass zumindest derzeit noch kein Lollipop-Update geplant sei - das lässt sich nichts Gutes erahnen.

Phicomm Passion Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen

Phicomm Passion Unboxing | (c) Areamobile

Tastatur

Phicomm Passion Unboxing | (c) Areamobile

Browser | (c) Areamobile

 

Die Geschwindigkeit des Phicomm Passion ist aber auch so hervorragend, im Alltag läuft das Phicomm Passion im Test immer flüssig und schnell. Dieses Bild bestätigt sich auch in Benchmarks - hier liegt das Gerät natürlich deutlich hinter aktuellen Spitzenmodellen vom Schlage eines Samsung Galaxy S6, aber deutlich vor Modellen mit Snapdragon 400 oder 410. Beispielsweise schafft der Snapdragon 615 bei GFXBench gute 15 Frames pro Sekunde, in Antutu sind es fast 30.000 Punkte. Entsprechend kann man mit diesem Smartphone auch bedenkenlos anspruchsvolle 3D-Spiele spielen und hat eine ausreichende Zeit für die Zukunft ausgesorgt. Zumindest, wenn die Hardware hält. Entgegen einiger Äußerungen von Nutzern in Internet-Foren hatten wir mit unserem Gerät allerdings auch keine Probleme mit Datenverbindungen. Neben UMTS mit HSPA+ unterstützt das Phicomm Passion übrigens auch den Highspeed-Datenstandard LTE.

Phicomm Passion Unboxing | (c) Areamobile

Schrittzähler | (c) Areamobile

Apps lassen sich wie gewohnt über den Play Store von Google installieren, dazu zählen auch andere Google-Dienste als der Zugang zur Download-Plattform. Ein anderes Problem bleibt: Vermutlich wegen fehlender Google Maps Library sind einige Apps wie etwa Öffi einfach nicht installierbar, der Play Store spricht von mangelnder Kompatibilität. Anstelle der fehlenden Google-Apps installiert Phocomm dafür aber eine Handvoll eigener Apps, darunter einen Schrittzähler, ein hübsch anzuschauender, aber unbrauchbarer Kompass und ein Radio. Letzteres ist "out of the Box" nicht verwendbar, denn mangels mitgeliefertem Headset fehlt gleichzeitig auch eine Wurfantenne. Da stellt sich allerdings die Frage, warum ein knapp 400 Euro teures Smartphone ohne Headset geliefert wird. Nicht, dass viele Smartphone-Nutzer nicht ohnehin hochwertigere Kopfhörer verwenden würden, aber bei diesem Preis gehört ein ordentliches Headset einfach dazu. Ob das Geld für die schicke Verpackung draufgegangen ist, die wie ein dickes Buch aufgemacht ist?

Das ist hübsch anzusehen und verdient eine gewisse Anerkennung für Innovation, allerdings ist das ein recht unwichtiges, wenn auch lobenswertes Detail - wichtiger als ein hübscher
Lieferkarton ist zweifelsfrei das Smartphone darin. Und hier hätte Phicomm das Geld wohl lieber investieren sollen, um diverse vor Schreibfehlern wie fehlenden Buchstaben, falsch gesetzten Bindestrichen und gelegentlich kaum verständlichen Erklärungstexten auf Deutsch strotzenden Inhalte zu korrigieren. Dafür gibt es stolze 32 GB internen Speicher, der mit microSD-Karten bis zu 64 GB erweitert werden kann. Dann fällt aber der zweite SIM-Slot weg, da es sich dabei um eine Hybridlösung handelt - in den zweiten Steckplatz kommt also entweder eine Speicher- oder eine SIM-Karte.

Eine kleine Besonderheit des Phicomm Passion ist die Gestensteuerung. Da ein Qualcomm-Chip im Passion steckt und die Frontkamera zur Gestenerkennung eingesetzt wird, dürfte hier aber die schon seit Jahren immer wieder auf Mobilfunkmessen gezeigte Gestenerkennung des US-Herstellers verwendet werden. Damit können einfache Funktionen wie etwa das Blättern in der Galerie oder das Aufrufen der Statusleistung per Winkbewegung vor der Frontkamera ohne Berührung durchgeführt werden. In der knappen Hilfestellung spricht der Hersteller von einer maximalen Entfernung von 40 Zentimetern (was gegen die Qualcomm-Technik spricht), in der Realität sind es abhängig vom Umgebungslicht nicht mehr als 10 Zentimeter. Außer einem einmaligen Wow-Effekt bei der Vorführung bei interessierten Freunden bringt diese Funktion also keinen Alltagsnutzen. Eigentlich soll man das Phicomm Passion per Geste auch entsperren können - wie das funktionieren soll, ist aber nicht ersichtlich und eine Anfrage beim Hersteller brachte bislang keine Aufklärung.

Kamera

Phicomm setzte beim Passion im Test auf eine Hauptkamera mit 13 Megapixel, vorne sind es 5 Megapixel. Hinten steht ein LED-Blitz für das Fotografieren von Nahmmotiven bei schlechtem Umgebungslicht bereit, doch der kann die Bildqualität unter widrigen Umständen auch nicht nennenswert verbessern, denn mit schwindendem Licht steigt das Bildrauschen exorbitant an. Immerhin bleibt die Bildschärfe ausreichend hoch, sofern man eine ruhige Hand hat. Bei gutem Licht kann man Bildrauschen in der Vergrößerung auch erkennen, hier geht es aber in Ordnung. Das gilt auch für die Bildschärfe - sie ist ausreichend, wenn auch nicht übermäßig ausgeprägt. Das kann man über die Farbwiedergabe nicht gerade sagen. Gelb und Grün werden übersättigt dargestellt, insgesamt wirkt die Bildwiedergabe dadurch unnatürlich. Das gilt auch für Videos, die mit dem Phicomm Passion maximal in Full-HD, also 1.920 x 1.080 Pixel aufgezeichnet werden können.

Originalaufnahme Phicomm Passion | (c) areamobile

Originalaufnahme Phicomm Passion | (c) areamobile

Gesprächsqualität und Akku-Laufzeit

Der durchwachsene Eindruck im Test des Phicomm Passion setzt sich auch bei der Gesprächsqualität fort. Die Lautstärke beim Telefonieren ist zu niedrig und außerdem klingen Gesprächspartner alles andere als klar und deutlich. Dennoch ist eine Verständigung noch gut möglich, sofern die Umgebung ruhig genug ist. Anders sieht es am anderen Ende der Leitung aus: Wer einen Passion-Nutzer anruft, leidet unter lautem Rauschen und einem blechernen Ton. Während hier aber noch gerade so von ausreichender Sprachqualität gesprochen werden kann, sollte man den Lautsprecher für Gespräche gar nicht erst nutzen. Auch hier ist die Lautstärke niedrig und der Ton nicht wirklich gut, wie wir bei unserem Standard-Szenario feststellten: Erneut sieht es am anderen Ende der Leitung wesentlich schlechter aus, hier beschwerte sich eine Testperson darüber, dass man "die einzelnen Worte nur raten" können - ein vernichtendes Ergebnis.

Der Akku kann das Ruder auch nicht zugunsten des Phicomm Passion im Test herumreißen. Eine Größenangabe macht der Hersteller nicht, stattdessen verspricht er 165 Stunden Standby oder 4,5 Stunden Gesprächsdauer. Im Alltag kommt man selbst mit einer SIM-Karte kaum auf zwei Tage ohne Steckdose, mit zwei aktiven SIM-Karten und intensiverer Nutzung ist selbst ein Tag schon nicht immer problemlos zu überstehen. Ebenfalls negativ: Die typische Grafik des Stromverbrauchs in den Einstellungen fehlt. In unserem Video-Dauertest kommt das Phicomm Passion nur auf 4 Stunden und 2 Minuten - ein Dauerläufer ist das nicht.

Fazit

Der erste Eindruck des Phicomm Passion ist gut. Da ist der schicke Lieferkarton in Buch-Aufmachung, das Metall an den Seiten des Gerätes, die flache Bauform und das niedrige Gewicht. Auch die Geschwindigkeit kann sich sehen lassen. Aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Die Bewegungssteuerung ist weitgehend unnütz, Texte in Menüs haben immer wieder Schreibfehler, die Kamera ist mittelprächtig, die Gesprächsqualität ziemlich mies und der Akku zu schwach - das ist keine 400 Euro Wert, zumal dabei nicht einmal ein Headset im Lieferkarton wartet. Wenn dann der angegebene Marktstart fast ein halbes Jahr verpasst wird und zwei Testgeräte schon kleine Defekte aufweisen, dann macht das alles keinen guten Eindruck. Vor allem nicht, wenn man sich als unbekannter Hersteller einen Namen machen will.

Unser Eindruck: Das Gerät kam wegen Problemen nicht rechtzeitig auf den Markt und dadurch einfach zu spät, um ein ernsthafter Konkurrent sein zu können. Gerechtfertigt ist dann (wenn überhaupt) der derzeitige Straßenpreis von etwa 280 Euro, aber auch dafür gibt es bessere Geräte, die zumindest im Alltag ähnliche Leistung bringen. Für die anvisierten 399 Euro (UVP) sollte man lieber nach Smartphone-Modellen wie dem kommenden Huawei Honor 6+ schauen, die von erfahrenen Herstellern stammen.

Testwertung Phicomm Passion (P660)
 
Handlichkeit und Design 92%
Verarbeitung 95%
Sprachqualität 66%
Akkuausdauer 53%
Ausstattung/ Leistung 77%
Kamera 72%
Internet 88%
Musik 74%
Software und Bedienung 91%
Navigation 83%
Gaming und Video 69%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
79%
Zeitwertung
(Stand 12.12.2017)
68%

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