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Autor: Stefan Schomberg 10.10.2014 - 14:00 | 11

Motorola Moto X (2014) Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Allways-On-Sprachsteuerung (+0.5%)
  • Active Display
  • Sehr gute Performance
  • Individualisierbarkeit per Moto Maker
  • Schickes Design und sehr gute Verarbeitung
  • Flops
  • Kamera zu schlecht
  • Akku zu schwach
  • Keine Erweiterbarkeit per microSD

Motorola Moto X (2. Generation) Test: Facelift statt Fortschritt

Im vergangenen Jahr überraschte Motorola mit dem Moto X, das zwar keine Spitzentechnik bot, aber trotzdem richtig rund lief und mit herausragender Sprach-Software versehen war. Jetzt ist das neue Moto X (2. Generation) da - ist es konkurrenzfähiger als das Moto X von 2013? So viel schon mal vorab: Restlos überzeugt hat uns das neue Moto X im Test nicht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Beim ersten Moto X im letzten Jahr haben wir beim Thema Design die etwas langweilige, wenn auch praktische Formensprache bemängelt - das Moto X der ersten Generation war eine graue Maus, zumal man anfangs in Deutschland auch nicht die Möglichkeit hatte, per Moto Maker sein optisches Wunschmodell zusammen zu stellen. Motorola hat an diesem Punkt offenbar zugehört und präsentiert das neue Moto X (2. Generation) im Test als aufgehübschte, aber dieses Mal nicht langweilig, sondern angenehm zurückhaltende Version des ersten Modells. Das verbesserte Design profitiert zusammen mit einer gehobenen Qualitätsanmutung von dem farblich dezent vom schwarzen Kunststoff abgesetzten Alurahmen, der gleichzeitig als Antenne dient und sich elegant um das Gerät zieht.

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Motorola Moto X (2. Generation)

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Die Lautsprecher stehen leicht hervor

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Liegt dank Rundung gut in der Hand | (c) Areamobile

 

Neben dem schwarzen Softtouch-Kunststoff unseres Testmodells gibt es auch ein vorne weißes Modell mit Echtholz-Bambus-Rückseite als frei verfügbares Kaufmodell, wenn man sein Gerät nicht über den Moto Maker konfiguriert. Das kostet dann 499 Euro (UVP) in der Version mit 16 GB internem Speicher, erweiterbar per Speicherkarte ist es nicht. Eine weitere Option sind 32 GB Speicher für 50 Euro mehr. Im Moto Maker werden ansonsten ohne Vertrag 529 Euro für das Modell mit Kunststoff-Rückseite, selbst bestimmten Farbakzenten und 16 GB Speicher fällig. Insgesamt stehen 25 verschiedene Geräterückseiten zur Verfügung, davon 17 unterschiedliche Farben, 4 Leder- und 4 Holzrückseiten. Angenehm: Das Material für den Moto Maker kommt - soweit möglich - aus nachhaltigem Anbau und wird vom Forest Stewardship Council zertifiziert.

An der generellen Verarbeitungsqualität gibt es in keiner Variante Grund zur Kritik. Zwar ist die fest verbaute Rückseite nicht 100-prozentig genau eingelassen, aber die Toleranzen sind dabei so niedrig, dass das nur bei sehr genauem Hinsehen auffällt. Ansonsten nimmt Motorola beim neuen Moto X im Test die Tugenden des Vorgängers auf: Durch die sanft gerundete Rückseite fällt die Dicke von (gemessen) knapp über 10 Millimeter nicht negativ auf und mit einem Gewicht von jetzt 144 Gramm ist das neue Smartphone-Modell zwar etwas schwerer geworden, aber noch lange kein echtes Schwergewicht. Dass der Vorgänger dennoch insgesamt etwas angenehmer in der Hand liegt, hat vermutlich mit der gewachsenen Breite des Moto X (2. Generation) zu tun. Wirklich störend ist das aber nicht, solange man nicht gerade extrem kleine Hände hat. Von der verrenkungsfreien Einhandbedienung in allen Belangen sollten sich Interessenten des neuen Moto X im Test aber gedanklich schon mal verabschieden.

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Wechsel nur mit Werkzeug

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Schlicht, aber nicht hässlich

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Hersteller-Logo als Fingerablage | (c) Areamobile

 

Das weiß man aber vorher - da stören die beiden leicht hervorstehenden Lautsprecherabdeckungen über- und unterhalb des Displays schon mehr. Verletzungsgefahr besteht daran zwar nicht, aber sie fühlen sich schon leicht scharfkantig an, wenn man mit dem Finger drüber streicht und Schmutz findet hier schnell eine Sammelstelle. Wer wegen des doppelten Lautsprechers auch gleich Stereo-Sound vom neuen Moto X erwartet, der wird enttäuscht. Denn im Gegensatz zum günstigeren Moto G (2. Generation) ist der obere Lautsprecher nur für Telefonie zuständig, der untere für den Rest. Immerhin ist der auch nach vorn statt nach hinten gerichtet und kling angenehm voluminös. Die zweite Lautsprecherabdeckung dürfte eher Design-Gründe haben - durch die Betonung zweier Lautsprecher wirkt das ganze Gerät einfach symmetrischer. Übrigens: Wasserdicht ist das neue Moto X zwar nicht, die Technik im Inneren ist aber nanobeschichtet und somit zumindest wasserabweisend. Ein Regenguss sollte dem Moto X der 2. Generation also nichts ausmachen können.

Display-Größe und -Qualität

Display-Messung Moto X 2. Generation | (c) am

Display-Messung Moto X 2. Generation | (c) am

Größeres 5,2 Zoll-Display (statt 4,7 Zoll) mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.280 Pixel statt zuvor 1.280 x 720 Pixel) bei schmalem Rand - das gefällt. Tatsächlich kann der Screen des Moto X im Test dank 423 PPI auf den ersten Blick voll überzeugen. Motorola setzt beim Moto X (2. Generation) erneut auf die AMOLED-Technik, denn AMOLED verbraucht bei schwarzem Hintergrund keinen Strom. Das macht sich das Unternehmen zunutze, indem es wie schon beim Vorgänger pulsierend auf dem deaktivierten Screen eingehende Benachrichtigungen und sonstige Informationen darstellt (Active Display). Ansonsten bietet das Display die typischen AMOLED-Vor- und Nachteile: So werden Farben sehr intensiv dargestellt, leider fehlt eine Anpassungsmöglichkeit. Dafür ist der Kontrast hervorragend und die Blickwinkelstabilität wie immer sehr gut - theoretisch lässt sich der Screen noch bei einem Blickwinkel von 178 Grad ablesen. Das funktioniert natürlich nur unter optimalen Bedingungen, denn das zu den Rändern abgerundete Gorilla-Glas-3 von Corning spiegelt unter normalen Umständen dafür zu stark. Auch im direkten Sonnenlicht wird die Ablesbarkeit überraschend schwierig, obwohl AMOLED hier eigentlich ebenfalls punkten sollte.

Display-Messung Moto X 2. Generation | (c) am

Display-Messung Moto X 2. Generation | (c) am

Display-Messung Moto X 2. Generation | (c) am

Display-Messung Moto X 2. Generation | (c) am

Das liegt vor allem an der durchschnittlichen Helligkeit von gerade einmal 280 cd/m², damit liegt das Moto X (2. Generation) deutlich hinter der Konkurrenz. Allerdings fällt das abgesehen von Ausnahmesituationen im Alltag weit weniger auf, als es die niedrige Zahl vermuten lässt. Bei der Grautreppe liegt die Abweichung zwar durchschnittlich knapp über 10 Delta E und fällt damit für ein AMOLED-Display überraschend gut aus, bei den Farben liegt es dann aber mit über 40 Punkten Abweichung wieder erwartungsgemäß weit daneben. Dafür punktet das AMOLED-Display des Motorola X (2. Generation) wieder mit einem deutlich größeren Farbraum als selbst hochwertige LCDs derzeit abdecken.

System: Hardware, Software und Bedienung

Der Vorgänger des Moto X aus dem letzten Jahr setzte auf bessere Mittelklassetechnik, kombinierte sie aber mit gelungener Software und sorgte mit großem Alltagsnutzen für eine faustdicke Überraschung. Beim Nachfolger aus dem Jahr 2014 hat Motorola in die Regalfächer mit höherwertiger Technik gegriffen, dabei aber die absolute Highend-Ausstattung trotzdem knapp verfehlt. Das ist nicht weiter schlimm - ein Snapdragon 801 von Qualcomm mit 4 x 2,5 GHz und 2 GB RAM sorgt für ausreichenden Schub. Das bestätigt sich in Benchmarks, zumindest in manchen. Im Grafiktest GFXBench schafft das Modell knapp 28 F/s, bei Antutu etwas über 43.000 Punkte. Im 3D-Benchmark schafft das neue Moto X hingegen "nur noch" 13.200 Punkte, die Topkonkurrenz ist hier klar schneller. Wichtiger ist aber die Alltags-Performance und hier gibt es nichts zu meckern. Ruckler konnten wir nicht ein einziges Mal während des Tests des neuen Motorla-Smartphones beobachten, das war auch beim Vorgänger nicht viel anders. Im Alltag gibt es derzeit kaum schnellere Smartphones als das Moto X (2. Generation). Ein Grund dafür dürfte die größtenteils unberührte Oberfläche von Android 4.4 Kitkat sein, die nur in ganz wenigen Punkten, etwa der Kamera-App und Moto-Software, verändert wurde.

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Größer als der Vorgänger...

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

...aber genau so schnell

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Guter Browser | (c) Areamobile

 

Zur Zusatz-Software gehören im Wesentlichen drei Apps: Moto, Migrate und Connect. Mit der Migrate-App lassen sich Inhalte von seinem alten Smartphone mit wenigen Klicks auf das neue Moto X portieren und Moto Connect ist die Anlaufstelle für Verbindungen mit Geräten wie der neuen Smartwatch Moto360. Außerdem kann man mit dieser App eingehende Anrufe und Nachrichten auch am heimischen PC verwalten - allerdings nur im Chrome-Browser. In der Moto-App vereinigt Hersteller Motorola vier wichtige Einstellungen und Funktionen: Mit Moto Regeln lassen sich vier Profile einrichten: Nachtruhe, Autofahren, Zuhause und Meeting. Diese Profile können dann entweder manuell oder automatisch aktiviert werden und lassen sich jeweils anpassen. Der Modus Autofahren wird etwa dann aktiviert, wenn das Moto X per GPS eine für Fußgänger zu hohe Geschwindigkeit erkennt. Dann kann man sich Anrufe oder Nachrichten vom Gerät vorlesen lassen oder automatisch den Musikplayer starten. Im Nachtmodus, der per Uhrzeit aktiviert wird, werden die Active-Display-Anzeigen unterdrückt und Töne von Anrufen oder eingehenden Mails abgeschaltet.

Neben diesen Regeln oder Profilen kann man dem Moto X unter Moto Actions etwa erlauben, auf diverse Gesten zu achten. Dafür baut Motorola ober- und unterhalb des Displays Infrarot-Sensoren ein, die Handbewegungen erkennen. So lässt sich etwa bei einem flach auf dem Tisch liegenden Moto X das Telefonklingeln mit einer Winkbewegung in etwa 15 Zentimeter Abstand der Ton abschalten oder die Informationen des Active Display auf dem abgeschalteten Screen werden sofort wieder sichtbar, wenn man sich mit der Hand dem Gerät nähert. Unter Moto Infos lassen sich die Art der Informationen per Active Display einstellen oder gleich ganz deaktivieren und mit Moto Sprache kann man den Auslösesatz anpassen, mit dem man das Gerät dazu bringt, auf folgende Sprachbefehle zu achten. Denn wie beim Vorgänger ist diese Spracherkennung immer bereit. Neu ist hingegen die Möglichkeit, einen personalisierten "Aufwecksatz" einzuüben. Leider muss der aus mehreren Silben bestehen. Ein einfaches "Computer!" wie in Rauschiff Enterprise reicht also nicht und auch "Achtung Jarvis!" ist zu kurz und senkt zumindest die Erkennungsrate deutlich. Ruhrpottler werden begeistert sein, denn etwa "Alta, hömma zu jetz!" klappt tadellos - in den Grenzen der Spracherkennung zumindest.

Leider wurden die im Vergleich zum Vorgänger-Moto-X so gut wie gar nicht verschoben. Darum leidet das neue Moto X auch unter ziemlich den gleichen Problemen: Zwar ist die Sprachbefehl-Nutzung allein durch die Tatsache, dass das Moto X permanent auf den Auslösesatz lauscht, deutlich besser als bei der Konkurrenz gelöst, wirklich zuverlässig sind Sprachbefehle aber immer noch nicht. Freisprechen ist nach wie vor Wunschdenken, am besten fährt man, indem man die verschiedenen Befehle auswendig lernt und sich in Geduld übt, wenn das Smartphone mal wieder nur im Internet nach "Nachricht an XY schreiben" sucht, statt auf das Diktieren einer SMS zu warten.

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Zentrales Feature: Sprachbefehle

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Aktuelleste Android-Version

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Die Moto-App dient als Zentrale | (c) Areamobile

 

Die restliche Ausstattung des neuen Moto X mit WLAN 802.11 a/g/b/n/ac, UMTS/HSPA+ und LTE bis 150 MBit/s, NFC und Bluetooth 4.0 passt da schon besser zu einem Oberklassemodell. Im krassen Gegensatz dazu steht allerdings die Speicherpolitik: In der kleineren Version mit 16 GB internem Speicher sind nur etwa 10 GB frei verfügbar, darüber gibt es nur noch eine Variante mit 32 GB. Eine Erweiterbarkeit per Speicherkarte wäre da der einzig logische Schritt gewesen, doch den ist Motorola unverständlicher Weise nicht gegangen. So etwas passt nicht zu einem Spitzenmodell im Jahr 2014! Ein Headset findet man im Lieferumfang unseres Testgeräts übrigens nicht - das kann man in dieser Preisklasse zu Recht kritisieren oder als umgesetztes Umweltbewusstsein des Herstellers positiv bewerten.

Kamera

Mit 13 Megapixel hinten (vorher 10) und 2 Megapixel vorn sollten die Kameras des Moto X (2. Generation) im Test eigentlich brauchbare Fotos und Videos aufnehmen. Das kann das neue Motorola-Smartphone aber nur bedingt, den Bildern fehlt es an Bildschärfe und Detail. Das ist alles andere als echte Oberklasse, zumal sich bei schlechtem Licht oder Blitzaufnahme mittels der beiden LED rechts und links neben der Kameralinse trotz der guten Blende von Blende f/2.25 auch noch starkes Bildrauschen dazugesellt. Außerdem tut sich der Autofokus teilweise sehr schwer, näher gelegene Objekte scharfzustellen, manchmal verfehlt er sein offensichtliches Ziel auch einfach gleich ganz. Dann ist eine mittig platzierte Person im Porträt-Format unscharf, während der Hintergrund direkt daneben in den Grenzen der X-Cam scharf gestellt ist - sehr ärgerlich. Zur Not kann man aber auch den Fokuspunkt selbst bestimmen, was unter den gegebenen Umständen dringend zu empfehlen ist.

Originalaufnahme Moto X 2. Generation | (c) am

Originalaufnahme Moto X 2. Generation ohen HDR | (c) am

Originalaufnahme Moto X 2. Generation | (c) am

Originalaufnahme Moto X 2. Generation mit HDR | (c) am

 

Positiv finden wir hingegen die Software, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Im Gegensatz zum Großteil des restlichen Moto X (2. Generation) setzt Motorola hier nämlich nicht auf unverändertes Android, sondern auf eine angepasste Kamera-App. Sie zeichnet sich besonders durch ihre Einfachheit aus - Apple lässt grüßen. Ein Fingerwisch von links öffnet ein überschaubares Optionsmenü, dessen umfangreichste Funktion eine Automatik für HDR-Aufnahmen bereithält. Zum Knipsen eines Bildes muss man dann nur noch irgendwo auf den Touchscreen drücken, schon wird das Bild angenehm schnell in den Speicher gebannt. Mit einem Fingerwisch von rechts gelangt man direkt in die Galerie, wo man die Fotos betrachten und ziemlich weit hineinzoomen kann.

Motorola Moto X Unboxing | (c) Areamobile

Motorola Moto X Kamera | (c) Areamobile

Wie beim Vorgänger lässt sich das Moto X der 2. Generation durch eine schnelle doppelte Schüttelbewegung auch vom Sperrbildschirm aus in den Kameramodus versetzen. Aber auch diese Einfachheit macht das Moto X (2. Generation) nur theoretisch zum perfekten Schnappschuss-Begleiter - die erwähnt zu schlechte Bildqualität macht hier einen Strich durch die Rechnung. Selbst wenn sie besser wäre, böte das Gerät für etwas ambitioniertere Hobbyfotografen außerdem mangels grundlegender Einstellungen wie ISO-Werte oder manueller Belichtung auch zu wenig Konfigurationsmöglichkeiten. Eine durchdachtere Mischung wäre besser gewesen: Eine ordentliche und zuverlässige Automatik, die bei Bedarf manuell beeinflusst werden kann - das wollen Handynutzer. Für ein Gerät der 500-Euro-Klasse ist das Gebotene einfach zu wenig, das gilt für Fotos und auch für Videos. Zwar lassen sich Filme jetzt in 4K-Auflösung aufnehmen, die sehen aber auch nicht so brillant aus, wie es eigentlich sein müsste. Die Frontkamera ist auch nur für Videochats zu gebrauchen - an dieser Stelle reicht die durchschnittliche Leistung aber aus. Selfies sollte man dann aber lieber anders lösen.

Sprachqualität und Akku-Laufzeit

An der Gesprächsqualität des Moto X im Test gibt es dankenswerter Weise kaum etwas zu bemängeln. Gesprächspartner kommen laut und klar durch den Äther, sie klingen lebensecht und nur ansatzweise blechern. Rauschen gibt es kaum zu verzeichnen, Gesprächsaussetzer schon gar nicht. Für eine ordentliche Geräuschdämmung verwendet Motorola gleich vier Mikrofone, das zahlt sich aus. Selbst über den lauten, erstaunlich voluminösen und qualitativ sehr anständigen Lautsprecher lässt sich überraschend gut telefonieren - hier hat Motorola an alte Tugenden angeknüpft und bietet auf dem neuen Moto X hervorragende Leistung!

Der Akku des neuen Motorola Moto X (2. Generation) im Test leistet mit 2.300 mAh nur 100 mAh mehr als beim Vorgänger, viel ist das nicht. Trotzdem verspricht Motorola eine Nutzungsdauer von effektiv 24 Stunden - das halten wir aber für Selbstüberschätzung oder schlicht und ergreifend Marketing-Blabla. Heavyuser können froh sein, über einen Arbeitstag zu kommen, im Testbetrieb mit wenigen Benchmarks und viel Ausprobieren waren es nicht einmal 8 Stunden (Display-Helligkeit meist auf Automatik), bis das Moto X (2. Generation) nach Strom schrie und mit 4% Akkuladung den weiteren Dienst zu versagen drohte. In unserem Video-Dauertest schaffte das Moto X (2. Generation) im Test entsprechend auch gerade mal 3:26 Stunden, das ist ein unterdurchschnittlicher Wert. 1,5 bis 2 Tage Normalnutzung mit nachts abgeschaltetem Gerät dürfte eher realistischer Durchschnitt sein, selbst Handymuffel schaffen nicht viel mehr. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Gerät jeden Abend an die Steckdose sollte. Normalerweise macht das nichts, sobald einmal keine Steckdose in Reichweite ist, ist aber viel zu schnell Schluss mit lustig. Viel zu wenig, zumal der Akku nicht mal einfach so austauschbar ist.

Fazit

Das neue Motorola X (2. Generation) im Test ist eigentlich ein gutes Gerät. Richtig schick finden wir das zurückhaltende, aber hochwertige Design, das sich per Moto Maker darüber hinaus auch noch den eigenen Bedürfnissen anpassen lässt. Die Verarbeitung ist hervorragend, das Gerät liegt dank geschickter Bauform trotz der Größe gut in der Hand und fühlt sich dort auch angenehm an. Die Technik ist vielleicht nicht ganz am oberen Ende der Skala angesiedelt, fällt aber durchaus mehr als ordentlich aus. Das macht sich in einigen Benchmarks, aber vor allem im Alltag bemerkbar, wo das Moto X derzeit zu den schnellsten Geräten gehört. Angetan hat es uns auch das Active Display- wirklich fein.

Klingt nach "aber"? Stimmt leider. Der Hersteller schlampt bei der Kamera - mit ordentlichen 13 Megapixel müsste man deutlich bessere Ergebnisse erzielen können, als das Moto X (2. Generation) im Test abliefert. Auch der Akku ist kein Quell der Freude, auch wenn ein Blick auf die bloße mAh-Zahl noch schlimmeres erwarten ließ. Doch mit der Sprachsteuerung versagt sogar ein elementarer Bestandteil des Smartphones - so drastisch muss man es wohl mal sagen, schließlich hat sich seit dem Vorgänger kaum etwas geändert. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Moto X macht in diesem Bereich nichts schlechter als die Konkurrenz, tatsächlich löst Motorola Bedienung per Sprachbefehl dank der"Allways-on"-Philosophie sogar besser. Aber insgesamt ist Spracherkennung immer noch nicht ausgereift genug, um einen frustfreien Ersatz in Situationen wie etwa beim Autofahren darstellen zu können.

Technik muss zuverlässig sein, ansonsten wird ihre Nutzung bestenfalls nervig, schlimmstenfalls gefährlich. Nervig als Attribut für die Sprachsteuerung des Moto X (2. Generation) sagt leider schon alles darüber aus und damit verliert das Moto X wie schon der Vorgänger eine seiner wichtigsten Funktionen. Übrig bleibt ein Smartphone, das in der Grundversion schlichtweg zu teuer ist, weil es sich dann auch noch Patzer bei Kamera und Akku leistet. Schade, wirklich schade, aber das reicht für ein heutiges Topmodell nur für ganz wenige Menschen, denen ein sauberes und aufgeräumtes OS, schickes Äußeres und hervorragende Alltags-Performance so wichtig sind, dass sie auf Kamera und dicken Akku verzichten.

Alternativen

Doch auch dann gibt es je nach persönlichem Geschmack bessere Alternativen. Ein OnePlus One ist insgesamt besser und noch dazu wesentlich günstiger. Ein Nexus 5 bewegt sich fast auf dem Niveau des neuen Moto X und ist auch für weniger Geld zu haben, das Nexus 6 dürfte demnächst darüber liegen. Und die restliche Topkonkurrenz liefert einfach ein besseres Gesamtergebnis ab, auch wenn das dann mehr kostet. Wenigstens eine Speicherkartenerweiterung wäre wichtig gewesen - unverständlich, warum Motorola darauf verzichtet. Vielleicht ändert sich das unter der baldigen Ägide von Lenovo. Für Besitzer eines Moto X der ersten Generation, die mit ihrem Gerät weitgehend zufrieden sind, gibt es in diesem Jahr zumindest keinen Grund für einen Wechsel auf den Nachfolger.

Man, das enttäuscht mich wirklich. Das Moto X hat so gute Ansätze - und fällt dann auf den letzten Metern für mich durch. Mir persönlich geht es dabei weniger um die Sprachsteuerung, auch wenn mich der Gedanke, Beta-Tester zu sein, ärgert. Aber Kamera, Akku und fehlende microSD-Erweiterbarkeit sind für mich Ausschlusskriterien. Solche Patzer sollte sich ein Hersteller heutzutage nicht mehr leisten dürfen. Hier kommt der Kunde als mahnende Instanz ins Spiel - indem er nicht kauft.

Persönlicher Kommentar von Stefan Schomberg

Testwertung Motorola Moto X (2014)
 
Handlichkeit und Design 76%
Verarbeitung 96%
Sprachqualität 91%
Akkuausdauer 56%
Ausstattung/ Leistung 86%
Kamera 77%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Allways-On-Sprachsteuerung" (+0.5%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+0.5%
Internet 99%
Musik 74%
Software und Bedienung 98%
Navigation 89%
Gaming und Video 86%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
86%
Zeitwertung
(Stand 20.10.2017)
73%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 10.10.14 17:34 Xammax (Newcomer)
    Laufzeit Videotest

    Könnt ihr euch erklären, wieso wie die Kollegen von GSMArena auf die doppelte Laufzeit beim Video Dauertest kommen?

    -> http://cdn.gsmarena.com/vv/reviewsimg/motorola-moto-x-2014/gsmarena_001.jpg

  2. 10.10.14 18:11 natelnutzer (Advanced Member)

    Mich erstaunt der Test von AM auch etwas. TheVerge nennt es "the best Android phone ever made".

    http://www.theverge.com/2014/9/8/6121143/motorola-moto-x-2014-new-review

    Die Kamera und der Akku werden dort jedoch auch kritisiert.... daher gebe ich schon mehr auf AM als auf TheVerge.

  3. 10.10.14 19:28 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @Xammax: Die Akkutests hier werden bei voller Helligkeit gemacht (und per Youtube-App, also Streaming, glaube ich). Die Akkutests sind derzeit inkonklusiv, da im Grunde nur eine Minimallaufzeit ermittelt wird (bzw zumindest nah dran). Das endgültige Ergebnis ist aber durchaus korrekt auch wenn man nach GSMArena geht, weil die Akkulaufzeit im Vergleich mit den anderen wirklich subpar ist. Sogar das iPhone 6 hat bessere Laufzeiten.

    @natelnutzer:"Mich erstaunt der Test von AM auch etwas. TheVerge nennt es "the best Android phone ever made"."
    >>Verkehrte Welt, aber naja TheVerge ist, was Testberichte angeht, eher schlechter als AM.

  4. 11.10.14 10:40 Nuvolari (Advanced Handy Profi)

    Das Testergebnis von Stefan deckt sich im Großen und Ganzen mit dem von
    TONG O Mania mobile vom 3. Oktober
    (www.facebook.com/tong.o.mania.mobile)

    Auch dort werden die Frontgrills, sowie die Sprachsteuerung kritisiert, was wohl eine reine Empfindungssache ist.

    Dass das neue Moto X das "beste" ANDROID-Smartphone ist, ist wohl mehr als übertrieben.

  5. 11.10.14 14:33 Androfix (Advanced Member)
    Rechtschreibkurs

    In nahezu jedem Artikel, bereits in der Überschrift oder in Kommentaren Fehler. Areamobile gleicht das Niveau der Rechtschreibung wohl dem Niveau der "Tests" an.

    Ich sage jetzt nicht, was in diesem Artikel nicht stimmt. Es ist einfach nur noch furchtbar.

  6. 12.10.14 12:53 TheHunter (Gast)

    Für die Fehler in den Kommentaren kann AM ja nix, aber die Artikel werden wohl mit Word oder sonst einem Programm geschrieben, wo es mit Sicherheit eine RechtschreibPrüfung gibt, wo da teils die Fehler her kommen frage ich mich auch.

  7. 12.10.14 13:04 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @TheHunter: Ich glaube Androfix meinte die Kommentare (in den Artikeln) der Redakteure ;D

  8. 12.10.14 13:40 TheHunter (Gast)

    Gilt ja trotzdem, egal auf was das genau bezogen war.

  9. 12.10.14 14:20 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @TheHunter: Ähm, ja dann kann AM dafür eben doch etwas, weil sie die Kommentare selbst verfasst haben direkt an den Artikel angehängt haben.

  10. 12.10.14 15:56 TheHunter (Gast)

    Ja das ist klar, das eine war ja auf User-Kommentare bezogen.

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