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Autor: Tobias Czullay 17.09.2014 - 16:00 | 24

Sony Xperia Z3 Compact Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Handlicher Formfaktor
  • Sehr gute Performance
  • Ausdauernder Akku
  • Tolle Features für Musik-Fans
  • Gutes Display...
  • Flops
  • ...aber leider kein Full-HD
  • Kamera nur durchschnitt
  • Kein DNC-Headset im Lieferumfang

Sony Xperia Z3 Compact Test: Das Kleine mit Größe

Das Sony Xperia Z3 Compact zählt derzeit wahrscheinlich deshalb zu den begehrtesten Android-Smartphones, weil es Top-Hardware im handlichen Gehäuse liefert. Wir haben uns das Gerät im Test näher angeschaut.

Das Sony Xperia Z1 Compact, das erst Anfang 2014 erschien, ist ein Phänomen. Nach all den Jahren, in denen ein leistungsstarkes Smartphone immer auch für ausladende Gehäusegröße stand, hatte ein Hersteller auf die Wünsche der Kunden gehört und ein handliches Highend-Gerät herausgebracht. Anders als bei der Konkurrenz steht Sonys Mini-Variante dem großen Top-Modell in nahezu nichts nach, bringt in kompakter Form ausnahmslos alle Funktionen und denselben Hardware-Unterbau mit. Neun Monate später kommt nun das Xperia Z3 Compact zusammen mit dem großen Xperia Z3 auf den Markt - ein Xperia Z2 Compact hat Sony ausgelassen.

Sony Xperia Z3 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact | (c) Areamobile

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Beim Veröffentlichungszyklus neuer Top-Smartphones geht Sony sehr schnelle, dabei aber recht kleine Schritte. Änderungen beim Erscheinungsbild halten sich dabei stets in Grenzen - statt einer ganzen Design-Philosophie abrupt abzuschwören, werden Details abgewandelt. Und so kommt auch das Xperia Z3 Compact nach der seit dem allerersten Xperia Z bekannten und bereits vielfach verwendeten Omnibalance-Formgebung daher. Vorder- wie Rückseite des Gehäuses sind aus Glas gefertigt - beim Vorgänger bestand die Rückseite noch aus Kunststoff -, während der Rahmen dazwischen nicht mehr aus Aluminium, sondern milchigem, matt schimmerndem Plastik besteht.

Die Abkehr vom Edel-Metall ist zwar einerseits ein wenig schade, denn schließlich wendet sich Sony damit auch von einem für Qualität stehenden Merkmal ab. Andererseits steht dem Xperia Z3 Compact der neue Rahmen - vor allem in den Farben Orange und Grün - wirklich gut. Anders als bei Smartphones anderer Hersteller (ich denke da an ein Samsung Galaxy S5) sieht er nicht billig aus und gibt dem Gerät genau den frischen und jungen Look, den der Vorgänger selbst mit solch knalligen Farben wie Lime oder Pink nicht überzeugend vermitteln konnte. Die vier Kanten setzen sich nicht nur optisch leicht vom Rest des Rahmens ab, sondern dienen auch als Stoßschutz. Die verhärteten Ecken stehen nicht in direkter Verbindung mit den langen Seiten des Rahmens, wodurch im Falle eines Falles nicht gleich der gesamte Rahmen in Mitleidenschaft gezogen werden sollte.

Die bewährte Anordnung der Hardware-Tasten hat Sony nicht verändert, sie sind nach wie vor geschlossen am rechten Rahmen zu finden. Eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Xperia Z1 Compact ist der größere Power-Knopf, der diesmal ganz ohne schmale Einfassung daher kommt und sich bequem mit dem Daumen ertasten lässt. Auch der Kamera-Auslöser ist etwas in die Breite gegangen - natürlich zugunsten des Fotografen. Synonym für die Xperia-Z-Reihe steht auch der Schutz gegen Wasser und Staub, der sich wie eh und je in den Abdeckklappen äußert, die Micro-USB-, microSD- und Nano-SIM-Einschübe abdecken. Die zwei länglichen, per beweglichem Verbindungsstück am Gehäuse befestigten Klappen passen sich perfekt in den Rahmen ein und sind kaum als solche zu erkennen.

Sony Xperia Z3 Compact gegen Xperia Z1 Compact | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact (links) im Vergleich mit dem Xperia Z1 Compact (rechts) | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 im Vergleich mit Sony Xperia Z3 Compact  | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 (links) im Vergleich mit dem Sony Xperia Z3 Compact (rechts) | (c) Areamobile

 

Anders als es der Kollege Steffen Herget im Test zum großen Xperia Z3 moniert, bin ich übrigens der Meinung, dass Sony spätestens mit dem Xperia Z2 Display und Rahmen in ein sehr angenehmes Verhältnis gebracht hat. Ich brauche ein Smartphone, das ich auch anfassen darf, ohne dass ständig aus Versehen irgendeine Sensor-Taste betätigt wird oder unverhofft der Bildschirm anspringt - und genau das bekomme ich mit dem Xperia Z3 Compact auch.

Display-Größe und -Qualität

Als die ersten Leaks zum Sony Xperia Z3 Compact und dem dort ja angeblich vergrößerten Display die Runde machten, da setzten auch die Befürchtungen ein: Macht Sony aus dem fantastischen, weil so kompakten Vorgänger jetzt auch so ein Riesending? Anderen Herstellern nimmt man den "Mini"-Zusatz schließlich längst nicht mehr ab, seitdem dort die Geräte mit jeder Generation größer werden müssen. Tatsächlich hat Sony die Abmessungen sogar leicht reduziert und dabei einen 4,6 Zoll großen Bildschirm eingebaut - im nahezu gleich großen Xperia Z1 Compact steckte noch ein 4,3-Zoll-Display.

Trotzdem der Bildschirm des Xperia Z3 Compact heller erscheint als beim Vorgänger, ergeben unsere Messungen ein mit 435 Candela leicht dunkleres Display. Das Xperia Z1 Compact strahlt mit rund 470 Candela, das große Xperia Z3 sogar mit 600 Candela. Ganz gleichmäßig ist die Ausleuchtung beim Xperia Z3 Compact nicht, in der unteren Hälfte ist der Bildschirm unseres Testgeräts minimal heller. Das erkennt man aber auch nur, wenn man das Display mit einem weißen Bild ausfüllt - und das ist in der alltäglichen Anwendung eher selten der Fall.

Sony Xperia Z3 Display-Test | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact Farbraum | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Display-Test | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact Blickwinkel-Test | (c) Areamobile

 

Die Farbdarstellung ist hingegen deutlich knackiger als noch beim Xperia Z1 Compact. Zumindest wenn man direkt drauf schaut, denn bei verändertem Blickwinkel werden die Farben blasser und die Ausleuchtung offenbart kleine Mängel. Dabei ändert sich hingegen nichts an der Lesbarkeit, denn dank des sehr dicht an der Verglasung anliegenden IPS-Panels lässt sich Schrift auch noch aus extremen Blickwinkeln einwandfrei ablesen. Für bessere Darstellung von Fotos und Videos hat Sony weiter an der X-Reality-Engine geschraubt und erlaubt nun die Einstellung eines Farbprofils mit "superlebendigen" Farben. Wie seit Anfang des Jahres von Sonys Xperia UI gewohnt, können auch manuelle Änderungen am Weißabgleich der Display-Anzeige vorgenommen werden.

Obwohl der Hersteller die Diagonale des Bildschirms vergrößert hat, ist dessen Auflösung nicht angetastet worden. Zwar werden damit beim Xperia Z3 Compact noch gute 319 PPI erreicht, wenn man genauer hinsieht lassen sich aber einzelne Pixel durchaus erkennen - vor allem dann, wenn schwarze Schrift auf weißem Hintergrund abgebildet ist. Das ist einerseits ein wenig schade, denn bei einem solchen Spitzengerät hätte es durchaus einmal schärferes Full HD sein dürfen, andererseits dürften sich die sichtbaren Unterschiede wahrscheinlich in Grenzen halten, dafür dann aber die Akku-Laufzeit deutlich niedriger ausfallen. Ein Kompromiss also, den man bei einem sonst gelungenen Display in Kauf nimmt.

System: Hardware, Software und Bedienung

Verglichen mit anderen Smartphones am oberen Ende hat sich Sony bei der Hardware-Ausstattung von Xperia Z3 und Xperia Z3 Compact wahrlich kein Bein ausgerissen, sondern liefert mit dem auf 2,5 GHz getakteten Snapdragon 801 Bewährtes ab. Dafür darf man aber mit Fug und Recht behaupten, dass es derzeit kein anderes Smartphone mit vergleichbaren Gehäusemaßen gibt, das dem Xperia Z3 Compact mit Blick auf die Hardware das Wasser reichen kann. Angesichts der beeindruckenden Leistung nimmt man da auch in Kauf, dass es mit dem Snapdragon 805 bereits einen neueren Chipsatz gibt und im großen Modell nicht nur 2 GB, sondern gleich 3 GB Arbeitsspeicher verbaut sind. Der kleine Flitzer stellt sich bei einigen Benchmark-Ergebnissen nicht nur mühelos vor den Vorgänger und gar das Xperia Z3, sondern auch vor solche Leistungsmonster wie das Samsung Galaxy S5, OnePlus One oder HTC One M8.

Sony Xperia Z3 Compact Sony Xperia Z3 Sony Xperia Z1 Compact
3DMark 20.141 17.057 19.137
Antutu 45.831 42.677 34.700
GFXBench 27,1 27,1 22
Linpack Multi 699,8 822,7 1.060,5
Quadrant 20.960 19.380 20.878
Sunspider 911,9 804,5 874
Vellamo Browser 2.754 2.767 2.960
Vellamo Metal 1.517 1.675 1.193

Nicht nur in Zahlen, auch bei der Verwendung im Alltag offenbart sich das Sony Xperia Z3 Compact als performantes Rechenwunder. Hier ruckelt rein gar nichts, kein Screen-Wechsel, keine Animation, kein Webseiten-Scrolling, nicht einmal das Live-Wallpaper. Apps starten ohne weitere Bedenkzeit - auch dann, wenn mehrere zusätzliche Anwendungen auf dem Gerät parallel laufen.

Mit Android 4.4.4 Kitkat ist das Xperia Z3 Compact mit der aktuellsten Google-Firmware bespielt - ein Update auf Android L ist da vorprogrammiert. Neben den wie gewohnt sehr guten Sony-Anwendungen wie Walkman, dem Foto-Album oder der Video-App sind auch andere Apps des Herstellers vorinstalliert, darunter Lifelog, Socialife oder der Movie Creator. Mit AVG Antivirus, Evernote, Kobo, Path und der Testversion von Garmin Navigation sind auch einige Fremdanwendungen mit an Bord, die jedoch manuell vom Gerät gelöscht werden können. App2SD beherrscht das Xperia Z3 Compact wie alle anderen Geräte aus Sonys Z-Reihe nicht - das Auslagern von Anwendungen auf die Speicherkarte ist derzeit nur Smartphones mit weniger als 16 GB internem Speicher vorbehalten.

Sony Xperia Z3 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact | (c) Areamobile

 

Mit an Bord des Xperia Z3 Compact sind nun auch die wenigen Gesten und Automatik-Modi, die Sony bereits beim Xperia Z2 eingeführt hat. So lässt sich nun auch doppelt auf den Bildschirm tippen, um das Gerät aus dem Standby-Modus zu wecken oder mit einer gezielten Bewegung einem Anruf entgegnen - führt man das Telefon beispielsweise einfach ans Ohr, wird er automatisch angenommen. Neu ist die intelligente Bildschirmdrehung, die beim Liegen verhindern soll, dass sich die Anzeige selbstständig dreht. All diese Modi sind standardmäßig deaktiviert, müssen in den System-Einstellungen also manuell eingeschaltet werden.

Mit seinen Flaggschiff-Smartphones und -Tablets liefert Sony stets auch allerhand Verbindungsmöglichkeiten mit anderen Geräten. Mit PlayStation Remote ist es beispielsweise möglich, den Spielverlauf der PlayStation 4 auf das Xperia Z3 Compact zu spiegeln - für den Fall, dass der einzige Fernseher im Haus wieder von einem Mitbewohner okkupiert wird. Voraussetzung dafür ist neben einer WLAN-Verbindung natürlich ein per Bluetooth gekoppelter DualShock-4-Controller, und auch diese Verbindung funktioniert im Handumdrehen. Wer den Controller für die Steuerung anderer Android-Spiele verwenden möchte, der kann umgekehrt auch das Smartphone mit dem Fernseher verbinden - das geht mit einem HDMI-zu-Micro-USB-Adapter und MHL 3.0 oder drahtlos per Miracast. Zudem kann das Xperia Z3 Compact via MirrorLink mit dem Bordcomputer eines Autos, über WLAN mit Windows oder direkt einem Homeserver verbunden werden. Nur auf eines hat Sony wieder verzichtet: Einen Infrarot-Sensor für die direkte Steuerung von Fernsehern und Hifi-Anlagen.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Die Kamera des Xperia Z3 Compact gehört zwar zu den besseren unter den aktuellen Smartphones, muss sich aber gegen jene von Samsungs Galaxy S5 oder dem G3 von LG geschlagen geben. Wieder setzt Sony auf einen 1/2,3 Zoll großen Exmor-RS-Sensor mit 20,7-Megapixel-Auflösung sowie ein G-Lens-Objektiv mit einer Blende von f/2.0. Bei letzterem wurde die Brennweite von ehemals 27 auf 25 Millimeter erweitert, womit das Kompaktmodell zusammen mit seinem großen Bruder den weitesten Blickwinkel unter den Smartphones liefert - mit Ausnahme der Smartphone-Brocken Galaxy S4 Zoom und Galaxy K Zoom von Samsung natürlich. Das hat aber auch seinen Preis, denn zu den Rändern hin sind die Verzerrungen dann doch ziemlich deutlich sichtbar.

Sony Xperia Z3 Compact Kamera | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact Kamera | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact Kamera | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact Kamera | (c) Aremobile

 

Wie gewohnt sind zahlreiche Kamera-Erweiterungen auf dem Sony-Handy vorzufinden, darunter ein Panorama-Modus, mit Face-In eine Option, bei der Front- und Hauptkamera gleichzeitig ein Foto aufnehmen, sowie eine Einstellung, mit der nachträglich eine Hintergrundunschärfe eingefügt werden kann. Den schon früher eher fragwürdigen AR-Modus mit durch den Sucher laufenden Kobolden und Dinosauriern treibt Sony mit AR-Spaß weiter auf die Spitze: Ab sofort können die Portraitierten mit virtuellen Torten verunstaltet oder ganz in der Tradition des Ice Bucket Challenge mit gefüllten Wassereimern beworfen werden. Das funktioniert auch mit der Frontkamera. Wahnsinn.

Natürlich zählt zu den verfügbaren Kamera-Modi auch ein manueller Modus, bei dem zumindest einige wenige Einstellungen selbst getätigt werden können, darunter Auflösung, Messmethode, Weißabgleich oder ISO-Wert. Der maximal mögliche ISO-Wert von 12.800 lässt sich allerdings nicht manuell bestimmen sondern ist in die "überlegene Automatik" integriert. Auch bei Szenenmodi wie HDR, Nacht oder Soft Skin gibt es eine Einschränkung: Sie funktionieren nur dann, wenn die Auflösung auf 8 Megapixel reduziert wird. Auf diese Auflösung wird das Foto außerdem dann reduziert - immerhin bei eingestellten 20,7 Megapixeln auch automatisch - wenn der verlustfreie Sensor-Zoom verwendet wird.

Sony Xperia Z3 Compact Kamera | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact Kamera | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact Kamera | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact Kamera | (c) Aremobile

 

Die Bildqualität entspricht weitestgehend jener der Vorgänger. Die Belichtung geht zwar in den meisten Fällen in Ordnung, das Smartphone neigt aber an beiden Enden zu einer leichten Über- und Unterbelichtung. Vor allem im Vergleich zum Galaxy S5 nicht überzeugen können Schärfe und Detailreichtum - hier gibt es beim Samsung-Flaggschiff definitiv mehr zu sehen. Außerdem ist das Grundrauschen schon bei idealen Lichtbedingungen verhältnismäßig hoch. Auch schade: Zwar beherrscht nun auch das kleine Kompakte die Aufnahme von Videos in 4K-Auflösung, allerdings ist die Wärmeentwicklung dabei wie schon beim Xperia Z2 noch ein Problem. Immerhin sind statt nur fünf nun knapp zwanzig Minuten Film am Stück drin. Speicher- und Akkuverbrauch sind dabei natürlich enorm, als Richtwert gilt: 1 Minute Film = 1 Prozent Akku und rund 400 MB Speicher.

Ein Manko des Vorgängers hat Sony aber zumindest beseitigen können. Sorgte bei einzelnen Ausgaben des Xperia Z1 Compact ein zu nah an der Linse platzierter LED-Blitz noch für Lichtflecken auf den Fotos, hat der Hersteller die Leuchte nun weiter vom Objektiv abgesetzt. Bei unserem Testexemplar sind jedenfalls keine ungewollten Streiflichter auf den Aufnahmen anzutreffen gewesen.

Wo die Kamera des Xperia Z3 Compact damit wieder nur knapp über dem Durchschnitt liegt, da fährt Sony bei der Verwendung als Musik-Player zur Höchstform auf, nicht zuletzt durch das bereits vom Xperia Z2 bekannte Digital Noise Cancelling (DNC). Über spezielle, an der Außenseite mit Mikrofonen bestückte Kopfhörer werden dabei Geräusche aus der Umgebung an das Smartphone übertragen und dort per Software wirkungsvoll für die Musik-Wiedergabe herausgefiltert. Das geschieht mitunter so wirkungsvoll, dass ich eines Tages in der Berliner U-Bahn in ein zusammengekniffenes, rot leuchtendes Gesicht eines schreienden Säuglings blickte, ohne dass dabei auch nur ein einziger Laut an mein Ohr durchdringen konnte. Keine Chance hat die Geräuschunterdrückung hingegen bei den Zugbegleitern der Deutschen Bahn - was manchmal gar nicht so verkehrt ist. Ärgerlich: Waren die Sony-Kopfhörer mit der Bezeichnung MDR-NC31EM noch im Lieferumfang des Xperia Z2 enthalten, legt der Hersteller bei Xperia Z3 und Xperia Z3 Compact nur gewöhnliche In-Ear-Headsets bei. Die zu Straßenpreisen von 30 bis 40 Euro erhältlichen DNC-Kopfhörer sind aber vor allem für ÖPNV-Pendler eine empfehlenswerte Investition.

Sony Xperia Z3 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact Headset | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact | (c) Areamobile

 

Ein weiteres neues Sound-Feature des Xperia Z3 Compact ist die DSEE-HX-Engine. Hinter diesem kryptischen Markennamen verbirgt sich die Abkürzung für Digital Sound Enhancement Engine. Diese Software-Lösung von Sony tut letztendlich genau das, was der Name vermuten lässt: Sie verbessert den Klang von Musik-Titeln, die stark komprimiert sind. Das funktioniert auch erstaunlich gut, der Unterschied ist deutlich zu hören und anders als solche Presets wie Clear Audio+ auch förderlich für das Musikerlebnis. Wunder sollte man natürlich nicht erwarten, eine MP3-Datei mit 96 kbit/s wird nie so gut klingen wie eine FLAC-Datei. Außerdem gibt es eine Einschränkung: DSEE HX kann nur in der Walkman-App verwendet werden, andere Musik-Anwendungen bieten nur den Sony-Equalizer samt diverser Klang-Vorgaben und die Geräuschunterdrückung.

Für Klangfetischisten bietet Sony beim Xperia Z3 Compact außerdem Unterstützung für Digital-zu-Analog-Wandler, die an den Micro-USB-Eingang angeschlossen werden können. Der Klang der Stereo-Lautsprecher des kompakten Sony-Smartphones geht zwar in Ordnung, ist aber weder mit dem des großen Modells, noch mit einem HTC One M8 zu vergleichen.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Sony Xperia Z3 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3 Compact | (c) Areamobile

Das Xperia Z3 Compact bietet natürlich allerhand Verbindungsmöglichkeiten und darf hin und wieder auch als Telefon verwendet werden. Anrufer dringen durch die Hörmuschel gut und unverzerrt ans Ohr, die etwas vom Rand abgesetzte Lautsprecher-Öffnung macht sich auch gut beim Telefonkomfort bemerkbar - vorbei ist die Zeit, in der man sich noch eine scharfe Gehäusekante in den Gehörgang rammen musste, um leise Gesprächspartner verstehen zu können. Auch als Empfänger gibt es keinen Grund zur Beschwerde, Anrufe gehen klar und ohne plärrigen Klang am anderen Ende ein.

Wie es sich für ein Smartphone mit Top-Ausstattung gehört, bietet das Xperia Z3 Compact nicht nur Zugang ins 3G-Netz, sondern auch LTE Cat-4 für Downloadraten von bis zu 150 Mbit/s sowie Unterstützung für VoLTE. Zudem sind Module für WLAN ac und Bluetooth 4.0 LE samt Audio-Codec aptX mit an Bord.

Akku-Laufzeit

Zugegeben: Als Sony auf der IFA-Präsentation für seine Neuheiten Xperia Z3 und Xperia Z3 Compact eine Akku-Laufzeit von zwei Tagen versprach, bekam ich es etwas mit der Angst zu tun. Als Nutzer eines Xperia Z1 und Z2 war ich solche und längere Laufzeiten gewohnt, beworben hatte das der Hersteller aber sonst nicht - das war also eher kein gutes Zeichen. Der Test des Xperia Z3 Compact gibt die Entwarnung: Das Smartphone hält durchaus seine zwei Tage durch und darf in diesen 48 Stunden auch gerne und viel genutzt, und sogar bei niedrigem Akkustand noch außer Haus geführt werden. Zumindest dann, wenn die automatische Helligkeitsregelung eingeschaltet und das Gerät ein bis zwei Mal vollständig aufgeladen wurde, sind mehrere Stunden Internetsurfen und Musikhören gar kein Problem.

In unserem Video-Test mit maximaler Bildschirmhelligkeit hielt das Kleine mit 5:32 Stunden exakt eine Stunde länger durch als das Xperia Z1 Compact, und sogar 1:15 Stunden länger als das Xperia Z3. Und wer dann wirklich auf den letzten Prozentpunkten noch erreichbar sein muss, der hat im neuen Ultra-Stamina-Modus zumindest Zugriff auf Grundfunktionen wie SMS, Telefon und Kamera. Datenverbindungen werden dabei deaktiviert und die Prozessorleistung gedrosselt.

Fazit

Das Xperia Z3 Compact ist ein beeindruckendes Smartphone, keine Frage. Mit dem Rückwärts-Trend bezüglich der Größe hat Sony schon beim Vorgänger Sympathiepunkte einheimsen können, das neue Modell macht Vieles noch besser. Der Zugewinn der Display-Diagonale bei gleichzeitiger Schlankheitskur macht aus dem ehemaligen kleinen Pummel ein elegantes Smartphone, das sich problemlos mit einer Hand bedienen lässt. Die Leistung des Xperia Z3 Compact ist auf einer Höhe, wenn nicht besser als bei anderen, deutlich größeren und teureren Top-Geräten. Außerdem bietet Sony einige coole Features für Musikjunkies und wohl unschlagbar viele Verbindungsmöglichkeiten - nur eben keinen IR-Sensor.

Einen Knackpunkt hat das Xperia Z3 Compact nun allerdings, und das ist das zeitnahe Erscheinen zum Xperia Z1 Compact. Das dürfte es auch für viele Interessenten, die den Vorgänger nicht besitzen aus zwei Gründen nicht einfach machen, sich für das neue Sony-Smartphone zu entscheiden. Zum einen könnte sich der konsequent kurze Veröffentlichungszyklus durchaus im Launch eines wieder etwas besseren Xperia Z4 Compact im nächsten Frühjahr äußern. Zum anderen wird der eben nicht wirklich schlechtere Vorgänger mit Erscheinen des Xperia Z3 Compact preiswerter werden - die UVP von 499 Euro für das neue Modell ist immerhin kein Pappenstiel.

Wer soll sich nun das neue Kompakt-Smartphone von Sony kaufen? Besitzer des Xperia Z1 Compact dürfen sich zurecht über das insgesamt stimmigere Gesamtpaket mit größerem und besserem Display ärgern, sollten aber nicht wegen der nur unwesentlich verbesserten Technik wechseln. Für solche, die ein kleines, leistungsstarkes Smartphone und vielleicht sogar einen ähnlich großen Nachfolger für ihr iPhone 5 suchen, sei das Xperia Z3 Compact noch vor allen anderen Mini-Smartphones ausdrücklich empfohlen - und so viel besser dürfte ein Xperia Z4 Compact nun auch nicht mehr werden.

Probleme im Test

Sony Xperia Z3 Compact mit Riss | (c) Aremobile

Sony Xperia Z3 Compact mit Riss | (c) Aremobile

Weder die robusten Kanten, noch das kratzfeste Glas konnten unser Textexemplar des Xperia Z3 Compact daran hindern, kaputt zu gehen. Nach nur einer Woche im Einsatz zeigte sich ein hässlicher, ziemlich langer Riss auf der Glasrückseite, der sich spontan und ohne Fremdeinwirkung bildete. Ähnliches haben Nutzer früherer Xperia-Z-Modelle bereits vorher erfahren müssen, beim ersten Xperia Z startete Sony sogar eine Umtauschaktion für betroffene Geräte. Scheinbar ist die Glaseinfassung so knapp bemessen, dass das Hartglas unter starkem Druck steht und zum Sprung neigt. Natürlich haben wir das Problem nicht auf uns sitzen lassen und bei der Presseabteilung von Sony nachgehakt - es soll sich um einen Einzelfall handeln. Wir haben um ein neues Testgerät gebeten und werden das Problem beim nächsten Exemplar im Blick behalten. Der Vorfall wurde bei der Wertungsvergabe nicht berücksichtigt, da es sich offenbar um einen Produktionsfehler beim Testgerät handelt.

 

Testwertung Sony Xperia Z3 Compact
 
Handlichkeit und Design 90%
Verarbeitung 95%
Sprachqualität 90%
Akkuausdauer 87%
Ausstattung/ Leistung 89%
Kamera 88%
Internet 92%
Musik 96%
Software und Bedienung 95%
Navigation 89%
Gaming und Video 89%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
91%
Zeitwertung
(Stand 28.08.2016)
84%

Unsere Wertung im Detail

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 17.09.14 16:43 foetor (Advanced Handy Profi)

    Als Z1C Besitzer ist es schön zu hören das der Akku besser wurde, aber die Kamera ist echt eine Frechheit! Das Bild mit dem 190 SL sieht aus wie von vor 3 Jahren, unglaublich was sich Sony immer bei der Kamera leistet!

    @AM
    Wann kommt eigentlich das "Fotolabor" mit Nachtaufnahmen/Blitzlicht Bildern etc.

    PS: Schönes Auto, miese Bildqualität, das hat das Auto nicht verdient :D

  2. 17.09.14 17:18 M.a.K (Handy Master)

    Das mit der Kamera in den Xperia's verstehe ich auch nicht. Permanent werden diese bemängelt und andere Firmen die Kameras von Sony verbauen bekommen es doch auch hin. Ich weiß gar nicht mehr wann es mal ein Sony gab bei dem die Kamera sehr gut abgeschnitten hat.

  3. 17.09.14 17:57 NeRkO20 (Handy Profi)

    Ist sie denn besser als die vom HTC m7, aber nicht auf die Auflösung bezogen...?
    Überlege umzusteigen, m8 ist einfach ein sinnlos grosser klopper... das z3c ist ideal für mich

  4. 17.09.14 18:48 TheHunter (Gast)

    Dass die Bilder jetzt so schlecht sind muss am weitWinkel liegen. Ich hab das Z1c und fand die bilder nie so schlecht wie immer behauptet wurde.
    Ich werde mir wohl auch wieder ein z3c kaufen.

  5. 17.09.14 19:16 pixelflicker (GURU)

    Ob die Bilder schlecht sind oder nicht, das will ich jetzt nicht beurteilen. Aber bei Sony würde man eigentlich erwarten, dass die die besten Kameras haben. Die stellen sie ja auch für die Anderen her. Apple verbaut auch Sony-Sensoren, oder?

  6. 17.09.14 20:34 chief (Advanced Handy Master)

    @Pixel
    Beim 4S ja. Das war der selbe Sensor wie im Arc S und auch später im Xperia S (da aber mit 12MP).

    Mal ne andere Frage. Weißt du wie groß ungefähr (in MB) ein 20MP Bild ist, wenn es mit einer DSLR gemacht wurde?

    @Test
    Also die Bilder vom Z2 sehen besser als. Allerdings stimme ich der Meinung zu, dass das was bei Sony im Busch sein muss. Die ver*acken das irgendwie immer auf Software Ebene.

  7. 17.09.14 20:52 Gorki (Advanced Handy Master)

    Ich habe eine EOS 600 mit 18MPx. Vielleicht reicht das als Vergleich. Neulich habe ich nur JPG in höchster Qualität gemacht (sonst nur RAW). Die sind je nach Motiv zw. knapp 4MB bis etwas über 10 MB groß.

  8. 17.09.14 20:53 homeend (Advanced Handy Profi)

    Mit ner DSLR hat ein Bild ca. 5 MB als .jpg und ca. 50 MB als .raw.

  9. 17.09.14 21:01 benthepen (Advanced Handy Master)

    Oh, oh....

    http://www.androidpit.de/sony-macht-verluste-und-will-staerker-auf-premium-setzen

  10. 17.09.14 21:41 chief (Advanced Handy Master)

    @Gorki

    Danke :)

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