Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 
Autor: Steffen Herget 17.01.2015 - 13:28 | 1

Nokia Lumia 735 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Starker und wechselbarer Akku
  • Design und Verarbeitung
  • Flüssige Performance
  • Flops
  • Schlechter Lautsprecher
  • Lieferumfang

Nokia Lumia 735 Test: Mehr als schnöde Mittelklasse

Mit dem Nokia Lumia 735 ist ein Windows Phone seit kurzem in Deutschland zu kaufen, das es trotz des niedrigen Preises von rund 200 Euro faustdick hinter den Ohren hat. Die herausragenden Merkmale sind ein Quad-Core-Chip, eine 5-Megapixel-Frontkamera und LTE. Was Lumia 735 noch so alles kann, verraten wir euch im Test.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Vorgestellt wurde das Nokia Lumia 735 zusammen mit seinem Schwestermodell Lumia 730 und dem Lumia 830 auf der IFA in Berlin im September letzten Jahres, seit einigen Wochen ist das Smartphone in Deutschland zu kaufen. Der Straßenpreis für das Windows Phone liegt bei etwas über 200 Euro. Das ist nicht eben viel Geld für ein Smartphone, doch die Mittelklasse hat in den vergangenen Monaten mächtig aufgeholt. Das ist auch beim Lumia 735 zu sehen.

Nimmt man das Lumia 735 zum ersten Mal in die Hand, kommen sofort Zweifel auf: Gab's das nicht schon mal? Nein, nicht ganz, doch die Ähnlichkeit zum Lumia 920 ist nicht von der Hand zu weisen, die Formensprache ist sehr ähnlich ausgefallen. Es gibt allerdings auch Unterschiede, etwa beim Lautsprecher, der nach hinten und nicht nach unten abstrahlt, sowie der Gestaltung der Kamera. Auch ist das Lumia 735 mit 8,7 Millimeter und 134 Gramm deutlich dünner und leichter als sein Design-Vorbild aus dem Jahr 2012. Die Kamera muss hier ohne echten Auslöser auskommen, dieser Knopf fehlt dem Lumia 735. An der Vorderseite fällt weiterhin auf, dass auch die Windows-Phone-Schaltflächen unter dem Display verschwunden sind. Microsoft setzt beim Lumia 735 komplett auf Touchscreen-Bedienung.

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

Nokia Lumia 735

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

Schlankes Profil

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

Rückseite | (c) Areamobile

 

Das neue Smartphone wirkt äußerst stabil und gut verarbeitet, das matte Polycarbonat liegt angenehm seidig in der Hand. Man ist fast überrascht, dass man die Rückseite doch recht leicht abnehmen kann, wenn an den oberen Ecken gedrückt wird. Darunter verbergen sich neben dem Akku die Slots für die Speicher- und SIM-Karte, zudem beinhaltet die Schale die Qi-LAdespule und die notwendigen Kontakte. Durch die wechselbare Rückseite lässt sich die Gerätefarbe zudem vergleichsweise günstig ändern.

Display-Größe und -Qualität

| (c) Areamobile

Gute Abdeckung des RGB-Farbraums | (c) Areamobile

Das Display des Nokia Lumia 735 ist 4,7 Zoll groß und bringt ein AMOLED-Panel mit. Das steht für satte Farben und im Fall des Lumia 735 auch für eine sehr gute Blickwinkelstabilität. Gleichzeitig merkt man beim genauen Hinsehen, dass Icons und Schriften beim schnellen Scrollen ein wenig nachziehen - ein kleiner Makel. Insgesamt gefällt die Darstellung des Bildschirms, der 1.280 x 720 Pixel darstellt und so auf 312 ppi kommt, durchaus, die Schärfe ist ausgezeichnet. Über die Systemeinstellungen lassen sich Farbtemperatur, Farbton und Sättigung ebenso anpassen wie die drei verschiedenen Helligkeitsstufen. Eine stufenlose Regelung gibt es bei Windows Phone nach wie vor nicht, die Automatik funktioniert im Test aber anstandslos. Schade: Wie auch das Lumia 930 hat das 735 keinen Glance Screen, mit dem im Standby Informationen auf dem Display dargestellt werden können. Die Messwerte für die Farbechtheit sehen recht gut aus, die RGB-Abdeckung ebenso. Der leichte Blaustich, der sich in den Standardeinstellungen zeigte, ist mit dem Auge nicht zu erkennen. Mit gemessenen 206 cd/m² ist das Display des Lumia 735 nicht eben leuchtstark. In besonders hellen Umgebungen schaltet das Smartphone allerdings in einen Extra-Modus, der auch in der prallen Sonne für ordentliche Ablesbarkeit sorgt.

| (c) Areamobile

Abweichung bei Primärfarben | (c) Areamobile

| (c) Areamobile

Geringe Delta-Werte bei der Grautreppe | (c) Areamobile

| (c) Areamobile

Minimaler Blaustich gemessen, aber nicht zu sehen | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Bei den restlichen inneren Werten entspricht das Lumia 735 weitgehend dem Lumia 830, und das ist nichts schlecht. Der Qualcomm Snapdragon 400 reicht in den allermeisten Situationen für das ressourcenschonende Windows Phone völlig aus, um eine flüssige und schnelle Performance abzuliefern. 1 GB Arbeitsspeicher ist ebenfalls genug, auch wenn hier ein zweites Gigabyte schon wünschenswert wäre, weil es die Performance noch einmal erhöht. Für ein Mittelklasse-Modell mit Windows Phone wie das Lumia 735 ist die Ausstattung Prozessor-seitig allerdings absolut ausreichend.

Das Nokia Lumia 735 wird von Microsoft direkt mit Windows Phone 8.1 und dem Denim-Update ausgeliefert. Damit verfügt das Smartphone über die aktuellste Version des Betriebssystems und dazu noch über die üblichen Beigaben aus der Nokia- und Microsoft Schatzkiste. Dazu zählen etwa einige Foto-Apps, Here Maps und Here Drive+ mit kostenloser Offline-Navigation mit Sprachführung, Nokia MixRadio mit Gratis-Musikstreaming samt Offline-Funktion, aber auch Onedrive oder Microsoft Office. Alle diese Dinge sind gut und stimmig ins Betriebssystem integriert. Allerdings taugen Here maps, Office oder Onedrive nicht mehr so ganz zur Abgrenzung von Android und iOS, denn auch für diese Systeme sind die Apps mittlerweile größtenteils verfügbar und funktionieren mindestens genauso gut, teilweise sogar besser als auf Windows Phone, etwa im Falle von Office. Ob sich Microsoft mit dieser Strategie, die der eigenen Plattform Alleinstellungsmerkmale raubt, einen Gefallen getan hat, muss sich noch zeigen.

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

Windows Phone 8.1

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

Gute Tastatur

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

Areamobile.de auf dem Lumia 735 | (c) Areamobile

 

Neben den angesprochenen Apps sind auf dem Lumia 735 im Test einige Dinge zu finden, die eher als unschöne Bloatware zu werten sind, denn wer sie wirklich benötigt, kann sie sich ja eigentlich auch selbst herunterladen. Cewe Fotobuch, der DB Navigator, One Football, Xing, Maxdome, n-tv und noch einige mehr blockieren immerhin einen Teil des mit 8 GB nicht eben großzügigen internen Speichers des Smartphones, das muss nicht sein. Wenigstens können all diese Apps gelöscht werden, schöner wäre es aber, wenn sie gar nicht erst vorinstalliert wären.

Die reine Touchscreen-Bedienung funktioniert weitgehend problemlos. Auf Wunsch wird die Leiste mit den drei Windows-Buttons ausgeblendet, wenn sie nicht benötigt wird. Um die Icons wieder in den sichtbaren Bereich zu holen, reicht es aus, von unten in das Display hinein zu wischen. Diese Geste funktioniert zuverlässig in jeder App. Am oberen Ende des Bildschirms führt das Hereinwischen dazu, das Benachrichtigungs-Menü anzuzeigen. Dessen vier Shortcut-Buttons kann sich der Anwender in den Systemeinstellungen selbst aus einer Auswahl an Funktionen konfigurieren.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Das Nokia Lumia 735 verfügt an der Rückseite über eine Carl-Zeiss-Kamera mit 6,7 Megapixel Auflösung. Der Sensor ist 1/3,4 Zoll groß, die Blende mit f1.9 recht lichtstark ausgefallen. Auch ein Single-LED-Blitz fehlt nicht. An der Vorderseite dürfen sich Selfie-Freunde über eine 5-Magepixel-Knipse freuen, die allerdings nicht das Carl-Zeiss-Siegel trägt und mit einer Blende von f2.4 weniger lichtstark daher kommt. Dafür ist die Brennweite mit 24 Millimeter etwas weiter ausgefallen als die 26 Millimeter hinten. Beide Kameras nehmen Full-HD-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde auf.

Das Lumia 735 kommt mit der bekannten Lumia-Camera-App daher. Die erweiterte Version, die nach dem Denim-Update auf dem Lumia 830, 930 und 1520 installiert wird und mit praktischen neuen Features daher kommt, gibt es derzeit für das 735 nicht. Die manuellen Einstellmöglichkeiten und andere Qualitäten der Kamera-Anwendung bleiben aber natürlich erhalten. Auf den Schnellstart aus dem Standby muss man ohne echten Kamera-Auslöser verzichten. Besonders schnell ist die App zudem auch nicht beim Fokussieren und Auslösen.

Testfoto mit dem Lumia 735 | (c) Areamobile

Hauptkamera

Testfoto mit dem Lumia 735 | (c) Areamobile

Selfie | (c) Areamobile

 

Die Ergebnisse können sich bei beiden Kameras durchaus sehen lassen. Die Farbdarstellung ist nehr natürlich und die Belichtung ausgewogen. Das Rauschverhalten ist bei gutem Licht ordentlich. Diese Pluspunkt gelten sowohl für die Front- als auch die Hauptkamera. Vergrößert man die Bilder stark, ist allerdings zu sehen, dass sie von der Software teils deutlich nachgeschärft werden, was bei sehr feinen Details manchmal zum Verschwimmen von Konturen und damit eigentlich zum Gegenteil von Schärfe führt. Der Gesamteindruck ist für eine Handy-Kamera der Mittelklasse aber durchaus gelungen.

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

Schlechter Lautsprecher | (c) Areamobile

Für Videos und Spiele ist ein guter Ton ebenso wichtig wie ein gutes Bild. Hier stellt sich Microsoft mit dem Lumia 735 im Test leider gleich zweimal ein Bein. Einerseits liefert man kein Headset mit - das ist schade, zumal die Nokia-Kopfhörer in der Vergangenheit durchaus zu den besseren gehörten. Andererseits ist der interne Lautsprecher kaum zu gebrauchen, zumindest für mehr als einen Klingelton. Er ist insgesamt zu leise und wird schnell blechern. Wie schon beim Lumia 930 kommt dazu: Ist der Lautsprecherausgang an der Rückseite abgedeckt, weil das Handy etwa auf einer etwas weicheren Unterlage liegt oder die Hand im Weg ist, hört man ganz einfach überhaupt nichts mehr. Das ist wirklich schlecht, auch etwa zur Sprachnavigation, wenn das Smartphone in einer Halterung steckt, die hinten keine Aussparung hat. Was sich die Ingenieure hier gedacht haben, ist absolut rätselhaft.

Von den 8 GB Speicher im Lumia 735 steht dem Anwender knapp die Hälfte zur Verfügung. Das ist nicht viel, vor allem in Zeiten von HD-Videos, Offline-Streaming und aufwändigen Spielen. Deshalb ist es äußerst ratsam, hier mit einer Speicherkarte nachzuhelfen. Microsoft unterstützt microSD-Karten mit bis zu 128 GB. Positiv bei Windows Phone: Die Verlagerung von neuen und bestehenden Inhalten ist durch die Speicheroptimierung in den Systemeinstellungen sehr komfortabel machbar.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Bei der Empfangs- und Gesprächsqualität kann das Lumia 735 im Test seine Nokia-Herkunft nicht verleugnen, und das ist gut so. In beiden Disziplinen überzeugt das Smartphone auf voller Linie. Die Gesprächspartner an beiden Enden der Leitung sind klar und deutlich zu verstehen, die Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen funktioniert ebenso sauber wie das Herausfiltern von Leitungsrauschen. Freisprechen über den Lautsprecher funktioniert nur dann, wenn dieser nicht abgedeckt ist, sonst kommt ja kein Ton heraus. Bei der Sprachqualität zählt das Lumia 735 insgesamt zu den besten Smartphones auf dem Markt.

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

SIM- und microSD-Slot | (c) Areamobile

Im Gegensatz zum Schwestermodell Lumia 730, das als Dual-SIM-Smartphone daher kommt, nimmt das Lumia 735 nur eine SIM-Karte im Nano-Format auf, unterstützt dafür aber LTE mit bis zu 150 MBit/s sowie HSPA+ mit maximal 42 MBit/s. Dem WLAN-Modul fehlt der ultraschnelle ac-Standard, den allerdings auch viele derzeit genutzt Router nicht unterstützen. Bluetooth 4.0 und NFC sind ebenso an Bord wie ein normaler Micro-USB-Anschluss für die Kabelverbindung. Ein entsprechendes Kabel muss man dafür aber selbst mitbringen, denn Microsoft legt dem Nokia Lumia 735 ein Netzteil mit fest verdrahtetem Ladekabel bei - ein Detail zwar, aber ein nerviges und völlig unverständlich.

Akku-Laufzeit

Nokia Lumia 735 Unboxing | (c) Areamobile

Starker Akku | (c) Areamobile

Der Akku des Nokia Lumia 735 ist austauschbar und besitzt eine Kapazität von 2.200 mAh. Serienmäßig unterstützt das Smartphone die kabellose Ladung über den Qi-Standard. Das ist praktisch und schon den USB-Port durch die wegfallende mechanische Belastung. Die Ausdauer des Windows Phones ist im Test sehr gut, über den Tag dürfte wohl jeder Anwender mit dem Lumia 735 kommen, problemlos sind auch zwei Tage drin. Im Video-Dauertest von Areamobile schaffte das Lumia 735 eine Laufzeit von über sieben Stunden, ein mehr als ansehnlicher Wert, den wir bei unseren Video-Tests erst bei einer handvoll anderer Smartphones beobachten durften und der sogar besser ausfällt als bei den Nokia-Phablets Lumia 1320 und 1520, die als echte Langläufer bekannt sind.

Fazit

Das Gesamtpaket stimmt beim Lumia 735. Für etwas mehr als 200 Euro bekommt man ein Samrtphone mit starkem Akku, toller Sprachqualität und flotter Performance. Schickes Design mit mutigen Farben gibt es noch dazu. Einzig der Lautsprecher ist sein Geld nicht wert, außerdem ist es nicht nachzuvollziehen, warum Microsoft ein Ladegerät mit fest verdrahtetem USB-Kabel mitliefert und auf ein Headset verzichtet. Sieht man darüber aber hinweg, macht man mit dem Lumia 735 kaum etwas verkehrt.

Themen: Smartphone, Lumia

Das Gesamtpaket stimmt beim Lumia 735. Wer ein flottes und einigermaßen günstiges LTE-Smartphone mit starkem Akku und guter Kamera sucht, wird hier fündig. Den Lautsprecher nehme ich euch aber ein bisschen übel, liebe Leute bei Microsoft.

Persönlicher Kommentar von Steffen Herget

Testwertung Nokia Lumia 735
 
Handlichkeit und Design 85%
Verarbeitung 95%
Sprachqualität 96%
Akkuausdauer 97%
Ausstattung/ Leistung 73%
Kamera 88%
Internet 89%
Musik 92%
Software und Bedienung 85%
Navigation 94%
Gaming und Video 65%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
86%
Zeitwertung
(Stand 15.12.2017)
74%

Unsere Wertung im Detail

Lesermeinungen zum Nokia Lumia 735 Jetzt selbst bewerten!
Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
(Beschreiben Sie das Handy mit einem Satz)
Neueste Lesermeinungen
Noch keine Lesermeinung vorhanden.
Alle 0 Meinungen zusammengefasst
Bewertung Nokia Lumia 735
Weiterempfohlen von
0% 
- %
keine Note

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 0 Bewertungen von Areamobile Lesern.

Lesermeinungen zum Nokia Lumia 735
 
Schreiben Sie Ihren Erfahrungsbericht zum Nokia Lumia 735

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 17.01.15 13:49 sabu (Advanced Handy Profi)

    Guter Test, hatte aber doch gedacht, dass das Display leuchtstärker ist

antworten
Anzeige
Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte
 
Zur Bestenliste der beliebtesten Handys
 
Anzeige