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Autor: Stefan Schomberg 24.01.2015 - 16:06 | 1

Wiko Birdy 4G Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Hervorragender Preis und LTE
  • Insgesamt gute Leistung
  • Flops

Wiko Birdy 4G Test: Tapferes Vögelchen zum kleinen Preis

Es gibt zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen: Günstig und LTE. Zumindest bis vor kurzem. Mit dem Wiko Birdy 4G zeigt der französische Hersteller, dass beides sehr wohl zusammen geht. Wir erklären im Test, ob das Birdy 4G wirklich günstig, oder doch eher nur billig ist.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das Wiko Birdy 4G hat vor allem einmal eines: Einen seltsamen Namen. Birdy, also Vögelchen - welcher Hersteller nennt sein Gerät denn so? Normalerweise setzen Verkäufer doch eher auf martialische oder wenigstens angenehme Wortmalereien. Wiko nicht. Auffallend ist der Name Birdy 4G natürlich schon, aber erste Assoziationen lassen nicht unbedingt an grandiose Technik denken, sondern nur an kleine Flauschebälle, junge Vögelchen halt. Vielleicht will der Hersteller aber auch einen Zusammenhang zu einem Paradiesvogel herstellen? Dazu würden zumindest die vielen bunten Farben passen, in denen man das günstige Gerät kaufen kann. Denn für eine UVP von 139 Euro gibt es nicht nur einen Quad-Core-Chip, sondern eben auch sieben unterschiedliche Farben, die sich allerdings nur auf Rücken und Seiten des Gerätes beziehen.

Wiko Birdy 4G Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Wiko Birdy 4G | (c) Areamobile

Wiko Birdy 4G Unboxing | (c) Areamobile

Tasten zu mittig und auf einer Seite

Wiko Birdy 4G Unboxing | (c) Areamobile

Bunt, bunter, Birdy | (c) Areamobile

 

Darf man von einem Gerät, das nicht einmal 150 Euro kostet, bei Design, Material und Verarbeitungsqualität viel erwarten? Eindeutig nein. Ist das Gebotene beim Wiko Birdy im Test denn schlecht? Ebenfalls eindeutig nein. Man kann zwar nicht abstreiten, dass dem Wiko Birdy 4G sein geringer Preis durchaus anzusehen ist, das liegt aber ehe in der einfachen Ausführung als an echten Mängeln. So besteht die bunte Rückschale komplett aus einem Teil, der sich auch um die Seiten zieht und etwas labberig ausfällt. Das merkt man etwa, wenn man hinten auf das Birdy 4G im Test drückt - der Kunststoff gibt schon bei wenig Druck nach und deckt den Umstand auf, dass sich Luft zwischen Gehäuse und Akku befindet. Etwas rutschig ist der Kunststoff auch. Der Energiespender ist übrigens austauschbar, außerdem fällt neben den Steckplätzen für - im Gegensatz zu vielen anderen Wiko-Modellen - eine einzelne SIM-Karte und die Speicherkarte die Farbe des restlichen Kunststoffes auf: Mintgrün. Das sieht man zwar nicht, wenn die Rückseite drauf ist, unterstreicht aber noch einmal den Paradisvogel-Aspekt.

Vorne fällt ein relativ breiter Rahmen um das Display auf, der sicherlich auch dem Preis geschuldet ist. Wiko übertreibt es dabei aber nicht, der Rand um den Screen geht noch in Ordnung. An der Verarbeitung gibt es erfreulicher Weise auch nichts auszusetzen, Spaltmaße findet man zumindest nicht. Ebenfalls gelungen: Druckpunkt und Tastenhub der beiden rechts angebrachten Hardware-Buttons. Deren Anordnung ist hingegen durchaus leicht zu bemängeln, denn die Power-Taste sitzt ziemlich mittig auf der Seite und ist wegen der vergleichsweise geringen Baugröße des Wiko Birdy 4G im Test nicht so optimal zu bedienen wie die Lautstärkewippe. Vielleicht wäre eine Aufteilung auf beide Seiten des Modells sinnvoller gewesen, dann hätten sie beide im oberen Bereich des Gerätes angesiedelt werden können. Die Messdaten mit einer Dicke von etwa 9,6 Millimeter und einem Gewicht von 141 Gramm gehen für den Verkaufspreis voll in Ordnung.

Display-Größe und -Qualität

Displaywinkel | (c) Areamobile

Displaywinkel | (c) Areamobile

Wenig Geld, wenig Display - stimmt beim Wiko Birdy im Test durchaus. Die 4,5 Zoll Diagonale werden Menschen, die auf der Suche nach einem kompakten Smartphone sind, vielleicht eher noch freuen, eine Auflösung von 854 x 480 Pixel und eine daraus resultierende Bildschärfe von 218 Pixel pro Zoll (ppi) eher nicht. Auch wenn hier natürlich nicht ohne weiteres einzelne Pixel zu sehen sind, fällt eine generelle Unschärfe auf und an Rändern von Icons lassen sich etwa deutliche Treppchenbildungen erkennen. Bei kleiner Schrift kann man nur noch mit viel Wohlwollen von guter Lesbarkeit sprechen. Auch der Kontrast fällt mit 490:1 recht schwach aus, dafür überzeugt die Helligkeit mit bis zu 400 cd/m². In puncto Farb- und Grautreppengenauigkeit sollte man mit durchschnittlichen Werten von 22,5 und 19 Delta E auch keine Wunder erwarten, im Alltag stört das aber kaum. Bei spitzeren Blickwinkeln lassen sich leichte Farbverfälschungen erkennen und eine frühe, aber nicht zu starke Abschattung - für den Preis absolut in Ordnung. Der darstellbare Farbraum ist zwar gerade im Bereich um Grün leicht verschoben, die darstellbare Menge an Farben passt aber. Insgesamt ist die Darstellungsfläche etwas weit unter der Display-Oberfläche angesiedelt, wodurch es an Brillanz fehlt und der Screen nicht übermäßig edel wirkt. Das Display wird nicht von Gorilla-Glas geschützt, die Oberfläche verschmiert sehr schnell.

Wiko Birdy 4G Display-Test | (c) Areamobile

Farbtest | (c) Areamobile

Wiko Birdy 4G Display-Test | (c) Areamobile

Grautreppe | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Für günstige Smartphones ist meist Mediatek der Chip-Hersteller der Wahl, das ist auch beim Wiko Birdy 4G im Test nicht anders. Zum Einsatz kommt der MT6582, der in vielen günstigen Dual-SIM-Geräten verwendet wird. Er hat mit der niedrigen Auflösung des Birdy 4G normalerweise keinerlei Probleme und beschleunigt das Gerät im Alltag meistens auf eine flüssige Bildwiederholungsrate. Dennoch kann man gelegentliche Hakler und Stotterer nicht ganz verhehlen und in Benchmarks macht das Birdy 4G eine eher klägliche Figur: 4,2 Bilder im GFXBenchmark und 19.480 Punkte in Antutu zeigen die deutlichen Unterschiede zu einem Mittelklassemodell auf - irgendwo muss der niedrige Preis ja auch herkommen. Entsprechend laufen Highend-Spiele auf maximalen Einstellungen oft nicht mehr flüssig.

Wiko Birdy 4G Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen

Wiko Birdy 4G Unboxing | (c) Areamobile

Hauptmenü

Wiko Birdy 4G Unboxing | (c) Areamobile

Tastatur | (c) Areamobile

 

Ansonsten gibt es wenig zum Wiko Birdy 4G zu berichten, denn bei der Software etwa nimmt der Hersteller so gut wie keine Anpassungen vor. Das ist gut, schließlich gibt es nur 4 GB internen Speicher, von dem auf diese Weise immerhin noch 2,3 GB frei bleiben. Als Grundversion dient Android 4.4.2 Kitkat, ansonsten gibt es typische Anpassungen, wie sie bei vielen Modellen mit Mediatek-Chip bekannt sind - etwa Audiprofile oder auch die SIM-Kartenverwaltung, die aber bei nur einer SIM-Karte keinen Sinn macht. Ein Highlight gibt es aber dann doch: LTE. Das ist zwar inzwischen eigentlich nichts besonderes mehr, bei einem Smartphone für 139 Euro würde man das aber normalerweise nicht erwarten.

Kamera

Originalaufnahme Wiko Birdy | (c) areamobile

Originalaufnahme Wiko Birdy | (c) areamobile

Es gibt Smartphones, die haben eine Kamera mit 8 Megapixel, das spätere Foto ist aber matschig und bietet kaum Details. Dann gibt es Smartphones mit 5 Megapixel und das Ergebnis sieht ziemlich gut aus. Zur letzten Kategorie gehört das Wiko Birdy 4G im Test. Die Bildschärfe des Gerätes geht gerade für die Preisklasse absolut in Ordnung, entsprechend ist auch das Detailvolumen gut. Selbst mit der Bilddynamik kann man leben, ein HDR-Modus schafft im Zweifel Abhilfe, dabei geht aber auch mit ruhiger Hand Bildschärfe verloren. Außerdem wirken Bilder dann überzeichnet. Bildrauschen ist spätestens in der Vergrößerung zu erkennen, hält sich aber in Grenzen. Bei schwindendem Licht wird das natürlich stärker und der kleine LED-Blitz kommt schnell an seine Grenzen. Die Frontkamera mit 2 Megapixel bietet ausreichende Standardkost, sie erlaubt Videos mit 720p. Apropos Videos: Mit der Hauptkamera lassen sich Full-HD-Filme drehen, ihnen fehlt es etwas an Schärfe und leider kann man bei Schwenks zunehmenden Schärfemangel durch zu hohe Kompression erkennen. Dafür ist der Ton sehr wirklichkeitsgetreu. Nennenswert ist ansonsten bei der Software noch der Live-Fotomodus, der auch einige Sekunden vor dem Foto dolumentiert. Schaut man sich ein solches Video anschließend an, wird zuerst das aufgenommene Foto gezeigt, das anschließend in einer kleinen Animation in die untere linke Ecke verkleinert wird. Auf dem Großteil des Displays wird dann der kurze Zeitraum bis zur Entstehung des Bildes gezeigt.
Zur Klarstellung: Die Kamera des Wiko Birdy 4G im Test kann es natürlich nicht mit den Megapixelprotzen der Highend-Konkurrenz aufnehmen, im unteren Preissegment gehört sie aber durchaus zu den besseren Modellen.

Akku-Laufzeit und Gesprächsqualität

Wiko integriert einen Akku mit 2.000 mAh, für ein Smartphone mit 4,5 Zoll und niedriger Auflösung ist das schon sehr ordentlich. Im Alltag werden die meisten Nutzer locker zwei Tage Laufzeit hinbekommen, einige auch mehr. Nur bei Volllast schrumpft die Laufzeit schneller, in unserem Dauervideotest bei maximaler Helligkeit (bei hoher Helligkeit von 400 cd/m²) kamen wir entsprechend auf 4 Stunden und 46 Minuten - das ist im direkten Vergleich nicht überragend, bei der hohen Display-Helligkeit aber durchaus respektabel.

Die Geprächsqualität ist beim Wiko Birdy 4G zwar kein Ruhmesblatt, aber man kann gut damit leben. Insgesamt fehlt es etwas an Klarheit, Gesprächspartner klingen etwas dumpf. Dennoch ist die Verständlichkeit wegen der ausreichenden Lautstärke nicht schlecht, auch wenn Umgebungsgeräusche nicht unbedingt perfekt herausgefiltert werden. Über den Lautsprecher sollte man nicht unbedingt telefonieren, da der nicht übermäßig laut ist und etwas blechern klingt.

Fazit

Ein tapferes kleines Vögelchen, das Wiko da aus dem Käfig gelassen hat. Natürlich kann es technisch nicht mit einem ordentlichen Mitteklassemodell mithalten, aber dafür kostet es auch nur 139 Euro in der UVP des Herstellers. Für das Geld bekommt man ein ordentlich verarbeitetes Smartphone mit einem etwas niedrig auflösenden Display, das sich insgesamt aber nicht schlecht schlägt, und einen Prozessor, der normalerweise für flüssige Bedienung sorgt. Die Kamera ist gar nicht mal übel und LTE gibt es als echtes Highlight in dieser Preisklasse noch oben drauf. Viel Konkurrenz gibt es für den guten Allrounder nicht, auf dem Datenblatt gibt es aber durchaus Ähnlichkeiten zum ähnlich bepreisten Huawei Ascend Y550 zu finden.

Testwertung Wiko Birdy 4G
 
Handlichkeit und Design 73%
Verarbeitung 86%
Sprachqualität 81%
Akkuausdauer 73%
Ausstattung/ Leistung 62%
Kamera 79%
Internet 81%
Musik 78%
Software und Bedienung 83%
Navigation 83%
Gaming und Video 67%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
76%
Zeitwertung
(Stand 20.11.2017)
66%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 25.01.15 01:28 luiscesar (Youngster)

    Finde ich gut das es mittlerweile so viele gute Hersteller gibt. Vor nicht mal drei Jahren kosteten Einsteiger Modelle mehr und konnten weniger. Heute kriegt man für 100 Euro schon tolle Geräte. Wie mein lumia 630

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