Autor: Steffen Herget 30.09.2015 - 17:30 | (31)

Apple iPhone 6S Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • 3D Touch (+0.5%)
  • Verarbeitung makellos
  • Flotte Performance
  • Gute Kamera
  • Gutes Display
  • Flops
  • Noch einmal teurer geworden
  • Durchschnittlicher und nicht wechselbarer Akku

Apple iPhone 6S Test: Apples neue S-Klasse

Alle zwei Jahre stellt Apple in iPhone mit komplett neuem Design vor - und dazwischen? Da kommen die überarbeiteten Modelle mit dem "S" im Modellnamen daher, die so manches Mal die Fehler der Vorgänger ausbügeln. Wir haben im Test des Apple iPhone 6S untersucht, was die neue S-Klasse so alles kann und warum das neue iPhone besser ist als alle seine Vorgänger.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Seit einigen Tagen ist das neue iPhone 6S in Deutschland erhältlich, zum Start konnte Apple mal wieder einen Verkaufsrekord vermelden. Die Nachfrage nach dem Kult-Handy, das nun bereits in der neunten Generation zu kaufen ist, ist offenbar ungebrochen, das iPhone ist nach wie vor das meistverkaufte Smartphone der Welt. Dabei scheint es auch keine Rolle zu spielen, dass sich das iPhone 6S im Design eigentlich nicht von dem Modell aus dem Vorjahr unterscheidet.

Verkaufsstartd es Apple iPhone 6S in Berlin | (c) Areamobile

Steffen mit dem iPhone 6S | (c) Areamobile

Wie üblich bei der aktuellen S-Klasse von Apple wird das Design des Vorgängers beibehalten und nur marginal geändert. Das iPhone 6S sieht im Test dem iPhone 6 zum Verwechseln ähnlich, auch wenn es minimal dicker daherkommt. Das Unibody-Gehäuse ist mit 7,1 Millimeter nach  wie vor angenehm dünn, das Gewicht stieg merklich auf 143 Gramm. Zu viel ist das noch nicht, das iPhone 6S wirkt durch die Zunahme vielleicht sogar noch ein bisschen wertiger. Ebenfalls gleich geblieben ist, dass das Aluminium eine ziemlich rutschige Oberfläche hat und ohne Hülle schnell aus der Hand gleitet. Spannend: Obwohl Apple diesen Punkt nicht gesondert herausstellt, zeigen Youtube-Videos, dass das iPhone 6S sogar längere Zeit wasserdicht ist. Ausprobieren sollte man das aber lieber nicht. Was man jedoch versuchen kann, ist, das iPhone 6S zu verbiegen - Stichwort Bendgate. Das 2015er-Modell ist einerseits stabiler konstruiert und andererseits aus einem festeren Werkstoff - Aluminium 7000 - gefertigt. Uns ist es im Test nicht gelungen, das iPhone 6S mit der Hand zu verbiegen.

Apple iPhone 6S Unboxing | (c) Areamobile

Apple iPhone 6S im Test

Apple iPhone 6S Unboxing | (c) Areamobile

Vertraute Optik

Apple iPhone 6S Unboxing | (c) Areamobile

Kompakte Größe | (c) Areamobile

 

Bei der Verarbeitung des iPhone 6S erlaubt sich Apple keine Schwäche. Die Übergänge vom Glas zum Gehäuse sind nahezu nahtlos, alle Bohrungen sitzen perfekt, die Kanten sind gleichmäßig geschliffen. Das iPhone 6S wirkt wie aus einem Guss. Die Knöpfe sitzen bombenfest im Gehäuse, der Powerbutton lässt sich sogar fast ein bisschen zu schwer drücken, vor allem dann, wenn das iPhone 6S im Test in einer Schutzhülle steckt. Das ist aber tatsächlich Meckern auf einem ganz, ganz hohen Niveau. Ein besser verarbeitetes und edleres Smartphone als das iPhone 6S wird auf dem Markt kaum zu finden sein, da kann sich die Konkurrenz noch so strecken. Apple spielt hier momentan in einer eigenen Liga.

Display-Größe und -Qualität

Apple iPhone 6S Display | (c) Areamobile

Blickwinkel | (c) Areamobile

Das iPhone 6S verfügt über ein Display mit einer Diagonale von 4,7 Zoll. Das ist nach den Maßstäben heutiger Luxus-Smartphones fast schon winzig, unter 5,2 Zoll geht da in aller Regel nichts. Aber in diesem Fall ist die Größe zumindest teilweise eine Geschmacksfrage, zugleich bedeutet sie schließlich auch, dass das Smartphone selbst recht kompakt ist. Wer es bei Apple größer mag, kann zum iPhone 6S Plus greifen. Der Bildschirm des hat eine Retina-Auflösung von 1.334 x 750 Pixel, bleibt damit deutlich unter Full-HD und kommt auf eine Pixeldichte von 326 PPI. Nur mal zum Vergleich: Das neue Sony Xperia Z5 Premium erreicht mit seinem ultrahochauflösenden Bildschirm stolze 745 Bildpunkte pro Quadratzoll. Der Unterschied zwischen diesen Werten ist gewaltig, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Keine Chance für das grobkörnige iPhone-Display also? Mitnichten, denn nackte Zahlen sind nicht alles. Der Bildschirm im iPhone 6S zählt tatsächlich zu den besten, die man derzeit in einem Smartphone bekommen kann. Leuchtende Farben, richtig tiefes Schwarz, eine Darstellungsebene, die fast schon auf dem Glas zu schweben scheint - Chapeau, Apple, da habt ihr einen sehr guten Job gemacht! Auch die Bildschärfe lässt nicht den Wunsch nach mehr Pixel aufkommen, selbst kleine Schriftarten sind einwandfrei zu entziffern und einzelne Bildpunkte nicht auszumachen. Das unbestechliche Messgerät bestätigt das. 490 cd/m² bei der Helligkeit sind sehr gut, der herausragende Kontrastwert von 1364:1 reicht fast an die Herstellerangabe von 1400:1 heran und die Delta-E-Werte sind mit 5,74 für die Grautreppe und 1,58 für die Farben ausgezeichnet. Am Display des iPhone 6S gibt es im Test nichts auszusetzen, wenn man mit der Größe leben kann - aber das weiß man ja vorher.

Apple iPhone 6S Displaytest | (c) Areamobile

Abdeckung sRBG-Farbraum

Apple iPhone 6S Displaytest | (c) Areamobile

Etwas viel Blau | (c) Areamobile

 
Apple iPhone 6S Displaytest | (c) Areamobile

Top-Werte bei Kontrast und Helligkeit| (c) Areamobile

Apple iPhone 6S Displaytest | (c) Areamobile

Hohe Farbtreue | (c) Areamobile

Der Bildschirm des iPhone 6S mag in Größe und Auflösung identisch zu dem im Vorjahresmodell sein, bei der Technik ist er es nicht. Eine zusätzliche Schicht in dem Bauteil ist für die Apple-Technologie 3D Touch zuständig, die verschieden starke Druckstufen auf das Display erkennt. Die sorgt auch dafür, dass das iPhone 6S insgesamt ein wenig dicker ist als das iPhone 6. Neben der zusätzlichen Displayschicht ist auch eine neue Taptic Engine an Bord, die unterschiedliche Formen des haptischen Feedbacks erzeugen kann und dem Anwender eine Rückmeldung von 3D Touch bietet. Wie 3D Touch auf dem iPhone 6S im Test funktioniert, erfahrt ihr in der Rubrik "Bedienung".

System: Hardware, Software und Bedienung

iPhones waren in den vergangenen Jahren nie dafür bekannt, auf dem Datenblatt große Bestmarken aufzustellen, und das ist beim aktuellen Modell nicht anders. Der Apple A9 ist der aktuellste Prozessor aus Cupertino, der jedoch nach wie vor nur zwei Rechenkerne an Bord hat (mehr zum Apple A9 lest ihr hier). Das macht keinem Androiden Angst, die gerade einmal 2 GB Arbeitsspeicher auch nicht. Durch die perfekt auf die Technik abgestimmt Software von Apple ist das iPhone 6S mit dem Apple A9 im Test aber so angenehm schnell und flüssig unterwegs, dass man sich fragen muss, was die Android-Konkurrenz miz ihren Acht-Kernern und den 4 GB RAM so alles anstellt, außer das Gehäuse heiß werden zu lassen. In den Benchmarks versägt das iPhone 6S dann auch nicht nur das Vorjahresmodell deutlich, sondern auch das aktuelle Android-Top-Modell Samsung Galaxy S6.

Benchmark-Ergebnisse


Apple iPhone 6S
Apple iPhone 6
Samsung Galaxy S6
3DMark Unlimited
27.482 Punkte
17.280 Punkte
21.971 Punkte
Antutu
59.197 Punkte
46.601 Punkte
60.566 Punkte
Geekbench
Single 2.507, Multi 4.270
Single 1.627, Multi 2.923
Single 1.490, Multi 4.900
GFXBench T-Rex
79,6 fps
42,7 fps
57 fps
Sunspider
225 ms
376 ms
395,8 ms

Im Alltag läuft das iPhone 6S absolut flüssig und zeigt keine nennenswerten Aussetzer oder Ladepausen. Diesen Zustand erreichte das Apple-Smartphone im Test aber nicht direkt zum Start, im Gegenteil. Nach dem Auspacken und der ersten Inbetriebnahme fiel das iPhone 6S ebenso wie sein größeres Schwestermodell durch Aussetzer auf. Der Touchscreen nahm teilweise für zwei, drei Sekunden keine Befehle mehr entgegen, Apps starteten mit hin und wieder mit deutlicher Verzögerung. Diese unschönen Effekte irritiertenn doch sehr und ließen Zweifel vor allem an iOS 9.0.1 aufkommen. In den ersten zwei, drei Tagen im Test mit dem iPhone 6S wurden diese Aussetzer aber immer wieder, schließlich sind sie überhaupt nicht mehr aufgetreten. Es scheint fast so, als müsse man das neue iPhone erst "einfahren", bis alles richtig rund läuft.

Apropos Betriebssystem: Auf dem iPhone 6S im Test läuft natürlich iOS in der aktuellen Version 9. Unser Testgerät kam direkt mit iOS 9.0.1 daher, hatte also das erste größere Update bereits an Bord. Optisch kommt die aktuelle Version der Apple-Software unverändert daher. Man verzichtet also nach wie vor auf Widgets auf den Homescreens oder ein eigenes Hauptmenü, sondern setzt weiter auf das klassische Icon-Raster für die Apps und Ordner. Das war bei iOS schon immer so, verglichen mit schicken Android-Oberflächen oder der Oberfläche von Windows Phone wirkt das iPhone-Betriebssystem optisch aber mittlerweile fast ein wenig retro. Neben den Homescreens sind die von oben und unten herein zu ziehenden Menüs die wichtigsten Bedienmerkmale, dazu kommen die überall mit einem Wisch von oben nach unten verfügbare Schnellsuche und sie Sprachassistentin Siri, die sich auf Wunsch deaktivieren lässt.

Apple iPhone 6S Unboxing | (c) Areamobile

iOS 9.0.1

Apple iPhone 6S Unboxing | (c) Areamobile

Einstellungen

Apple iPhone 6S Unboxing | (c) Areamobile

AM-Webseite | (c) Areamobile

 

iOS 9 bietet nicht besonders viele große neue Funktionen im Vergleich mit der Vorgängerversion, sondern kommt eher als glatt gebügelte und an vielen kleinen Stellen optimierte Software daher. Zu den wichtigsten neuen Features zählen der Stromsparmodus, der nun auch dem iPhone 6S im Notfall bis zu drei Stunden längere Laufzeiten ermöglicht. Dazu wird vor allem der Datenverkehr im Hintergrund beschnitten, aber auch die Helligkeit des Displays und die Leistung des Prozessors gedrosselt. Wer keinen ordentlichen Datentarif sein Eigen nennt, sollte übrigens die neue Option WLAN Assist deaktivieren. Diese schaltet automatisch auf Mobilfunkdaten um, wenn der WLAN-Empfang nach eigenem Ermessen zu schlecht ist. Das kann ungewollte Kosten verursachen oder das Highspeed-Volumen aufbrauchen. Was es noch so alles für versteckte und nützliche Neuerungen im iPhone-Betriebssystem zu entdecken gibt, zeigen wir euch in dieser Galerie.

3D Touch begeistert

Zu den zentralen Neuerungen des Apple iPhone 6S zählt 3D Touch. Die Technologie, die in der Apple Watch unter der Bezeichnung Force Touch ähnlich umgesetzt wurde, unterscheidet verschieden starken Druck auf das Display. Wie genau Apple das technisch gelöst hat, ist nicht bekannt. Denkbar ist jedoch, dass der Touchscreen schlicht eine vergrößerte Fingerfläche erkennt, wenn der Anwender fester drückt. Das Betriebssystem iOS 9 reagiert auf die festeren Berührungen unterschiedlich. Icons der System-Apps haben stellen in der Regel ein Kontextmenü dar, das den direkten Zugriff auf einzelne Funktionen der jeweiligen Anwendung erlaubt. Über die unterschiedlichen Berührungen, die Apple als "Peek" und "Pop" bezeichnet, kann man zudem die Vorschau einer E-Mail betrachten, einen potentiell interessanten Link kurz verfolgen oder aus der Übersicht der Galerie in ein Bild herein zoomen. Jede dieser verschieden starken Berührungen wird von der neuen Taptic Engine ein wenig anders quittiert, was ein gutes Feedback schafft. Auch wenn unter Android und Windows Phone so eine ähnliche Funktion durch langes Gedrückt-Halten eines Elementes schon vorhanden ist, wirkt 3D Touch in der Praxis ganz anders und bietet schlicht und ergreifend mehr Möglichkeiten. Schon nach wenigen Tagen will man auf 3D Touch am iPhone 6S nicht mehr verzichten, die Gewöhnung stellt sich sehr schnell ein und man probiert an allen Ecken und Enden aus, ob die Funktion implementiert wurde. Blickt man in die Glaskugel, muss man feststellen: Bis das bei Android so gut und in so vielen Anwendungen funktioniert, dürfte noch eine ganze Zeit vergehen.

Verbessert zeigt sich darüber hinaus der Fingerabdrucksensor Touch ID, der nach wie vor im Homebutton des iPhone 6S sitzt und bis zu zehn Finger unterscheiden kann. Die Erkennung funktioniert sehr schnell und erfordert nur höchst selten einen zweiten Versuch. Bei der Zuverlässigkeit zeigt sich das iPhone 6S hier sogar noch vor den Fingerabdrucksensoren im Huawei Mate S und Honor 7, die ebenfalls sehr gut funktionieren. Bei den Android-Smartphones der Chinesen wurden allerdings noch zusätzliche Gesten in dem Scanner untergebracht, etwa zum Anzeigen der Notifications oder zum Blättern durch Fotos. Deshalb bleibt Touch ID in der Gesamtbetrachtung knapp hinter den Sensoren von Huawei zurück.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Bei den Kameras gab es im iPhone 6S im Test große Veränderungen. Apple hat die Auflösung ordentlich nach oben geschraubt und bietet hinten nun eine 12-Megapixel-Kamera an, die Facetime-Kamera vorne macht nun Bilder mit 5 Megapixel. Die Zeiten von 1,2-Megapixel-Selfies und Bildern mit maximal 8 Megapixel gehören also der Vergangenheit an. Das iPhone 6S kann zudem 4K-Videos aufnehmen. Die Kamera-App blieb dabei unverändert und überzeugt weiterhin mit integrierten Filtern, einer klaren Optik und einfacher Bedienbarkeit. Schade: Einen manuellen Modus bietet Apple weiterhin nicht an.

Die Bilder, die das iPhone 6S im Test abliefert, können sich sehen lassen. Der Detailreichtum ist deutlich höher als bei der Kamera des Vorjahres-iPhones und braucht auch den Vergleich mit guten Android-Knipsen nicht zu scheuen. Die Belichtung ist ebenso wie die Farbwiedergabe sehr natürlich, wobei dunklere Ecken hier und da ein wenig heller sein dürften. Das lässt sich mit dem ohne Verzögerung arbeitenden HDR-Modus verbessern, der hier und da allerdings ein wenig zu stark eingreift. Bei Panorama-Aufnahmen kämpft das iPhone 6S im Test mit der korrekten Belichtung, wenn diese je nach Blickrichtung stark schwankt. Auch gehen bei einem sehr breiten Panorama schnell Details verloren. Beeindruckend ist, wie schnell das iPhone 6S im Test fokussiert, auslöst und abspeichert - für mich als versierten Lumia-Nutzer ist das eine echte Wohltat. Nahaufnahmen gelingen bis zu einer Entfernung von etwa sechs Zentimeter vom Objekt. Standardmäßig aktiviert ist die Funktion Live-Bilder, die zu jeder Aufnahme ein kurzes Video von anderthalb Sekunden abspeichert, das per langem Druck auf das Bild abgespielt wird. Eine nette Spielerei, viel mehr aber auch nicht.

Testfotos mit dem Apple iPhone 6S | (c) Areamobile

Testfoto mit dem Apple iPhone 6S

Testfotos mit dem Apple iPhone 6S | (c) Areamobile

Natürliche Farben

Testfotos mit dem Apple iPhone 6S | (c) Areamobile

Nahaufnahme

Testfotos mit dem Apple iPhone 6S | (c) Areamobile

Testfoto | (c) Areamobile

 

Wer Selfies mit dem iPhone 6S knipst, darf sich über eine neue Funktion freuen. Das Display wird hier als Blitz eingesetzt, und zwar nicht einfach durch kurzes Aufleuchten, sondern in verschiedenen Farbtönen. So sollen die Ergebnisse der Frontkamera möglichst natürlich ausfallen. Im Test klappte das sehr gut, solange die Umgebung nicht komplett dunkel ist. In einem Kamera-Vergleichstest werden wir in den kommenden Tagen noch untersuchen, wie sich das iPhone 6S gegen die namhafte Konkurrenz im direkten Duell behaupten kann.

Selfie mit dem Apple iPhone 6S | (c) Areamobile

Selfie mit dem Apple iPhone 6S | (c) Areamobile

Bei Videoaufnahmen merkt man im Vergleich mit dem Plus-Modell, dass dem iPhone 6S der optische Bildstabilisator fehlt, der die kleinen Wackler ausgleichen kann. Für ein Smartphone ohne OIS sind die Aufnahmen aber recht ruhig geraten. Die Qualität der 4K-Videos kann sich sehen lassen, sie sind aber auch ein echter Speicherfresser: 3 Minuten 4K-Video belegen auf dem iPhone 6S rund 1 GB Speicherplatz - das ist regelmäßiges Aufräumen angesagt! Bei Slow-Motion-Videos hat der Anwender die Wahl zwischen 1080p mit 120 Bildern pro Sekunde und 720p mit der doppelten Bildrate.

Der interne Lautsprecher des iPhone 6S kanalisiert seinen Klang durch die kleinen Bohrungen rechts des Lightning-Ports an der Unterseite des Smartphones. Das klappt gut, der Lautsprecher einen klaren, hellen Klang und eine ordentliche Lautstärke, für längeres Musikhören sollte man dann aber doch eher zum Kopfhörer greifen. Die Apple EarPods, die dem iPhone 6S wie gewohnt beiliegen, sitzen durch ihre Hartplastik-Ohreneinsätze nicht bei jedem Träger bequem. Der Klang lässt ausgeprägte Bässe vermissen und ist nicht allzu laut ausgefallen. Ein hochwertiger Kopfhörer aus dem Zubehörsortiment bietet hier mehr Leistung. Spannend wird sein, ob die Kopfhörerbuchse längerer Belastung standhält, ab und reagiert sie bereits nach einigen Tagen ein wenig zickig mit kurzen, leichten Schwankungen der Lautstärke. Übrigens: Der interne Speicher unseres Testgerätes mit 128 GB war zum Start schon gut gefüllt, dem Nutzer stehen 114 GB zur Verfügung. Eine Möglichkeit zur Erweiterung gibt es wie gewohnt nicht.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Telefonieren macht mit dem iPhone 6S im Test meist Spaß. Die Gesprächsqualität des Apple-Smartphones rangiert im oberen Viertel der aktuellen Smartphones. Die Rauschunterdrückung funktioniert ausgezeichnet, auch Nebengeräusche sind kaum ein Thema. Beide Gesprächspartner sind in aller Regel klar und deutlich zu verstehen, die Stimmen klingen angenehm natürlich. Beim Freisprechen nimmt die Qualität etwas ab, die Verständigung ist aber nach wie vor absolut in Ordnung.

Bei den Datenschnittstellen ist das Apple iPhone 6S recht gut aufgestellt LTE wird auf unserem Testgerät mit der Modellnummer A1688 in allen relevanten Frequenzbändern unterstützt. Voice over LTE (VoLTE) ist mit dem iPhone 6S ebenfalls kein Problem, den entsprechenden Mubilfunktarif vorausgesetzt. Das WLAN-Modul beherrscht den ultraschnellen Standard 082.11 ac mit MIMO (Multiple Input Multiple Output). In der Ausstattungsliste des iPhone 6S im Test ist auch NFC zu finden, allerdings bleibt der Nahfunk erneut ausschließlich für Apple Pay nutzbar - schade und unverständlich, wenn das Bauteil doch ohnehin vorhanden ist. Bluetooth 4.2 hat Apple dem iPhone 6S ebenfalls spendiert.

Apple iPhone 6S Unboxing | (c) Areamobile

Docking Station

Apple iPhone 6S Unboxing | (c) Areamobile

Leder-Hülle | (c) Areamobile

 

Akku-Laufzeit

Das iPhone 6S muss mit einem etwas schwächeren Akku auskommen als der Vorgänger. Der Energiespender - natürlich wie bei Apple üblich nicht wechselbar - bringt es auf gerade einmal 1.715 mAh, das sind noch einmal 95 mAh weniger als im iPhone 6. Für ein Top-Smartphone, selbst für eines mit einem recht kleinen Display, ist der Wert auf dem Datenblatt fast schon erschreckend gering und lässt für den Akku-Test des iPhone 6S nicht unbedingt viel erwarten. Die Herstellerangaben zur Laufzeit - bis zu 14 Stunden Gespräche, 10 Stunden Surfen, 11 Stunden HD-Video, 50 Stunden Musikwiedergabe oder 10 Tage Standby - unterscheiden sich nicht wesentlich von denen der Vorgänger.

Im Akku-Test war schon das iPhone 6 kein Dauerläufer, und das gilt auch für das 2015er-Modell. Im Video-Dauertest mit Streaming über WLAN bei voller Displayhelligkeit schafft das iPhone 6S einen schlechten Wert von nur 4:37 Stunden und liegt damit noch einmal unter den 4:50 Stunden, die das iPhone 6 geschafft hatte. Für ein Smartphone in der Preisklasse des iPhone ist das zu wenig.

In der normalen Alltagsnutzung sieht es ähnlich aus. Das neue iPhone kommt in aller Regel von morgens bis abends ohne Ladegerät aus, muss über Nacht aber eigentlich immer ans Kabel oder in die Docking Station. Länger als einen Tag lässt sich das Smartphone nur dann benutzen, wenn man sich ordentlich einschränkt, nicht viel fotografiert oder surft und das Smartphone oft in der Tasche lässt. Power-User müssen dagegen zusehen, auch untertags das Ladekabel oder eine Powerbank im Gepäck zu haben.

Fazit

Das iPhone 6S ist das bisher beste iPhone - wieder einmal. Bei Verarbeitung und Design macht Apple keiner was vor, die Performance wurde noch einmal deutlich nach oben geschraubt und wichtige Funktionen verbessert - Stichwort Kameras und Touch ID. Mit 3D Touch bringt Apple zudem ein neues Feature auf das iPhone, das praktisch ist und sehr schnell in den Alltag Einzug hält. Ignoriert hat Apple allerdings den Akku, und der hätte einiges an Potential für mehr Leistung geboten.

Die Frage: Wer sollte auf ein iPhone 6S wechseln? Wer momentan ein iPhone 6 nutzt, hat dafür eigentlich keinen großen Grund, denn auch das Vorjahresmodell läuft flott, das Display ist ebenso identisch wie das Design, und 3D Touch ist schön, aber nicht unverzichtbar. Für diejenigen, bei denen nach zwei Jahren mit dem iPhone 5S oder iPhone 5C ein Wechsel ansteht, verbessert sich dann doch eine ganze Menge - allerdings auch bei den Preisen, die im Vergleich zu früheren Modellen noch einmal stiegen.

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Testwertung Apple iPhone 6S
 
Handlichkeit und Design 92%
Verarbeitung 99%
Sprachqualität 94%
Akkuausdauer 65%
Ausstattung/ Leistung 80%
Kamera 90%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "3D Touch" (+0.5%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+0.5%
Internet 93%
Musik 90%
Software und Bedienung 92%
Navigation 97%
Gaming und Video 86%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
89%
Zeitwertung
(Stand 25.06.2016)
86%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 30.09.15 17:56 Tobias24 (Youngster)

    Guter Testbericht.

    Bin mal gespannt, was die Chip-Hater hier im Forum zum Akkutest der AM sagen.

    Denke da bleibt nur Sorry @Chip :-)

  2. 30.09.15 18:08 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Tobias: Die Akkutests bei AM sind doch auch ne Katastrophe. Keine festgesetzte Helligkeit und damit keinerlei Aussagekraft, außerdem wird nur nahe der Minimallaufzeit gemessen, die für den normalen Betrieb kaum relevant ist. Des Weiteren sagt ja niemand, dass Chip daneben liegen (mit der Aussage, dass die Akkulaufzeit schwächer ist), sondern das deren Methodik fehlerhaft ist und keinerlei Vergleich erlaubt. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, aber eben nicht alle.

  3. 30.09.15 18:09 Echse (Handy Master)

    Tobias

    Es ging eigentlich nur immer um das, was Apple versprochen hat ("nicht schlechter als der Vorgänger")
    Und wenn ich jetzt den Test von AM nehme, sind es genau 13 Minuten weniger als der Vorgänger.
    Das das iPhone 6s einen herausragenden Akku besitzt, hat doch niemand gesagt. Aber ich komme über den Tag. Und das trotz deutlich mehr Funktionen und deutlich gesteigerter Leistung. Und kleinerem Akku.

  4. 30.09.15 18:15 Tobias24 (Youngster)

    @ichbinnichtam

    Da möchte ich Dir widersprechen.

    Ich finde es richtig bei voller Helligkeit zu testen.

    Für hohe Helligkeit gibt's ja auch entsprechend gute Wertung bzw. Punkte.

    Man kann so gut vergleichen.

    Ich bin auch überzeugt das z.B. ein Samsung s6 auch bei eingestellter Helligkeit von 200 Candela entsprechend weit vorn liegt wie es bei voller Helligkeit auch vorn liegt,

  5. 30.09.15 18:17 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Echse: Aber es wären immerhin mehr als 4% schlechter. Wie gesagt ich gebe nichts auf die Methodik hier und damit auch nichts auf die Ergebnisse, aber "nicht schlechter" ist/wäre was anderes ;) Wie gesagt ich warte auf die Tests von NBC, die geben einen guten Richtwert für Laufzeiten ab und ich rechne auch damit, dass diese tatsächlich auf ähnlichem Niveau sind wie der Vorgänger, aber warten wir ab.

    @Tobias: Damit wird hohe Helligkeit dann aber bestraft, außerdem testet man wie gesagt nur die Minimallaufzeit und die Vergleichbarkeit ist dahin, wenn ein Smartphone eine äußerst geringe Helligkeit hat, aber dafür dann 8h durchhält.

    "Ich bin auch überzeugt das z.B. ein Samsung s6 auch bei eingestellter Helligkeit von 200 Candela entsprechend weit vorn liegt wie es bei voller Helligkeit auch vorn liegt,"
    >>Überzeugung ersetzt keine Fakten.

  6. 30.09.15 18:18 Tobias24 (Youngster)

    Das man mit dem iPhone 6s gut über den Tag kommt hatte ich direkt damals beim zitieren von chip auch geschrieben.

  7. 30.09.15 18:21 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Tobias:"Das man mit dem iPhone 6s gut über den Tag kommt hatte ich direkt damals beim zitieren von chip auch geschrieben."
    >>Nur das diese Phrase keinerlei Bedeutung hat. Ich komme mit einem HD2 auch locker über einen Tag ... ja wenn ich es nicht oft anschalte und der Empfang gut ist.

  8. 30.09.15 18:23 Echse (Handy Master)

    Ibnam

    AM schrieb " bei normaler Alltagsnutzung"
    Nun wäre die Frage , wie dieser bei AM ausgesehen hat.

    AM

    Vielleicht könntet ihr noch schreiben, wie die Alltagsnutzung bei euch ausgesehen hat

  9. 30.09.15 18:33 foetor (Advanced Handy Profi)

    Schade das man hier nicht die Display On Zeit sehen kann bei der "normalen Nutzung" ich komme zwar immer auf 4-5h aber das Ding ist Abends leer. Auch ich finde es besser wenn man aufschlüsselt was wie oft genutzt wurde weil so kann man sichn keinerlei Gedanken machen wie gut oder schlecht der Akku nun wirklich ist

    @AM
    Wann kommt denn der neue Test? ;-)

  10. 30.09.15 18:37 Tobias24 (Youngster)

    @ ichbinnichtareamobile.de

    Also ich finde nicht, das man ein Handy mit hoher Helligkeit bestraft, denn es kassiert ja durch die hohe Helligkeit auch Punkte.

    Das S6 - es war kein Glaube :-) erzielte 8 h 34 min bei voller Helligkeit , was für mich auf einentsprechendes Ergebnis bei 200 Candela deutet.

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