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Autor: Stefan Schomberg 18.12.2014 - 18:15 | 2

Kazam Tornado 348 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Extrem dünnes Gehäuse (+0.5%)
  • Schick und gut verarbeitet
  • Gutes Display
  • Flops
  • Kein LTE trotz 300-Euro-UVP
  • Kamera mies

Kazam Tornado 348 Test: Schicke Schnitte

So richtig erfolgreich war Kazam mit seinen Einstiegs-Smartphones bislang nicht, darum probiert sich der Hersteller mit dem Kazam Tornado 348 nun in Superlativen. Das Gerät ist gerade einmal knapp über 5 Millimeter dünn und bringt damit eines der flachsten Geräte der Welt auf den Markt. Wir verraten, ob dem hersteller damit endlich der Wandel vom Billigheimer zum angesehenen Hersteller von Topsmartphones gelingt.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das Start-up Kazam will vieles anders als die etablierte Konkurrenz machen. So bietet man etwa im Schadensfall einen kostenlosen Display-Tausch und ein Ersatzgerät innerhalb von 72 Stunden an, und das Motto des Unternehmens lautet "die richtige Technik zum richtigen Preis". Neue Firmen haben es aber schwer. Wenn man nicht gerade ein unglaubliches Spitzenprodukt im Sortiment hat, gibt es nur wenige Kunden, die dem Neuling vertrauen. Highend-Geräte hatte Kazam aber bislang nicht. Das soll sich aber nun ändern. Und zwar mit dem Kazam Tornado 348 im Test. Denn das schicke Gerät ist nur wenig dicker als 5 Millimeter und bietet auch sonst keine üble Technik. Highlight ist aber das Design. Auch wenn böse Zungen behaupten, dass das stark an das iPhone angelehnt ist - was wohl kaum von der Hand zu weisen ist. Aber natürlich gibt es Unterschiede, etwa die typischen drei Android-Tasten als Sensor-Buttons unter dem Display statt dem runden Homebutton von Apple.

Kazam Tornado 348 Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Kazam Tornado 348

Kazam Tornado 348 Unboxing | (c) Areamobile

Gewisse Ähnlichkeiten mit einem iPhone lassen sich nicht absprechen

Kazam Tornado 348 Unboxing | (c) Areamobile

Schicker Metallrahmen, etwas lockere Tasten | (c) Areamobile

 

Ist die Ähnlichkeit schlimm? Nicht wirklich, denn es gibt schon noch mehr Unterschiede. So ist das Kazam-Phone etwas eckiger und erinnert dadurch noch eher an die Smartphones von Sonys Z-Reihe. Dazu passt auch der Unstand, dass sowohl Front- als auch Rückseite mit Gorilla Glass geschützt werden. Rings um die Seiten zieht sich ein sehr schicker Metallrahmen in einem leichten Bronzeton, dessen Ober- und Unterkannte über eine polierte Schliffkante verfügt. Er gibt dem dünnen Gerät auch genug Festigkeit, um nicht ständig Angst haben zu müssen, das Handy aus Versehen zu verbiegen. Der dafür nötige Kraftaufwand dürfte sich in etwa auf dem Niveau eines "normaldicken" Smartphones bewegen - von einem iPhone 6 Plus einmal abgesehen. Gegenseitiges Verwinden ist bis zu einem gewissen Grad hingegen schon mit wenig Kraftaufwand möglich, das kann auch der stabile Rahmen aus einer Aluminium-Legierung nicht verhindern. Zu Problemen führt das aber nicht, solange man es nicht darauf anlegt.

Kazam Tornado 348 Unboxing | (c) Areamobile

Hinten ist schnell die Ähnlichkeit zum iPhone vorbei

Kazam Tornado 348 Unboxing | (c) Areamobile

Gegen das Tornado 348 ist selbst das iPhone 6 "dick"

 

Das nur 5,15 Millimeter dicke Gehäuse des Kazam Tornado 348 ist schon faszinierend. Bei den meisten Geräten, die vom Hersteller als besonders dünn angepriesen werden, merkt man kaum Unterschiede zu anderen, auch nicht unbedingt dicken Geräten. Das Kazam-Smartphone ist da eine ganz andere Liga. Neben ihm wirkt selbst ein schon sehr dünnes iPhone 6 übergewichtig. Diese dünne Bauform birgt aber auch Nachteile. Nimmt man das Gerät erstmals in abgeschaltetem Zustand in die Hand, wirkt es fast wie ein Spielzeug. Das machen natürlich auch die federleichten 95 Gramm Gewicht, zumindest ungewohnt ist das in Zeiten von Phablets jenseits der 180-Gramm-Grenze. Die insgesamt doch eher kantige Bauform verhindert zusätzlich trotz der abgerundeten Kanten, dass es sich in der Hand sonderlich ergonomisch anfühlt. Außerdem ist es wegen der Glasrückseite durchaus ziemlich rutschig. Handlich ist es aber natürlich auch, sehr sogar. Das alles braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit. Einziger Kritikpunkt sind die seitlichen Hardware-Tasten, die sich zwar gut bedienen lassen, aber so locker eingebaut wurden, dass sie beim Schütteln des Handys leise klappern. Ansonsten gibt es beim Thema Verarbeitungsqualität nichts zu beanstanden.

Display-Größe und -Qualität

Kazam Tornado 348 | (c) Areamobile

Typisch AMOLED: Großer Farbraum | (c) Areamobile

Kazam hat sich beim Tornado 348 für ein Display mit 4,8 Zoll und HD-Auflösung entschieden, als Technologie kommt AMOLED zum Einsatz. Schick sind die sehr schmalen Ränder an den Seiten, auch wenn Kazam sich hier eines kleinen Tricks bedient: Auf den enorm schmalen weißen Rahmen folgt noch ein feiner schwarzer Rahmen, die tatsächliche Darstellungsfläche beginnt also nicht dort, wo man es anfangs vermutet. Das ist aber nur bei sehr genauem Hinsehen zu bemerken und stört nicht weiter. Die optische Einschätzung des Displays ist hervorragend. Einzelne Pixel kann man trotz einfacher HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) nicht erkennen, auch wenn rechnerisch "nur" 306 Pixel pro Zoll vertreten sind. Da stört der leichte Rasterschleier durch die verwendete Pen-Tile-Matrix schon eher, aber dafür muss man schon sehr genau hinsehen. Farben werden wie von AMOELD gewohnt sehr intensiv dargestellt, liegen aber mit einem Delta-E-Wert von 34 für diese Technologie halbwegs nah am Original. Auch mit einer Delta-Abweichung von 17 überrascht das Display bei den Graustufen positiv - zumindest für AMOLED ist das ein guter Wert. Ebenfalls herausragend: Die Blickwinkeltreue und natürlich auch der Kontrast, der von unseren Messgeräten nicht mehr erfasst werden kann, weil er zu hoch ist. Dafür schneidet die Helligkeit nicht all zu gut ab - knapp 250 cd/m² sind für ein AMOLED-Display normal, aber insgesamt nicht übermäßig hell. Das könnte bei direkter Sonneneinstrahlung zu Problemen führen.

Kazam Tornado 348 | (c) Areamobile

Grautreppe Kazam Tornado 348 | (c) Areamobile

Kazam Tornado 348 | (c) Areamobile

Farbtreue Kazam Tornado 348 | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Der Chiphersteller Mediatek ist inzwischen längst in der gehobenen Mittelklasse angekommen und entsprechend wird das dünne Kazam-Smartphone von einem Octa-Core aus fernöstlicher Herstellung angetrieben, genauer von einem MT6592. Er taktet mit bis zu 1,7 GHz und sorgt rundum für eine ordentliche Leistung. Zumindest im Alltag. In Benchmarks kommt der Chip aber nicht an Highend-Konkurrenz wie einen Snapdragon 805 oder einen K1-Prozessor von Nvidia heran. Dafür kostet das ganze Smartphone auch nur 300 Euro - das ist ein deutlicher Unterschied, denn zumindest die Snapdragon-Modelle kosten meist das Doppelte. Zugegeben, manchmal erlaubt sich das Kazam Tornado 348 einen kurzen Schluckauf, das dürfte wohl auch daran liegen, dass nur 1 GB RAM eingebaut wurde. Dann hängt das Gerät für den Bruchteil einer Sekunde, aber das kommt auch eher selten vor. Mit dem Update, das während des Tests aufgespielt wurde, hat sich das auch noch weiter minimiert und ist eigentlich kaum noch der Rede wert.

Kazam Tornado 348 Unboxing | (c) Areamobile

Handlich und schnell

Kazam Tornado 348 Unboxing | (c) Areamobile

Hauptmenü

Kazam Tornado 348 Unboxing | (c) Areamobile

Kaum veränderte Android-Oberfläche | (c) Areamobile

 

An der Oberfläche der nicht mehr ganz aktuellen Android-Version 4.4.2 nimmt Kazam so gut wie keine Änderungen vor, lediglich ein paar optische Anpassungen gibt es und der Dienst Kazam Rescue, mit dem der Kundendienst des Unternehmens mit Einwilligung des Kunden aus der Distanz helfen und auf das Smartphone zugreifen kann, wurde zusätzlich installiert. Nett ist die Möglichkeit, das Tornado 348 aus dem Standby per Doppeltip auf das Display aufwecken zu können. Allerdings stößt die fehlende Erweiterungsmöglichkeit des 16 GB großen Speichers ziemlich negativ auf. Auch das Fehlen von NFC und - deutlich schlimmer - LTE macht klar, dass ein so dünnes Design offensichtlich Geld verschlingt. Denn LTE gibt es längst sogar in deutlich günstigeren Geräten.

Beim Sound macht sich ein weiterer Nachteil des Gehäuses bemerkbar: Er ist blechern und wie das ganze Handy - dünn. Noch dazu ist der Lautsprecher auf der Rückseite. Wer das Tornado 348 also auf einen Tisch legt, hört kaum noch was. Viel besser ist der Sound mit dem mitgelieferten Headset leider auch nicht, auch hier fehlen einfach die Tieftöne und besonders klar ist der Sound auch nicht. Der Kopfhöreranschluss ist beim Tornado 348 im Test übrigens an der Unterseite, schlimm finden wir das aber nicht.

Kamera

Originalaufnahme Kazam Tornado 348 | (c) areamobile

Testfoto mit Kazam Tornado 348 | (c) Areamobile

Die Kamera des Kazam Tornado 348 im Test knipst mit 8 Megapixel, vorne sind es 5 Megapixel. Das reicht eigentlich voll aus - wenn es denn gut umgesetzt ist. Beim Kazam-Smartphone ist das leider nicht wirklich der Fall. Größte Baustelle: die Bildschärfe. Alle geknipsten Bilder sahen im Test etwas matschig, teils richtiggehend unscharf aus. Farben werden etwas zurückhaltend, dafür aber realistisch wiedergegeben. Die Bilddynamik geht in Ordnung, ohne neue Bestwerte zu setzen. Positiver Nebeneffekt der geringen Schärfe: Bildrauschen fällt da kaum auf, versöhnen kann das den Nutzer aber nicht. Klarer werden Fotos, die mit der HDR-Funktion aufgenommen werden. Die braucht allerdings pro Foto einige Sekunden und ist damit wenig alltagstauglich. Videos haben unter den gleichen Problemen zu leiden, außerdem kommen hier noch die typischn Handycam-Verwackler hinzu. Auffällig ist das angepasste Kameramenü - vor allem deshalb, weil es ausschließlich im Hochformat angezeigt werden kann. Insgesamt gibt es zu den Rändern hin ein deutlich sichtbares Schärfeproblem, das allerdings links stärker ausgeprägt ist. Ein Defekt unseres Testgerätes kann also nicht ganz ausgeschlossen werden.

Telefon-Funktion und Akku

Der Akku im Kazam Tornado 348 im Test ist fest eingebaut und nur 2.000 mAh stark. Dennoch verhilft er dem Gerät in unserem Dauertest immerhin zu knapp über 4,5 Stunden, das hätten wir vorher gar nicht geglaubt. Auch im Alltag hält der Akku länger als befürchtet durch, ein Tag ist bei normaler bis anständiger Nutzung durchaus drin. Das macht manches Gerät mit deutlich dickerem Akku - im doppelten Wortsinn - nicht besser. Ingesamt sollte man zwar keinen Dauerläufer erwarten, allerdings schlägt sich das Kazam Tornado 348 gerade für die extrem dünne Bauform wirklich sehr tapfer.

Das gilt auch für Telefonate. Wer wegen des schwachen Lautsprechers auch auf schlechte Sprachqualität schließt, der liegt zum Glück falsch. Denn die ist sicherlich nicht perfekt, dafür fehlt es schon noch etwas an Substanz und Fülle. Aber Gesprächspartner klingen ausreichend wirklichkeitsgetreu und klar, Rauschen ist nur dezent zu vernehmen, und die Lautstärke könnte zwar noch höher sein, geht aber noch in Ordnung.

Fazit

Andere Smartphones wollen dünn sein, das Kazam Tornado 348 ist es. Manchen sicherlich sogar schon zu dünn, was in Kombination mit dem schicken, aber rutschigen und ultraleichten Gehäuse tatsächlich beim Handling sogar Nachteile mit sich bringen kann. Hat man sich aber daran gewöhnt, ist das flache Schnittchen sogar ziemlich faszinierend. Zumal es auch keine echten Einschränkungen erfordert. Ja, es gibt kein LTE, was in der 300-Euro-Preisklasse inzwischen fast Standard ist. Aber das weiß man vorher und entscheidet sich in diesem Fall dann bewusst für Design statt Technik. Wobei die insgesamt auch absolut ausreicht, sofern man nicht gerade Benchmark-Bestergebnisse erwartet. Mit dem Tornado 348 im Test ist Kazam endlich auch ein richtig hochwertiges, wenn auch kein Highend-Gerät gelungen.

Themen: Smartphone
Testwertung Kazam Tornado 348
 
Handlichkeit und Design 96%
Verarbeitung 89%
Sprachqualität 85%
Akkuausdauer 71%
Ausstattung/ Leistung 65%
Kamera 69%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Extrem dünnes Gehäuse" (+0.5%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+0.5%
Internet 81%
Musik 76%
Software und Bedienung 89%
Navigation 83%
Gaming und Video 72%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
80%
Zeitwertung
(Stand 23.10.2017)
69%

Unsere Wertung im Detail

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 19.12.14 09:29 kade (Member)
    Strange

    Es gibt mittlerweile bereits bei einigen Billig-Prepaid-Anbietern günstige LTE Pakete. Wie kann man heute noch Geräte ohne LTE auf den Markt bringen? Selbst wenn man es aktuell nicht nutzt, ist es in Ballungsgebieten sehr bald der Standard. Ist wohl nicht wirklich etwas für den deutschen Markt.

  2. 19.12.14 10:57 pixelflicker (GURU)

    Ich sehe keinen Sinn darin, dass das Ding dünner ist und was die Ähnlichkeit angeht, die ist auf der Rückseite auch nur dann klein, wenn man die aktuelle Generation damit vergleicht...

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