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Autor: Steffen Herget 03.02.2015 - 19:22 | 4

Microsoft Lumia 535 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Günstiger Preis
  • Gute Kamera
  • Aktuelles Betriebssystem
  • Flops
  • Billiges Material
  • Smartphone wirkt nicht übermäßig stabil
  • schlechte Akkuleistung

Microsoft Lumia 535 Test: Billigheimer mit versteckten Talenten

Das Lumia 535 ist das erste Windows Phone, bei dem der Name Nokia durch Microsoft ersetzt wurde. Gleichzeitig zählt das Smartphone zu den günstigsten Modellen auf dem Markt, es ist bereits für knapp 80 Euro zu haben. Wir zeigen im Test, ob das Lumia 535 mehr kann als nur "billig".

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Schon seit der Übernahme der Handy-Sparte von Nokia durch Microsoft war spekuliert worden, wann das finnische Traditionsunternehmen von den Handy-Rückseiten der Lumias verschwinden würde. Mit dem Lumia 535, das Ende 2014 vorgestellt wurde, war es dann so weit. Microsoft hat nun auch als sichtbarer Hersteller das Ruder übernommen. Der Erstling ist allerdings kein Prestige-trächtiges Top-Modell, sondern eher etwas für Einsteiger. Das Lumia 535 hat eine UVP von 119 Euro und war bereits kurz nach dem Start für 79 Euro bei Saturn erhältlich.

Den geringen Preis merkt man dem Lumia 535 im Test leider auch an. Sicher, man kann für so wenig Geld keine schicke Wunder-Flunder im Alu-Kleidchen erwarten, aber das glänzende Plastik und die leicht verschmierende Vorderseite wirken tatsächlich nicht eben hochwertig. Zudem ist das Smartphone nicht sehr verwindungssteif, es lässt sich mit den Händen ohne große Anstrengung verdrehen und leicht biegen, vor allem wenn die hintere Abdeckung abgenommen wird. Immerhin: Die Verarbeitung passt im Hinblick auf Spaltmaße, Genauigkeit und Bedienelemente.

Microsoft Lumia 535 Unboxing | (c) Areamobile

Microsoft Lumia 535 im Test

Microsoft Lumia 535 Unboxing | (c) Areamobile

Abnehmbare Rückseite

Microsoft Lumia 535 Unboxing | (c) Areamobile

Profilansicht | (c) Areamobile

 

Die Knöpfe und Anschlüsse sind beim Lumia 535 allesamt da zu finden, wo sie hingehören. So viele sind das auch gar nicht, denn auf einen Kamera-Auslöser hat Microsoft ebenso verzichtet wie auf die Schaltflächen unterhalb des Displays. On-Screen-Bedienung ist hier Trumpf. Die Schächte für SIM- und Speicherkarte verbergen sich unter der Abdeckung, die Aussparungen für die Kamera und den LED-Blitz aufweist. Eine Frontkamera besitzt das Smartphone ebenso. Durch die Displaydiagonale von 5 Zoll ist das Lumia 535 einigermaßen ausladend, 146 Gramm und 8,8 Millimeter passen aber gut zu der Größe.

Display-Größe und -Qualität

Winkelbild | (c) Areamobile

Blickwinkel | (c) Areamobile

Die Diagonale von 5 Zoll, die der Bildschirm des Microsoft Lumia 535 im Test mitbringt, ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich. Da liegt die Vermutung nahe, dass beim Display an anderer Stelle gespart wurde, und das ist auch so. Die Auflösung von 960 x 540 Pixel ist nicht die Welt, der Wert von 220 ppi ist nicht gerade hoch. Tatsächlich hat das Display Schwächen bei der Schärfe, man kann beim genauen Hinschauen das Pixelraster ebenso erkennen wie leichte Treppen-Effekte bei kleinen Schriftarten und Grafiken. Auch die Blickwinkelstabilität überzeugt nicht. Gute Messwerte erzielt der Bildschirm bei der Helligkeit (341 cd/m²) und dem Kontrast (698:1). Auch die Delta-E-Werte für die Farbechtheit gehen mit 15,4 (Graustufen) und 16,1 (Farbtreppe) in Ordnung. Den RGB-Farbraum deckt das Lumia 535 gut ab. Das Messgerät ermittelt insgesamt zu wenig Rot und zu viel Blau im Bild. Solche Dinge lassen sich auf anderen Lumias zumindest teilweise durch die manuellen Bildeinstellungen ausgleichen - diese fehlen beim Lumia 535 aber leider. Insgesamt ist der Bildschirm kein Highlight, für den sehr günstigen Straßenpreis des Lumia 535 ist die Leistung aber in Ordnung.

Microsoft Lumia 535 Displaytest | (c) Areamobile

Zu wenig Rot, zu viel Blau | (c) Areamobile

Microsoft Lumia 535 Displaytest | (c) Areamobile

RGB-Farbraum | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Microsoft stattet das Lumia 535 im Test mit einem Snapdragon 200 aus, der über eine Adreno-302-GPU verfügt. Der Quad-Core-Prozessor bringt eine Taktfrequenz von 1,2 GHz und 1 GB Arbeitsspeicher mit. Auf dem Papier liest sich das erst einmal gar nicht so schlecht, allerdings zeigt das Smartphone im Test dann schon den einen oder anderen Ruckler. Auch das Scrollen und der Aufbau von Webseiten geht nicht so flott vonstatten wie bei Windows Phones, die wenigstens einen Snapdragon 400 an Bord haben. Auch auf manche der üblichen Benchmarks mussten wir verzichten, da der Snapdragon 200 etwa nur 720p unterstützt und kein Full-HD. Bedenkt man aber, dass wir es hier mit einem Gerät am untersten Ende der Preisskala zu tun haben, geht die Geschwindigkeit trotz einiger Ruckler und den kurzen Gedenksekunden beim Starten einer App in Ordnung.

Bei Betriebssystem des Lumia 535 handelt es sich um Windows Phone 8.1, auch das Denim-Update bringt das Microsoft-Handy schon mit. Das ist gut, denn die aktuellste Version der Software findet man etwa bei den günstigsten Android-Smartphones kaum einmal. Es ist jedoch noch nicht abschließend geklärt, ob das Lumia 535 im Herbst ein Update auf Windows 10 erhält. Microsoft hatte hier die eigene Zusage, wonach alle Windows Phones mit der Version 8.1 ein Update bekommen, später etwas aufgeweicht. Die Chance ist aber immerhin vorhanden.

Microsoft Lumia 535 Unboxing | (c) Areamobile

Windows Phone 8.1 mit Denim-Update

Microsoft Lumia 535 Unboxing | (c) Areamobile

Bildschirmtastatur

Microsoft Lumia 535 Unboxing | (c) Areamobile

Areamobile auf dem Lumia 535 | (c) Areamobile

 

Das Betriebssystem blockiert knapp die Hälfte des internen Speichers im Lumia 535 im Test. Das Maß an Bloatware, also unerwünscht und unnötig vorinstallierter Software, hält sich bei dem neuen Modell in Grenzen, zudem kann man Apps wie Maxdome oder Shakem auf Wunsch mit einem Klick deinstallieren. Ansonsten bringt das Lumia 535 die üblichen Software-Goodies von Windows Phone mit, also das mobile Office, Kartendienste mit Offline-Funktion samt Sprachnavigation, Musikstreaming und einige Foto-Apps. Das ist zwar alles sattsam bekannt, aber nach wie vor praktisch und ein nennenswerter Bonus von Windows Phone.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Das Lumia 535 ist mit zwei 5-Megapixel-Kameras ausgestattet, was vor allem für die Frontkamera bemerkenswert ist. Beide Optiken haben eine Blende von f2.4, die vordere eine Brennweite von 24 Millimeter, hinten sind es 28 Millimeter. Auch einen LED-Blitz bringt das Lumia 535 mit. Zwar haben wir es hier nicht mit den sehr hochwertigen Carl-Zeiss-Kameras der teureren Lumias zu tun, die Ausstattung ist aber für Preisklasse um 100 Euro durchaus bemerkenswert. Die Lumia-Camera-App kommt nicht mit den erweiterten Features der besseren Modelle daher, bietet aber auch hier manuelle Einstellmöglichkeiten für allerhand Parameter an. Klassische Foto-Modi, wie man sie von Digicams oder vielen Android-Smartphones kennt, gibt es hier nicht. Auch sind die Optionen arg knapp geraten, nicht einmal die Auflösung lässt sich einstellen.

Die Bildqualität kann sich im Vergleich mit anderen Billig-Smartphones durchaus sehen lassen. Zwar sollte man nicht auf den LED-Blitz vertrauen und generell lieber bei gutem Licht fotografieren, dann werden die Schnappschüsse aber absolut brauchbar. Schärfe und Bilddynamik gehen ebenso in Ordnung wie die Farbdarstellung. Bildrauschen ist jedoch bereits in heller Umgebung leicht zu bemerken, bei düsterem Licht wird das schnell zu viel. Die Frontkamera steht der Hauptkamera in Sachen Bildqualität nicht nach, das ist sehr erfreulich.

Testfoto mit dem Lumia 535 | (c) Areamobile

Testfoto...

Testfoto mit dem Lumia 535 | (c) Areamobile

...mit dem Lumia 535 | (c) Areamobile

 

Mit seinen 8 GB internem Speicher ist das Lumia 535 für ein Einsteiger-Smartphone gut ausgestattet. Auf eine Speicherkarte sollte man trotzdem nicht verzichten, wenn man mehr als eine Grundausstattung in Sachen Spiele, Musik und Videos auf dem Smartphone haben möchte. Hier unterstützt das Windows Phone microSD-Karten mit bis zu 128 GB. Inhalte jeglicher Art, auch bereits installierte Apps, lassen sich mit der Speicherverwaltung von Windows Phone auch nachträglich problemlos zwischen internem Speicher und Erweiterung hin und her schieben.

Musikfreunde sollten von dem internen Lautsprecher im Lumia 535 nicht allzu viel erwarten. Es fehlt dem kleinen Teil an Lautstärke und an Bass. Wenn der nach hinten abstrahlende Lautsprecher von der Hand abgedeckt wird, ist zudem kaum noch etwas zu hören. Um auf einen Kopfhörer ausweichen zu können, muss der Anwender erst einmal einen besitzen, denn Microsoft liefert das Lumia 535 ohne Headset aus.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Telefonieren kann man mit dem Microsoft Lumia 535 im Test auch, und zwar gar nicht einmal schlecht. Die Sprachqualität ist ordentlich, wenn auch immer mal wieder minimale Aussetzer auftreten. Die Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen funktioniert recht zuverlässig, das Rauschverhalten des Windows Phones ist gut. Beim Telefonieren über den Lautsprecher muss man aufpassen, diesen nicht zu verdecken, dann kommt nämlich kaum noch ein Ton heraus. Die Gesprächsqualität leidet auch insgesamt beim Freisprechen, beide Gesprächspartner sind schlechter zu verstehen und klingen etwas dumpf.

Das Funkmodul des Lumia 535 kommt ohne LTE-Unterstützung aus, ein Tribut an den günstigen Preis. Dank HSPA+ sind zumindest theoretisch aber trotzdem Geschwindigkeiten von maximal 42,2 MBit/s im Down- und 5,76 MBit/s im Upstream möglich. WLAN-n ist an Bord, ebenso Bluetooth 4.0. Auf NFC, Miracast oder DLNA muss der Käufer hier verzichten.

Akku-Laufzeit

Microsoft Lumia 535 Unboxing | (c) Areamobile

Schwach auf der Brust: der Akku des Lumia 535 | (c) Areamobile

Der Akku des Microsoft Lumia 535 hat eine Kapazität von 1.905 mAh und ist ohne Werkzeug wechselbar. Das ist löblich, kann leider aber auch nötig sein, denn besonders leistungsstark ist der Smartphoneakku im Test nicht. In unserem Video-Dauertest über WLAN bei voller Helligkeit schafft das Microsoft Lumia 535 noch nicht einmal drei Stunden, ein indiskutabel schlechter Wert. auch bei mehrfacher Wiederholung des Tests gelang es nur einmal, über die drei Stunden zu kommen, aber auch dann war das Lumia 535 noch weit entfernt von einer Zweit von vier Stunden, die auch nicht gerade rosig ausgesehen hätte.Zum Vergleich: Das Lumia 735 hielt im gleichen Test über sieben Stunden durch. Auch im Alltag ist eine gewisse Kurzatmigkeit beim Akku zu bemerken. Wer sich viel und intensiv mit seinem Smartphone beschäftigt, muss sich am Nachmittag langsam, aber sicher nach einer Steckdose umsehen. Das sind wir von aktuellen Smartphones nicht mehr gewohnt, hier ist es doppelt verwunderlich, da gerade Windows Phone eigentlich ein ressourcenfreundliches Betriebssystem ist. Weiterhin ein Ärgernis ist das Netzteil mit fest verlötetem USB-Kabel, das allen günstigen Lumias beiliegt. Nur die teureren Modelle kommen mit einem Netzteil mit USB-Buchse und separatem Kabel daher.

Fazit

Wer das Lumia 535 von Microsoft kauft, kann für den geringen Preis wenig verkehrt machen. Zwar ist das Smartphone nicht unbedingt eine Schönheit, beileibe kein Langläufer und auch nicht mit dem besten Display ausgestattet. All diese Faktoren verhindern auch, dass es bei uns eine wirklich gute Note abstaubt. Aber die Leistung geht für den Preis in Ordnung, das Betriebssystem ist aktuell und die Kamera durchaus gelungen. Für unter 100 Euro gibt es jede Menge Schrott auf dem Markt, da ist das Lumia 535 trotz der genannten Schwächen eine löbliche Ausnahme.

Themen: Smartphone, Lumia
Testwertung Microsoft Lumia 535
 
Handlichkeit und Design 75%
Verarbeitung 85%
Sprachqualität 88%
Akkuausdauer 65%
Ausstattung/ Leistung 66%
Kamera 78%
Internet 76%
Musik 92%
Software und Bedienung 84%
Navigation 93%
Gaming und Video 63%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
77%
Zeitwertung
(Stand 11.12.2017)
68%

Unsere Wertung im Detail

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Bewertet am 13.06.2015

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berechnet aus 1 Bewertungen von Areamobile Lesern.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 03.02.15 20:48 Omen66 (Member)

    Kann ich nur bestätigen. Als Ersatz Handy her

  2. 03.02.15 21:09 Hellblazer (Youngster)

    Verbiegen? Ich dachte das wäre ne sonderfunktion vom iPhone 6? So ein mist über 600€ mehr bezahlt obwohl ein günstiges lumia das auch kann.... Nein keine Angst ich besitze kein iPhone xD

  3. 03.02.15 21:52 Jonesy

    Habe das Lumia seit einer guten Woche als Ersatz für mein altes Ativ S im Einsatz. Bisher hat es jeden noch so heftigen Sturz ohne Kratzer überstanden, weiter wirken die matten Modelle weder optisch noch von der Haptik her billig.Tatsächlich fühlt es sich wertiger an als diese Plastikbomber von Samsung. Ansonsten guter Test!

  4. 03.02.15 22:18 n-nutzer (Handy Profi)

    ich bin eigentlich nur verwundert, dass heutige smartphones noch schlechte Kameras haben. Ich meine das N95 8gb hat schon eine echt gute 5 MP Kamera eingebaut. Das müsste es doch heute für lau geben.

    Und die dürfte für alle low budget Geräte vollkommen ausreichend sein!

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