Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 
Autor: Steffen Herget 23.02.2015 - 17:56 | 1

Archos 40 Cesium Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Kompakt und sauber verarbeitet
  • Ordentliche Kamera
  • Aktuelles Betriebssystem
  • Flops
  • Schwaches Display
  • Geringer interner Speicher
  • Durchschnittliche Sprachqualität

Archos 40 Cesium Test: Preisbrecher unter den Windows Phones

Mit einer UVP von weniger als 80 Euro kratzt das Archos 40 Cesium an der absolut untersten Preisgrenze für ein Smartphone. Das kann doch nichts werden, denkt man - und wird im Test tatsächlich an einigen Stellen positiv überrascht. Wir zeigen euch, was der Preisbrecher unter den Windows Phones so alles kann.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Archos - die französische Firma steht nicht unbedingt für Luxusware, sondern eher für Tablets und Smartphones von der Stange, die zu günstigen Preisen verkauft werden. Das muss aber nicht schlecht sein, denn auch solche Gerätschaften haben ihre Daseinsberechtigungen, zudem gibt es im unteren und mittleren Preissegment mittlerweile häufig eine ganze Menge Technik für vergleichsweise wenig Geld.

Beim Archos 40 Cesium steckt die Technik in einem ziemlich schlichten Gehäuse aus Kunststoff, das in unserem Fall Schwarz daher kommt. Archos bietet jedoch jede Menge bunte Rückschalen an und legt dem Smartphone sogar zwei weitere mit in den Karton, die das Gerät wahlweise in knalligem Gelb oder sattem Blau erstrahlen lassen. Das ist durchaus ungewöhnlich für einen Preis von knapp 80 Euro, ebenso wie die Verarbeitung. Die ist nämlich trotz der wenig hochwertigen Materialien ziemlich gelungen. Die Rückseite sitzt fest und lässt sich nicht merklich eindrücken, unregelmäßige Spaltmaße sind nicht zu finden. Einzig die Knöpfe an der Seite sind ein wenig wackelig und wirken nicht eben langweilig - aber zur Not kann man ja die Rückschale tauschen.

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Archos 40 Cesium im Test

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Nicht schlank, aber kompakt

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Abnehmbare Rückseite | (c) Areamobile

 

Mit 10,5 Millimeter ist das Archos 40 Cesium im Test kein wirklich flaches Smartphones, es wirkt eher ein wenig pummelig. Das liegt auch an den anderen Maßen, denn im Vergleich zu vielen anderen neuen Modellen ist das Windows Phone aus Frankreich recht klein geraten. Das macht es aber wiederum angenehm handlich, das Gewicht ist mit 126 Gramm außerdem vergleichsweise niedrig ausgefallen. Wer ein kleines Smartphone sucht, der sollte das Archos 40 Cesium zumindest einmal aus der Nähe betrachten.

Display-Größe und -Qualität

Blickwinkelbild | (c) Areamobile

Blickwinkel jenseits von Gut und Böse | (c) Areamobile

Eine Diagonale von 4 Zoll findet man heutzutage kaum noch bei einem Smartphone, der Trend geht hier zu größeren Bildschirmen. Die haben natürlich ihre Vorteile - die hat aber ein kleines Display auch. Es verbraucht recht wenig Strom und sorgt im Idealfall für ein angenehm kompaktes Gerät. Im Falle des Archos 40 Cesium treffen diese beiden Punkte zu, allerdings gibt es auch einige Nachteile bei dem kleinen Bildschirm des Windows Phones. Zunächst einmal ist da die Auflösung von 800 x 480 Pixel, die in 233 PPI resultiert und damit nicht eben hoch ausfällt. Das ist noch zu verschmerzen, auch wenn kleine Schriftarten ab und an nicht mehr angenehm zu lesen sind.

Die Blickwinkelstabilität des LCD-Displays ist dagegen einfach schlecht. Die Farben verändern sich schon bei minimalem Kippen des Archos 40 Cesium, eine Abweichung von mehr als 10, 15 Grad sollte man sich nicht erlauben, wenn alles so aussehen soll, wie es eigentlich aussieht. Dunkel wird es von der Seite ebenfalls recht schnell. Der gemessene, sehr niedrige Kontrastwert von 357:1 bestätigt diesen Eindruck. Die Helligkeit fällt mit 342 cd/m² überraschend gut aus, die Delta-E-Werte von durchschnittlich 15,95 bei der Farbdarstellung und 33,3 bei der Grautreppe sind zu hoch. Der klare Blaustich des Bildschirms ist ein weiterer Makel, der RGB-Farbraum wird auch nicht komplett abgedeckt. Der Bildschirm des Archos 40 Cesium genügt im Test gehobenen Ansprüchen nicht, das Display ist tatsächlich schlicht und einfach nicht gut.

Archos 40 Cesium | (c) Areamobile

Lücken bei der Farbraum-Abdeckung | (c) Areamobile

Archos 40 Cesium | (c) Areamobile

Abweichungen bei der Farbdarstellung | (c) Areamobile

Archos 40 Cesium | (c) Areamobile

Geringer Kontrastwert | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Mit dem Qualcomm Snapdragon 200 samt 512 MB Arbeitsspeicher bringt das Archos 40 Cesium wie erwartet die Minimalausstattung für ein Smartphone mit. Das reicht bei Windows Phone zwar für eine einigermaßen flüssige Performance, aber den einen oder anderen Hakler, Aussetzer oder Ruckler sollte man schon einplanen. Auch Apps starten nicht so zackig, wie man es von den teureren Lumias gewohnt ist. Wenn man sich aber wieder den Preis des Archos 40 Cesium im Test vergegenwärtigt, geht die Leistung insgesamt in Ordnung.

Windows Phone ist in der aktuellen Version 8.1 für das Archos 40 Cesium Verfügbar, auch der digitale Sprachassistent Cortana ist nach dem letzten Update mit an Bord. Nach den vielen Lumias ist es mal wieder spannend zu sehen, welche Software ein Windows Phone an Bord hat, das nicht direkt von Microsoft stammt. Wobei "an Bord hat" oder "nicht an Bord hat", denn die Ausstattung in dieser Richtung fällt doch ziemlich spartanisch aus. Zwar sind die üblichen Bing-Apps für Finanzen, Kochen, Nachrichten und Co. vorinstalliert, auch Office, OneNote und OneDrive stehen zur Verfügung. Die vielen Kamera-Apps der Lumias fehlen aber ebenso wie die Here-Programme Maps, Transit oder Drive+. Für die Navigation steht die Karten-App von Microsoft bereit, die zwar ebenfalls einen Offline-Modus hat und Routen anzeigt, aber insgesamt nicht an die Leistung der Here-Apps heran reicht. Sehr positiv: Vorinstallierte Bloatware von Drittanbietern sucht man vergeblich.

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Windows Phone 8.1

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Bildschirmtastatur

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Kaum Apps vorinstalliert | (c) Areamobile

 

Gut umgesetzt ist bei Windows Phone die Dual-SIM-Funktion. Standardmäßig findet der Anwender beim Archos 40 Cesium im Test jeweils zwei Kacheln für Anrufe und SMS auf dem Startbildschirm, die mit einer kleinen Nummer in der Ecke anzeigen, welche SIM gerade genutzt wird. In der SMS-App lässt sich zudem mit einem Fingertipp zwischen beiden Karten hin und her wechseln, ohne die Anwendung verlassen zu müssen.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Die Frontkamera des Archso 40 Cesium kann man mit ihren 0,3 Megapixel im Test getrost vergessen. Hinten hat das Windows Phone immerhin ein Modell mit 5-Megapixel-Sensor und LED-Blitz zu bieten. Das ist schon recht ordentlich, wobei Videos nur in VGA mit 640 x 480 Pixel aufgenommen werden können. Für ein so billiges Smartphone können sich die Fotos des Archos 40 Cesium im Test durchaus sehen lassen. Die Belichtung ist auch bei großen Helligkeitsunterschieden im Bild gelungen. Die Bildschärfe ist allerdings nur durchschnittlich, zudem wird Rauschen schnell zum Problem. Für den gelegentlichen Schnappschuss reicht das aber, da ist dann zu verschmerzen, dass man mit der normalen und deutlich simpler gehaltenen Kamera-App von Windows Phone leben muss und nicht die Lumia Camera nutzen kann.

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Kamera-App | (c) Areamobile

 

Der interne Speicher des Archos 40 Cesium ist mit seinen 4 GB ziemlich mickrig geraten. Man könnte aber denken, dass wegen der fehlenden Zusatzsoftware von Nokia davon immerhin einiges für den Anwender übrig bleibt. Weit gefehlt: Nicht einmal 1 GB kann für eigene Zwecke genutzt werden. Da ist eine Speicherkarte zwingend notwendig, das Smartphone sollte zudem in der Speicherverwaltung so konfiguriert werden, dass alles was geht auf der Karte und nicht im internen Speicher abgelegt wird. Der dürfte mit System-Updates ohnehin schnell genug voll werden.

In Sachen Display und Leistung ist das Archos 40 Cesium jetzt nicht unbedingt die Multimedia-Maschine, auch der interne Speicher ist zu klein. Der mitgelieferte Kopfhörer genügt höheren Ansprüchen nicht, anders als der Lautsprecher. Der ist nämlich für so ein kleines Smartphone ziemlich groß und kräftig ausgefallen und macht ordentlich Dampf, selbst wenn natürlich Bass fehlt.

Telefon-Funktion

Nachholbedarf hat das Archos-Smartphone bei der Gesprächsqualität, denn die ist insgesamt nur auf einem durchschnittlichen Niveau. Beide Gesprächspartner klingen ein wenig nach Walkie Talkie, zischende S-Laute sind ebenso zu vernehmen wie leises Rauschen im Hintergrund. Über den Lautsprecher funktioniert die Telefonie zumindest am Archos 40 Cesium im Test recht gut, Gesprächspartner klagen allerdings über zu geringe Lautstärke und unregelmäßige kurze Aussetzer.

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Archos 40 Cesium mit zwei SIM-Slots

Archos 40 Cesium Unboxing | (c) Areamobile

Starker Akku | (c) Areamobile

 

Akku-Laufzeit

Archos gibt dem 40 Cesium einen 1.950 mAh starken Akku mit, der vom Benutzer problemlos wechselbar ist. Das dürfte aber im Alltag nur selten nötig sein, denn das Smartphone hat eine wirklich gute Ausdauer abseits der Steckdose zu bieten. Nur alle zwei, drei Tage muss das Archos 40 Cesium im Test an die Steckdose, wer vorwiegend im Standby unterwegs ist, kann deutlich mehr schaffen. In unserem Dauertest mit Video-Streaming über WLAN bei voller Helligkeit schaffte das Gerät knapp sechs Stunden, ebenfalls kein schlechter Wert.

Fazit

Für gerade einmal knapp 80 Euro oder gar etwas weniger kann man mit dem Archos 40 Cesium nicht viel falsch machen. Das Smartphone ist kompakt, ordentlich verarbeitet, läuft recht flott und hat einen starken Akku. Die Kamera kann sogar ein bisschen mehr als Schnappschüsse. Abstriche sind bei der Sprachqualität zu machen, ärgerliche Patzer leistet sich das Archos 40 Cesium beim Display und beim internen Speicher. Insgesamt ist das Gesamtpaket der Franzosen für diesen Preis aber nicht schlecht.

Themen: Smartphone
Testwertung Archos 40 Cesium
 
Handlichkeit und Design 80%
Verarbeitung 87%
Sprachqualität 81%
Akkuausdauer 73%
Ausstattung/ Leistung 56%
Kamera 74%
Internet 74%
Musik 93%
Software und Bedienung 81%
Navigation 85%
Gaming und Video 60%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
75%
Zeitwertung
(Stand 27.05.2018)
71%

Unsere Wertung im Detail

Lesermeinungen zum Archos 40 Cesium Jetzt selbst bewerten!
Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
(Beschreiben Sie das Handy mit einem Satz)
Neueste Lesermeinungen

Gesamteindruck 70% Empfehlung nein
Bewertet am 23.02.2015

Alle 1 Meinungen zusammengefasst
Bewertung Archos 40 Cesium
Weiterempfohlen von
0% 
70%
ganz ok

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 1 Bewertungen von Areamobile Lesern.

Lesermeinungen zum Archos 40 Cesium
 
Schreiben Sie Ihren Erfahrungsbericht zum Archos 40 Cesium

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 24.02.15 08:22 NeroC

    Habe das 2. Archos 40 Cesium. Das erste Handy ging auf eigene (!) Kosten an den Servicepoint. Das 2. Handy macht wie das erste auch mit Fotolicht blaustichige Bilder.
    4 GB sind eindeutig zu wenig Speicherplatz. Kartenmaterial lässt sich im Gegensatz zu den Lumias nicht auf die SD-Karte verschieben. Mit der Deutschlandkarte von here auf dem Handy bleiben bei mir weniger als 200 MB Speicherplatz übrig.
    Positiv: Gut für die Hosentasche geeignet

antworten
Anzeige
Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte
 
Zur Bestenliste der beliebtesten Handys
 
Anzeige