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Autor: Stefan Schomberg 27.03.2015 - 17:37 | 40

Samsung Galaxy S6 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Endlich schickes neues Design (+0.1%)
  • Tolle Materialien und Verarbeitung
  • Unglaublich schnell
  • Aufgeräumtere Touchwiz-UI
  • Spitzenmäßige Kamera
  • Flops
  • Akku zu schwach wg. Design

Samsung Galaxy S6 Test: Endlich wieder galaktisch gut!

Das Samsung Galaxy S6 soll den Hersteller wieder auf Erfolgskurs bringen, nachdem in den letzten Monaten der einst unangefochtene Marktanteil-Thron bröckelt. Dazu haben sich die Südkoreaner zu einer 180-Grad-Kurve entschieden und ihr Topmodell komplett umgekrempelt. Ob das reicht, um wieder die Nummer Eins zu werden, klären wir im Test.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Samsung-Kunden haben lange Zeit über das Design und die Materialien hinweggesehen, zumal das Unternehmen meist State-of-the-Art-Technik verwendete und zur Zeit der ersten Galaxy-S-Smartphones Kunststoff ohnehin gang und gäbe war. Als die Konkurrenz wie Apple, Sony und HTC aber zunehmend auf exklusiveres Design und hochwertigere Materialien setzten, Samsung aber weiterhin "Plastikbomber" zu hohen Preisen produzierte, begannen die Käufer abzuwandern. Ende 2014 lag der Marktanteil von Samsung zwar immer noch bei beeindruckenden 24 Prozent, ein Jahr zuvor waren es aber noch 32 Prozent. Jetzt endlich hat Samsung reagiert und auf dem Mobile World Congress 2015 offenbar nicht nur ein technisch herausragendes Smartphone präsentiert, sondern auch ein im Vergleich zum Vorgänger optisch völlig umgekrempeltes Modell.

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Samsung Galaxy S6

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Der Rahmen wird gelegentlich unterbrochen

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Perfekte Integration der Tasten | (c) Areamobile

 

Und dieser Neuanfang funktioniert, es dürfte kaum jemanden geben, der das alte Design dem neuen vorziehen würde. Denn der neue Look wirkt einfach modern und elegant. Das Galaxy S5 war zwar im Vergleich zu den Vorgängern auch eine gewisse Steigerung, sieht aber im direkten Vergleich billig aus und zumindest eines unserer Testmodelle knarzte nach wenigen Monaten wie ein altes Holzschiff in der Brandung - Kunststoff auf Kunststoff eben. Das wird beim neuen Samsung Galaxy S6 im Test nicht passieren, denn hier findet man äußerlich kaum noch Kunststoff. Stattdessen herrscht hier Gorilla Glass 4 vor, und zwar nicht nur auf der Front, bei der wie gewohnt die sehr schmalen Bereiche neben, aber auch die Flächen ober- und unterhalb des Displays von einer durchgehenden Glasschicht bedeckt sind. Zusätzlich ist auch die komplette Rückseite von Glas bedeckt, lediglich die Kameralinse und die daneben liegende Einheit aus Sensoren und einfachem LED-Blitz stechen aus der eleganten Rückseite hervor. Bei der Kamera ist das durchaus wörtlich zu nehmen, denn die Linse steht etwa 1,6 Millimeter aus dem umgebenen Gehäuse hervor, so dass man mit Recht nicht nur von einem Kameraknubbel, sondern einem Kameraturm sprechen kann. Tatsächlich haben wir das so extrem schon lange bei keinem Gerät mehr gesehen. Gerade in Relation zu dem flachen und schicken Gehäuse fällt das besonders auf.

Dennoch stört das Kameramodul im Alltag nicht. Denn einerseits steht es eben nur keine zwei Millimeter hervor, was absolut gesehen eben nicht viel ist, außerdem hat Samsung das geschickt zu kaschieren gewusst, indem die Flanken dieser Kameraerhebung stark angewinkelt sind und so beim Einstecken in die Hosentasche keine Angriffsfläche zum Hängenbleiben bieten. Größter Nachteil könnte daher der Umstand sein, dass das komplette Samsung Galaxy S6 auf der Kamera liegt, sobal es rücklings auf eine ebene Oberfläche wie einen Tisch gelegt wird. Doch auch hier muss man sich wohl keine gesteigerten Sorgen wegen Kratzern auf der Linse machen, denn das Schutzglas liegt dabei nicht flach auf dem Tisch auf, sondern das Handy ruht dann auf der unteren Kante der Rückseite und der unteren Kante des Kameratürmchens.

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Die Rückseite ist einfach und edel

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Die Kamera steht stark hervor

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Gut zu sehen: Sensor und LED-Blitz | (c) Areamobile

 

Ein weiterer Eckpfeiler des Designs ist der matte Metallrahmen, der sich rings um das Gehäuse zieht. Neben hochwertigem Look verpasst er dem Samsung Galaxy S6 im Test außerdem eine ordentliche Stabilität, ohne ordentlichen Kraftaufwand lässt sich das Smartphone nicht biegen oder verwinden - das Galaxy S5 hat solchen Versuchen wesentlich weniger entgegen zu setzen. Sorge wegen der niedrigen Bauform von gerade einmal 6,8 Millimeter (plus Kameraturm) muss man sich also nicht machen, selbst einen Sturz aus Tischhöhe auf Laminat hat das S6 unbeschadet überstanden. Auch hier gilt: Glas ist sicherlich anfälliger für Beschädigung als Kunststoff oder Metall, wie ein rohes Ei muss man das Samsung Galaxy S6 im Test darum aber trotzdem nicht behandeln. Höchstens beim Aufheben von einer Tischplatte. Denn durch den Umstand, dass der nur mit einer hauchdünnen geschliffenen Kante versehene, sonst aber matte Rahmen stark abgerundet ist, macht das S6 schwer zu greifen. Das klappte beim S5 mit seiner etwas dickeren Bauform, vor allem aber mit dem kantigeren Kunststoffrahmen besser und einfacher. Genau dieser Umstand war dann auch der Grund für den Fall aus Tischhöhe. Das könnte auf Dauer allenfalls zu Kratzern in der schicken Schliffkante führen, die die Kameralinse umgibt.

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Kamera-Schnellstart via Hombutton

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Trotz der Größe weitestgehend handlich | (c) Areamobile

 

Einmal in der Hand fühlt sich das Samsung Galaxy S6 im Test dann auch nicht wesentlich rutschiger als das S5 an, allerdings liegt das Vorgängermodell des neuen Flaggschiffs wegen seiner stärkeren Rundungen und der - zumindest in der schwarzen Version - gummierten und weicheren Rückseite etwas besser in der Hand. Das S6 wirkt einfach insgesamt etwas kantiger, das niedrige Gewicht von 139 Gramm macht es aber für seine Größe trotzdem noch überraschend handlich. Noch ein Wort zum Design: Inzwischen ist viel davon zu hören, dass das neue Galaxy S6 wie eine Mischung aus Xperia-Z-Modellen und iPhones aussieht, als Beleg für diese These wird dann oft auf die Materialwahl verwiesen. Das halten wir zwar nicht für völlig abwegig, schließlich haben wir das Gerät auf dem Vorstellungs-Event in Barcelona unter uns auch noch scherzhaft als schickes iPhone bezeichnet. Letztendlich bietet Samsung bei den Details aber genug Alleinstellungsmerkmale, um nicht als billiges Plagiat zu gelten. Mehr Mut als HTC hat Samsung beim Design auf jeden Fall aufgebracht - das war auch zwingend nötig, denn im Gegensatz zu HTC kam das Design des Vorgängers eben auch nicht gerade gut an. Das neue Design birgt aber auch Nachteile: Der Akku ist nun nicht mehr wechselbar und das Gehäuse nicht mehr wasserdicht. Beides werden Samsung-Fans sicherlich schade finden, denn irgendwie war der koreanische Hersteller einer der letzten, die zumindest auf den problemlos tauschbaren Akku gesetzt hatten. Aber letztendlich dürften die wenigsten Nutzer tatsächlich in der jüngeren Vergangenheit dazu gezwungen gewesen sein, bei einem ihrer Geräte den Akku zu wechseln, weil der defekt war. Zum Thema Wasserfestigkeit kann man hingegen geteilter Meinung sein. Auch hier gilt: Die überwältigende Mehrheit wird noch kein Smartphone wegen Wasserschadens verloren haben. Aber es vermittelt einfach immer ein gutes Gefühl zu wissen, dass das Gerät ins Wasser fallen könnte, ohne Schaden zu nehmen. Dem gegenüber stand beim Laden dann aber auch immer das Auffummeln der Schutzkappen, das entfällt beim Galaxy S6 im Test. Wäre es sowieso, könnten Kritiker da jetzt anmerken, denn das S6 lässt sich auch kabellos laden, sogar in den Standards WPC und PMA - also auch mit den verbreiteten Qi-Ladematten. Das dauert dann aber auch deutlich länger als über das mitgelieferte Ladekabel. Insgesamt macht Samsung bei Design und Materialwahl fast alles genau richtig und der Käufer spürt, dass er ein Premiummodell in den Händen hält.

Display-Größe und -Qualität

Displaytest | (c) Areamobile

Farbraum Samsung Galaxy S6 | (c) Areamobile

Das Display des Samsung Galaxy S6 im Test bietet eine Diagonale von 5,1 Zoll und eine Auflösung von satten 2.560 x 1.440 Pixel. Damit schafft das Gerät eine theoretische Pixeldichte von 576 Bildpunkten pro Zoll und ist ultrascharf. Warum dann "theoretisch"? Da Samsung ein Super-AMOLED-Display mit Pentile-Matrix verwendet, wodurch die Subpixelzahl etwa um ein Drittel sinkt, ist die tatsächliche Bildschärfe etwas niedriger. Im Alltag macht das aber nichts, die sonst bei niedrigeren Auflösungen wegen der Pentile-Matrix sichtbaren Rasterpunkte und die Ausfransungen von Schrift und geraden Kanten sind mit dem bloßen Auge und der 2K-Auflösung nicht mehr zu erkennen. Ohnehin schlägt sich das Display des Galaxy S6 im Test beim einfachen Sichttest hervorragend, denn die Blickwinkel sind wie bei AMOLED gewohnt brillant, Farbveränderungen und Abschattung fallen auch bei extrem flachen Winkeln kaum auf. Zudem liegt die Darstellungsebene wie beim iPhone 6 extrem nah unter der Touch-Oberfläche, was zusammen mit den starken Kontrasten und den kräftigen Farben von ALOMED einfach umwerfend aussieht. Zumindest bei voller Display-Helligkeit von 365 cd/m².

Displaytest | (c) Areamobile

Displaytest Grautreppe Samsung Galaxy S6 | (c) Areamobile

Das ist für AMOLED ein guter Wert, im Automatikmodus soll das S6 die maximale Helligkeit sogar bis auf etwa 780 cd/m² hochschrauben können. Bei normalen Lichtumgebungen scheint der Automatikmodus ansonsten spürbar weniger Strom als die maximale manuelle Einstellung zu verbrauchen - obwohl der Screen des S6 angeblich etwa 20 Prozent weniger Strom als noch beim S5 verbrauchen soll. Bei der Farbechtheit schneidet AMOLED immer etwas schlechter als LCD ab, liegt mit 9,2 und 8,6 Delta-E bei Graustufen und Farbe aber immer noch im akzeptablen Bereich. Auch wenn die Testwerte das nicht an allen Stellen widerspiegeln (so ist etwa die maximale Helligkeit in der manuellen Einstellung nicht übermäßig hoch, aber AMOLED ist dennoch bei Sonnenlicht gut ablesbar) gehört das Display des S6 derzeit zu den besten Screens auf dem Markt.

Displaytest | (c) Areamobile

Displaytest Farbgenauigkeit Samsung Galaxy S6 | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Ursprünglich wollte Samsung wohl für sein Galaxy S6 wie in den letzten Jahren beim europäischen Modell auch wieder auf Qualcomm als Chipsatz-Hersteller setzen, einige Monate vor der Vorstellung des S6 musste Qualcomm aber eingestehen, dass ein großer Kunde für sein Topprodukt nicht auf den Qualcomm Snapdragon 810 setzen würde. Die Branche war sich sofort einige: Dieser Kunde ist Samsung. Tatsächlich steckt im Samsung Galaxy S6 statt eines Qualcomm Snapdragon 810 ein Exynos 7420 aus eigener Herstellung - das hatte der koreanische Hersteller bei den letzten Modellen der S-Klasse nur für asiatische Modelle so gehandhabt. Ob das nun an erstmals verfügbarer Produktionskapazität oder ebenfalls erstmals Konkurrenzfähigkeit zum Qualcomm-Produkt liegt - dazu äußert sich Samsung natürlich wie immer nicht. Stattdessen hieß es auf dem MWC nur, der Exynos-Chip sei für die Erfordernisse des S6 die beste Wahl gewesen. Klar ist aber: Von der Leistung her war die Entscheidung goldrichtig!

Samsung Galaxy S6 im Vergleich mit Samsung Galaxy S6 Edge | (c) Areamobile

Egal ob S6 oder S6 Edge - beide sauschnell!

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Ruckler konnten wir im Betrieb nicht feststellen | (c) Areamobile

 

Der Exynos 7420 ist wie der Snapdragon 810 ein Octa-Core-Chip, bestehend aus vier Kernen auf Cortex-A53-Basis mit bis zu 1,5 GHz und vier Cortex-A57-Kernen mit Taktraten von bis zu 2,1 GHz. Die grafische Darstellung übernimmt eine Mali-T760-GPU, unterstützt wird die Technik von 3 GB RAM. Damit erreicht das Samsung Galaxy S6 im Vergleich zum Galaxy S5 ungeahnte Geschwindigkeiten im Alltag. Das Vorgängermodell schwächelt besonders seit dem Update auf Android 5.0 Lollipop, auch das anschließende Performance-Update konnte hier nicht restlos für Abhilfe sorgen. Das merkt man besonders an immer wieder auftretenden Gedenksekunden, wenn man etwa per Homebutton zurück auf den Homescreen will, in der Kamera-App das letzte Bild anschauen möchte oder einfach nur ein E-Mail-Postfach öffnet. Teilweise wartet man länger als zwei Sekunden, bis man wieder mit dem Smartphone arbeiten kann - unzumutbar für ein Spitzenmodell. Das alles ist dem Samsung Galaxy S6 fremd. Wer hier eine Taste drückt, kann sicher sein, dass wenige Millisekunden später auch wirklich etwas passiert. Kamera-Start? Keine Sekunde. Mail-Programm? Keine Sekunde. Zurück mit dem Homebutton? Keine Sekunde! Während man beim S5 schon mal doppelt drückt, weil man glaubt, das Smartphone habe keinen Befehl registriert, gibt das Galaxy S6 im Test nahezu direkt Feedback. Das beruhigt irgendwie, so muss ein Topmodell rennen!

Samsung Galaxy S6 Diagramm | (c) areamobile

Samsung Galaxy S6 in Benchmarks | (c) areamobile

Samsung Galaxy S6 Diagramm | (c) areamobile

Samsung Galaxy S6 in weiteren Benchmarks | (c) areamobile

 

Die guten Eindrücke im Alltag bestätigen sich auch in Benchmarks. In GFXBench (T-Rex offscreen) schafft das S6 stolze 57 Frames - das wird aktuell nur vom Nvidia K1, etwa im Shield Tablet, mit 60 Frames übertrumpft, der Snapdragon 810 im HTC One M9 kam hier nur auf im Vergleich erschreckend schwache 48 Bilder pro Sekunde. Dieses Bild setzt sich in fast allen Benchmarks fort - das Samsung Galaxy S6 mit Exynos 7420 liegt im Schnitt klar vor dem HTC One M9 mit Snapdragon 810. In Zahlen ausgedrückt sind das etwa 60.500 Punkte in Antutu im Vergleich zu 57.000 Punkte für das M9, in Vellamo Metal führt das S6 mit 2.500 zu 2.200 Punkten, in Vellamao Browser mit 5.700 zu 3.300 Punkten. Gleiches Bild bei Quadrant und Sunspider, hier führt das S6 mit 36.000 Punkten zu 31.000 Punkten, im Javascript-Test deklassiert das S6 das One M9 geradezu mit 395 zu 1.180 Millisekunden (weniger ist besser). Beim Rest sieht das auch nicht anders aus, aber natürlich darf man auch nicht vergessen, dass der große Unterschied, wie er in einigen Benchmarks suggeriert wird, zum M9 im Alltag nicht besteht. Beide Geräte reagieren in etwa gleich schnell und direkt, das M9 vielleicht sogar noch einen Ticken schneller.

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Weniger Apps im App-Drawer - wegen Ordnern

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Leider findet man hier keine Toneinstellungen | (c) Areamobile

 

Neben der starken Hardware dürfte ein Grund für die viel direktere Reaktion des Samsung Galaxy S6 im Vergleich zum Vorgänger auch die überarbeitete Nutzeroberfläche Touchwiz sein. Nach Angaben von Samsung wurde sie ordentlich entschlackt und so auch für Nutzer besser verwendbar, die sonst nicht so viel mit Smartphones zu tun haben - die einzige Frage, die sich da stellt, ist, warum Samsung auf diese Idee nicht schon viel früher gekommen ist. Besser spät als nie, die Vereinfachungen merkt man tatsächlich, wenn auch nicht auf den ersten Blick. Außerdem macht es sich Samsung schon wieder unnötig schwer, denn während es ursprünglich noch hieß, dass es auf dem Galaxy S6 keine Bloatware mehr geben wird, ist man davon zwischenzeitlich offensichtlich schon wieder abgewichen. So findet man ab Werk Apps wie Cewe Smartphoto, Zalando, Pizza.de und KaufDA vor, zum Glück fressen diese Programme aber auch kaum Speicher und lassen sich darüber hinaus deinstalieren. Mit dem nächsten Firmware-Update werden sie erfahrungsgemäß aber wohl wieder mit dabei sein - das nervt. Außerdem lassen sich längst nicht alle Apps auch wirklich entfernen. Facebook oder Whatsapp und andere Samsung- und Microsoft-Apps (etwa OneDrive, Instagramm, One Note oder Skype) lassen sich dann nur deaktivieren, sprich: ausblenden. Schade, dass Samsung den Nutzern hier nicht mehr freie Hand lässt, zumal das insgesamt mit der neuen Touchwiz-Version wieder stärker möglich ist. Immerhin gibt es beim ersten Registrieren bei mit dem S6 einen Bonus von 115 GB Cloud-Speicher von Microsoft und andererseits benötigen diese Apps auch kaum Speicher - ab Werk sind in unserer kleinen Version mit 32 GB nicht (!) erweiterbarem Speicher noch fast 25 GB frei. Übrigens verwendet Samsung den modernen UFS-2.0-Flash-Speicher - auch ein Grund, warum das Gerät schneller als der Vorgänger, aber auch als das M9 ist.

Viele der Kontextmenüs, etwa im Browser, wurden deutlich entschlackt. Wer Funktionen von früher vermisst, sollte einmal etwas tiefer in den Einstellungen suchen. Generell dürfte das aber nur selten nötig werden, dafür werden Nutzer jetzt nicht mehr von einer unübersichtlichen Flut an Einstellungsmöglichkeiten erschlagen. Auch ansonsten hat sich einiges getan. Das fängt schon auf dem Lockscreen an, wo man jetzt etwa eine schick animierte Wasserblase beim Entsperren verschiebt. Auf dem Homescreen wurde die Grafik insgesamt auch etwas entschlackt. Das Wetter-Widget ist jetzt klein und unaufgeregt, die Uhrzeit hat dafür einen Schlagschattenefekt erhalten. Einige Icons wurden an den Flatstil von Android 5 Lollipop angepasst - übrigens ist Android 5.0.2 installiert. Hintergründe, Sounds und Icons können aber über den Thememanager mit einem Klick verändert werden, derzeit stehen aber nur wenige weitere kostenlosen Themes zur Verfügung. Bonus: Es gibt einen Lautlos-Modus ohne Vibration, auch wenn der nur umständlich über das Ton-Menü erreichbar ist. Dafür fehlen der Multiuser-Modus und Features wie Smart Pause. In den Einstellungen gibt es jetzt eine Suchfunktion, um schneller Gesuchtes in den Einstellungen zu finden. Farblich wirkt der immer noch sehr umfangreiche Einstellungsbaum nun mit hellem Weiß aufgelockert.

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Android 5.0.2, Hintergrund im Menü jetzt Weiß

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Die Samsung-Tastatur bleibt Geschmackssache, kann aber ersetzt werden | (c) areamobile

 

Neu ist auch der Smartmanager, mit dem man mit einem Klick RAM und Speicherplatz bereinigen kann. Außerdem kommt man von hier auch direkt zum Akku-Bereich, wo man etwa den Energiesparmodus oder gar den Ultra-Energiesparmodus aktivieren kann. Letzterer verdoppelt die Laufzeit zumindest theoretisch, da alle möglichen Funktionen ausgeschaltet werden und sogar der Homescreen stark vereinfacht und in schwarzweiß dargestellt wird. Dann ist das Galaxy S6 aber auch kein Smart-, sondern ein typisches Dumbphone. Denn WLAN und Bluetooth werden deaktiviert und Datenverbindungen gekappt, sobald das Display deaktiviert wird. Auch die Anzahl der nutzbaren Apps wird dann stark reduziert, kann aber angepasst werden. Nettes Feature: Das Galaxy S6 im Test weist darauf hin, wenn Apps ungewöhnlich viel Akkuleistung fressen. Außerdem gibt es im Smartmanager auch einen Hinweis auf den integrierten Virenschutz von McAfee und auf Knox. Während der Virenscanner direkt genutzt werden kann, muss die Sicherheits-Software Knox zur Verwendung erst heruntergeladen werden und ist ansonsten deaktiviert. Nicht mehr vorhanden: Der intelligente Wecker, zumindest nicht mehr ganz. Er erlaubt beim S5 die Auswahl eines anderen Klingeltons, der dann drei Minuten vor dem eigentlichen Weckton startete und langsam an Lautstärke zunimmt. Einen anderen Klingelton kann man jetzt nicht mehr auswählen, der langsame Lautstärkeanstieg ist aber weiterhin dabei. Störender ist der nach wie vor nicht wieder eingeführte Nacht-Modus, mit dem einfach ab einer eingestellten Uhrzeit alle Sounds abgeschaltet wurden. Dafür muss man jetzt auf Zusatz-Apps wie Timeriffic oder Lhama ausweichen. Tipp am Rande: Mit Tasker gibt es dabei den Feature-Overkill, diese App ist aber nur etwas für Profis.

Ebenfalls neu: Der Fingerabdrucksensor. Zwar gab es diese Funktion beim Vorgänger Galaxy S5 auch schon, aber dort musste man den entsprechenden Finger für den Scan über den Homebutton ziehen - unpraktisch. Beim neuen Samsung Galaxy S6 im Test kann man den Finger nun einfach auflegen und nach etwa einer halben Sekunde wird er erkannt. Das ist besonders praktisch, weil man das S6 mit dem Homebutton auch aus dem Standby wecken kann: Einfach das Smartphone in die Hand nehmen und beispielsweise mit dem Daumen den Hombutton bei deaktiviertem Display drücken. Dadruch wird das Gerät aufgeweckt und gleichzeitig entsperrt. Die Erkennungsquote dürfte im Test bei etwa 95 Prozent gelegen haben - das ist deutlich besser als beim Galaxy S5. Das S6 kann nämlich viel besser auch mit Teilabdrücken umgehen und dabei muss der Finger auch nicht mehr in genau dem gleichen Winkel auf den Hombutton gelegt werden, in dem er eingescannt wurde. Wichtig ist nur, dass der komplette Hombutton mit dem Finger bedeckt ist - sehr gut, das ist wesentlich praxistauglicher als zuvor! Zudem kann der Fingerabdruck jetzt auch zur Bestätigung der Identität beim Bezahlen über Paypal verwendet werden. Das Abspeichern mehrerer Finger ist ebenfalls weiterhin möglich. Der Fingerabdrucksensor wird jetzt aber nicht nur durch eine wesentlich bessere Erkennungsquote sinnvoll nutzbar, sondern auch durch ein weitere Feature von Google, das mit Android 5.0 eingeführt wurde: Trust Agents und Smart Lock. Damit erkennt das Samsung Galaxy S6 im Test etwa, wenn es in Reichweite der Smartwatch des Besitzers ist, nachdem sie als vertrauenswürdiges Gerät bestätigt wurde. Anschließend werden der Fingerabdruckscann oder auch andere eingestellte Sicherheitsabfragen zum Entsperren des Smartphones deaktiviert. Bricht die Verbindung - etwa wegen zu großer Entfernung vom Besitzer - zur Uhr hingegen ab, aktiviert das Gerät automatisch wieder die eingestellte Sicherheitsabfrage.

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Rasend schnell im Browser

Samsung Galaxy S6 Unboxing | (c) Areamobile

Das Anlernen des Fingerabdrucks dauert etwas | (c) Areamobile

 

Insgesamt ist das Samsung Galaxy S6 im Test nicht nur technisch, sondern auch beim Punkt Alltagstauglichkeit eine wesentliche Verbesserung zum Vorgänger Galaxy S5. Das gilt leider für den Lautsprecher nur bedingt - er ist zwar lauter, wird aber auf höchster Lautstärke etwas spitz und klingt insgesamt nicht sehr differenziert. Auch beim restlichen Sound-Thema kann das S6 nicht voll überzeugen. Das mitgelieferte Headset sieht zwar recht hochwertig aus, sitzt aber nicht gut im Ohr und lässt außerdem Umgebungsgeräusche nahezu ungefiltert durch. Außerdem klingt es im Gebrauch etwas dünn. Der Equalizer kann da nur bedingt weiterhelfen. Er wurde optisch zwar komplett überarbeitet, leidet aber wie bei früheren Android-Versionen darunter, dass Verstellungen dazu führen, dass der ganze Sound leiser wird - das wirkt wie eine Billiglösung und passt nicht zum S6. Bei vorgefertigten Presets tritt dieser Effekt nicht auf. Übrigens liefert Samsung auch das neue Galaxy S6 im Test mit Regionlock aus, damit etwa ein europäisches Modell auch mit einer europäischen SIM freigeschaltet werden muss.

Kamera

Was, wieder nur 16 Megapixel bei der Hauptkamera? Stimmt, aber die haben es in sich. Denn hinzugekommen ist nun nicht nur eine lichtempfindlichere Blende von f1.9 (auch für die Frontkamera mit fünf Megapixel), sondern auch ein optischer Bildstabilisator (OIS). Dafür verzichtet Samsung auf seine eigene Isocell-Technologie, die in den meisten Varianten des Galaxy S5 steckt und schon für sehr anständige Bildqualität sorgte. Stattdessen kommt nun vermutlich ein Sony IMX240 zum Einsatz, wie er schon im europäischen Galaxy Note 4 steckt. Ganz sicher ist das aber noch nicht, denn der Hersteller macht dazu keine Angaben - auch nicht zur Sensorgröße. Fotos werden im Breitbildformat 16:9 aufgenommen.

Samsung Galaxy S6 Originalaufnahme | (c) areamobile

Samsung Galaxy S6 Originalaufnahme | (c) areamobile

Der OIS macht hier den Unterschied. Im Vergleich zum Vorgänger gelingen damit gerade bei schlechtem Licht wesentlich schärfere Aufnahmen, Bewegungsunschärfe wird minimiert, wenn auch nicht ausgeschlossen. Insgesamt begeistert die Hauptkamera des Samsung Galaxy S6 im Test mit herausragender Bildschärfe und vergleichsweise wenig Bildrauschen. Zwar ist etwa die Kamera des iPhone 6 nicht weit von der Bildqualität des S6 entfernt und liefert vielleicht sogar die etwas besseren Farben, kommt aber nicht ganz an die Bildschärfe heran. Bei Dämmerung liegt dann das Galaxy S6 wieder qualitativ vorn, auch wenn hier Bildrauschen sichtbar zunimmt. Bei schlechtem Licht oder bei Nacht holt dann das iPhone 6 wieder stark auf und liegt etwa auf einem Niveau mit dem Samsung Galaxy S6. Das konnte man auch schön in unserem Kameravergleich erkennen.

Den größten Fortschritt macht die Kamera des Galaxy S6 im direkten Vergleich zum Vorgänger bei abnehmendem Licht. Denn hier sind Bilder Galaxy S5 deutlich unschärfer und bieten weniger Details, trotzdem sieht man mehr Bildrauschen, das allerdings zu aggressiv von der Software herausgerechnet wird und teilweise schon eine Art Mosaikeffekt hervorruft. Insgesamt gefällt hier beim S6 die Bilddynamik noch besser, die mit der Auto-HDR-Funktion noch weiter verbessert wird. HDR-Aufnahmen werden dann mit so großer Geschwindigkeit erstellt, dass es kaum zu Bewegungsunschärfe kommen kann. Außerdem werden die Veränderungen durch Live-HDR bereits auf dem Display sichtbar. Allerdings wirken hier Nachtaufnahmen deutlich heller, als die späteren Aufnahmen dann wirklich sind. Videos lassen sich auch in Ultra-HD, also 3.840 x 2.160 Pixel aufnehmen. Dann fallen allerdings Bildstabilisierung oder die Möglichkeit, während der Videoaufnahme Fotos aufzunehmen, weg. Trotzdem können sich die Ergebnisse sehen lassen, sie brillieren mit herausragender Bildschärfe und hoher Plastizität. Ebenfalls gut: Der Sound, der voll und natürlich klingt.

Samsung Galaxy S6 Aufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S6 Aufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S6 Aufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S6 Aufnahme - hinten fast nur noch weiß, aber besser als bei der Konkurrenz | (c) Areamobile

 

Von der starken Hardware des S6 profitiert auch die Kamera. Sie lässt sich nun standardmäßig auch per Doppeltipp auf den Homebutton aktivieren und soll so immer schnell erreichbar sein. Das ist sie in der Tat, denn nach dem zweiten Druck des Hombutton vergeht keine halbe Sekunde, bis die Kamera-App schussbereit ist. Bei deaktiviertem Display dauert es etwas länger, bleibt aber auch unter einer Sekunde. Tatsächlich übertreibt Samsung also nicht, wenn die Kamera des S6 auch als perfekte Schnappschusskamera gefeiert wird. Ein weiteres Kriterium für eine Schnappschusskamera ist neben der schnellen Bereitschaft auch die einfache Bedienung. Auch hier punktet das S6, denn noch einfacher wäre Apple. In der Voreinstellung muss man aber tatsächlich genauso wenig wie bei einem iPhone tun. Da ist dann nämlich die Automatik aktiviert, die sich im Test auch tatsächlich als sehr zuverlässig zeigte. einfach anvisieren und abdrücken - einfacher geht es nicht. Über den Modus-Button kommt man außerdem zu unterschiedlichen weiteren Features. Da ist dann etwa der Pro-Modus, hier werden dem Nutzer lediglich bekannte Einstellungen wie ISO-Wert, Weißabgleich und Belichtungskorrektur sowie ein fummeliger manueller Fokus geboten. Daneben gibt es ein paar Farbfilter und die allseits bekannten, auf bestimmte Lichtsituationen zugeschnittenen automatischen Einstellungs-Modi - von denen beim Galaxy S6 allerdings einige erst heruntergeladen werden müssen. Außerdem findet man hier die Zeitlupen- und Zeitrafferfunktionen für die Videokamera und etwa den Selektiven Fokus, der selbständig ein angewähltes Motiv verfolgt. 

Samsung Galaxy S6 Aufnahme | (c) Areamobile

Detailreich | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S6 Aufnahme | (c) Areamobile

Selbst die einzelenen Blätter werden noch schön herausgearbeitet | (c) Areamobile

 

Alles davon ist sicherlich nicht sinnvoll, dazu gehört etwa die virtuelle Tour, bei der man per Video ein Objekt umkreist und anschließend per Smartphone-Bewegung diese Bewegung nachvollziehen kann. Auch gibt es derzeit kaum Funktionen zum Herunterladen und etwa der Sportmodus bringt auch keine besseren Ergebnisse als die Automatik. Vielleicht wäre hier noch weniger mehr gewesen.

Akku-Laufzeit und Gesprächsqualität

Der Akku im neuen Samsung Galaxy S6 im Test liefert 2.550 mAh (Galaxy S5: 2.800 mAh) und ist im Gegensatz zu allen Vorgängermodellen nicht mehr auswechselbar. Das dürfte mehr aus Prinzip denn berechtigt stören, denn nur die wenigsten Nutzer mussten wirklich schon einen Akku wegen Defekt oder Alterserscheinungen wechseln. Selbst dann geht das beim S6 - wenn auch nicht in Eigenregie. Für alle anderen Fälle gibt es die so genannten Powerbanks - externe Akkus, die das Smartphone wieder per micro-USB-Anschluss aufladen. Aber mal ehrlich: Auf solche Methoden will man nur in Ausnahmesituationen zurückgreifen müssen, etwa auf einer Reise - nicht aber im Alltag.

Die gebotene Leistung lenkt aber immer wieder sorgenvolle Blicke auf die Akkustandsanzeige, denn die scheint teilweise im Minutentakt zu schwinden. Letztendlich täuscht das zum Glück etwas, aber ein Dauerläufer ist das Galaxy S6 im Test leider nicht. Bei intensiver Nutzung mit viel Screen-Zeit durch ständiges Nachschauen und Ausprobieren, etlichen Benchmarks, Musik-Streaming und diverse andere Aufgaben wie kurzem Intenet-Surfen hatte das S6 nach 9 Stunden knapp 60 Prozent der Akkuladung verloren. Weitere 8 Stunden später schaltete sich das Gerät ab - das bedeutet, dass das Galaxy S6 im Test täglich geladen werden muss, nur Sparfüchse schaffen im Alltag zwei Tage und das vermutlich auch nur mit aktivem Energiesparmodus, der aber Funktionen, zumindest aber die Leistung einschränkt. Im Video-Dauertest bei voller Display-Helligkeit erreichte das Galaxy S6 eine gute Zeit von 6:13 Stunden.

Quasi als Entschädigung pries Samsung bei der Vorstellung die Schnelladefunktion des S6 an, die es erlaubt, das komplett entleerte Gerät innerhalb von zwei Stunden wieder voll zu laden. Auch wenige Minuten Ladezeit bringen so wieder ein paar Stunden Laufzeit - das funktioniert und ist auch lobenswert, kann aber kein vollwertiger Ersatz für lange Laufzeiten ohne Steckdose sein. Daher sollte man sich als S6-Nutzer vielleicht damit abfinden, den Akku des S6 immer und überall, wo es irgend möglich ist, tatsächlich wieder zu laden. Vereinfacht wird die Umsetzung dieser Notwendigkeit durch die Fähigkeit des S6, per Induktion geladen zu werden. Denn das bedeutet, dass man etwa auf der Arbeit und auf dem Nachttisch eine Ladematte platziert und das Galaxy S6 dann nur noch drauflegen muss - ohne störende Kabel und nerviges Gefummel. Natürlich lädt der Akku dann deutlich langsamer.

Bei der Gesprächsqualität macht Samsung einiges, aber nicht alles richtig. Gespräche mit dem Galaxy S6 am Ohr verlaufen für den Smartphone-Nutzer sehr entspannt. Die Lautstärke ist hoch und die Verständlichkeit sehr gut, Gesprächspartner werden sehr realitätsnah wiedergegeben. Rauschen ist so gut wie nicht zu hören, dennoch klingt die Leitung nicht tot - sehr angenehm, auch wenn das letzte Quäntchen an Höhen und damit Klarheit fehlt. Gesprächsaussetzer gibt es zu keinem Zeitpunkt, der Empfang ist sehr gut. Am anderen Ende der Leitung freut man sich zwar ebenfalls über hohe Lautstärke und gute Verständlichkeit, hier ist der Klang aber klar blecherner. Positiv: Bei Telefonaten über den Lautsprecher muss man sich nicht groß konzentrierern, die Qualität leidet darunter nicht wesentlich. Lediglich etwas mehr Lautstärke wäre auf Seiten des S6-Nutzers schön.

Fazit

Bei fast jedem neuen Gerät eines Herstellers stellen sich interessierte Nutzer die Frage, ob sich das neue Gerät lohnt, wenn man den Vorgänger bereits besitzt. Meistens lautet die nüchterne Antwort: Nein, die Fortschritte sind einfach nicht groß genug, um schon wieder 700 Euro auszugeben. Auch wenn ein neues technisches Spielzeug immer wieder faszinierend und der "Habenwollen-Faktor" beträchtlich ist. Beim Samsung Galaxy S6 im Test werden sich viele S5-Nutzer diese Frage nun auch wieder stellen. Die Antwort lautet: Wenn ihr eine deutlich bessere Performance im Alltag, ein wesentlich schickeres Design, eine aufgehübschte Software mit weniger Schnickschnack und eine klar bessere Kamera haben wollt, dann müsst ihr wohl dieses Jahr schon wieder in die Tasche greifen. Es lohnt sich. Klar hat man beim Akku einen kleinen Rückschritt zu verkraften - nicht nur, weil er nicht mehr wechselbar ist, sondern auch, weil er nicht mehr so lange durchhält. Wasserdicht ist das S6 auch nicht mehr und der Speicher lässt sich auch nicht mehr erweitern, darüber muss man sich im klaren sein. Aber tatsächlich wiegen diese drei Nachteile im Alltag nicht so schwer, wie sie auf den ersten Blick erscheinen - zumindest nicht, wenn man das S6 regelmäßig zwischenladen kann. Denn dann überwiegen die Vorteile des neuen Gerätes deutlich.

Samsung war endlich mutig genug, das angestaubte Design früherer Modelle komplett über Bord zu werfen und erschafft ein frisches Gerät, fast schon eine neue Ära. Dabei ist das S6 nicht so radikal, dass es alte Kunden vergrault. Stattdessen entwickelt Samsung seine S-Klasse gekonnt weiter und bringt sie endlich in die Jetzt-Zeit zurück. Eine Revolution ist das Galaxy S6 nicht, aber mehr als reine Evolution. Leider lässt sich der Hersteller das ganz schön heftig bezahlen, selbst unser kleines S6 mit nur 32 GB kostet schon knapp 700 Euro. Mit Blick auf die Konkurrenz ist das derzeit aber auch gerechtfertigt. Wer das anders sieht: Die Preise werden erfahrungsgemäß in den nächsten Wochen ohnehin dramatisch fallen, sodass in drei Monaten wohl "nur noch" 500 Euro fällig werden. Da lohnt das Warten vielleicht. Bis dahin sind dann vielleicht auch einige Konkurrenzprodukte vorgestellt - die dürften es aber ganz schön schwer haben.

Testwertung Samsung Galaxy S6
 
Handlichkeit und Design 93%
Verarbeitung 95%
Sprachqualität 94%
Akkuausdauer 78%
Ausstattung/ Leistung 93%
Kamera 92%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Endlich schickes neues Design" (+0.1%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+0.1%
Internet 99%
Musik 90%
Software und Bedienung 100%
Navigation 86%
Gaming und Video 97%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
93%
Zeitwertung
(Stand 06.12.2016)
87%

Unsere Wertung im Detail

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Neueste Lesermeinungen

Gesamteindruck 100% Empfehlung ja
Bewertet am 21.10.2015

Alle 3 Meinungen zusammengefasst
Bewertung Samsung Galaxy S6
Weiterempfohlen von
67% 
84%
gut

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 3 Bewertungen von Areamobile Lesern.

Lesermeinungen zum Samsung Galaxy S6
 
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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 27.03.15 18:12 polli69 (Advanced Handy Profi)
    Alles richtig gemacht, aber die Identität verloren.

    Ein wirklich tolles Gerät, mit dem Samsung sicher einen großartigen Erfolg erzielen wird.
    Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen, Samsung in die Apple Nachahmer Ecke zu drücken. Dabei denke ich noch nicht einmal an die optischen Parallelen im Rahmenbereich.
    Nein, Samsung hat ein Designstück hingelegt, wobei die Vorteile Wasserdichtigkeit und wechselbarer Akku aufgegeben wurden.
    Mich hat das nie interessiert einen Akku zu wechseln oder eine Speicherkarte zu benutzen, ich finde es allerdings sehr interessant, dass diese Umstände nun nicht mehr als negative Punkte erwähnt werden.
    Toll finde ich ,dass sich Samsung den Wünschen seiner Kunden nach einem entschlackten Userinterface gebeugt hat.
    Samsung hat das Ruder rumgerissen, dabei aber die eigene Identität komplett aufgegeben. Was gestern wichtig war, wurde heute aufgegeben. Dem interessierten Kunden wird das egal sein, für mich ist es ein Abklatsch der Philosophie des größten Konkurrenten.

  2. 27.03.15 18:31 sottil (Handy Profi)

    Samsung wird das Apple der Androiden, mal sehen ob die Rechnung aufgeht. Für mich ist das S6 momentan die Nummer 1, dennoch bleibe ich bei meinem Moto G.
    Mehr als 300 € lege ich für ein Smartphone nicht mehr hin.

  3. 27.03.15 18:51 genetix1989 (Newcomer)
    State of the Art

    Wenn ich mir im Vergleich zu diesem Test den Test zum IPhone 6 angucke komme ich schon etwas ins stutzen .Mir scheint es als ob alles was beim iPhone 6 noch bemängelt wurde jetzt State of die Art ist. Sei es der nicht wechselbare Akku oder der hohe Kaufpreis. Alles scheint hier richtung Apple geschielt zu haben, sei es der Rahmen oder die hervorstehende Kamera.

    Vieles das bisher als Pluspunkt galt ist nun Schnee von gestern.

    Wasserdicht NEIN!
    Akku austauschbar NEIN!
    SD Karten Erweiterung NEIN!

    Zumindest diese drei Punkte sind ein klarer Rückschritt und sollten auch negativ in die Bewertung einfließen.

    Da bin ich wirklich etwas enttäuscht, aber ich habe mir sowieso geschworen, das mein Note 3 mein letztes Samsung Gerät war.
    Obwohl das S6 Edge doch wirklich interessant ist.

  4. 27.03.15 20:00 Stefan Schomberg (Redakteur areamobile.de)

    Ich denke, Akku und Wasserdichtigkeit wurden im Test ausreichend begründet. Warum soll man etwas bemängeln, was normal ist? Das macht irgendwann keinen Sinn mehr. Die Erweiterbarkeit sehe ich - auch in Hinblick auf andere Hersteller (Apple) - bei einer ausreichenden Menge an Platz auch nicht mehr als so tragisch wie noch vor ein paar Jahren an, als Speicher teuer war. Bei kommenden iPhones wird das entsprechend auch nicht mehr bemängelt.
    Alle drei Dinge SIND negativ - aber im Alltag weit weniger negativ, als es manche Menschen wahr haben wollen.

    mfg

  5. 27.03.15 20:35 Nuvolari (Advanced Handy Profi)
    @Stefan

    Danke für Deinen letzten Satz!
    Ich sehe das ganz genauso.

    Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole aber das Samsung Galaxy S6 (edge) ist eine komplette Neukonstruktion und "Project Zero".
    Man muss immer Luft nach oben haben. Daher bin ich mir sicher, dass Samsung beim Galaxy S7 den Akku wieder wechsel- und den Speicher erweiterbar machen wird. ;-)

  6. 27.03.15 21:58 Slightly Biased (Member)

    Ich finde es toll wie Samsung dafür gelobt wird, dass sie sich endlich auf einem Level bewegen, dass man von anderen Herstellern schon lange kennt.

    Die Rückschritte, die dafür in Kauf genommen wurden stehen für mich in keinem Verhältnis und sind nicht rechtfertigbar, wenn es die Konkurrenz schon längst besser hinbekommt.

    Vor allem der winzige Akku ist eine Frechheit und wird nur denen, die von einem iPhone kommen nicht so sehr auffallen.

    Wer die Idee von Glas, Metall und guter Verarbeitung gut findet, sollte sich lieber das Z3 von Sony anschauen. Hier hat man nicht nur einen super Akku, sondern auch die ganzen anderen Features, die Samsung bei ihrer 0 namens "Project Zero" streichen musste.

    Für alle die doch bereit sind 800€ für diesen Rückschritt zu bezahlen habe ich einen weiteren Vorschlag:

    Ich bin der Sohn eines nigerianischen Königs. Die Regierung hält das Geld von seinem Erbe zurück und nur mit deiner Hilfe kann ich die Anwälte bezahlen um an das Vermögen von 20.000.000 (20 Millionen) DOLLAR ran zu kommen. Du bekommst 10%

    Wer ernsthaft glaubt ein Samsung könnte jemals wirklich 800€ und mehr wert sein, der glaubt sicher auch das...

  7. 27.03.15 22:57 TheHunter (Gast)

    Die Überschrift klingt irgendwie so als wäre das S6 der absolute Burner, aber dennoch hat es nur die gleichen 93% Gesamtwertung wie das HTC M9. Nun stellt sich mir die Frage warum das Samsung textmäßig so gelobt wird und das HTC ist so naja... Liegt das wieder an der Samsung-Affinität hier oder wie kommt das?

  8. 27.03.15 22:59 polli69 (Advanced Handy Profi)

    @Nuvolari: praktisch jetzt einen Schritt zurück, damit man mit dem 7er wieder einen Fortschritt vermelden kann.

  9. 28.03.15 00:27 AlfredENeumann (Handy Profi)

    Habs mir heute im Samsung Store in Neuss mal angesehen. Es ist schon nicht schlecht. Aber für mich persönlich zu klein. Wenn man an ein größeres Gerät gewöhnt ist (Note 3) möchte man eigentlich kein kleineres Gerät.

  10. 28.03.15 03:09 Pikachus (Handy Profi)

    also mir gefällt das S5 um Welten besser optisch wie funktional..

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