Autor: Stefan Schomberg 26.11.2015 - 18:00 | (7)

BQ Aquaris M4.5 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Klasse Akku
  • handlich und robust
  • gute Gesprächsqualität
  • angemessenes P/L-Verhältnis
  • Flops
  • niedrige Auflösung
  • Kamera enttäuschend

BQ Aquaris M4.5 Test: Viel Akku für wenig Geld

BQ startete 2015 eigentlich erst richtig in Deutschland durch – sofern man das überhaupt sagen kann. Kernpunkte der Marke sind erschwingliche Smartphones mit guter Technik, also Massenware, die aber nicht in China, sondern zumindest teilweise im Heimatland Spanien entworfen wird. Genau so ein Smartphone ist das BQ Aquaris M4.5, das wir uns im Test angeschaut haben.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Auffällig sind BQ-Smartphones für gewöhnlich nicht, und das ist auch beim BQ Aquaris M4.5 im Test nicht anders. Hinten herrscht anthrazit-farbener Kunststoff vor, vorne natürlich die Glasfläche des Touchscreens. Die Seiten gehen wie schon die Rückseite in graubrauner Beliebigkeit unter. Das ist die oberflächliche und auch ziemlich negative Beschreibung der Optik des BQ Aquaris M4.5. Im Detail sieht man dann etwa die minimal zurückgesetzte, fest installierte Akkuabdeckung. Dadurch entsteht eine Art Ministufe, die den tatsächlich nicht sehr abwechslungsreichen Kunststoff etwas auflockert. Das insgesamt sehr zurückhaltende Äußere kann man durchaus langweilig nennen, andere finden es vielleicht sogar herrlich unaufgeregt und auf das Wesentliche reduziert. Letztendlich hätten ein paar Akzente aber sicherlich nicht gestört, selbst die nur minimal wackelnden Hardware-Tasten auf der rechten Seite sind in der gleichen Farbe gehalten wie das restliche Gehäuse.

BQ Aquaris M4.5 Unboxing | (c) Areamobile

BQ Aquaris M4.5 | (c) Areamobile

Die Platzierung der Tasten ist konventionell und sinnvoll: Mittig rechts findet sich der Powerbutton, darüber die Lautstärkewippe. Beide Tasten weisen einen etwas zu hohen Druckpunkt auf, verfügen aber über einen knackigen Tastenhub. Auffällig ist auf der Front neben den Sensortasten unter dem Display allenfalls noch der Frontblitz, der die Frontkamera bei Selfies unterestützen soll. Bei der Verarbeitung gibt es nur wenig zu kritisieren. Die Spaltmaße sind insgesamt sehr gleichmäßig, alles sitzt fest und nichts knarzt. Lediglich die Kartenschlitten für microSD-Karte rechts und die beiden SIM-Schlitten für micro-SIMs sind nicht exakt in das Gehäuse eingelassen. Mit 8,8 Millimeter Bautiefe, 115 Gramm und einem Display mit nur 4,5 Zoll ist das ist das BQ Aquaris M4.5 im Test im Vergleich zu den aktuellen Spitzenmodellen regelrecht klein und handlich.

Display-Größe und -Qualität

Displaytest BQ Aquaris M4.5 | (c) areamobile

CIE-Test BQ Aquaris M4.5 | (c) areamobile

BQ verwendet beim Aquaris M4.5 im Test ein durch Dragontrail-Glas geschütztes 4,5 Zoll großes IPS-LCD, das auf den ersten Blick ganz gut aussieht. Bei genauerem Hinschauen fällt aber die niedrige Auflösung von nur 960 x 540 Pixel auf - das war vor ein oder zwei Jahr noch in Ordnung, als Full-HD State of the Art in der Oberklasse war. Doch inzwischen sind wir sogar schon bei 4K (im Sony Xperia Z5 Premium) angelangt. Retro mag in sein, in einem Smartphone hat qHD aber heute nichts mehr zu suchen. Immerhin reichen die daraus resultierenden 244 ppi meistens noch aus, wer zuvor aber eine Pixeldichte von 300 ppi und mehr gewohnt war sucht hier die richtige Schärfe vergebens. Die Messwerte sprechen auch nicht unbedingt für das Aquaris M4.5: Der Kontrast ist mit knapp 500:1 eher mittelmäßig, die Helligkeit mit 306 cd/m² ebenfalls. Die Abweichung bei der Genauigkeitsmessung der Grautreppe liegt mit 10,9 Delta E ebenfalls nicht im grünen Bereich, bei Farben liegt sie zum Glück nur bei 4,6 Delta E. Dafür deckt das Display sRGB bei der Farbanzahl problemlos ab. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls gut, außer leichter Abschattung gibt es nichts schlechtes zu vermelden. Insgesamt schlägt sich das Display im Alltag noch akzeptabel, wirkt aber etwas überholt.

Displaytest BQ Aquaris M4.5 | (c) areamobile

Grautreppe BQ Aquaris M4.5 | (c) areamobile

Displaytest BQ Aquaris M4.5 | (c) areamobile

Farbtest BQ Aquaris M4.5 | (c) areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Im BQ Aquaris M4.5 kommt der Mediatek MT6735M zum Einsatz, ein Chipsatz mit vier Cortex-A53-Kernen und einer maximalen Taktfrequenz von 1 GHz. Er treibt zusammen mit einer Mali T720 und je nach Version 1 oder 2 GB RAM das M4.5 zu einer insgesamt flüssigen Performance, Ruckler gab es hier so gut wie nie zu sehen. Das ist überraschend, denn ein Kraftpaket ist dieser Chipsatz ganz sicher nicht, andererseits hat er auch nur eine sehr niedrige Pixelzahl zu berechnen. Aus der flüssigen Alltagsbedienbarkeit sollte man aber keines Falls schließen, dass auch anspruchsvolle Spiele auf dem Smartphone laufen. Dem ist nicht so - zumindest nicht flüssig und auf maximalen Details. Einfache Spiele wie Angry Birds stellen hingegen kein Problem dar. Solche Games landen dann im je nach Version bis zu 16 GB großen internen Speicher. microSD-Karten werden zwar aufgenommen, App-to-SD gibt es aber nicht. Wir testeten die größere Version mit 16 GB internem Speicher und 2 GB RAM.

BQ Aquaris M4.5 Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen

BQ Aquaris M4.5 Unboxing | (c) Areamobile

Browser

BQ Aquaris M4.5 Unboxing | (c) Areamobile

Einstellungen | (c) Areamobile

 

Die Nutzeroberfläche von BQ ist stark an Vanilla-Android angelehnt. Dennoch gibt es einige Features, die der spanische Hersteller selbst hinzugefügt hat. Dazu gehört etwa das Double-Tap-Feature, mit dem man das Gerät aus dem Standby aufwecken kann, indem man auf das Display klopft. Außerdem lässt sich die Benachrichtigungs-LED einrichten, sodass sie etwa in bestimmten Apps oder in einer bestimmten Farbe und Geschwindikeit blinken soll. Zudem beinhaltet die BQ-Oberfläche, die über Android 5.1 liegt, ein Feature, das Google offiziell erst wieder mit Android 6.0 Marshmallow eingeführt hat: Apps fragen dann nach bestimmten Berechtigungen, wenn sie gebraucht würden. Dann kann der Nutzer zustimmen oder den Zugriff verhindern. Auf Wunsch fragt das Smartphone nach einer ersten Erlaubnis die gleiche Berechtigung nicht noch einmal ab.

Kamera

BQ baut in das Aquaris M4.5 eine Hauptkamera mit 8 Megapixel, f/2.0-Blende und Dual-LED-Blitz ein, vorne steckt eine Optik mit 5 Megapixel, die ebenfalls mit LED-Blitz ausgestattet ist. Einen optischen Bildstabilisator gibt es in dieser Preisklasse natürlich nicht, stattdessen aber eine eigene Kamera-App, die nach Informationen aus den Exif-Daten in Fotos von Mediatek stammt und sogar zeitgesteuerte Videos mit Intervallen zwischen 0,5 Sekunden und 5 Minuten erlaubt. Klingt toll, leider kann die Bildqualität unseres Testgerätes nicht überzeugen. Die Bildschärfe lässt zu den Rändern hin stark nach, weiter im Zentrum ist sie hingegen gut. Das trifft entsprechend auch auf darstellbare Details zu. Farben werden überbetont, die Bilddynamik machte Fotos grundsätzlich zu dunkel. Bei Videos ist das anders, hier passt die Helligkeit und auch die Bildschärfe - für 720p wohlgemerkt, denn mehr geht einfach nicht. Das ist seltsam, da der Vorgänger BQ Aquaris E4.5 1.080p geschafft hat. Leider stören auch bei 720p sichtbare Unschärfen bei Schwenks. Der LED-Blitz der Hauptkamera liefert normale Leistung ab - im Nahbereich bis 2 Meter ist er durchaus hilfreich. Die Frontkamera liefert im Gegensatz zur Hauptkamera für ihre Zwecke tatsächlich gute Leistung ab, der Blitz dazu erlaubt Selfies auch in düsterer Umgebung.

Originalaufnahme BQ Aquaris M4.5 | (c) areamobile

Originalaufnahme BQ Aquaris M4.5 - zu dunkel, zu unscharf und bunt | (c) areamobile

Akku-Laufzeit

Meist werden bei Telefonaten mit Smartphones wenig Tieftöne transportiert, darum klingen Gesprächspartner dann eher unnatürlich. Beim BQ-Modell ist das anders, hier gibt es sogar zu viele Tieftöne, dabei leider aber auch zu wenig Höhen. Die Lautstärke geht hingegen in Ordnung, ebenfalls das Rauschverhalten. Insgesamt kann man also gut mit der Sprachqualität leben. Am anderen Ende der Leitung sieht es sehr ähnlich aus. Schlechter wird die Qualität aber noch einmal, wenn man ein Gespräch über den Lautsprecher zu führen versucht. Dann ist die Lautstärke zu niedrig und der Lautsprecher knarzt vernehmbar.

Der Akku im BQ Aquaris M4.5 im Test leistet 2.470 mAh - "nur" könnte man meinen, aber dann vergisst man das vergleichsweise kleine Display, die niedrige Auflösung und den eher schwachen und damit mehr oder weniger stromsparenden Chipsatz. Tatsächlich macht das BQ-Smartphone damit eine richtig gute Figur beim Thema Ausdauer, in unserem Dauervideotest schlägt es sogar einen Großteil der Konkurrenz, denn es hält hier sehr gute 8 Stunden und 30 Minuten durch. Im Alltag macht sich das ebenfalls bemerkbar, wenn auch nicht so stark wie vermutet. Dennoch ist das Gerät sicherlich für zwei Tage, bei wenig Nutzung auch für mehr gut.

Fazit

Für 180 Euro kann man nichts falsch machen bei einem Smartphone? Doch, kann man sehr wohl. Beim BQ Aquaris M4.5 ist das aber zum Glück nicht der Fall, lediglich die Kamera enttäuscht etwas. Selbst mit der aus heutiger Sicht sehr niedrigen Display-Auflösung kann man sich noch arrangieren. Die Alltagsleistung ist absolut ausreichend, der Akku herausragend und die Gesprächsqualität geht auch. Wer ein günstiges Smartphone sucht, darf beim BQ Aquaris M4.5 beruhigt zugreifen.

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Testwertung BQ Aquaris M4.5
 
Handlichkeit und Design 86%
Verarbeitung 89%
Sprachqualität 83%
Akkuausdauer 90%
Ausstattung/ Leistung 66%
Kamera 70%
Internet 79%
Musik 80%
Software und Bedienung 90%
Navigation 85%
Gaming und Video 68%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
80%
Zeitwertung
(Stand 25.05.2016)
79%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 26.11.15 18:38 TONG (Member)
    Black Friday

    Morgen gibt im Online-Shop von bq alle Smartphones 15% billiger.

    Somit kostet das Aquaris M4.5 nur noch knapp 153 EUR.
    Für rund 178 EUR wäre aber die Version mit 2 GB RAM empfehlenswerter.

  2. 26.11.15 19:09 chief (Advanced Handy Master)

    Ich würde, da eher zu einem P8 Lite greifen.

    Hat ein besseres Display und auch die Kamera sollte einen ticken beste sein.

  3. 26.11.15 21:31 TONG (Member)

    @chief

    Ein "besseres Display" ist doch sehr gewagt.

    Rein nach den PPIs ist das 5 Zoll-HD-Display dem 4,5 Zoll-qHD-Display überlegen.

    Doch rein qualitativ sind die Displays von bq besser als die von Huawei.
    Außerdem machen die bq mit ihrem schlichten aber klaren Äußeren einen besseren und solideren Eindruck als ein P8 Lite.

    Schlussendlich ist dann auch die reine Größe entscheidend.
    Da ich persönlich kein Fan von großen Smartphones bin, würde ich zum bq greifen.

  4. 27.11.15 11:40 IMPULS

    Für 180€ bekommt man leider bei diesem BQ sehr "magere Kost", für das Geld.
    Niedrig getakteter " Sparsoc" und nur qhd.
    Das Meizu M2Note macht da einen viel besseren Job.
    Es ist natürlich mit 5,5 Zoll nicht mehr "winzig", doch mit dem Mediatek 6735 (64bit) auf 1,3 Ghz, mit 2Gb RAM, FHD und einem 3100 mAh Akku , bekommt man für 170 € viel Smartphone für fast die gleiche Summe, was BQ hier verlangt. :)

  5. 27.11.15 12:46 TONG (Member)

    @IMPULS

    Wenn Meizu und dann im Vergleich zum LG P8 Lite, dann kann man auch das
    "M2 Mini"
    mit 5 Zoll HD-Auflösung, 2 GB RAM, 16 GB ROM, MTK 6735 etc. für rund 140 USD inkl. Versand erwähnen, bzw. man muss es sogar.

    Doch das Problem ist, dass die wenigsten sich mit den Geräten, die es eigentlich nur im asiatischen Raum gibt, anfreunden und beschäftigen wollen.

    Dabei sind Meizu und Xiaomi hervorragende Geräte zum kleinen Preis.
    So wie z.B. das Xiaomi Redmi 2 Pro, das sogar direkt von Amazon.de verschickt wird...
    http://www.amazon.de/XIAOMI-Redmi-Smartphone-64-Bit-Quad-Core/dp/B013JPPEBC/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1448624728&sr=8-1&keywords=xiaomi+redmi+2+pro

  6. 27.11.15 14:50 Whiskas (Member)

    Problem ist, dass wenn man auf der Suche nach einem Smartphone ist, was nicht gleich 5" hat, oder gar mehr, gibt es kaum noch wirkliche Auswahl. Entweder nimmt man ältere Modelle, oder Nonames, die letztlich auch nicht Lange zufrieden stimmen. Da kommen solche Geräte wie das BQ gerade recht.

    Was ich am Test schade finde ist, das vieles nur noch aufgrund von irgendwelchen Messwerten beurteilt wird, anstatt, wie noch vor wenigen Jahren, die wirkliche Alltagstauglichkeit zu testen. Reflektiert das Display stark in der Sonne? Ist Schrift klar zu lesen? Würde der Prozessor einer regen Nutzung von Apps gleichzeitig standhalten?
    Wo sind die sonstigen Erfahrungswerte hin, an welchen man sich sonst orientiert hat?
    Das sind alles Fragen, die weder Messungen oder reine Daten beantworten können. Aber es ist auch das, was ich gern gelesen hätte.Aber nur meine Meinung.

  7. 27.11.15 22:10 chief (Advanced Handy Master)

    @Tong

    Ist die Frage, ob man die Qualitätsfrage bei diesem Preis in Betracht zieht. Und was heißt "bessere" Qualität? Stabilere Blickwinkel?

    Von einer höheren Auflösung profitiert man eher als von 20° stabileren Blickwinkel. Meine Meinung.

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