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Autor: Stefan Schomberg 21.10.2015 - 18:15 | 5

Alcatel Idol 3 (5,5 Zoll) Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Tolles Display
  • Kameras knipst gute Fotos
  • Schickes Gesamt-Design
  • Colle Drehmöglichkeit des Homescreens
  • Flops
  • Miese Videos
  • Powerbutton auf falscher Seite

Alcatel Onetouch Idol 3 Test: Mehr Kracher als China

Alcatel baut billige Handys. In jeder Beziehung. Oder? Mit dem Onetouch Idol 3 bricht der Hersteller mit (mehr oder weniger) alten, unliebsamen Traditionen und bringt ein richtig schickes Gerät auf den Markt, das preislich trotzdem noch recht attraktiv ist. Wir haben uns im Test angeschaut, ob da nicht doch irgendwo ein Haken ist.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Alcatel war mal in französischer Hand, dann wechselte 2004 der Besitzer. Der neue Chef kommt aus dem Reich der Mitte. Er heißt TCL, ist eines der am schnellsten wachsenden Technikunternehmen weltweit, und verwendet den bekannten europäischen Namen weiter für seine Produkte. Damit fährt das Unternehmen offenbar nicht allzu schlecht, denn nach anfänglicher Produktion von eher einfachen Geräten, die sich über den Preis statt über Qualität verkauften, geht es jetzt klar Richtung Qualität. Das sieht man schon auf den ersten Blick, denn das Alcatel Onetouch Idol 3 im Test wirkt richtig schick und hochwertig. Das Display ist leicht erhaben, oben und unten springt das Gehäuse leicht zurück und lässt Platz für zwei Lautsprecher und zwei Mikrophone. Um das Smartphone zieht sich ein Kunststoffrahmen, der zwei dünne Chromränder aufweist, zwischen denen sich die matte Gehäusefarbe wiederfindet. Auch wenn es sich hier nicht um echtes Metall handelt, wirkt das sehr ansprechend.

Alcatel One Touch Idol 3 Hands-on MWC 2015 | (c) Areamobile

Im Test: Alcatel One Touch Idol 3

Alcatel One Touch Idol 3 Unboxing | (c) Areamobile

Powerbutton links

Alcatel One Touch Idol 3 Unboxing | (c) Areamobile

Schick trotz Kunststoff | (c) Areamobile

 

Die Rückseite lässt sich nicht abnehmen, sie wurde in der Optik gebürsteten Metalls gehalten, ist bei unserem Testgerät aber gräulich Anthrazit und - Kunststoff. Als schmückende Elemente findet man hier den Namen des Herstellers und der Idol-Reihe, auch die Kamera ist natürlich zu sehen. Sie steht leicht aus dem Kunststoff hervor - das scheint inzwischen zum guten Ton zu gehören. Das schlichte Design des Gerätes, bei dem man "oben" kaum von "unten" unterscheiden kann, greift der Hersteller gekonnt auf und verpasst dem Alcatel Onetouch Idol 3 einen sich selbständig anpassenden Homescreen - "auf dem Kopf" kann man das Gerät daher gar nicht halten. Da es keine Hardware-, sondern zur direkten Steuerung nur Onscreen-Tasten gibt, wird dieser Effekt noch verstärkt. Apropos Tasten: Außer Powerbutton und Lautstärkewippe gibt es hier nichts aufzuzählen. Beide Tasten lassen sich gut bedienen, sie weisen knackige Druckpunkte und ordentlichen Tastenhub auf, außerdem wackeln sie nicht herum, sondern sind sauber eingesetzt. Unpraktisch finden wir dabei allerdings die Platzierung der Powertaste auf der oberen linken Seite - ohne die zweite Hand kann man den nur schlecht bedienen. Bei der generellen Verarbeitung kann man Alcatel/TCL keine Vorwürfe machen, hier geht soweit alles in Ordnung. Kleinere Ungenauigkeiten sollte in dieser Preisklasse niemand zu genau nehmen.

Display-Größe und -Qualität

Alcatel One Touch Idol 3 Displaytest | (c) Areamobile

Alcatel One Touch Idol 3 Displaytest | (c) Areamobile

Alcatel packt in das Onetouch Idol 3 ein 5,5 Zoll großes IPS-Display mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel). Damit kommt man auf eine Bildschärfe von 400 Bildpunkten pro Zoll (PPI) - scharf trifft es hier wohl absolut. Und nicht nur das: Im Test stellte sich der Screen als sehr hell heraus, 550 cd/m² sind ein sehr beachtlicher Wert. Der gemessene Kontrast kann sich mit 788:1 auch sehen lassen und mit Delta-E-Werten von 3,5 und 2,6 sind die Abweichungen von der Norm bei Grautreppe und Farben extrem gering. Auch bei der Blickwinkelstabilität gibt es nichts zu klagen, außer normaler Abschattung passiert hier nichts. Einen so guten Screen hätten wir in einem vergleichsweise günstigen Smartphone nicht erwartet.

Alcatel One Touch Idol 3 Displaytest | (c) Areamobile

Alcatel One Touch Idol 3 Displaytest | (c) Areamobile

Alcatel One Touch Idol 3 Displaytest | (c) Areamobile

Alcatel One Touch Idol 3 Displaytest | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

In einem Alcatel-Smartphone erwartet man wohl als erstes einen Mediatek-Chip zu finden - und zwar einen der Marke "superbillig". Natürlich gibt es da auch ganz andere Kaliber, aber Mediatek hängt halt immer noch das Vorurteil der billigen, aber schwachen Chips an. Wie dem auch sei - im Alcatel Onetouch Idol 3 liegt man mit dem altbekannten Vorurteil falsch, denn im Inneren des Gerätes steckt ein potenter Snapdragon 615 von Qualcomm. Der Octa-Core-Chip ist nicht nur 64-Bit-fähig, sondern bringt auch noch ordentlich Leistung aufs Parkett - zumindest für den Alltag. Nicht mal beim Wechsel auf Onetouch Stream, wo Wetter, News, Apps und Hintergründe angepriesen werden, ruckelt es. Das sieht gelegentlich auch auf einem viel stärkeren Samsung Galaxy S6 anders aus.

Alcatel One Touch Idol 3 Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen

Alcatel One Touch Idol 3 Unboxing | (c) Areamobile

Browser | (c) Areamobile

 

In Benchmarks zeigt sich natürlich schnell, dass der Snapdragon 615 kein Highend-Prozessor ist. Im GFXBench kommt man hier nur auf 14 Bilder pro Sekunde, 3DMark wirft 7.300 Punkte raus. Ist das wichtig? Natürlich nicht, denn es hat bei dem Alcatel-Gerät keinerlei Aussagegehalt zur bereits erwähnt guten Alltagsleistung. Das dürfte auch an den 2 GB RAM liegen. Spiele wie Asphalt 8 laufen damit (zumindest auf normalen Grafikeinstellungen) absolut flüssig. Solche Apps bekommt man übrigens nicht nur aus dem Play Store von Google, sondern auch aus einem eigenen App Store namens "Apps". Einen echten Sinn konnten wir darin aber nicht entdecken, da dort offenbar auch nur Angebote aus dem Google-Store zu finden sind. Auffällig sind die zahlreichen zusätzlichen Games und Apps wie Currency (Währungsrechner), die auf dem Alcatel-Gerät vorinstalliert sind. Das mag nerven, zum Glück lassen sich so gut wie alle dieser Apps komplett mit wenigen Klicks entfernen. Das wird alle Nutzer freuen, die mangels Speicherkartenerweiterung zwangsläufig versuchen, ausschließlich mit den bis zu 32 GB internem Speicher auszukommen. Etwa 25 GB sind normalerweise davon frei. Speichererweiterung gibt es nur in der Single-SIM-Version, die dann aber auch nur 16 GB internen Speicher aufweist. Unser Testgerät in Dual-SIM-Ausführung erlaubt keine Speichererweiterung per microSD-Karte.

Alcatel One Touch Idol 3 Unboxing | (c) Areamobile

Viele Zusatz-Apps

Alcatel One Touch Idol 3 Unboxing | (c) Areamobile

Animation beim Drehen des Homescreens | (c) Areamobile

 

Ab Werk ist über Android 5.0.2 eine Nutzeroberfläche von Alcatel installiert, die durchaus übersichtlich ist. Ihre runden Icons erinnern leicht an MIUI von Xiaomi. Das Beste an der UI: Sie läuft absolut flüssig. Das ist sicherlich nicht nur ein Ergebnis der insgesamt guten Hardware des Alcatel Onetouch Idol 3 im Test. Gesondert zu erwähnen ist sicherlich der in einer schicken Animation automatisch drehende Homescreen - es ist also egal, wie herum man das Gerät hält. Das passt zum Design, das auf den ersten Blick nicht erkennen lässt, wo bei dem Idol 3 oben und unten ist. Nervig bei der Bedienung ist die eingangs erwähnte Platzierung des Powerbuttons - sofern man das Gerät "richtig herum" hält - auf der oberen linken Geräteseite. Er ist mit einer Hand kaum zu erreichen, das sollte sich Alcatel ganz schnell wieder abgewöhnen. Ebenfalls mehr eine Spielerei: Eye-D. Damit kann man das Alcatel OneTouch Idol 3 im Test mit den Augen entsperren, genauer: Mit der Augenpartie - einen Iris-Scan gibt es hier natürlich nicht. Die Frontkamera prägt sich stattdessen die biometrischen Merkmale der Augenpartie ein, um das Handy damit entsperren zu können. Im Alltag klappt das aber selbst bei gutem Licht nicht immer und dauert ansonsten etwas lang - praxistauglich ist das nicht wirklich. Die restliche Ausstattung offenbart mit LTE, WLAN und NFC keine wichtigen Lücken.

Kamera

Das Alcatel OneTouch Idol 3 im Test bietet eine Hauptkamera mit 13 Megapixel und LED-Blitz, eine Frontoptik mit 5 Megapixel sorgt für Selfies - das klingt nach ordentlicher Mittelklasse-Hardware. Bei Fotos ist das Ergebnis auch durchaus ansprechend. Mit ausreichendem Licht sind die Ergebnisse angenehm scharf, Bildrauschen hält sich in Grenzen, Farben werden intensiv dargestellt und der Detailgrad ist angemessen. Die Nachbearbeitung geschieht moderat, die Bilddynamik geht auch in Ordnung. Videos sind hingegen erstaunlich unscharf und bei Schwenks sieht man teilweise starke Artefakte, aber keine Verzerrung. Der Ton fällt etwas dumpf aus, außerdem ist das Gerät dabei sehr windempfindlich.

Originalaufnahme Onetouch Idol 3 | (c) areamobile

Originalaufnahme Onetouch Idol 3 | (c) areamobile

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Der Akku des Alcatel OneTouch Idol 3 leistet 2.910 mAh, das ist sehr respektabel. Da müsste man eigentlich auch verschmerzen können, dass er fest eingebaut ist. Letztendlich zeigte sich das Durchhaltevermögen allerdings eher im Mittelfeld angesiedelt - für den Preispunkt des Idol 3 ist das aber völlig in Ordnung. In unserem Dauertest kam das Gerät auf 4 Stunden und 15 Minuten.

Die Sprachqualität geht ebenfalls völlig in Ordnung, besonders die Lautstärke überzeugt, ohne dass es dabei zum starken Übersteuern kommt. Die Qualität ist zwar etwas matschig, aber insgesamt ausreichend klar und letztendlich gut verständlich, leises Rauschen untermalt das Aufrechthalten der Leitung. Eine Überraschung bieten die beiden Lautsprecher: Spricht man darüber, steigt die Qualität beinahe noch, denn der Klang ist überraschend voll und laut, auch wenn es bei unserem Testgerät zu minimalem Klirren auf maximaler Lautstärke kam. Am anderen Ende der Leitung wird der Idol-Nutzer dann aber etwas abgehackt wahrgenommen. Während eines Telefonates kann man das Gerät übrigens nicht mehr einfach drehen - das klappt nur vor Gesprächsannahme.

Fazit

Alcatel OneTouch mag nicht mehr die bekannte französische Marke sein, die es vor Jahren mal war. Aber es ist auch nicht mehr die Billigmarke, die es nach dem Aufkauf durch TCL zwischenzeitlich war. Und das ist auch gut so. Das Alcatel OneTouch Idol 3 ist ein schickes Gerät mit ordentlicher Mittelklasseausstattung, das mit der Drehung des Homescreens sogar noch ein Alleinstellungsmerkmal bietet. Von Highend ist das Modell weit entfernt, bei einem Preis von unter 300 Euro kann man das aber - mit sehr wenigen Ausnahmen - auch nicht erwarten. Positiv hervorzuheben sind Display und Design, außerdem die Bediengeschwindigkeit und die Fotoqualität der Kamera. Negativ fallen eigentlich vor allem die unscharfen Videoaufnahmen und die unglückliche Anbringung des Powerbuttons auf. Insgesamt ist das Idol 3 ein gutes Smartphone.

Testwertung Alcatel Idol 3 (5,5 Zoll)
 
Handlichkeit und Design 84%
Verarbeitung 88%
Sprachqualität 81%
Akkuausdauer 77%
Ausstattung/ Leistung 80%
Kamera 82%
Internet 95%
Musik 72%
Software und Bedienung 91%
Navigation 85%
Gaming und Video 77%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
84%
Zeitwertung
(Stand 25.09.2016)
81%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 22.10.15 09:26 DaBauer (Youngster)

    Ich habe gerade euer Testfoto aus dem Innenhof gesehen - kann es sein, dass ihr im gleichen Gebäude sitzt, wie Happy Thinking People? :D

  2. 22.10.15 10:07 Stefan Schomberg (Redakteur areamobile.de)

    Nee, glaube ich nicht. Die haben es schön - wir sind hier nur zum arbeiten... ;)

    mfg

  3. 22.10.15 13:59 Pikachus (Handy Profi)

    colle Drehfunktion des Homescreens? soso..
    und das der Powerbutton auf der "falschen" Seite ist, ist dann auch der Grund für den "Kracher" das er ne Kracherwertung von 84% bekommt? ok. jz weis ich was die Handys heutzutage wirklich können müssen...

  4. 22.10.15 18:10 areamobileleser

    Vieles wurde toll Umgesetzt und vieles bleibt halb auf der Strecke, weshalb ich mein Alcatel One Touch Idol 3 nach 1 Woche Benutzung wieder zurück schicke und nach einem anderen Gerät schaue.

  5. 23.10.15 09:22 Svensemann (Newcomer)
    Powertaste

    Warum muss die Powertaste unbedingt rechts sein? Was ist an links so schlimm?

    Ich als Linkshänder habe ständig das "Problem", dass die Tasten für mich auf der "falschen" Seite sind.
    Stellt euch mal nicht so an... Sowas als Kritikpunkt zu setzen ist doch bescheuert... Man muss sich an jedes Handy neu gewöhnen, mal sind Tasten links, mal rechts, mal weiter oben, mal mittig...dann könnt ihr das bei jedem Handy als Minuspunkt aufnehmen...

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