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Autor: Björn Brodersen 07.07.2015 - 17:40 | 6

Huawei P8 Lite Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Gute 13-Megapixel-Kamera
  • LTE-Unterstützung
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Flops
  • Akku muss täglich geladen werden
  • Akku nicht auswechselbar
  • klirrender Sound über Lautsprecher

Huawei P8 Lite Test: Glänzende Kür, Patzer im Pflichtprogramm

Zum Verkaufsstart war das Huawei P8 Lite in deutschen Läden schnell für kurze Zeit vergriffen. Kein Wunder, schließlich sieht das 5 Zoll große Android-Smartphone richtig schick aus, läuft mit aktuellem Android Lollipop, unterstützt LTE und kostet dabei nur 250 Euro ohne Vertrag. Doch während das Huawei P8 Lite im Test in der Kür glänzt, patzt es ausgerechnet beim Pflichtprogramm.

Auf den ersten Blick scheint das Huawei P8 Lite ein echter Preishammer zu sein: Für 249 Euro ohne Vertrag (UVP) bekommen die Käufer ein Smartphone im flachen Gehäuse mit 5 Zoll großem HD-Display, Octa-Core-Prozessor, LTE- und NFC-Unterstützung sowie einer aktuellen Android-Version. Doch der Blick auf das Datenblatt offenbart nicht immer die ganze Wahrheit. Deshalb haben wir das Huawei P8 Lite im Alltags-Test auf die Probe gestellt - in einer Single-SIM-Version aus dem Shop eines Mobilfunkbetreibers.

Huawei P8 im Vergleich Huawei P8 Lite  | (c) Areamobile

P8 Lite (links) und P8 im Vergleich:

Huawei P8 im Vergleich Huawei P8 Lite  | (c) Areamobile

Ähnliches Design, aber ...

Huawei P8 im Vergleich Huawei P8 Lite  | (c) Areamobile

... Kunststoff gegen Metall. | (c) AM

 

Gehäuse-Design und -Verarbeitung des Huawei P8 Lite

Mit Gehäusemaßen von 143 x 70,6 x 7,7 Millimetern ist die Lite-Version nur einen Hauch voluminöser als das Huawei P8, mit 131 Gramm nur ein Dutzend Gramm leichter. Die Display-Diagonale fällt auf dem P8 Lite mit 5 Zoll einen halben Zentimeter kürzer aus als bei dem aktuellen Flaggschiff-Smartphone von Huawei. Auf den ersten Blick sehen sich beide Geräte zudem frappierend ähnlich, obwohl beim teureren P8 die Technik in einen edlen Metall-Unibody verpackt ist und das Gehäuse und der Rahmen des P8 Lite aus Kunststoff bestehen. Kamera, Lautsprecher, Power-Taste, Karteneinschübe, Lautstärkewippe sowie die Anschlüsse für ein USB-Kabel oder ein handelsübliches Headset sitzen jeweils an den gleichen Positionen. Nur der LED-Blitz befindet sich beim Huawei P8 Lite rechts neben der rückseitigen Hauptkamera, vorne über dem Display versteckt sich der Umgebungslichtsensor, die Benachrichtigungsleuchte blinkt ganz links in der Ecke, und das Mikrofon an der Oberkante zur Unterdrückung der Umgebungsgeräusche beim Telefonieren ist eher mittig positioniert. Auf unserem schwarzen Testgerät prangt außerdem unterhalb des Displays der Namenszug des chinesischen Herstellers.

Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

Lautsprecher und Micro-USB-Port | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

Power-Taste und Lautstärke-Wippe | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

Steckfächer für Micro-SIM und microSD | (c) Areamobile

 

Da er nicht aus Metall besteht, wird der Rahmen um das Gehäuse des P8 Lite nicht von Kunststoffeinsätzen für besseren Mobilfunkempfang durchbrochen. Und da es sich nicht um einen Unibody handelt, setzen sich Display-Einheit und Rückschale spürbar vom Rahmen ab. Die Seitentasten haben einen knackigen Druckpunkt und lassen sich im Einhandmodus noch gut mit dem Daumen erreichen. SIM-Karte und microSD-Karte werden in seitlichen Steckfächern versenkt, die sich einzelnen mit einem spitzen Werkzeug öffnen lassen. Der Akku des Huawei P8 Lite lässt sich vom Nutzer nicht spontan herausnehmen und auswechseln.

Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

Strukturierte Rückseite | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

Karton und Lieferumfang | (c) Areamobile

 

Die einzelnen Gehäusekomponenten sind sehr sauber zusammengesetzt, Spaltmaße gibt es nicht, auf Druck gibt die kompakte Hülle keinen Knarzer von sich. Nur die Lautstärkewippe wackelt etwas in ihrer Verankerung. Durch den flachen Formfaktor, den etwas hervorgewölbten gerundeten Rahmen, den schlanken Seitentasten und die fein strukturierte Oberfläche der Rückseite, die sich allerdings auch als Staubfänger betätigt, sieht das neue Huawei-Handy nicht nur sehr schick aus, sondern liegt auch angenehm in der Hand.

Display-Größe und -Qualität des Huawei P8 Lite

Der IPS-Bildschirm des Huawei P8 Lite mit nicht ganz so schmalem Bezel wie beim P8 misst 5 Zoll in der Diagonale und stellt bei einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixel 294 Bildpunkte pro Zoll dar. Das ist nicht bestechend, aber ausreichend scharf, um auch auf dem kleinen Display Texte von Webseiten ohne viel Vergrößerung und damit weniger Scrollen ablesen zu können. Nur bei genauem Hinsehen aus schrägem Winkel lassen sich auf hellen Flächen kleine Rasterpunkte erkennen. Bei Farbgenauigkeit und Blickwinkelstabilität liefert das P8 Lite im Display-Test gute Messwerte ab (siehe Grafiken), Kontrast (539:1) und maximale Helligkeit (339 Candela pro Quadratmeter) sind ausreichend hoch, und die Farbtemperatur lässt sich bei Bedarf manuell per Schieberegler anpassen.

Huawei P8 Lite Display | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite im Display-Test: Blickwinkelstabilität | (c) AM

Aber nicht alles ist tadellos am Display des Huawei P8 Lite: Im Test reagierte die Helligkeitsanpassung zuweilen träge. Und weil das Display des Huawei-Smartphones mir sonst zu dunkel erscheint, habe ich den Anpassungsregler nach rechts bis knapp vor den Anschlag - also fast auf maximale Helligkeit - geschoben.

Huawei P8 Lite CIE-Farbraum | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite im Display-Test: CIE-Farbraum | (c) AM

Huawei P8 Lite RGB-Diagramm | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite im Display-Test: RGB-Diagramm | (c) AM

 

Weiterhin bietet das Huawei P8 Lite die Möglichkeit, versehentliche Eingaben auf dem Touchscreen beim Transport des Handys in der Hosentasche zu unterbinden ("Berührungsmodus deaktiviert") oder den kapazitiven Bildschirm mit übergezogenem Handschuh zu bedienen. Auf Wunsch schaltet sich das Display des Huawei-Smartphones nach Doppeltippen auf die Glasoberfläche ein.

Huawei P8 Lite Grautreppe | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite im Display-Test: Grautreppe | (c) AM

Huawei P8 Lite Farbgenauigkeit | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite im Display-Test: Farbgenauigkeit | (c) AM

System: Hardware, Software und Bedienung des Huawei P8 Lite

Im Alltagsgebrauch gibt sich das Huawei P8 Lite in Sachen Leistung keine Blöße: Anwendungen öffnen sich in der Regel prompt, Scrollen in Menülisten oder im Chrome-Browser gelingt butterweich und selbst ein grafisch aufwändiges Spiel wie "Asphalt 8: Airborne" läuft flüssig auf dem Huawei-Smartphone und lässt das Gerät dabei nicht unangenehm warm werden.

Im Inneren des Huawei P8 Lite verrichtet der vom Gerätehersteller selbst entwickelte Octa-Core-Chip HiSilicon Kirin 620 seinen Dienst, der auch in anderen Huawei-Smartphones wie beispielsweise dem Honor 4C arbeitet. In stärkeren Geräten wie dem P8, dem Honor 6 oder dem Honor 6 Plus baut Huawei jeweils einen Octa-Core-Chipsatz der 900er-Serie ein. Der im 28-Nanometer-Verfahren gefertigte und in 64-Bit-Architektur aufgebaute Kirin 620 im Huawei P8 Lite umfasst acht auf bis zu 1,2 GHz leistende Cortex-A53-Rechenkerne, eine Mali-450-MP4-GPU sowie ein UMTS/HSPA+- und LTE-Modem (Cat-4), das mobile Datenübertragungen mit bis zu 150 MBit/s ermöglicht. Unterstützt wird der Chipsatz von einem 2 GB großen Arbeitsspeicher.

In Benchmarks liefert das Huawei P8 Lite eine solide CPU-Performance ab: In AnTuTu, einem Leistungstest für CPU, Grafik, Arbeitsspeicher und SD-Karte, erreicht das Huawei P8 Lite 35.269 Punkte - mehr haben wir im vergangenen Jahr zum Start des damaligen Top-Modells auch im Test des HTC One M8 nicht gemessen. Auch 10.207 Punkte im Quadrant und 2,723 Punkte im Multikernmodus des Geekbench 3 weisen auf eine ordentliche Prozessorleistung für ein Mittelklasse-Smartphone hin. Im reinen Grafik-Benchmark GFXBench 1.080p T-Rex Offscreen schafft das P8 Lite 10 Bilder pro Sekunde, im 3DMark Icestorm Unlimited kommt es auf 5.580 Punkte und liegt damit jeweils unter den Werten des im Mai 2014 vorgestellten Huawei Ascend P7 mit dem Quad-Core-Prozessor Kirin 910 und 2 GB RAM. Ingesamt ordnet sich das Huawei-Handy auf dem Leistungsniveau des Honor 4X ein, in dem ebenfalls der Kirin-620-Chip werkelt.

Aktuelles Android mit aktuellem Emotion UI

Auf dem Huawei P8 Lite ist als Betriebssystem ab Werk Android 5.0 Lollipop mit EMUI 3.1 vorinstalliert. Liebhaber von einer im Vergleich zu Stock-Android möglichst unveränderten oder nur wenig angepassten Benutzeroberfläche werden an dem Emotion UI von Huawei keinen Gefallen finden: Hier sieht alles mehr wie auf dem iPhone als auf einem Google-Gerät aus: Einen App-Drawer gibt es nicht, alle Apps, Ordner und Widgets teilen sich den Platz auf dem mehrseitigen Homescreen. Auch das Shortcut-Menü, das auf dem Sperrbildschirm von unten nach oben aufgezogen wird, die Schnellstart-Option für die Kamera-App aus dem Lock-Screen, und die Benachrichtigungen erinnern an iOS von Apple.

Huawei: Funktionen von Emotion UI 3.1 | (c) Areamobile

Homescreen | (c) AM

Huawei: Funktionen von Emotion UI 3.1 | (c) Areamobile

Telefonmanager | (c) AM

Huawei: Funktionen von Emotion UI 3.1 | (c) Areamobile

Speicherinfos | (c) AM

 

Wer jedoch mit dem Aufbau der Oberfläche leben kann und sich in das UI einarbeitet, findet dort mehrere wirklich nützliche Anwendungen und Funktionen vor: etwa ein FM-Radio, einen Dateimanager, eine Speicherverwaltung, einen Energiesparmodus, eine verkleinerte UI-Ansicht für die Einhandbedienung, Screen-Sharing oder - bei Bedarf - eine vereinfachte Homescreen-Ansicht mit nur wenigen, aber dafür großen Buttons. Mir persönlich gefällt an dem Android-Aufsatz von Huawei vor allem sein flacher Aufbau, seine Übersichtlichkeit, die vielen Personalisierungsmöglichkeiten und die vielen verständlichen  Zugriffs- und Einstelloptionen für Systemfunktionen, die sich teilweise - etwa beim Teilen von Bildern aus der Galerie-App - je nach Häufigkeit der Verwendung automatisch nach vorne schieben. Auch eine Verschlüsselungsfunktion für die auf dem Smartphone gespeicherten Daten sowie ein passwortgeschützter Besucherbereich, der private Daten des Besitzers vor Gastnutzern verbirgt, sind integriert.

Ob das Huawei P8 Lite ein Update auf Android M erhalten wird, hat Huawei leider bislang nicht bekannt gegeben. Man arbeite generell an Updates für Smartphones der P-Serie, erklärte Huawei uns gegenüber.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher des Huawei P8 Lite

Das Huawei P8 Lite bietet wie die meisten aktuellen Smartphones zwei Kameras: Die rückseitig sitzende Hauptkamera mit Sony-BSI-Sensor nimmt Fotos mit einer Auflösung von bis zu 13 Megapixel (4.160 x 3.120 Pixel im 4:3-Format) und Videos mit bis zu Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel mit 30 Bildern pro Sekunde) auf und bietet einen Autofokus, eine große f/2.0-Blende und einen einfachen LED-Blitz. Die vordere Selfie-Kamera mit Fixed-Focus und f/2.4-Blende löst mit bis zu 5 Megapixel (2.592 x 1.944 Pixel) auf oder filmt für Videochats in HD-Qualität. Bei Bedarf lassen sich die Lautstärketasten des P8 Lite als Kameraauslöser einsetzen, schnelles zweifaches Drücken auf die Leiser-Taste öffnet zudem in sekundenschnelle die Kamera-App aus dem Standby des Handys.

Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

13-Megapixel-Kamera an der Rückseite des Huawei P8 Lite | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

Kameramenü auf dem Huawei P8 Lite Unboxing | (c) Areamobile

 

Beim Fotografieren stehen Aufnahmemodi wie Selbstauslöser, Serienaufnahme, Panorama, Zeitraffer, Best-Pic und HDR zur Auswahl, außerdem können Anwender den ISO-Wert, die Belichtung, die Farbsättigung und den Kontrast anpassen sowie unter verschiedenen Lichtbedingungen einen Weißabgleich durchführen. Die Belichtung kann auch beim Setzen des Fokus-Punkts im Sucherbild auf dem Display manuell per Schieberegler angepasst werden. Außerdem ergänzt Huawei das Kameramenü um weitere Funktionen wie ein Wasserzeichen oder eine Audiobotschaft für Fotos, einen Weichzeichner für Porträtaufnahmen. Im Vergleich zum teureren P8 fehlen dem P8 Lite lediglich die Lichtmalerei-Funktion, die Bildstabilisierung sowie der Regisseur-Modus bei Videoaufnahmen.

Huawei P8 Lite im Kamera-Test: testfoto | (c) Areamobile

Testfotos, aufgenommen mit der ...

Huawei P8 Lite im Kamera-Test: testfoto | (c) Areamobile

... Kamera des Huawei P8 Lite ...

Huawei P8 Lite im Kamera-Test: testfoto | (c) Areamobile

... im Standardmodus. | (c) AM

 

Die mit der 13-Megapixel-Kamera des Huawei P8 Lite unter guten Lichtbedingungen aufgenommen Testfotos gefallen vor allem durch ihre Farbwiedergabe, die Kontraste und die Bilddynamik, während kleine Details auf den Bildern durch ein gewisses Grundrauschen nicht ganz so knackig scharf erscheinen wie bei Aufnahmen mit der P8-Kamera.

Huawei P8 Lite im Kamera-Test: testfoto | (c) Areamobile

Huawei P8 Lite im Kamera-Test: ...

Huawei P8 Lite im Kamera-Test: testfoto | (c) Areamobile

Weiteres Testfotos | (c) Areamobile

Testfoto, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P8 Lite | (c) AM

Nachtaufnahme | (c) AM

 

Musik und Speicher

Der an der Unterseite des Huawei P8 angebrachte Lautsprecher - er sitzt hinter dem linken Grating, hinter dem rechten ist ein weiteres Mikrofon angebracht - ist zwar auf Wunsch richtig laut, liefert aber klirrenden, bassarmen Sound ab. Über Kopfhörer ist der Sound insgesamt etwas voluminöser, ohne jedoch sich jedoch das Prädikat "satt" zu verdienen. Weder über Google Play Music, noch über den alternativen Musik-Player von Huawei lässt sich der Klang mit Hilfe eines Equalizers oder von Sound-Presets anpassen. Als Musikplayer eignet sich das P8 Lite damit nur in Ausnahmefällen.

Für Fotos, Video, Musik, Dokumente Apps und Spiele bietet das Huawei-Handy 16 GB internen Speicher, wovon dem Nutzer im Auslieferungszustand des Geräts knapp über 10 GB zur freien Verfügung stehen. Multimedia-Dateien, Dokumente und andere Daten lassen sich auf eine bis zu 32 GB große microSD-Karte auslagern.

Telefon-Funktion, Daten-Schnittstellen und Akku-Laufzeit des Huawei P8 Lite

Für mobile Datenübertragungen unterstützt das Huawei P8 Lite neben UMTS mit HSPA+ auch LTE Cat-4 für Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s im Downstream. Mit anderen Geräten wie etwa Kopfhörer oder Wearables kommuniziert es via Bluetooth 4.0, dank NFC ist es auch für Bezahl- und Ticketing-Dienste gerüstet, auch wenn die Telekom es nicht als MyWallet-Gerät ausweist. Sprache wird beim Telefonieren mit dem Huawei P8 Lite recht dünn und wenig natürlich klingend, aber immerhin sehr gut verständlich übertragen, Hintergrundrauschen dabei wirksam unterdrückt. HD Voice für bessere Sprachqualität unterstützt das Huawei-Handy nicht, für Voice over LTE ist es ebenfalls nicht gerüstet.

Akku des Huawei P8 Lite muss täglich geladen werden

In das P8 Lite hat Huawei einen 2.200 mAh starken Lithium-Polymer-Akku eingebaut, der sich nicht vom Nutzer spontan auswechseln lässt und der mit einer Stromladung für bis zu 20 Stunden Sprechzeit oder 600 Stunden Standby sorgen soll. Das klingt ganz gut, setzt aber voraus, dass keine anderen Anwendungen genutzt werden. Im täglichen Gebrauch zeigt sich der Stromspender im Huawei-Handy jedoch nicht gerade ausdauernd: Im Test musste ich das Huawei P8 Lite eigentlich fast jeden Abend wieder aufladen, wenn ich sichergehen wollte, dass ich am den beginnenden Tag nicht unterwegs mit funktionsuntüchtigem Smartphone dastehe. Bei sparsamerer Nutzung hält der Akku im Gerät gerade mal zwei Arbeitstage durch, bevor er wieder aufgeladen werden muss. Ähnliches Bild in unserem Videodauertest per WLAN-Streaming: Bei hellster Display-Beleuchtung hält das Huawei P8 Lite mit dreieinhalb Stunden nicht mal so lange durch wie das Honor Holly, an dem wir schon im Test die Leistung des 2.000-mAh-Akkus bemängelt haben.

Huawei: Funktionen von Emotion UI 3.1 | (c) Areamobile

Energiesparmodi | (c) AM

Huawei: Funktionen von Emotion UI 3.1 | (c) Areamobile

Hoher Stromverbrauch im Standby | (c) AM

Huawei: Funktionen von Emotion UI 3.1 | (c) Areamobile

Geschützte Apps | (c) AM

 

Auffälligkeiten im Test

Im Test des Huawei P8 Lite gab es Hinweise darauf, dass die Empfangsqualität des Geräts nicht die beste ist. 1. Während einer Bahnfahrt im Zentrum Berlins stellte das Smartphone beispielsweise keine Verbindung zum Mobilfunknetz her, als die S-Bahn aus einem Tunnel herausfuhr - auch das zwischenzeitliche kurze Umschalten in den Flugmodus half nichts, erst nach einem Neustart buchte sich das Gerät ins Netz ein. 2. In der Nacht fällt der Akkustand um bis zu 30 Prozent ab - Hauptstromverbraucher ist in der Regel der Mobilfunk-Standby, das Handy sucht also vermutlich ständig das Netz. 3. Bei meinen Test-Telefonaten kam es zwei Mal zu mehrere Sekunden langen Aussetzern.

Alles ungewöhnliche Vorgänge bei ganz normaler Handy-Nutzung. Um die Akku-Belastung zu reduzieren, kann man etwa nachts das Gerät in den Flugmodus schalten oder zumindest mobile Daten deaktivieren. Unter Umständen kann es auch schon helfen, den bevorzugten Netzwerktyp auf "WCDMA/GSM" (also ohne LTE) einzustellen. Wer mit dem Huawei P8 Lite unterwegs auf Nummer sicher gehen möchte, hat besser ein Akku-Powerpack in der Tasche.

Optionen für das Energie-Management

Neben einem dreistufigen Energiesparmodus, der für eine längere Erreichbarkeit durch Ausschalten von Anwendungen sorgt, bietet das Huawei P8 Lite in einer Telefonmanager-App auch detaillierte Informationen zum Stromverbrauch von Hardware und Software, auch von einzelnen Apps. Hier finden Anwender auch weitere verständliche Optionen zur Stromverwaltung: Hier können sie im Hintergrund laufende Apps schließen Datenverbindungen (Mobile Daten oder WLAN) für Anwendungen vorbestimmen ("vernetzte Apps") sowie festlegen, welche Anwendungen auch bei ausgeschaltetem Display weiter aktiv bleiben sollen ("geschützte Apps"). Das ist nicht nur nützlich, sondern hilft den Nutzern auch, die Vorgänge und Zusammenhänge auf dem Smartphone besser zu verstehen.

Huawei P8 Lite im Test: Das Fazit

Das Huawei P8 Lite bietet im Vergleich mit anderen 250-Euro-Smartphones eine gehobene Ausstattung und läuft außerdem mit einer aktuellen, wenn auch nicht der allerneuesten, Android-Version. Display und Prozessorleistung genügen den Ansprüchen, die Kamera liefert richtig gute Bilder, und die Benutzeroberfläche bietet viele Personalisierungsmöglichkeiten und bleibt dabei flach und verständlich. Nur bei den Grundfunktionen - Empfang und Akku-Laufzeit - macht das Huawei-Smartphone im Test keine so gute Figur. Das Aufladen des Akkus wird für Nutzer des Huawei P8 Lite zur täglichen Pflichtaufgabe.

Huawei P8 Lite kaufen

Das Huawei P8 Lite mit Hybrid-Slot für microSD- oder Nano-SIM-Karte gibt es in Elektronikmärkten wie Media Markt und Saturn oder bei Amazon für Preise ab 239 Euro. Bei Mobilfunkbetreibern wie Telekom und Vodafone gibt es das Huawei P8 Lite als Single-SIM-Gerät für Preise ab 249,90 Euro ohne Vertrag oder für Einmalpreise ab 9,90 Euro mit Vertrag. Eine schwächer ausgestattete, aber mit aktuellem Android laufende, LTE unterstützende und mit 199 Euro (UVP) günstigere Alternative ist das Moto G LTE (2. Generation).

Hinweis: Für den Test haben wir eine Single-SIM-Variante des Huawei P8 Lite mit Telekom-Branding benutzt. Im freien Handel gibt es das Smartphone auch mit Dual-SIM-Option. Einer der beiden Steckplätze kann dann wahlweise für eine microSD- oder eine SIM-Karte verwendet werden.

Spannende Frage ist jetzt allerdings, ob Huawei noch in diesem Jahr für das Gerät ein Update auf das im dritten Quartal erscheinende Android M anbieten wird. Auch wenn es auf anderen Seiten teilweise anders zu lesen ist: In Sachen Android-Updates gibt es bei Huawei starken Verbesserungsbedarf. Angefangen von der frühzeitigen konkreten Kommunikation über kommende Update für bestimmte Smartphones, damit Smartphone-Nutzer diese Information mit in ihre Kaufentscheidung einfließen lassen können, bis hin zur Auslieferung neuer Android-Versionen - bis Ende Juni 2015 hatte der chinesische Hersteller beispielsweise für kein Smartphone-Modell in Deutschland ein fertiges Lollipop-Update angeboten.

Persönlicher Kommentar von Björn Brodersen

Testwertung Huawei P8 Lite
 
Handlichkeit und Design 86%
Verarbeitung 97%
Sprachqualität 87%
Akkuausdauer 75%
Ausstattung/ Leistung 76%
Kamera 86%
Internet 89%
Musik 74%
Software und Bedienung 95%
Navigation 93%
Gaming und Video 72%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
85%
Zeitwertung
(Stand 24.09.2017)
74%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 08.07.15 08:57 kade (Member)
    Gut

    Konnte mir das Gerät am Wochenende auch mal in Ruhe ansehen. Den Lautsprechersound fand ich gar nicht so schlecht. Ein kleiner Kritikpunkt von meiner Seite: Der Bildschirm könnte bei Tageslicht etwas heller sein. Aber in der Preisklasse habe ich noch nichts besseres gesehen. Wer nicht ein absolutes High-Tech-Spielkind ist, kann mit diesem Telefon sicher im Alltag glücklich werden.

  2. 08.07.15 09:00 foetor (Expert Handy Profi)

    @AM

    KÖnntet ihr bitte noch immer die Display On Zeit bei den "Akkutests" dazuschreiben. Das wäre sehr hilfreich, danke! Einfach kurz schreiben nach einer Display On Zeit von ... musste das Gerät bei 1% an das Ladegerät.

  3. 08.07.15 10:07 Jokill (Advanced Member)

    Wäre vermutlich ein passendes Gerät für meinen Vater, der im wesentlichen auf die verbaute Kamera Wert legt. Nur schade das der Akku so schlapp ist... fürchte dann ist das Smartphone mehr aus als an, weil mit dem Laden nicht hinterher gekommen wird.

    Kennt jemand im Bereich von unter 300€ Alternativen mit ähnlich guter Kamera?

  4. 08.07.15 14:39 IMPULS

    Wenn gewisse "Basics" ein Smartphone nicht richtig beherrscht, irrelevant, wieviel es kostet,dann nützt auch kein schönes Design oder tolle Funktionen der UI.
    Erschreckend das die Audioqualität trotz EQ. nicht besser wird, und das die Empfanqsqualität eklatante Diskrepanzen aufweist, kannte ich schon beim Mate 7,
    obwohl dieses P8 Lite eine bessere Telefonsprachqualität aufweist, als das Mate 7...
    Schade auch das der Akku nicht gerade zu den kraftvollsten gehört...
    summasumarum, ausser einer guten Kamera und flottes werkeln, gibt es keine weiteren Argumente, um es richtig nach vorne zu pushen..
    Mir persönlich wäre es zu wenig, vor allem als Musikliebhaber würde ich es mir nicht kaufen...
    Da macht ARCHOS mit dem Diamond 50 einen besseren Job.
    Und kostet 250 Euro...

  5. 08.07.15 22:47 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    WTF? 250€ für einen minderwertigen chinesen? Dafür bekommt man ein solides Galaxy S5 mini

  6. 10.11.15 21:20 iane
    zufrieden

    Ich besitze dieses Handy seit fast einem Jahr. Es gefällt mir soweit sehr gut tolle Farben, leicht zu händeln, toller Sound,für meine Bedürfnisse echt okay. Super viele Funktionen. Mich stört nur eines und das gewaltig. Die Bilder die ich mit Blitzlicht mache, sind alle milchig. Egal was ich ausprobiere, es geht nicht weg. Trotz der 13 mega Pixel werden die Bilder alle trüb. Was mache ich nur falsch?

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