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Autor: Stefan Schomberg 25.06.2015 - 17:57 | 1

ZTE Blade S6 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Schneller Prozessor für den Preis
  • Gutes Display
  • Insgesamt gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Dual-SIM
  • Flops
  • iPhone-Klon
  • Akku etwas schwach

ZTE Blade S6 Test: Flotte, aber farblose iPhone-Kopie

Name und Design wirken wie eine Mischung aus Samsung Galaxy S6 und iPhone 6S, preislich orientiert sich das ZTE Blade S6 aber in eine ganz andere Richtung, nämlich am unteren Mittelfeld. Irgendwo muss der chinesische Hersteller da ja gespart haben, vielleicht sogar zu sehr? Wir haben uns das Gerät im Test genau angeschaut.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Ein iPhone, könnte man beim ZTE Blade S6 meinen - liegt damit aber völlig falsch. Denn Original und Kopie trennen nicht nur 450 Euro Anschaffungskosten, sondern auch die für das Smartphone-Gehäuse verwendeten Materialien. Während das günstigste iPhone etwa 700 Euro kostet, verlangt ZTE nur 250 Euro für sein Android-Smartphone, das weder viel Glas noch hochwertiges Metall vorzeigt, sondern in einem einfachen Kunststoffgehäuse daherkommt. Nur das Design des ZTE Blade S6 ist eben hemmungslos an das des iPhone angelehnt: etwa der runde Hombutton unter dem Display, die versteckten Android-Tasten daneben und die Form der Rückseite, die sich aus einem Stück Plastik um die runden Seiten des Gerätes windet. Gemeinsamkeiten mit dem Galaxy S6 - außer dem Namensteil - zeigt das ZTE-Handy nicht.

ZTE Blade S6 Unboxing | (c) Areamobile

ZTE Blade S6

ZTE Blade S6 Unboxing | (c) Areamobile

iPhone aus Plastik?

ZTE Blade S6 Unboxing | (c) Areamobile

Kunststoff statt Alu | (c) Areamobile

 

Mag manchen Android-Fan die Ähnlichkeit des ZTE Blade S6 im Test mit dem iPhone abschrecken, so sind die Verarbeitung der Bauteile und die flache Bauform beachtenswert. Die Tasten sitzen stramm im Unibody-Gehäuse, dessen Rückseite nicht abnehmbar ist, und lassen sich gut bedienen. Alles sitzt ordentlich und ohne Spaltmaße, nur auf der Rückseite klingt es stellenweise etwas hohl, wenn man draufklopft. Aber natürlich ist der Wertigkeitseindruck durch das Metall-immitierende Plastik deutlich niedriger als mit echtem Metall - spätestens, wenn man das ZTE Blade S6 in die Hand nimmt. Eine Besonderheit gibt es an dem ZTE-Smartphone noch: Der SIM-Karten-Einschub nimmt zwei Nano-SIM-Karten (Dual-SIM) auf, auch wenn es fast so aussieht, als passe eine Mini-SIM.

Display-Größe und -Qualität

Display-Test ZTE Blade S6 CIE-Farbraum | (c) Areamobile

Display-Test ZTE Blade S6 CIE-Farbraum | (c) Areamobile

1.280 x 720 Pixel auf 5 Zoll - das ist nichts, auf das man als Hersteller stolz sein könnte. Inzwischen ist das für Smartphones der Preisklasse über 200 Euro sogar etwas wenig, denn auch hier verbreitet sich Full-HD immer mehr. Letztendlich ist die gewählte Auflösung aber nach Gesichtspunkten der Alltagstauglichkeit völlig ausreichend, schließlich kommt das Display des ZTE Blade S6 auf knapp 300 Pixel pro Zoll und ist so ausreichend scharf. Einzelne Pixel lassen sich nur bei sehr genauem Hinschauen ausmachen. Auch bei den restlichen Testwerten schneidet der Touchscreen des ZTE Blade S6 recht ordentlich ab: Der Kontrast geht mit 617:1 in Ordnung, die Helligkeit mit 352 cd/m² ebenfalls. Die Abweichungen vom Optimum bei Grautreppe und Farbanzeige liegen mit 9,3 und 4,5 Delta E im grünen Bereich. Gut gefallen haben uns auch die Blickwinkel, die aus jeder Richtung stabil sind und lediglich die typische Abschattung aufweisen. Zudem ist die Darstellungsebene recht nah unter dem Display-Glas - dadurch wirkt sie angenehm hochwertig. Insgesamt leistet ZTE beim Display des Blade S6 ziemlich gute Arbeit.

Display-Test ZTE Blade S6 Farbgenauigkeit | (c) Areamobile

Display-Test ZTE Blade S6 Farbgenauigkeit | (c) Areamobile

Display-Test ZTE Blade S6 Grautreppe | (c) Areamobile

Display-Test ZTE Blade S6 Grautreppe | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Auch in der günstigeren Kategorie - wobei natürlich auch 250 Euro nicht wenig Geld sind - gibt es Geräte mit Qualcomm-Chipsatz. Auffällig am Smartphone im Test ist aber die Wahl des Snapdragon 615 statt des einfachen Snapdragon 410. Der verhilft dem ZTE Blade S6 zu einer sehr ordentlichen Leistung in dieser Preisklasse, an der es absolut nichts auszusetzen gibt. Das zeigt sich schon in Benchmarks: In GFXBench schafft das Gerät dank der Adreno 405, der acht CPU-Kerne mit bis zu 1,4 Ghz und der 2 GB RAM akzeptable 12 Frames pro Sekunde, in Antutu sind es 29.100 Punkte und bei 3DMark 7.300 Punkte - das sind ordentliche Ergebnisse. Der Ausreißer in Quadrant, wo das Gerät gerade einmal 2.500 Punkte erreicht und für jeden Durchgang extrem viel Zeit braucht, dürfte mehr dem Zusammenspiel des Testprogramms mit dem Gerät zuzuschreiben sein als wirklich Fingerzeig auf ein generelles Problem zu sein. Denn im Alltag gibt es keine Probleme mit der Geschwindigkeit des ZTE Blade S6, lediglich nach längerer Zeit der Nichtnutzung wird der Homescreen stückweise und über eine Zeit von fast zwei Sekunden aufgebaut.

ZTE Blade S6 Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen ohne App-Drawer

ZTE Blade S6 Unboxing | (c) Areamobile

Schnell dank Octa-Core | (c) areamobile

 

Nicht überzeugt hat uns dagegen im Test das verwendete GPS-Modul: Unter freiem Himmel geht die Stärke und Genauigkeit noch in Ordnung, in Räumen versagt das Modul den Satellitenfix gänzlich, während ein direkt daneben liegendes Galaxy S6 eine Ortungsgenauigkeit von immerhin 12 Metern schafft. Ähnliches stellten wir auch bei der WLAN-Verbindung fest, auch hier kann die Signalstärke nicht mit einem Galaxy S6 verglichen werden. Teilweise dauerten Downloads auch spürbar länger als bei ähnlichen Geräten. Das erscheint verwunderlich, schließlich sollte ZTE als weltweiter Netzwerkausrüster damit genügend Erfahrung gesammelt haben. Da nützen auch moderne Standards wie WLAN ac und das nutzbare 5-Gigahertz-Band wenig.

ZTE Blade S6 Unboxing | (c) Areamobile

Tastatur: Touch Pal X statt Google

ZTE Blade S6 Unboxing | (c) Areamobile

Ohne App-Drawer schnell voll | (c) Areamobile

 

Als Tastatur installiert ZTE die App Touch Pal X, die eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten bietet. Das reicht von der Größe der Wortvorschläge über die Dauer der Vibration beim Tippen bis hin zum selbst festlegbaren Tastaturhintergrund, und gibt es eine praktische Schnellzugriffsleiste oberhalb der Tastatur. Außerdem unterstützt die von ZTE entwickelte Nutzeroberfläche Mifavor UI 3.0 eine Menge Gesten, mit denen man das Smartphone steuern kann. Hält man es etwa quer und hebt es im Standby um mehr als 30 Zentimeter an, aktiviert es automatisch die Kamera. Per Schüttelmodus lässt sich etwa bei deaktiviertem Screen die LED auf der Rückseite aktivieren und per V-Geste in der Luft kann man den Musikplayer an- und abschalten. Das funktioniert leidlich, nur das Schütteln passiert aber auch unabsichtlich und ist daher nicht zu gebrauchen. Die gesten lassen sich einzeln an- und abschalten. Lobenswert ist der Umstand, dass ZTE direkt Android 5.0 auf dem Blade S6 installiert - manch andere Hersteller setzen hier immer noch auf die ältere Version 4.x.

Kamera

Originalaufnahme ZTE Blade S6 | (c) areamobile

Originalaufnahme ZTE Blade S6 | (c) areamobile

Als Kameras kommen beim ZTE Blade S6 zwei Module mit 13 megapixel bzw. 5 Megapixel zum Einsatz. Die größere Hauptkamera stammt von Sony und ist mit einem LED-Blitz versehen, sie erlaubt in Kombination mit dem Snapdragon 615 aber kein UHD, sondern nur Aufnahmen in Full-HD. Bei gutem Licht gibt es an der Darstellung kaum etwas zu bemängeln. Die Bildschärfe geht dann voll in Ordnung, Details sind ausreichend vorhanden, Farben werden kräftig, aber weitgehend natürlich abgelichtet. Auffällig ist jedoch die zunehmende Unschärfe zu den Rändern. Die Bilddynamik geht meist ebenfalls in Ordnung, nur helle Flächen überstrahlen hin und wieder. Ein Problem stellt hingegen schlechtes Licht dar, denn dann sinkt die Bildqualität dramatisch ab. Auch der Autofokus sitzt nicht immer: Voreilige lösen schnell mal aus, bevor scharf gestellt wurde. Ebenfalls nicht optimal gelöst: Die volle Auflösung von 13 Megapixel muss erst manuell eingestellt werden, voreingestellt sind 9 Megapixel. Videos sehen ebenso bei gutem Licht ordentlich aus, werden aber maximal mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Der Sound ist etwas dünn und passt somit zum Lautsprecher des Blade S6 im Test, der ebenfalls eher dünn und quakig daherkommt.

Sprachqualität und Akku

Beim Telefonieren mit dem ZTE Blade S6 im Test gibt es kaum störende Faktoren. Gesprächspartner klingen ausreichend deutlich und laut durch den Äther, auch wenn es teilweise zu leichtem Übersteuern kommen kann. Der Verständlichkeit tut das aber keinen Abbruch, sie ist auf beiden Seiten der Leitung gut.

Der Akku des ZTE Blade S6 im Test leistet 2.400 mAh und klingt damit nicht unbedingt überdimensioniert. Entsprechend hält das Gerät in unserem WLAN-Streaming auch nicht übermäßig lang durch, mit 4 Stunden und 40 Minuten hält sich das Gerät aber durchaus im Mittelfeld auf. Im Alltag werden aber keine Bestwerte erreicht, offenbar ist der Stromverbrauch im Idle-Modus überraschend hoch. So werden tägliche ladesitzungen zum Muss, wenn man nicht am Abend des zweiten Tages bangen will, ob der Akku noch hält oder nicht.

Fazit

In der Preisklasse um 250 Euro tummeln sich viele Smartphone-Modelle, sogar deutlich stärkere Geräte wie ein OnePlus One kosten nicht viel mehr - da wird die Luft für ein Smartphone wie das ZTE Blade S6 schnell dünn, denn es bietet in keinem Bereich Herausragendes. Dabei gefällt das ZTE-Gerät in einigen Punkten durchaus: etwa die flache Bauform und die Gehäuse-Verarbeitung. Auch das Display erledigt einen guten Job und die Kamera verursacht zumindest bei gutem Licht keinen Augenkrebs. Highlight des ZTE Blade S6 ist der starke Prozessor und die damit verbundene Spieletauglichkeit, zusätzlich gibt es Dual-SIM-Betrieb als Option. Dafür schwächelt der Akku etwas. Es gibt also wenig, was gegen den Kauf des ZTE Blade S6 spricht, aber auch kaum etwas, durch das sich das ZTE-Smartphone von Konkurrenzgeräten abhebt. Vielleicht sollte der chinesische Hersteller einfach mal mehr Mut durch eigenes Geräte-Design beweisen.

Testwertung ZTE Blade S6
 
Handlichkeit und Design 80%
Verarbeitung 90%
Sprachqualität 88%
Akkuausdauer 67%
Ausstattung/ Leistung 77%
Kamera 81%
Internet 89%
Musik 79%
Software und Bedienung 87%
Navigation 84%
Gaming und Video 73%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
82%
Zeitwertung
(Stand 23.10.2017)
71%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 25.06.15 18:18 Omen66 (Member)

    Ihr vergleicht doch immer mit Apple Produkten. Jetzt habt ihr ein Produkt nach Apple Design.

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